[*Mit Extinction Rebellion kann Verschiedenes gemeint sein, z. B. ,Rebellion gegen Aussterben‘. Es lässt sich keine passende oder griffige Übersetzung dafür finden, weshalb dieser Terminus kursiv gesetzt beibehalten wird. Anm. d. Übers.]

Ich hatte vorige Woche in einem Fernsehstudio eine erhellende Begegnung mit zwei Extinction Rebellion-Aktivisten. Wir waren dort, um einen Pilotfilm zu den Abendnachrichten im schottischen Fernsehen zu drehen und vor allem, um über die so genannte „Klima-Rebellion“ und die Massen an Schulkindern zu diskutieren, welche vor einigen Tagen ermuntert worden waren, die Schule zu schwänzen, angeblich wegen Bedenken hinsichtlich des Planeten.

Bei dem Ereignis selbst war die Studiodiskussion ziemlich unspektakulär – zu kurz, um informativ zu sein und auf einem ziemlich niedrigen Niveau – aber ich freute mich über die Diskussion mit meinen Opponenten zuvor im Vorraum des Studios. Extinction Rebellion ist bekannt für seine erklärte Absicht, die Kampagne hauptsächlich mittels zivilem Ungehorsam zu führen. Daher erwartete ich, dass deren Repräsentanten ziemlich finster, wenn nicht direkt aggressiv daherkommen würden. Dann jedoch fand ich zwei sympathische jungen Menschen vor, die sich gerne unterhalten und Meinungen austauschen wollten. Und während ich erwähnen sollte, dass wir in fast keiner Hinsicht irgendwo Übereinstimmung erzielten, denke ich, dass wir alle viel voneinander gelernt haben.

Ich kann sagen, dass sie es beide ernst meinten mit ihren Standpunkten. Aber ich war schockiert, wie wenig Ahnung sie hatten von den Dingen, um die sich ihre Kampagne drehte. Ihrer Ansicht nach würde die Welt im Handumdrehen zur Hölle werden, und sie wollten etwas dagegen tun.

Als ich also erklärte, dass die Welt keineswegs am Rande einer Katastrophe stand, erntete ich verständnislose Blicke. Mit Beispielen untermauert sprach ich Wetterextreme an, von denen es heißt, dass sie uns in diesem Zeitalter der globalen Erwärmung immer mehr heimsuchen. Ich wies darauf hin, dass es kaum Beweise für diese Aussage gibt. Tatsächlich ist das auch kaum Gegenstand überhaupt irgendwelcher Diskussionen: Das IPCC höchstselbst hat in seinem jüngsten Report festgestellt, dass es diesbezüglich keine signifikanten Trends gibt, wobei es auch anmerkt, dass viele Studien zu dem Ergebnis gekommen waren, dass Hurrikane während der letzten Jahrzehnte seltener und weniger intensiv aufgetreten seien. Genauso findet es kaum Beweise, dass Dürren oder Überschwemmungen im globalen Maßstab schlimmer geworden sind. Hitzewellen scheinen ein wenig heißer zu sein, aber das ist in einer etwas wärmeren Welt auch zu erwarten. Hinweise auf Probleme darob sind jedoch kaum zu finden.

Diese Fakten kamen meinen Opponenten verdächtig vor – vielleicht unabsichtlich, berichten doch die Mainstream-Medien niemals über derartige unbequeme Tatsachen. Stattdessen verlagerten sie die Diskussion in den Bereich Landwirtschaft, von der sie sagten, dass sie in fünf Jahren ,abstürzen‘ [plummet] werde. Aber auch dem stehen die Beweise entgegen: Landwirtschaftliche Erträge steigen auf der ganzen Welt, und fast jedes Jahr werden Rekorde bzgl. der Ernten gebrochen. Tatsächlich sind unsere landwirtschaftlichen Erträge so hoch, dass ein Forscher bereits angeregt hat, wir hätten „Peak Ackerbau“ erreicht, weshalb man landwirtschaftliche Flächen getrost der Natur zurück geben könnte.

Unglücklicherweise stand dem der erneuerte Enthusiasmus des IPCC für Biotreibstoffe entgegen, so dass diese Option vom Tisch ist. Man stellt sich dort vor, dass man Ackerland zu Anbauflächen für Biotreibstoffe umfunktionieren könnte: im Wesentlichen darum gehend, welches Getreide Kohlendioxid am schnellsten abscheiden könnte. In diesem Land heißt das vermutlich Meile für Meile Anbau tödlicher Fichten-Plantagen.

Noch schlimmer aber war, dass keiner meiner beiden umweltaktivistischen Freunde gehört hatte, was beim letzten Mal passiert war, als die Welt versuchte, in großem Umfang zu Biotreibstoffen zu wechseln, auch in einem Versuch, „den Planeten zu retten“. Das ist verständlich, weil sie im Jahre 2007 noch Kinder waren, aber Leser im richtigen Alter werden sich daran erinnern, dass in Afrika der Hunger um sich griff, nachdem die Preise für Getreide nach oben geschossen waren. Der Hunger-Beauftragte der UN sagte zu jener Zeit, dass Biotriebstoffe „ein Verbrechen gegen die Menschheit“ seien.

Die Dekaden mit globaler Erwärmung sind zusammen gefallen mit dem außerordentlichsten Aufblühen der Menschheit. Dass Hunderte Millionen Menschen aus absoluter Armut geholt werden konnten in Ländern wie China und Indien ist ein Triumph menschlicher Phantasie, und erreicht wurde dies vollständig durch fossile Treibstoffe. Die Lebenserwartung steigt, die Gesundheit auch, ebenso wie menschliche Zufriedenheit. Außerdem gibt es mittlerweile auch aus der natürlichen Welt eine Vielfalt guter Nachrichten. Menschliche Kohlendioxid-Emissionen haben zu einer außerordentlichen Ergrünung der Sahel-Zone geführt – den ariden Randgebieten der Sahara –, was unbestreitbar wunderbare Nachrichten sind sowohl für die Natur als auch für die dort lebenden Menschen.

Es gibt wenige oder eigentlich überhaupt keine Anzeichen eines „Klima-Notstands“. Und doch stehen wir hier, gehen Kinder auf die Straße und schreien „Panik und Katastrophe“.

Und vermeintlich seriöse Kommentatoren sagen uns, dass wir auf sie hören sollen.

Andrew Montford is deputy director of the Global Warming Policy Forum.

Link: https://www.thegwpf.com/extinction-rebellion-there-is-little-sign-of-a-climate-emergency/

Übersetzt von Chris Frey EIKE