Vijay Jayaraj

Kanada treibt innerhalb der G7 eine Neuausrichtung der Energiesicherheit voran, weg von der Netto-Null-Emissions-Strategie und hin zu einer Ausweitung der Öl- und Gasförderung.

Der G7-Gipfel im Juni in Évian-les-Bains in Frankreich markierte einen bedeutenden Kurswechsel. Angetrieben von schweren Energie- und Rohstoffschocks infolge des Konflikts im Nahen Osten – insbesondere durch Transitstörungen in der Straße von Hormus – räumten die Staats- und Regierungschefs der G7 der Energiesicherheit, dem Schutz vor Preisschwankungen und dem Fortbestand der Lieferkette für fossile Brennstoffe mit überwältigender Mehrheit Vorrang vor ehrgeizigen Zeitplänen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {im Original}]

Wer hätte ahnen können, dass die mächtigen Vorkämpfer der Feindseligkeit gegenüber Kohlenwasserstoffen, anstatt Öl und Gas zu verurteilen, vielmehr versuchten, den Fluss von Öl und Erdgas zu verbessern?

G7 Realitäts-Check

Die Entscheidung der G7 bedeutet zwar nicht das Ende der Klimapolitik, markiert jedoch eine Rückkehr zu den besseren Grundsätzen der Energiepolitik: Behauptungen anhand von Fakten zu überprüfen, Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen und die Bedeutung der Energie für den menschlichen Fortschritt anzuerkennen.

Der Gipfel hat das Potenzial Kanadas unterstrichen, in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten auf die Energiemärkte zu bringen. Bis vor kurzem war die kanadische Führung fest auf die Netto-Null-Agenda fixiert und weigerte sich, die heimischen Reserven voll auszuschöpfen.

Nun strebt Kanada an, die Öl- und Gasvorräte in Zusammenarbeit mit anderen G7-Mitgliedern – den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan – zu erweitern.

Die derzeitige US-Regierung hat anderen Ländern ein Vorbild gegeben, indem sie das Klimadogma offen zurückgewiesen hat, das jahrzehntelang die Energiepolitik dominierte. In diesem Sinne ist der Kurswechsel der G7 Teil einer umfassenderen Korrektur.

Im Mittelpunkt der Klimapolitik stand bislang die Behauptung, dass das Klima der Erde durch die moderne Industrie irreparablen Schaden zu erleiden droht, sowie die These, dass die angemessene Abhilfe in einer zentralen Kontrolle aller menschlichen Aktivitäten bestehe. Diese These in Frage zu stellen, galt als ketzerisch, wenn nicht gar als kriminell.

Auf diese Arroganz lassen sich vielleicht am besten die einfachen Fakten zum Kohlendioxid (CO₂) antworten, dem Hauptschreckgespenst der Panikmacher. CO₂ ist ein harmloses Spurengas in der Atmosphäre und als Bestandteil der Photosynthese der Pflanzen lebensnotwendig.

Der jüngste Anstieg der atmosphärischen Konzentrationen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe hat zwar keine gefährliche Erwärmung verursacht, aber zu einer deutlichen Begrünung der Erde beigetragen und die Ernteerträge gesteigert.

Die Arbeiten von Dr. William Happer und anderen zeigen, dass Weltuntergangsprognosen auf einer Übertreibung des Erwärmungspotenzials von CO₂ und der Manipulation von Computermodellen beruhen, die mit den natürlichen Phänomenen der realen Welt wenig zu tun haben.

Eine vernünftige Politik erfordert fundierte und korrekte Wissenschaft

Die Politik sollte nicht so gestaltet werden, als würde jede Hitzewelle, jeder Sturm oder jede Dürre eine politische Agenda bestätigen. Andernfalls versuchen Regierungen, wie wir gesehen haben, letztendlich Energiequellen zu beseitigen, die der Welt beispiellosen Wohlstand gebracht haben und für den weiteren Fortschritt unerlässlich sind.

Fossile Brennstoffe sichern nach wie vor den Verkehr, die Nahrungsmittelproduktion und die industrielle Expansion auf der ganzen Welt. In ärmeren Ländern wird eine zuverlässige Stromversorgung besonders geschätzt – noch vor dem „Virtue Signaling“ im Umweltbereich.

Synthetische Fasern, die in Alltagskleidung verwendet werden, werden aus petrochemischen Stoffen gewonnen. Düngemittel, die es der modernen Landwirtschaft ermöglichen, acht Milliarden Menschen zu ernähren, werden aus Erdgas hergestellt.

Durch gezielte Angriffe auf die fossile Brennstoffindustrie treibt die Klimabewegung die Kosten für alles in die Höhe und schafft so künstliche Knappheit in einer Welt des Überflusses.

Der G7-Gipfel ist kein unbedeutendes Forum. Er prägt den Diskurs über Macht, Finanzen und Entwicklung unter einigen der einflussreichsten Volkswirtschaften der Welt. Nachdem sie die Klimaagenda beiseitegeschoben haben, stellen sich die Staats- und Regierungschefs der G7 nun der Energie-relevanten Realität.

Zu dieser Rückkehr zur Vernunft haben Forschungsergebnisse wie die in „Challenging Net Zero with Science“ beigetragen, einer Veröffentlichung der CO2 Coalition, die eine Grundlage für die Unterstützung einer rationalen Energiepolitik und die Zurückweisung der gefährlichen Fantasien des „Klima-Industriekomplexes“ bietet.

In der öffentlichen Debatte wird laute Gewissheit oft höher bewertet als sorgfältige Analyse. Die Botschaft ist klar und provokativ: Eine Netto-Null-Politik, die bezahlbare Energie untergräbt, wird Wohlstand und soziale Stabilität zerstören.

Echte Umweltverantwortung bedeutet, sich an die Natur anzupassen und gleichzeitig den Wohlstand der Menschen zu maximieren. Dazu ist es notwendig, eine widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, den Zugang zu günstiger Energie zu erweitern und Bestrebungen zur Senkung des Lebensstandards abzulehnen.

Hoffen wir, dass das G7-Gipfeltreffen 2026 den Weg für pragmatische politische Maßnahmen ebnet, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern und die individuellen Freiheiten schützen.

Mehr: CO2 Coalition

Link: https://climatechangedispatch.com/g7-energy-security-hormuz-crisis/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken