Cap Allon

Während die Schlagzeilen der Mainstream-Medien vor allem den Rückgang des Meereises in der Westantarktis hervorheben – oft ohne dabei auf die darunter liegenden Vulkane oder die fast überall sonst zu verzeichnenden Zuwächse beim Meereis einzugehen –, verzeichnet der Kontinent derzeit extrem niedrige Temperaturen.

In McMurdo beispielsweise liegt der Durchschnitt im Juni bei -28 °C, während die monatliche Norm bei -22,6 °C liegt.

Einzelheiten hierzu kommen im nächsten Kältereport. Cap Allon beleuchtet jedoch in dieser Meldung auch einige Hintergründe, die den Rahmen des Kältereports sprengen würden. A. d. Übers.

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „National Science Review“ hat ergeben, dass sich die Struktur des südlichen ringförmigen Modus (Southern Annular Mode, SAM) im Frühjahr um das Jahr 1998 herum verändert hat. Der SAM ist das Hauptband aus Druck- und Windmustern, das die Antarktis umgibt. Er ist nicht feststehend. Seine Form kann sich verschieben, und wenn sich seine Form verschiebt, verändert sich auch die Reaktion des Meereises entsprechend.

Vor 1998 bestand zwischen dem SAM im Frühjahr und dem antarktischen Meereis des folgenden Sommers nur ein schwacher Zusammenhang. Nach 1998 verstärkte sich dieser Zusammenhang deutlich. Im Weddellmeer fördert diese veränderte Zirkulation die Erwärmung der oberen Meeresschichten und trägt so zum Abschmelzen des Meereises im Sommer bei. Im Rossmeer drückt ein tieferes Amundsen-Tief das Eis im Frühjahr von der Küste weg. Dadurch entsteht offenes Wasser in Küstennähe. Offenes Wasser reflektiert weniger Sonnenlicht als Eis. Es nimmt mehr Wärme auf, wodurch sich die Meeresoberfläche erwärmt und der sommerliche Eisverlust erneut beschleunigt wird.

Die Studie verweist zudem auf La Niña.

Seit Ende der 1990er Jahre treten positive SAM-Ereignisse häufiger in Verbindung mit La Niña auf, wodurch die mit dem Pazifik verbundenen Wellenmuster in Richtung Antarktis verstärkt werden. Die geringen antarktischen Meereisbedingungen im Februar 2022 und 2023 folgten jeweils auf starke positive SAM- und anhaltende La-Niña-Ereignisse.

Kurz gesagt: Es sind die Zirkulation, der windgetriebene Eis-Transport, regionale Rückkopplungen und Anstöße aus dem tropischen Pazifik, die zusammenwirken und die wichtigsten Einflussfaktoren für das antarktische Meereis darstellen. Die Autoren sagen, dass aktuelle Klimamodelle die extreme Variabilität des antarktischen Meereises nicht erfassen können.

Insgesamt lässt sich in den Satellitendaten seit 1979 jedoch kein Trend erkennen:

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-below-100f-north-atlantic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

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Der Südpol taucht bei Cap Allon aus nahe liegenden Gründen immer wieder auf, so auch mit der folgenden Hintergrund-Meldung:

Die Antarktis weigert sich, dem „Zusammenbruch“-Skript zu folgen

Zwei Studien aus dem Jahr 2025 werfen ein neues Licht auf die gängige Darstellung der Entwicklung des antarktischen Meereises.

Unter Verwendung von Satellitendaten des NSIDC zur Meereiskonzentration kam eine Studie im „Journal of Earth System Science“ zu dem Ergebnis, dass die Meereiskonzentration in der Antarktis während eines kurzen Zeitraums von 2011 bis 2022 leicht zurückging (das ist der Teil, den die Medien gerne hervorheben), während über den gesamten untersuchten Satellitenzeitraum von 1979 bis 2022 die jährlichen und saisonalen Trends positiv waren.

Die Meereis-Konzentration in der Antarktis nahm insgesamt zu.

[Hervorhebung im Original]

Die Meereis-Konzentration in der Antarktis stieg im Zeitraum von 1979 bis 2022 insgesamt an, sowohl im Jahresdurchschnitt als auch saisonal [Sahoo et al., 2025].

Die Studie stellte zudem eine starke negative Korrelation zwischen der Meereis-Konzentration in der Antarktis und der Meerestemperatur fest: -0,73 im Jahresdurchschnitt. Mehr Meereis ging mit kühleren umgebenden Meeren einher. Das ist grundlegende Albedo-Physik. Eis reflektiert. Offenes Wasser absorbiert.

Nun kommt noch die Eisdecke selbst hinzu… Eine separate Studie aus dem Jahr 2025 zur Oberflächen-Massenbilanz der Antarktis ergab, dass die Werte seit 1979 stabil sind und keinen signifikanten Trend aufweisen.

[Hervorhebung im Original]

In den letzten Jahren hat die Oberflächen-Massenbilanz über die gesamte Eisdecke hinweg tatsächlich zugenommen, insbesondere in der Ostantarktis:

Graphik: Die Oberflächen-Massenbilanz der Antarktis ist seit 1979 weitgehend stabil geblieben, wobei die jüngsten Zuwächse, insbesondere im Jahr 2022, hauptsächlich auf die Ostantarktis zurückzuführen sind. Quelle: van Dalum et al., 2025.

Die Studie beziffert die modellierte integrierte Oberflächen-Massenbilanz der Antarktis auf etwa 2.546 Gt pro Jahr, wobei die Oberflächenschmelze mit rund 124 Gt pro Jahr im Vergleich dazu gering ist. Die Oberfläche der Antarktis ist nach wie vor überwiegend ein System mit Schneezuwachs. Der größte Teil des Schmelzwassers gefriert lokal wieder. Der Abfluss ist im größten Teil des Eisschildes vernachlässigbar.

Das Bild lautet also nicht „Die Antarktis schmilzt dahin“, wie die BBC beharrlich behauptet. Ganz im Gegenteil. Das Meereis hat von 1979 bis 2022 insgesamt zugenommen. Die Oberflächen-Massenbilanz war während der gesamten Satellitenära stabil, wobei in den letzten Jahren ein erhöhter Zuwachs zu verzeichnen war.

Das Meereis der Antarktis kann von Jahr zu Jahr starken Schwankungen unterliegen, doch diese werden, wie im obigen Beitrag erläutert, vorwiegend durch die Zirkulation, den windgetriebenen Eis-Transport, regionale Rückkopplungen und Einflüsse aus dem tropischen Pazifik bestimmt. Klimamodelle können diese Schwankungen in der Antarktis nicht abbilden.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-america-shivers-co2-cant-be?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

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Dazu schreibt Cap Allon auch am 19. Juni noch etwas unter der gleichen Überschrift:

In einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung stellen Roberts et al. ein neues Rekonstruktions-Verfahren namens SLICKER vor.

Klimaproxy-Daten sind unübersichtlich. Eisbohrkerne, Korallen, Sedimente und Baumringe weisen oft Unregelmäßigkeiten auf, sind unvollständig und verlaufen nicht linear. Ältere Verfahren können diese Daten in klarere Muster zwängen als es die Datenlage rechtfertigt. SLICKER wurde entwickelt, um mit dieser Unübersichtlichkeit umzugehen.

Das Verfahren berücksichtigt fehlende Daten, lässt nichtlineare Zusammenhänge zu und liefert im Kern Unsicherheitsschätzungen.

Die Forscher wandten SLICKER auf die Antarktis (und den umgebenden Südlichen Ozean) an und rekonstruierten damit die durchschnittliche Lufttemperatur in 2 m Höhe über die letzten 12.000 Jahre. Behauptungen über die moderne Erwärmung stützen sich in der Regel auf einen kurzen Zeitraum mit instrumentellen Messungen und werden dann so dargestellt, als hätte das Klimasystem erst mit der Erfindung der Wetterstationen begonnen. Die längeren Datensätze sind dabei ein großes Hindernis.

Die Rekonstruktionen identifizierten Warmzeiten lange vor den industriellen Emissionen, darunter ein warmes Jahrtausend, das um 9000 v. Chr. begann, und ein weiteres um 3000 v. Chr. Vor allem zeigen sie eine Variabilität über mehrere Jahrzehnte hinweg. Sie zeigen, dass das moderne Temperatursignal der Antarktis und des Südlichen Ozeans, wenn man es in den Kontext des Holozäns stellt, stark nach oben und unten schwankt.

Die Studie verwendet zudem die 2-Meter-Temperatur auf dem US-amerikanischen Festland im 20. Jahrhundert als Testfall für einen Pseudo-Proxy. Auch hier sind die Ergebnisse für die vorherrschende Erzählung unbequem: Die Methode wird anhand des tatsächlichen Temperaturverlaufs in den USA im 20. Jahrhundert getestet, wobei fehlende Daten, Rauschen und nichtlineare Proxy-Beziehungen hinzugefügt wurden. Auch hier wird kein echter Trend festgestellt, sondern lediglich gewöhnliche Variabilität.

Die Klimageschichte verläuft nicht linear. Proxydaten sind nicht einheitlich. Der Südliche Annulare Modus, die Zonalwelle 3, die Variabilität im Indischen Ozean, Rückkopplungen durch Meereis, vulkanische Einflüsse, Veränderungen in der Zirkulation, Sonnenaktivität und interne Variabilität spielen alle eine größere Rolle als atmosphärisches CO₂, wobei Letzteres eher den Zustand des Lebens auf dem Planeten als den Zustand des Klimas bestimmt: mehr CO2 = mehr Leben.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-america-shivers-co2-cant-be?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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