Robert Bradley Jr. from MasterResource

„Falls ich zur Präsidentin gewählt werde, werde ich ein groß angelegtes Programm zur Installation von Klimaanlagen auf den Weg bringen, beginnend an Orten mit den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.“ – Marine Le Pen, Vorsitzende der Partei „Rassemblement National“ (Französische Nationalversammlung)

Es ist nicht leicht, „grün“ zu sein. „Grüne“ Energie ist kaum wirklich grün (man denke nur an die Industrialisierung von Wind-, Solar- und Batterietechnik), und praktisch jeder Aktivismus zur Eindämmung des Klimawandels hat negative Auswirkungen auf Verbraucher, Steuerzahler und die Freiheit. Dies ist weniger das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen als vielmehr ein Angriff der „Deep Ecology“ auf das moderne Leben und die menschliche Weiterentwicklung.

Springen wir in den Sommer 2026. Wie schon lange vorhergesagt, erfordert eine sich erwärmende Welt (natürlich und anthropogen bedingt) Anpassungsmaßnahmen. Das bedeutet Klimaanlagen, Nebelmaschinen und die Erzeugung immer größerer Mengen an Eis, um den Höchstbedarf im Sommer zu decken. Doch die Aktivisten verachten solche grundlegenden Anpassungsmaßnahmen mit der Begründung, dass ein höherer Strombedarf mehr Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen aus bestehenden oder neuen Kapazitäten erfordern würde. Aber der Pragmatismus wird sich sicherlich durchsetzen, wenn die Anpassungsmaßnahmen die verbraucher- und komfortfeindliche Klimaschutzpolitik überholen.

Ohne Klimaanlage

„Klimaanlagen haben schädliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit“, so eine Quelle, „obwohl das nicht das einzige Problem bei Klimaanlagen ist.“ Zu den „zahlreichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt selbst“ zählen der Energieverbrauch, FCKW-/HFC-Emissionen sowie die Verwendung von Stahl oder nicht biologisch abbaubarem Kunststoff bei der Herstellung.

Vor fünfundfünfzig Jahren bezeichnete Paul Ehrlich die Klimaanlage als ein großes Übel der Gesellschaft. Klimaanlagen könnten „weitgehend abgeschaltet werden“, außer „dort, wo Menschen in der Nähe heiß laufender Maschinen arbeiten müssen“ oder wo wärmeempfindliche Elektronik zum Einsatz kommt. Kein Grund zur Sorge – „die Sommerhitze lässt sich von den meisten von uns auf viele andere Arten bewältigen (so wie sie noch vor zwei oder drei Jahrzehnten von uns allen bewältigt werden musste!)“. Ehrlich (und sein Co-Autor Richard Harriman) empfehlen daraufhin eine 20-Stunden-Woche, um „alle arbeitslosen Klimaanlagen-Reparateure“ wieder in Arbeit zu bringen. [1]

Der empfohlene „klimafreundliche“ Temperaturbereich von 26 °C im Sommer und 20 °C im Winter steht im Gegensatz zu den Komfortwerten, die für die meisten Menschen das ganze Jahr über bei etwa 22 °C liegen. Seien Sie in dieser Hinsicht vorsichtig mit „intelligenten Stromzählern“ – und vergessen Sie nicht Jimmy Carters „Thermostatpolizei“ aus den 1970er Jahren. Zunächst empfahl er eine Höchsttemperatur im Winter von 20°C oder weniger. Einen Monat später wies er an, dass in Bundesgebäuden die (Winter-)Temperaturen tagsüber auf höchstens 18°C und nachts auf höchstens 13°C eingestellt werden sollten. Präsident Reagan beendete Carters 22-monatiges Programm Anfang 1981.

Die Hitzewelle in EU/UK

Die aktuelle Hitzewelle in Europa sorgt für Schlagzeilen. Der Klimawandel sei dafür verantwortlich, heißt es. Aber was ist mit dem Großteil der übrigen Welt, der ganz normale Sommer erlebt? Extreme treten immer irgendwo auf.

Doch noch wichtiger: Welche Rolle spielt der Klimaalarmismus bzw. -aktivismus bei den Beschwerden der Menschen und sogar bei Todesfällen infolge von Hitzewellen? Ein aktueller AP-Artikel [Titel übersetzt] „Europas extreme Hitze wäre ohne den Klimawandel unmöglich, sagen Wissenschaftler“ – wirft genau diese Frage auf. Wo bleibt die Studie bzw. der Bericht „Europas Hitzekrise wird durch die Klimapolitik verschärft“? Wie sich herausstellt, ist der Mangel an Klimaanlagen (usw.) aufgrund hoher Strompreise und sogar staatlicher Vorschriften das Hauptproblem.

Inmitten der Hitze-Misere ist ein Ansturm auf kleine Klimaanlagen im Gange. Doch einige politische Entscheidungsträger, die sich von Klimasorgen leiten lassen, lassen solche Maßnahmen zur Selbsterhaltung nicht zu. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire (Parti Socialiste) will nur öffentliche Kühlung für die Schwächsten, nicht die „Plage“ privater Klimaanlagen. „Um uns gemeinsam anzupassen“, sagte er, „müssen wir unsere Lebensweise ändern.“

Das derzeitige „grüne“ Dilemma

Bill McKibben hat in einem kürzlich erschienenen, 2.150 Wörter langen Beitrag das Thema Klimaanlage kein einziges Mal erwähnt. Eine Woche später schrieb er: „Es gab viel sinnloses Hin und Her in den sozialen Medien über Klimaanlagen in Europa, die wir natürlich jetzt brauchen“, schrieb er und fügte in Klammern hinzu: „In Asien, Südamerika und Afrika brauchen wir sie sogar noch dringender.“

Vielleicht hat dieser zwischen McKibbens beiden Beiträgen erschienene Artikel in der New York Times seine Aufmerksamkeit erregt. Der Artikel von Michael D. Shear und Jeanna Smialek mit dem Titel [übersetzt] „Während Europa schwitzt, sprechen einige Politiker von Klimaanlagen statt von Klimaschutzmaßnahmen“ (26. Juni 2026) begann wie folgt:

Hitzebedingte Todesfälle und Beeinträchtigungen des Alltags zwingen Politiker dazu, sich auf unterschiedliche Weise mit der raschen Erwärmung unseres Planeten auseinanderzusetzen … Die Antwort rechter Politiker besteht zunehmend darin, sich auf eine kurzfristige Lösung zu konzentrieren, deren Notwendigkeit fast alle anerkennen – die Installation von Klimaanlagen in europäischen Haushalten, Schulen, öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern …

In Frankreich hoffen rechtsextreme Politiker, die sich für die Streichung von Initiativen zur Netto-Null-Emissions-Ziele ausgesprochen haben, von der Hitzewelle zu profitieren, indem sie der Regierung vorwerfen, das Land nicht widerstandsfähiger gemacht zu haben, aber auch, um dies als kulturelles Argument gegen die extreme Linke zu nutzen, die sich aus Umweltgründen oft gegen den Einsatz von Klimaanlagen ausgesprochen hat. „Wenn ich zur Präsidentin gewählt werde, werde ich ein umfangreiches Programm zur Installation von Klimaanlagen auf den Weg bringen“, versprach Marine Le Pen, die Vorsitzende der Partei „Rassemblement National“, am Freitag, „beginnend an Orten mit den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.“

The climate campaigners are in a difficult spot, the Times article continues.

Die Klimaschützer befinden sich in einer schwierigen Lage, heißt es in dem Artikel der „Times“ weiter.

Vor dem Hintergrund des traditionell milden, gemäßigten Klimas in Nordeuropa haben sich einige linke und grüne Parteien gegen Klimaanlagen ausgesprochen und stattdessen die Sanierung von Gebäuden mit architektonischen Maßnahmen befürwortet, um diese bei Hitze kühl zu halten. Doch die Gesundheitsrisiken, die von der Hitzewelle dieser Woche ausgehen, setzen diese Sichtweise zunehmend unter Druck – und führen zu einem Umdenken.

Als Reaktion auf den Aufruf eines Kommunalpolitikers an die Einwohner, Ventilatoren zu nutzen und einen neuen Baum zu pflanzen, antwortete ein Politiker:

Es ist absurd, dass alle Regierungen unseres Landes unter dem Druck von links-grünem Geschwätz vom Einsatz von Klimaanlagen abraten. Dabei ist das doch die effizienteste und beste Lösung. Wie viele Todesfälle hat die Regierung mit solchen absurden Ratschlägen wohl schon auf dem Gewissen?

Das ist doch ein gutes Schlusswort.

[1] Paul Ehrlich und Richard Harriman, How to Be a Survivor, Ballantine Books, 1971), pp 73–74.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/03/air-conditioning-vs-climate-activism-uk-eu-face-the-music/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken