Afrika kämpft immer noch mit „Übergangsproblemen“, von Sklaverei und Kolonialismus hin zu Neokolonialismus und Öko-Imperialismus. Die Kriege dort und das Leiden werden niemals enden, solange es dort habgierige Führer gibt, die sich nur um ihre Familien, ihre Kumpel und Stammesmitglieder kümmern.

Der Kontinent verfügt über genügend natürliche Ressourcen, um Frieden, Gesundheit und Wohlstand für nahezu jeden zu bringen. Und doch fehlen 90% aller Afrikaner immer noch der Zugang zu Strom und grundlegenden Bedarfsartikeln, während korrupte Führer, welche helfen könnten, die Nationen zu transformieren, Milliarden unterschlagen und Eltern nebst Kindern hungernd und arm hinterlassen.

Von Ruanda und Liberia bis hin nach Sudan und Uganda erleben wir jeden Tag die schrecklichen Folgen von Krieg – verkrüppelte Menschen, verwitwete Frauen, verwaiste Kinder sowie gebrechliche alte Menschen, ohne Hände und Füße, mit Narben am ganzen Körper. Sie fristen ihr Dasein als Lumpensammler, brechen vor Hunger und Krankheit zusammen, während die Politiker immer reicher werden.

Derweil diktieren Umweltaktivisten, Westmächte und UN-Agenturen, welche Dinge wichtig sind – und benutzen diese, um uns arm und mittellos zu halten: Vom Menschen verursachter Klimawandel, kein Genfood, kein DDT zur Bekämpfung von Malaria, die Nutzung von Wind- und Solarenergie und niemals den Bau von Kohle-, Erdgas- oder Kernkraftwerken. Dies sind kriminelle Machenschaften, um uns unsere grundlegenden Rechte bzgl. bezahlbarer Energie, Arbeitsplätze und modernem Lebensstandard vorzuenthalten.

Anfang dieses Jahres sah ich in Südsudan tausende hungernde Menschen, die unter Kriegsverletzungen litten sowie unter Malaria, Meningitis, Hepatitis, Vitaminmangel und anderen Krankheiten. Hier in Uganda sehe ich Hunderte, die versuchen, diese Krankheiten, Herzattacken, Diabetes, Nierenversagen und Krebs zu überleben und sich davon zu erholen, obwohl sie kaum oder gar keine Medikamente bekommen und in Krankenhäusern, die schon zerfallen und nicht einmal Fenster oder eine sichere Versorgung mit frischem Wasser aufweisen, eine miserable Behandlung erfahren.

Im Januar 2015 besuchte ich das Mulago Hospital in Kampala. Dort war mein Freund und Mentor Cyril Boynes (Foto) in Behandlung wegen Nierenversagens nach einer Herzattacke. Die Ärzte und Krankenschwestern versuchten, ihn zu retten, aber ihnen standen nur eine alte, defekte Ausrüstung zur Verfügung, und ewig kam es zu Stromausfällen. Oftmals gingen dabei die Lichter aus, die medizinischen Geräte stellten ihren Dienst ein, und die Menschen starben, bevor der Strom wieder da war.

Für all jene, die nicht nach Europa zur Behandlung fliegen können, unterscheidet der Tod nicht zwischen arm und reich, zwischen Ugandern und Ausländern. Jedermann ist von den gleichen furchtbaren Mängeln und dem Fehlen von Medikamenten betroffen. In einer Welt mit so viel Geld, Technologie und Wissen gibt es keinen Grund, dass sich dieses immer weiter fortsetzt, Jahr für Jahr.

Bevor im Jahre 2013 der Krieg in Südsudan ausgebrochen war, gab es dort eine gewisse Stabilität und viele Nicht-Regierungs-Organisationen, Unternehmen wie Ford Motor Company, private Investoren und andere Geschäftsleute. Viele dachten, gute Profite zu erzielen, und einige waren erfolgreich.

Einige Menschen in Ostafrika, in Uganda, Kenia, Tansania, Ruanda, Burundi, Somalia, Kongo und anderen Ländern um Südsudan bekamen neue Gelegenheiten und Erfahrungen. Sie konnten ihre Familien ernähren, ihre Kinder zur Schule schicken, Arztrechnungen bezahlen und andere Ausgaben stemmen.

Aber heute herrscht dort Krieg und ökonomische Rezession; die Ölpreise sind kollabiert, und Ford und andere Unternehmen haben ihre Tätigkeit längst eingestellt und sind gegangen. Jetzt haben wieder etwa 80% der Menschen keine Arbeit. Ihre Familien sind wieder verarmt und hungern.

In Südsudan praktizieren die meisten Menschen immer noch eine primitive Landwirtschaft für den Lebensunterhalt. Einem Bericht des UN-Entwicklungsprogramms zufolge sind 90% der Landfläche Südsudans für Ackerbau geeignet, aber nur weniger als 5% werden auch bearbeitet. Ursache hierfür war, dass Öl die primäre Einkommensquelle des Landes war, aber auch der Kollaps der Wirtschaft, und nur wenige Landwirte verfügen über moderne Geräte, Dünger oder Saatgut, um Überschüsse zu erzielen.

Falls die Südsudanesen überhaupt elektrischen Storm haben, stammt dieser aus kleinen Dieselgeneratoren für Wohnungen, Geschäfte und Krankenhäuser. Das ist völlig unzureichend, nur zeitweise verfügbar, und es gibt fast keinen Strom außerhalb der Hauptstadt Juba und anderer größerer Städte. Auch haben nur sehr wenige Menschen Treibstoff für Motoren, für Autos oder landwirtschaftliche Fahrzeuge, und das Land ist zu groß, um von Hand oder durch Huftiere bearbeitet zu werden.

Wenn wir aufgefordert werden, „nachhaltig“ zu leben, und ausschließlich Wind- und Solarenergie sowie Biotreibstoffe, aber niemals fossile Treibstoffe zu verwenden, ist dies die Forderung, dass wir weiterhin Hunger und Tod in unseren armen Ländern akzeptieren sollen. Sie befeuern damit verzweifelte Menschen, furchtbare Dinge zu tun, um zu überleben, jeden Tag aufs neue.

Im Jahre 2006 traf ich im Mulago Hospital eine Frau, deren Sohn wegen Malaria im Sterben lag. Der Congress of Racial Equality [etwa: Kongress zur Rassengleichheit], dem ich angehörte, fragte sie, ob sie wüsste , dass DDT ein gutes Hilfsmittel zum Kampf gegen Malaria war, würde dieses Mittel doch Krankheitserreger tragende Mücken davon abhalten, in die Häuser zu fliegen. Sie erwiderte ja, aber „DDT ist schlecht für die Umwelt“. Also lehnte sie den Gebrauch ab.

Es ist verrückt, wie Lügen über diese Chemikalie Mütter dazu bringt, willentlich ihre Kinder sterben zu lassen, anstatt die Wohnungen zu besprühen. Malaria hat Millionen Menschen in Uganda getötet und ist nach wie vor die Haupttodesursache in Afrika. Über 1000 Babys und Mütter sterben jeden Tag an dieser Krankheit. Wir schützen die Umwelt vor imaginären Problemen und sterben an Krankheiten aus dieser Umwelt.

Welchen Nutzen hat es, eine Umwelt ohne Menschen zu haben, ohne mich und Sie?

Im Jahre 2010 wurden in Südafrika 32 Kohlebergleute erschossen. Sie hatten für mehr Lohn demonstriert, was jedoch die Minenbetreiber und die Regierung von Südafrika mit der Begründung ablehnten, dass sie es sich nicht leisten konnten – wegen der schlimmen Weltwirtschaftslage und niedrigen Kohlepreisen. Inzwischen hungern die Familien der Bergleute.

Unsere Regierung plant den Bau einer Pipeline vom westlichen Uganda nach Tansania. Das Projekt könnte über 15.000 Menschen in Lohn und Brot bringen. Zusammen mit anderen Ölgeschäften wäre sie ein Schub für unsere Wirtschaft und würde uns mehr unabdingbar notwendige Energie bringen. Aber einige Agenturen und Organisationen sind dagegen, weil dies „zur globalen Erwärmung“ beitragen würde, und sie würden lieber sehen, wenn wir arme Bettler beim Westen bleiben würden.

Genau wie diese „Umwelt“-Aktivisten, scheren sich afrikanische Führer nicht um das Wohlergehen ihrer Bürger. Sie sind inkompetent, habgierig, gefühllose Kriminelle, getrieben von Ideologien und einer Sucht nach Macht über Menschen.

Sie lieben ihre Armeen und ihre schnellen Autos, behandeln ihre eigenen Bürger wie Terroristen und haben unseren Kontinent betrogen. Die dringendsten und fundamentalsten Bedürfnisse und Sorgen der Menschen, die arbeitslos und hungrig sind oder Krankheiten und der Umwelt ausgeliefert sind, sind ihnen völlig egal. Es kümmert sie nicht, dass die meisten ihrer Bürger niemals sauberes Wasser, ein vernünftiges Zuhause, genug zu essen oder Strom auch nur für eine Glühbirne oder einen kleinen Kühlschrank haben.

Im Jahre 2007 organisierte Cyril Boynes einen 332 Kilometer langen Marsch von Menschen von Kampala nach Gulu in Uganda, um für die Verwendung von DDT zur Bekämpfung von Malaria zu demonstrieren. Dieses Jahr nahm ich an einem Marsch von Gulu nach Kampala teil, um an all jene zu erinnern, die unter dem langen Krieg mit der mörderischen Gottesarmee von Joseph Kony gelitten hatten; um meine Mutter zu ehren, die jeden Tag 20 Kilometer laufen musste, damit ihre Kinder essen und leben konnten – und um für Gesundheit und Wohlstand für unseren Kontinent einzutreten.

Wann wird jener Tag anbrechen? Wann werden Politiker und Aktivisten, die vorgeben, sich um die Armen dieser Welt zu kümmern, aufhören, über die globale Erwärmung zu schwadronieren, über Pestizide und GMO-Nahrungsmittel – und anfangen uns zu helfen, die Energie, Nahrungsmittel, medizinischen Einrichtungen, Technologien, Arbeitsplätze und ökonomisches Wachstum zu bekommen, die wir zur Verbesserung unseres Lebens brauchen?

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Steven Lyazi is a student and day laborer in Kampala, Uganda. He served as special assistant to Congress of Racial Equality-Uganda director Cyril Boynes, until Mr. Boynes died in January 2015.

Link: http://www.cfact.org/2016/07/14/when-will-africa-get-healthy-and-prosperous/

Übersetzt von Chris Frey EIKE