14. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe
Die aktuellen Analysewoche, die Osterwoche wartet mit der ersten markanten, mehrtägigen Strom- Niedrigpreisphase – zum Teil ganztägig – auf, die erst Ostermontag nach Sonnenuntergang endet. Das bedeutet nicht, dass es danach über die Mittagsspitzen keine Negativpreise mehr gäbe. Im Gegenteil. Preise aber um die Null-€-Linie und geringer gibt es Tag und auch zur Nacht nur an regenerativ starken und bedarfsarmen Feiertagen. Wie zum Osterwochenende. Das war eine Hochzeit des deutschen Stromexports für die europäischen Nachbarn und alle anderen Player (Stromspeicherbesitzer), die den Strom günstig bis sehr günstig mit Bonus (Negativpreise) „einkaufen“, um ihn zu geeigneten Zeitpunkten (Hochpreisphasen am Morgen, am Vorabend) zu verkaufen. Achtung: Es ist selbstverständlich niemals derselbe Strom, dieselbe elektrische Energie, wie sie eingekauft wurde.
Wie funktioniert das Prinzip des „Strom-Gelddruckens“?
Ein Land, dem Stromspeicher (zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke) zur Verfügung stehen, lädt diese mit dem günstig eingekauften Strom aus Deutschland auf. Wird der Strompreis verkaufsrelevant, geht der Strompreis also in die Höhe, benötigt Deutschland dringend Strom, dann wird dieser entsprechend hochpreisig an den großen Nachbarn in der Mitte Europas verkauft.
Doch auch Länder ohne – genügend – Speicherplatz, Beispiel Norwegen, können von der Preisdifferenz profitieren. Dass über Ostern in Deutschland nur geringer Bedarf, aber regenerativ starkes Wetter sein wird, wussten alle, die mit Strom handeln, vorher. Dementsprechend wurde die steuerbare Stromerzeugung (Norwegens Wasserkraftwerke) heruntergefahren und durch den geschenkten Strom aus Deutschland ersetzt. Später, aber oft noch am gleichen Tag, wird mit der eigenen Stromerzeugung der Stromexport nach Deutschland bewerkstelligt. Ergebnis unter dem Strich für alle: Sehr gute Gewinne.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 14. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen wie bereits oben für den Montag den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung über die Mittagsspitze mit negativen Preisen führen wird.
- Lesen Sie meinen aktuellen Artikel „Windparks und ihre Tücken“, der in bei der online bei der Jungen Freiheit ist.
- Beachten Sie bitte Peter Hagers Zusammenstellung der KFZ-Zulassungszahlen März 2026 nach den Tagesanalysen.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Die regenerative Stromerzeugung sinkt tendenziell. Die Strompreise.
Die Windstromerzeugung nimmt weiter ab. PV-Strom wächst. Weniger PV-Strom. Die Strompreise.
Komplette Windflaute. PV-Stromerzeugung weiter frühlingshaft. Die Strompreise.
Windstrom weiterhin sehr gering. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Wenig Bedarf. Zum Abend starker Windstromanstieg. Viel PV-Strom. Die Strompreise.
Wenig Bedarf. Starke Winddelle zum Abend. PV-Strom weiter stark. Die Strompreise.
Erneute Winddelle über Tag, aber auf hohem Niveau während der Mittagsspitze. Die Strompreise.
PKW-Neuzulassungen März 2026: E-Autos (BEV) wachsen stark – Tesla ist mit dabei
Zusammengestellt von Peter Hager
Die 294.161 PKW-Neuzulassungen im März 2026 bedeutet ein deutliches Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Von den 345.523 PKW-Neuzulassungen im Vor-Corona-Jahr 2019 ist man immer noch ein gutes Stück entfernt. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Vergleich des 1. Quartals 2019 (880.092) mit dem 1. Quartal 2026 (699.404).
Selbst wenn die aktuellen Werte wohlwollend betrachtet werden. Das ist kein Durchbruch der Verkehrswende, das ist ein Armutszeugnis, allein, wenn man die Unterstützung durch die Förderung und die „Hilfe“ durch die hohen Spritpreise betrachtet. Der Verbrenner dominiert noch immer. Hybridfahrzeuge sind unter dem Strich eben auch Verbrenner. Nicht mal ein Viertel reine Elektrofahrzeuge wurde neu zugelassen. Allein Benziner und Diesel bringen da schon mehr Gewicht auf die Neuzulassungswaage.
Antriebsarten
- Benzin: 66.959 (- 4,9 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 22,8 %)
- Diesel: 37.664 (- 0,6 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 12,8 %)
- Hybrid (ohne Plug-in): 87.850 (+ 17,4 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 29,9 % / mit Benzinmotor: 71.363 /mit Dieselmotor: 15.968)
- Plug-in-Hybrid: 29.996 (+ 13,0 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 10,2 % / mit Benzinmotor: 28.304 /mit Dieselmotor: 1.692)
- Elektro (BEV): 70.663 (+ 66,2 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 24,0 %)
Die beliebtesten zehn E-Modelle in 03/2026
- Tesla Model Y (SUV): 6.841
- Skoda Elroq (SUV): 3.872
- Skoda Enyaq (SUV): 3.392
- VW ID 3 (Kompaktklasse): 3.298
- VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 3.039
- VW ID 4/5 (SUV): 2.554
- Tesla Model 3 (Mittelklasse): 2.359
- Mercedes CLA (Mittelklasse): 2.221
- Audi A6 (Obere Mittelklasse): 2.208
- Seat Tavascan (SUV): 1.936
Zusätzlich: Mehr als 1.000 Neuzulassungen
- Audi Q6 (SUV), Audi Q4 (SUV)
- BMW X1 (SUV), BMW X3 (Geländewagen), BMW 4er (Mittelklasse), BMW 5er (obere Mittelklasse)
- Citroen C3 (Kleinwagen)
- Hyundai Inster (Kleinwagen)
- Mini (Kleinwagen)
- Seat Born (Kompaktklasse)
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.















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