Kevin Mooney

Die Zeit läuft ab für die Entscheidung, sich einem Rechtsstreit anzuschließen, der Offshore-Windkraft verbieten würde, um die Wale zu retten.

In einer seltsamen Wendung haben sich die größten und finanzstärksten Umweltverbände bislang geweigert, sich einer wachsenden Initiative zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Walart anzuschließen. Dies hat Naturschützer an der Basis ratlos zurückgelassen. Für den Natural Resources Defense Council (NRDC), den Sierra Club und andere ist noch Zeit, sich einzuschalten, doch die Frist für das anhängige Gerichtsverfahren läuft ab.

Am 9. August kündigte „Save Long Beach Island“ (LBI), eine in New Jersey ansässige Organisation, die 2021 zum Zweck des Kampfes gegen Offshore-Windkraft gegründet wurde, ihre Absicht an, eine Klage gegen das US-Handelsministerium (DOC) einzureichen. Save LBI fordert das Ministerium auf, die NOAA zu veranlassen, einen 16 Monate alten Antrag auf Ausweisung eines kritischen Lebensraums entlang der Ostküste zum Schutz des Nordatlantischen Glattwals erneut zu prüfen. Der Antrag fordert die NOAA außerdem auf, Windparks aus dem kritischen Lebensraum für die Wanderung auszuschließen, dessen Einrichtung Save LBI anstrebt.

Wind oder Wale?

Die NOAA lehnte den Antrag am 22. Juli ab, nachdem „Save LBI“ Klage eingereicht hatte, um die Behörde dazu zu zwingen, die im Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten (Endangered Species Act, ESA) festgelegte 90-Tage-Frist für die Prüfung von Anträgen einzuhalten. „Die neue rechtliche Mitteilung von ‚Save LBI‘ ist in ihrem Umfang bescheiden, da sie die NOAA lediglich auffordert, ihre vorherige Entscheidung zur Ablehnung des Antrags zu überdenken. Dennoch ist sie mit einer gewissen Dringlichkeit verbunden, weil Zahlen der NOAA zeigen, dass die Population dieser Walart auf nur noch etwa 380 Tiere geschrumpft ist, von denen schätzungsweise nur 70 Weibchen fortpflanzungsfähig sind.

Im Rahmen ihres Antrags forderte Save LBI das Innenministerium außerdem auf, eine Analyse der Unterwasser-Lärmbelastung durch Offshore-Windparks durchzuführen, um festzustellen, welche Auswirkungen diese Projekte auf die Wanderung der Wale haben könnten.

Bob Stern, der Vorsitzende von „Save LBI“, hat an frühere Schreiben angeknüpft, die im Juli 2025 an den NRDC, den Sierra Club und mehr als ein Dutzend weiterer Organisationen gerichtet waren.

Weder der NRDC noch der Sierra Club haben auf irgendeines der Schreiben von „Save LBI“ geantwortet. Stern erklärte gegenüber „Restoration News“, dass „Save LBI“ von anderen seit langem etablierten Umweltorganisationen „nur sehr wenig Resonanz“ erhalten habe, mit einer bemerkenswerten Ausnahme. Stern sagt, das „Center for Biological Diversity“, eine in Arizona ansässige Umweltorganisation, habe „Save LBI“ eine positive Antwort gegeben und angedeutet, dass sie die Petition unterstützen werde.

Die Abkehr von ihrer Wal-freundlichen Vergangenheit

Der NRDC und der Sierra Club haben sich, ebenso wie viele andere Umweltaktivistengruppen, in der Vergangenheit immer wieder gegen Militärübungen ausgesprochen, die sie als schädlich für Wale und andere Meereslebewesen ansehen. Doch wie „Save LBI“ hervorhebt, unterstützen beide Organisationen die Offshore-Windenergie, obwohl es immer mehr Belege dafür gibt, dass diese Projekte den Walen schaden. „Save LBI“ hat detaillierte Studien veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass der Bau und der mögliche Betrieb von Offshore-Windparks bereits zum Tod von Walen geführt hat, die entlang der Ostküste wandern.

Stern erklärte gegenüber „Restoration News“, warum Zeit für den NRDC und den Sierra Club eine Rolle spielt, wenn sie Wale vor Offshore-Windparks schützen wollen.

„Was unsere Klage bezüglich des Antrags zum Migrationskorridor des Nordatlantischen Glattwals (NARW) betrifft, so beginnt mit der Einreichung unserer Klageabsicht eine 60-tägige Frist, innerhalb derer die NOAA entweder zustimmen muss, den Antrag erneut zu prüfen, oder ihn weiterhin ablehnen muss“, sagte Stern. „Wenn sie ihn weiterhin ablehnen, was der wahrscheinlichste Verlauf ist, werden wir uns erneut an das Gericht wenden, um einen Richter zu bitten, sie zur Prüfung zu verpflichten; wie lange das dauern wird, kann ich nicht sagen. Wenn sie einer Prüfung zustimmen, haben sie ein Jahr Zeit, um einen Regelungsentwurf auszuarbeiten und auf dieser Grundlage eine Entscheidung zu treffen.“

Restoration News richtete Medienanfragen an den NRDC und den Sierra Club und fragte deren Pressesprecher, ob sich die Umweltverbände dem Rechtsstreit zum Schutz des Glattwals anschließen würden und ob sie innerhalb der von Stern genannten 60-Tage-Frist eine Entscheidung bezüglich der Klage von Save LBI treffen würden. Keine der beiden Organisationen antwortete.

„Save LBI“ zählt etwa 10.000 Kernmitglieder und 100.000 Online-Unterstützer, darunter Hausbesitzer, Geschäftsinhaber und andere Anwohner, die sich im Widerstand gegen Offshore-Windkraft zusammengeschlossen haben, weil sie diese als schädlich für Wale und andere Meereslebewesen ansehen. Die jüngsten Steuererklärungen zeigen, dass „Save LBI“ über ein Vermögen von etwas mehr als einer Million Dollar verfügt. Im Vergleich dazu verfügt der NRDC über ein Vermögen von fast 660 Millionen Dollar und mehr als 3 Millionen Mitglieder, während der Sierra Club über ein Vermögen von 152 Millionen Dollar und mehr als 3,8 Millionen Mitglieder verfügt.

In seinem jüngsten Schreiben an den NRDC, den Sierra Club und andere weist Stern darauf hin, dass die Bemühungen von „Save LBI“ zum Schutz der Wale im Einklang mit den erklärten Zielen der größten Umweltverbände stehen.

Stern schrieb:

Falls Ihre Organisation dieses Thema bereits geprüft und zu dem Schluss gekommen ist, dass eine Beteiligung nicht angemessen wäre, würden wir es begrüßen, wenn Sie uns Ihre Gründe darlegen könnten. Ihre Organisation hat sich stets für den Schutz von Walen und deren Lebensräumen eingesetzt; das Schweigen zu diesem Thema, das unserer Auffassung nach den Kern dieser Mission trifft, ist für uns unverständlich.

Mutmaßliche ausländische Agenten verklagen die US-Marine

Der NRDC war an einem vielbeachteten Rechtsstreit gegen die US-Marine beteiligt, der 2008 vor den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten gelangte. In der Rechtssache „Winter gegen NRDC“ argumentierte die Umweltorganisation, dass Sonarübungen der Marine schädlich für Wale und andere Meeressäugetiere seien. Der Oberste Gerichtshof entschied jedoch in einer 5:4-Entscheidung gegen den NRDC und erklärte, die Kläger müssten nachweisen, dass ein irreparabler Schaden für das Meeresleben wahrscheinlich und nicht nur möglich sei. In seiner Mehrheitsbegründung stellte Oberrichter John Roberts fest, dass das Bedürfnis der Marine, realistische Übungen mit aktivem Sonar durchzuführen, die vom NRDC vorgebrachten fadenscheinigen Bedenken bei weitem überwiege. Denn, so erklärte der Oberrichter, die Marine müsse in der Lage sein, auf die wachsende Bedrohung durch feindliche U-Boote zu reagieren.

Trotz Rückschlägen vor Gericht stehen die größten Umweltverbände weiterhin geschlossen gegen bestimmte Militärübungen, die angeblich dem Schutz der Meeresfauna dienen sollen. So erklärt beispielsweise der Sierra Club auf seiner Website, dass „bestimmte Formen militärischer Tests im Meer starke Geräusche erzeugen, die Meeressäugetiere verletzen oder töten und ihr Verhalten negativ beeinträchtigen können“. Im April schloss sich der Sierra Club gemeinsam mit anderen Umweltverbänden einem Rechtsstreit gegen die Trump-Regierung an, um den Schutz der Rice-Walart und anderer Arten im Golf von Mexiko gemäß dem Artenschutzgesetz (ESA) wiederherzustellen. Die Regierung argumentiert, eine Ausnahmeregelung vom ESA sei erforderlich, um Öl- und Gasbohrungen in der Region aus Gründen der nationalen Sicherheit zu ermöglichen. Der Sierra Club und seine Mitkläger machen jedoch geltend, dass die Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit unbegründet seien und dass die Öl- und Gasaktivitäten dem Rice-Wal sowie anderen Arten schaden könnten.

Warum also schweigen der NRDC und der Sierra Club, wenn es um den Schutz der Wale entlang der gesamten Ostküste geht? Wie ich in meinem Buch „Climate Porn: How and Why Anti-Population Zealots Fabricate Science, while Targeting American Capitalism, Freedom, and Independence“ [Klimaporno: Wie und warum Anti-Bevölkerungs-Fanatiker wissenschaftliche Erkenntnisse fälschen und dabei den amerikanischen Kapitalismus, die Freiheit und die Unabhängigkeit ins Visier nehmen] darlege, wurden die größten und finanzstärksten Umweltverbände von der Klimabewegung vereinnahmt, die oft Maßnahmen unterstützt, die der Umwelt schaden.

Dies würde erklären, warum Organisationen wie der NRDC und der Sierra Club Offshore-Windparks Vorrang vor gefährdeten Walpopulationen einräumen. Beide Organisationen standen zudem im Fokus von Untersuchungen des Kongresses wegen möglicher Verstöße gegen das „Foreign Agents Registration Act“ (FARA). Die Einschränkungen, die Umweltorganisationen den Testflügen des US-Militärs auferlegen wollen, könnten Russland und China zugutekommen und Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Umweltbemühungen aufkommen lassen.

Stern, ein Ingenieur, der zuvor für das US-Energieministerium Umweltprüfungen leitete, fordert den NRDC, den Sierra Club und andere auf, Beweise vorzulegen (sofern sie über solche verfügen), die belegen, dass die langfristigen Klimavorteile der Offshore-Windenergie die kurzfristigen Risiken für den Glattwal „überwiegen und rechtfertigen“. Er weist zudem darauf hin, dass die eigenen Einschätzungen von „Save LBI“ zeigen, dass die Klimavorteile der Offshore-Windenergie „gering“ wären und sich erst über mehrere Jahrhunderte hinweg einstellen würden. Gleichzeitig belegen die Studien der Naturschutzorganisation zu Offshore-Windenergie, dass die Schäden für die Umwelt und die Wale unmittelbar und schwerwiegend wären. Dennoch fordert „Save LBI“ den NRDC und den Sierra Club auf, gegenteilige Beweise vorzulegen.

Stern schrieb:

Sollten Sie über wissenschaftliche Belege, Modellrechnungen oder von Fachkollegen begutachtete Analysen verfügen, die belegen, dass Betriebslärm von Windparks in vollem Maßstab kein erhebliches verhaltensbezogenes oder physiologisches Risiko für Nordatlantische Glattwale darstellt, würden wir uns freuen, diese einsehen zu dürfen. Umgekehrt gilt: Sollten unsere Bedenken berechtigt sein und diese Windparks in großem Maßstab errichtet und betrieben werden, könnte der daraus resultierende Schaden für diese vom Aussterben bedrohte Art irreversibel sein. Angesichts des prekären Status der Glattwale glauben wir, dass wir an einem entscheidenden Wendepunkt stehen: Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, könnten darüber entscheiden, ob diese Art überlebt.

Die Naturschutzbemühungen von „Save LBI“ zugunsten der Wale könnten über alles entscheiden. Umweltverbände, die seit Jahrzehnten aktiv sind, scheinen nun bereit zu sein, Offshore-Windkraftprojekte voranzutreiben, die Wale nicht nur in Gefahr bringen, sondern sie auf den Weg zum Aussterben führen.

Jenseits der Heuchelei

Bonner Cohen, Senior Fellow beim National Center for Public Policy Research, erklärte gegenüber Restoration News, er gehe davon aus, dass die großen Umweltverbände nun ihre Maske fallen lassen und ihr wahres Gesicht zeigen würden.

Das ohrenbetäubende Schweigen des NRDC und des Sierra Clubs angesichts der Bedrohung, die Offshore-Windkraftanlagen für die vom Aussterben bedrohten Atlantischen Glattwale darstellen, reflektiert das tatsächliche Engagement dieser Organisationen für den Schutz der Tierwelt. Ihre Sympathien gelten eindeutig der Stützung dessen, was wir hoffentlich als Überbleibsel von Amerikas fehlgeleiteter Energiewende betrachten können, und nicht den Meeresbewohnern, die dabei im Weg stehen. Das Wort „Heuchelei“ reicht bei weitem nicht aus, um zu beschreiben, was hier vor sich geht. Es gilt, Gelder von finanzstarken Interessengruppen zu beschaffen, die gegen fossile Brennstoffe eintreten – sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Die Klimadiskussion am Leben zu erhalten – ganz gleich, welche Kosten dies für die Meeresfauna oder die Küstengemeinden mit sich bringt – darum geht es bei diesem Spiel und um nichts anderes.

Sollte die NOAA beschließen, den Antrag von „Save LBI“ erneut abzulehnen, werden die Naturschützer aus New Jersey mit größter Wahrscheinlichkeit Klage einreichen, um diese Entscheidung rückgängig zu machen. Möglicherweise haben sie zudem in Form von Präsident Donald Trump ein Ass im Ärmel. In der Pressemitteilung, in der die Absicht angekündigt wird, gegen das Handelsministerium zu klagen, erklärt Stern, seine Gruppe sei „verblüfft“ über die Haltung des Ministeriums, weil der Antrag auf ein Verbot von Offshore-Windkraft im Einklang mit Trumps eigenen erklärten Zielen stehe.

„Save LBI“ hat den Präsidenten schriftlich gebeten einzugreifen. Handelsminister Howard Lutnick sollte vielleicht einmal in dessen Büro anrufen.

This article originally appeared at Restoration News

Link: https://www.cfact.org/2026/09/22/environmental-activists-show-their-true-color-is-red-not-green/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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