Nur wenige Tage vor der „Climate Week NYC“, die zeitgleich mit der jährlichen Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfindet, veröffentlichte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) einen Bericht, in dem mit metaphysischer Gewissheit erklärt wird, dass „die globale Erwärmung voraussichtlich 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau liegen wird“ – höchstwahrscheinlich bereits in den nächsten Jahren.
Dies ist das gleiche 1,5 °C-Temperaturziel, das die UNO seit einem Jahrzehnt als klimatischen Wendepunkt für den Planeten immer wieder betont. Nach Angaben internationaler Organisation werden die Auswirkungen auf das Klimasystem der Erde oberhalb dieser Erwärmungsschwelle katastrophal und „für Jahrhunderte bis Jahrtausende irreversibel“ sein, wobei schwere Überschwemmungen an den Küsten, weit verbreitete Nahrungsmittelknappheit, Zwangsmigrationswellen sowie der Verlust von Biodiversität und Arten bis zum Jahr 2100 zur Norm werden.
Wer nun dachte, solche Nachrichten könnten den diesjährigen Klimafestlichkeiten im Big Apple [= New York City; A. d. Übers.] einen Dämpfer versetzen, der irrt sich. Das Überschreiten dieser Grenze war schon immer Teil des Plans.
Das von den Vereinten Nationen im Rahmen des Pariser Abkommens von 2015 festgelegte globale Temperaturziel von 1,5 °C wird anhand einer mittleren Temperaturanomalie im Vergleich zu einer Referenzperiode von 1850–1900 gemessen. Es basiert auf einer Zusammenführung unterschiedlicher Land- und Meerestemperaturen, die ungleichmäßig über den Globus verteilt erfasst wurden und für die konsistente Messdaten nur etwa 50 Jahre zurückreichen. Für den Zeitraum davor werden die globalen Durchschnittstemperaturen anhand von Proxy-Datenquellen wie Baumringen und Eisbohrkernen interpoliert. Aus diesem Grund weisen alle gängigen Diagramme zur Temperaturanomalie um das Jahr 1979 herum einen „Hockeyschläger“-Sprung auf.
Abgesehen von diesen Messproblemen ist das 1,5-°C-Ziel zudem eine völlig willkürliche Zahl. Es wurde hauptsächlich aus politischen Gründen festgelegt und so konzipiert, dass es erreicht wird, um das Gefühl der Dringlichkeit zu verstärken und den Druck auf die nationalen Regierungen zu erhöhen, die Treibhausgasemissionen zu senken und mehr Geld für die Lösung des Problems bereitzustellen. Die kumulative globale Erwärmung in der postindustriellen Ära betrug zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Pariser Abkommens bereits 1,0 °C, sodass 1,5 °C von vornherein sicher waren – insbesondere, wenn man das planetare Thermometer kontrolliert.
Die Reduzierung der Ziele der Klimabewegung auf eine einzige Temperaturangabe ist im Grunde ein Marketingtrick, der darauf abzielt, ein sehr komplexes Thema für die Öffentlichkeit zu vereinfachen und die Unterstützung der Bevölkerung für die Sache zu gewinnen. Für die UNO ist die Vermarktung der Botschaft wichtiger als die Perfektionierung der Wissenschaft. In den vergangenen vier Jahrzehnten ist die UNO nicht von ihrer ursprünglichen Schlussfolgerung abgewichen – die Treibhausgasemissionen aus der Förderung fossiler Brennstoffe müssen eingedämmt werden, um den Planeten vor einer Klimakatastrophe zu bewahren –, obwohl ihre Argumentation große Lücken aufweist und die Unsicherheiten hinsichtlich der Genauigkeit von Klimamodellen und der Qualität der zugrunde liegenden Daten zunehmen.
Doch anstatt ihre Prämissen zu überprüfen, hat sich die PR-Strategie der UNO stattdessen darauf konzentriert, Klima und Wetter miteinander zu vermischen, jedes extreme (und nicht ganz so extreme) Wetterereignis als Zeichen des vom Menschen verursachten Klimawandels anzuführen, um die Emotionen der Menschen zu manipulieren, und jede gegensätzliche oder widersprüchliche Meinung von „Klimaleugnern“ niederzuschreien.
Seit die UNO Ende der 1980er Jahre die globale Erwärmung in ihr multilaterales Mandat aufgenommen hat, fungiert sie sowohl als wichtigste Kassandra als auch als oberste Kalenderhüterin und warnt regelmäßig vor einem Klima-Armageddon bis zum Jahr 2100, sollten die globalen Emissionen nicht bis zu bestimmten Jahrtausend-Fristen drastisch gesenkt werden.
Unter dem Unheil prophezeienden UN-Generalsekretär António Guterres, der 2022 mit den berühmten Worten warnte, die Welt befinde sich auf „einer Autobahn in die Klimahölle, während wir noch immer den Fuß auf dem Gaspedal haben“, hat die Rhetorik in den letzten Jahren mit dem Herannahen des jüngsten klimatischen Meilensteinjahres 2030 ein Crescendo erreicht.
Abgesehen von der Verschiebung der planetarischen Frist hat sich an der Klima-Panikmache der UNO seit 1989 nicht viel geändert, als der Direktor des New Yorker Büros des UNEP Noel Brown öffentlich warnte, dass „ganze Nationen durch den Anstieg des Meeresspiegels von der Erde getilgt werden könnten“, sollte der Trend der globalen Erwärmung nicht bis zum Jahr 2000 umgekehrt werden.
Bei der globalen Klimabewegung ging es schon immer weniger darum, das angebliche Problem zu lösen, als vielmehr darum, durch die Aufrechterhaltung des Themas wirtschaftliche und politische Macht anzuhäufen. Mit dem jüngsten, kalkulierten Eingeständnis der „Niederlage“ durch das UNEP wird sich die Klimamission der UNO nun darauf verlagern, den „Überschreitungseffekt“ bis zum Jahr 2100 zu begrenzen.
Obwohl es in den letzten 40 Jahren nicht gelungen ist, die globale Erwärmung aufzuhalten – in dieser Zeit stiegen die weltweiten Emissionen um 68 % –, wird die UNO nun die nächsten sieben Jahrzehnte damit verbringen, die globalen Durchschnittstemperaturen zu senken, um „bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 °C zu kommen“.
Unabhängig vom Ergebnis sichert dies der ausufernden UN-Klimabürokratie eine fast ewige Lebensdauer von 75 Jahren – und genau darum geht es ja.
Deshalb wird die UN-Gemeinde auch bei der diesjährigen Climate Week NYC wieder feiern, als wäre es 1989.
This article originally appeared at RealClear Energy
Link: https://www.cfact.org/2026/09/23/this-years-climate-week-nyc-a-hot-party-for-all-the-wrong-reasons/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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