Dies ist der erste von zwei Beiträgen zu diesem Thema. A.d. Übers.
Die „Climate Week NYC“ hatte mehr als 1.000 Veranstaltungen und 100.000 Teilnehmer versprochen. Auf den Straßen von Manhattan war von der weltweit größten Klimaveranstaltung jedoch fast nichts zu sehen.
Die „Climate Week NYC“ bezeichnet sich selbst als „die weltweit größte Klimaveranstaltung“, die mehr als 100.000 Menschen zu über 1.000 Veranstaltungen in ganz New York City zusammenbringt. Die Organisatoren sagen, sie bringe globale Führungskräfte mit den Gemeinschaften zusammen, die „vor Ort“ daran arbeiten, eine kohlenstoffarme Zukunft aufzubauen.
Nach dem Werbematerial zu urteilen, hätte New York vor Klimaaktivismus nur so wimmeln müssen.
Also haben wir uns auf die Suche danach gemacht.
Wir besuchten die Vereinten Nationen, wo sich die Staats- und Regierungschefs der Welt zur UN-Generalversammlung versammelt hatten. Wir schlenderten durch das Javits Center, in dem einige der größten Veranstaltungen der Climate Week stattfanden. Wir durchsuchten den Bryant Park, den Central Park, den Times Square und die Fifth Avenue. Wir fuhren mit U-Bahnen und Bussen. Wir legten Meilen in Manhattan zurück und hielten dabei Ausschau nach Demonstrationen, Transparenten, Plakatwänden, Infoständen oder buchstäblich JEDEM sichtbaren Anzeichen dafür, dass die Klimabewegung in der Stadt Einzug gehalten hatte.
Wir fanden fast nichts.
Keine Menschenmengen von Klimademonstranten. Keine stadtweite Kampagne. Keine auffälligen Plakate oder Poster zum Thema Klima. Wir sind keinen Aktivisten begegnet, die Flugblätter verteilten, und haben auch keine Gruppen gesehen, die versuchten, die Öffentlichkeit anzusprechen. Wir haben kaum einen Klimaslogan auf einem T-Shirt, einem Anstecker oder einem Aufkleber auf einer Wasserflasche entdeckt.
Nachdem ich bisher über 20 Meilen zurückgelegt habe, muss ich ehrlich sagen, dass ich ratlos bin. Das Javits Center hätte auch einfach nur eine weitere Geschäftskonferenz sein können. Social-Media-Beiträge von „Influencern“ beweisen einmal mehr, dass man nichts glauben kann, was man online sieht. Wir haben sogar mehrere Personen befragt, die den „Nest Hub“ im Javits Center verließen, und von allen die gleiche Antwort erhalten: „Ich bin hier, um einen Kunden zu vertreten“ oder „Ich bin eigentlich kein Teil der Klimabewegung. Ich arbeite für xx.“

Bild: Seht euch nur diesen Raum im Javits Center an! Wo sind die Leute? Vielleicht hat der Preis von 499 Dollar für drei Tage die Leute abgeschreckt? Quelle
Es war ein außergewöhnlicher Kontrast. Online wirkte die Climate Week riesig. Wenn man die verschiedenen Hashtags nachschlägt, findet man Beiträge zu nachhaltiger Mode, Initiativen zum Einkauf vor Ort oder gelegentlich auch „Ich habe eine super Zeit bei der Climate Week“. Vor Ort jedoch war sie praktisch unsichtbar.
Eine Klimakonferenz, die vor der Öffentlichkeit versteckt worden war
Wir haben weiter nachgeforscht, entschlossen herauszufinden, wo sie sich versteckten, und wir haben sie gefunden. Die Klimabewegung ist nicht vollständig verschwunden. Sie hat sich nur ins Innere verlagert.
Hinter Hoteltüren, Sicherheitskontrollen und Anmeldeschaltern ging die „Climate Week“ als aufwendig organisierte Abfolge von Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Firmenempfängen und Networking-Veranstaltungen weiter. Führungskräfte, Regierungsvertreter, Investoren, Berater und Fachleute aus dem gemeinnützigen Sektor trafen sich, um über Klimafinanzierung, Nachhaltigkeit, Technologie und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu diskutieren.
Doch ein Großteil dieser Aktivitäten war für einen gewöhnlichen New Yorker – oder sogar für einen Besucher, der aktiv danach suchte – unzugänglich.
Die Eröffnungszeremonie der Climate Week sowie das Flaggschiff-Programm „Hub Live“ waren zwar nur auf Einladung zugänglich, konnten jedoch per Online-Streaming verfolgt werden. Bei anderen Veranstaltungen wurde mit Diskussionen hinter verschlossenen Türen, kuratierten Rundtischgesprächen, der Teilnahme von Führungskräften oder einem Zugang nur auf Einladung geworben. Eine Konferenz im Javits Center bezeichnete sich selbst als eine Veranstaltung nur auf Einladung für Führungskräfte der obersten Ebene und Vizepräsidenten. Bei einer anderen mussten potenzielle Teilnehmer für jede einzelne Veranstaltung eine Einladung beantragen.
Selbst das offizielle Programm basiert auf einem Netzwerk unabhängig voneinander organisierter Veranstaltungen. Organisationen, die eine Veranstaltung in den Kalender der Klimawoche aufnehmen lassen wollten, mussten eine Anmeldegebühr entrichten, was dazu beitrug, dass ein weitläufiges Programm entstand, das online zwar beeindruckend wirkt, der Öffentlichkeit jedoch keinen offensichtlichen zentralen Treffpunkt bietet.
Dies könnte die seltsame Diskrepanz zwischen der angegebenen Größe der Klimawoche und ihrer fast vollständigen Abwesenheit auf den Straßen erklären.
Die „100.000 Teilnehmer“ waren nicht unbedingt Teil einer erkennbaren öffentlichen Bewegung. Sie verteilten sich auf Hunderte von Podiumsdiskussionen, Empfängen, Workshops und privaten Treffen – von denen viele eher auf Fachleute als auf normale Bürger ausgerichtet waren.
Die Klimawoche war weniger ein stadtweiter Aufstand als vielmehr eine Fachmesse der Klimabranche.
Von Protestschildern bis hin zu Namensschildern
Jahrelang versuchte die Klimabewegung, das Bild einer dringenden Volksrebellion zu vermitteln. Aktivisten blockierten Straßen, besetzten Gebäude, organisierten Schulstreiks und forderten sofortige politische Maßnahmen. Organisationen warnten, dass der Menschheit nur noch wenige Jahre blieben, um eine Katastrophe zu verhindern.
Dieses Gefühl der Dringlichkeit war in New York kaum zu spüren.
Stattdessen schien die Klimabewegung von eben jenen Institutionen absorbiert worden zu sein, die sie einst herausfordern wollte. Die Sprache der Rebellion ist der Sprache der „Stakeholder“, „Investitionsmöglichkeiten“, „sektorübergreifenden Zusammenarbeit“ und „Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit“ gewichen.
Das Protestschild wurde durch das Namensschild einer Konferenz ersetzt.
Selbst Helen Clarkson, CEO der Climate Group, räumte eine Atmosphäre des „Grün-Schweigens“ ein und erklärte, dass Unternehmen an der Climate Week teilnähmen ohne dabei besonders auffallen zu wollen. Die Organisatoren sagten dennoch voraus, dass dies die größte Climate Week aller Zeiten werden würde.
Das wirft eine naheliegende Frage auf: Was bedeutet „größte“ eigentlich?
Es könnte bedeuten: mehr geplante Veranstaltungen, mehr Unternehmenssponsoren, mehr Fachbesucher und mehr Geld, das im Klimasektor umgeschlagen wird. Es bedeutet jedoch nicht zwangsläufig größere Begeisterung in der Öffentlichkeit, eine wachsende Basis von Aktivisten oder eine Bewegung, die in der Lage ist, auch außerhalb ihrer eigenen, sorgfältig kontrollierten Veranstaltungsorte Aufmerksamkeit zu erregen.
Bei dem Aktivismus, den wir vorfanden, ging es um etwas anderes
Politischer Aktivismus war in New York nicht gänzlich abwesend. Andere Themen waren sichtbar und wurden aktiv vertreten.
Wir stießen auf – oder fanden öffentliche Online-Ankündigungen zu – Veranstaltungen, bei denen es um Krieg, Gaza, die Macht der Konzerne, künstliche Intelligenz und allgemeinere antikapitalistische Anliegen ging. Wir erlebten eine sehr große Pro-Iran-Kundgebung, bei der Rudy Giuliani das Wort ergriff, und im Bryant Park stießen wir zufällig auf eine kleine Gruppe von Menschen, die gegen die Blockade Kubas protestierten.
Selbst Umweltgruppen schienen ihren Fokus zu erweitern – oder zu verschleiern. Extinction Rebellion NYC kündigte an, während der Klimawoche auf die Straße zu gehen, bezeichnete ihre Ziele jedoch als „Greenwashing der Konzerne“ und die „KI-Oligarchie“. Details zu den geplanten Aktionen waren für die Öffentlichkeit nicht ohne Weiteres zugänglich; Besucher wurden aufgefordert, sich für weitere Informationen anzumelden. Der Sunrise Movement schaffte es, 51 Menschen zusammenzubringen, um gegen die „Überwachung“ in Krankenhäusern zu protestieren.
Andere Programmpunkte der Klimawoche verbanden Umweltaktivismus ausdrücklich mit Widerstand gegen Krieg und die amerikanische Außenpolitik. Die Climate Justice Alliance beispielsweise bewarb eine Veranstaltung zum Titel „Krieg & Klima: Die Umweltkosten des US-Imperialismus konfrontieren“, bei der sich Verfechter der Klimagerechtigkeit, Antikriegsaktivisten und andere Protest-Organisatoren versammelten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die grüne Agenda an Bedeutung verliert. Nach jahrelangem Kampf gegen diese Gruppen lässt sich leicht erkennen, was gerade geschieht: Der Klimaaktivismus wird neu verpackt.
Die radikale Bildsprache wurde abgeschwächt. Die Protestschilder und apokalyptischen Parolen sind einer ausgefeilten Unternehmenssprache gewichen, in der von Resilienz, Innovation, Investitionen und wirtschaftlichen Chancen die Rede ist. Politische Maßnahmen, die einst von Aktivisten auf der Straße gefordert wurden, werden nun von Führungskräften, Beratern, Investoren und Regierungsvertretern in seriösen Konferenzräumen beworben.
Indem die Klimaagenda als Mainstream, pragmatisch und wirtschaftsfreundlich dargestellt wird, lässt sie sich dem Durchschnittsamerikaner leichter verkaufen. Ihre Befürworter wollen nicht länger radikal wirken oder riskieren, als Extremisten abgetan zu werden. Sie möchten, dass die Öffentlichkeit ihre Agenda als die natürliche und unvermeidliche Richtung von Regierung und Industrie wahrnimmt.
Vielleicht ist der Klimaaktivismus doch nicht tot. Vielleicht hat er lediglich ein neues Gewand angenommen.
Die Bewegung mag weniger sichtbar sein, doch ihre Ziele sind nach wie vor sehr lebendig – sie schreiten hinter verschlossenen Türen unter dem Deckmantel der unternehmerischen Seriosität voran.
Bleiben Sie dran. Ein Wolf im Schafspelz kann sich nicht ewig verstecken.
Link: https://www.cfact.org/2026/09/24/is-climate-activism-dead-we-went-looking-for-it-in-new-york-city-2/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Den zweiten Beitrag hierzu hat die Autorin einen Tag später veröffentlicht.
















Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:
- Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
- Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
- Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
- Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
- Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
- Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.
Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Über Uns->Kontakt"