Anthony Watts, The Heartland Institute

Die weltweite Begrünung ist keine neue Erkenntnis. NASA-Satellitenbeobachtungen zeigten bereits vor zehn Jahren, dass bis zur Hälfte der mit Vegetation bedeckten Flächen der Erde in den vorangegangenen 35 Jahren eine deutliche Begrünung erfahren hatte, wobei der Anstieg des Kohlendioxids (CO₂) in der Atmosphäre als wesentlicher Faktor identifiziert worden war.

Im Jahr 2016 berichtete die NASA, dass die Zunahme der Blattfläche dem Äquivalent einer Begrünung entsprach, die in etwa der Fläche der kontinentalen Vereinigten Staaten entspricht.

Ein Jahrzehnt später bestätigen sich diese Erkenntnisse erneut. Ein 2026 in „Nature Reviews Earth & Environment“ veröffentlichter Artikel mit dem Titel „Vegetation greenness in 2025“ berichtet von einer weltweit rekordhohen Vegetationsgrünheit, wobei insbesondere auf Ackerflächen ein besonders starker Zuwachs zu verzeichnen war. Die Studie berichtet, dass 77,6 Prozent der Ackerfläche im Jahr 2025 eine positive Grün-Anomalie aufwiesen.

Für eine Welt, der ständig gesagt wird, dass sie am Rande einer ökologischen Katastrophe steht, scheint ein Planet mit Rekordgrün eine erwähnenswerte Sache zu sein. Die Pflanzen haben offenbar nicht mitbekommen, dass Kohlendioxid eigentlich als Umweltsünder gilt.

Die biologischen Zusammenhänge sind hier ganz einfach. CO₂ ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Photosynthese. Pflanzen verbinden Kohlendioxid, Wasser und Energie aus dem Sonnenlicht, um die Verbindungen herzustellen, die sie zum Wachsen benötigen. Steigt der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre und sind andere Voraussetzungen wie Wasser und Nährstoffe gegeben, reagieren viele Pflanzen mit verstärktem Wachstum und einer verbesserten Effizienz der Wassernutzung.

Noch wichtiger ist, dass es sich hierbei nicht nur um ein Gewächshaus-Experiment handelt. Satelliten haben die Auswirkungen auf planetarischer Ebene gemessen.

Andere aktuelle Forschungsergebnisse führten etwa 70 Prozent der beobachteten globalen Begrünung auf die CO₂-Düngung zurück. Weitere 9 Prozent wurden der Stickstoffdeposition zugeschrieben.

Zusätzliche Beobachtungen untermauern diese Erkenntnis. So ging ein Anstieg des atmosphärischen CO₂-Gehalts um 14 Prozent zwischen 1982 und 2010 mit einer Zunahme der grünen Blattbedeckung in warmen Wüstengebieten um 5 bis 10 Prozent einher.

Hier gibt es einen wichtigen Unterschied. Der Nachweis, dass zusätzliches CO₂ der Vegetation zugutekommt, bedeutet nicht, dass CO₂ keinen Einfluss auf das Klima hat. Ebenso bedeutet eine globale Begrünung nicht, dass jede Pflanze, jede Kulturpflanze oder jedes Ökosystem gleichermaßen davon profitiert. Niederschlag, Temperatur, Nährstoffe, Landbewirtschaftung und zahlreiche andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Fundierte Wissenschaft und eine solide Politik erfordern jedoch, dass beide Seiten der Medaille betrachtet werden. Genau hier gerät die heutige Klimadebatte so oft aus den Fugen.

Klima-Alarmisten und Grünstrom-Aktivisten diskutieren das atmosphärische CO₂ regelmäßig fast ausschließlich in negativem Licht. Uns wird von Emissionen, Erwärmung, Kipppunkten, Katastrophen und der angeblich dringenden Notwendigkeit erzählt, fossile Brennstoffe abzuschaffen. Regierungen geben enorme Summen für die Subventionierung von Windkraftanlagen, Solaranlagen, Batterien und Elektrofahrzeugen aus, während sie der konventionellen Energieversorgung immer kostspieligere Auflagen auferlegen.

Die Vorteile, die mit einem erhöhten CO₂-Gehalt in der Atmosphäre verbunden sind, finden selten eine vergleichbare Beachtung. Diese Auslassung lässt sich immer schwerer rechtfertigen, wenn die Vorteile sogar aus dem Orbit sichtbar sind.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Es gibt noch eine weitere Ironie. Die moderne Landwirtschaft, das System, das mehr als acht Milliarden Menschen ernährt, ist in hohem Maße von fossilen Brennstoffen abhängig. Erdgas ist der wichtigste Rohstoff für Ammoniakdünger. Erdöl treibt Traktoren, Erntemaschinen und Transportnetze an. Zuverlässige Energie versorgt Bewässerung, Kühlung, Verarbeitung und Vertrieb.

Unterdessen trägt das Kohlendioxid, das wir als Bedrohung für unseren Planeten betrachten sollen, zu einem verstärkten Pflanzenwachstum bei.

Man kann über das Ausmaß dieses Nutzens diskutieren. Man kann über die künftige Erwärmung, die Klimasensitivität, die Energiepolitik sowie die Kosten und den Nutzen verschiedener Technologien diskutieren. Das sind legitime Argumente. So zu tun, als gäbe es diesen Nutzen nicht, ist es jedoch nicht.

Seit mehr als drei Jahrzehnten wird die Klimapolitik von immer düstereren Prognosen bestimmt. Wir haben eine scheinbar unerschöpfliche Abfolge von Fristen, Kipppunkten und Erklärungen ertragen, wonach nur noch wenige Jahre bleiben, um eine Katastrophe zu verhindern.

Und doch stehen wir hier und blicken von Satelliten auf einen Planeten herab, der grüner geworden ist. Das sollte zu einer gewissen Bescheidenheit hinsichtlich der Art und Weise führen, wie Klimainformationen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bevor Regierungen die Energieinfrastruktur rasch abbauen, von der die moderne Zivilisation nach wie vor überwiegend abhängt, sollten die politischen Entscheidungsträger die gesamten Konsequenzen verstehen – einschließlich der Vorteile, die in politischen Reden selten zur Sprache kommen.

Die Erde ist grüner als noch vor einigen Jahrzehnten. Der gestiegene CO₂-Gehalt in der Atmosphäre ist ein wesentlicher Grund dafür. Die Grundzüge dieser Entwicklung sind uns seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt, und die dies bestätigenden Satellitendaten häufen sich weiter an.

Vielleicht ist es an der Zeit, die guten Nachrichten wahrzunehmen, anstatt endlos den Untergang des Planeten zu predigen. Und wenn die Öffentlichkeit es leid ist, über die Apokalypse belehrt zu werden, sollten Klimaaktivisten eine andere Möglichkeit in Betracht ziehen, bevor sie „Fehlinformationen“ die Schuld geben.

Nach mehr als 30 Jahren Klimapessimismus berichtete CNN kürzlich über eine Umfrage, die darauf hindeutet, dass die Menschen vielleicht einfach aufgehört haben zuzuhören. Auch daraus lässt sich eine Lehre ziehen.

Anthony Watts is a senior fellow for environment and climate at The Heartland Institute.

Link: https://redstate.com/heartlandinstitute/2026/08/21/climate-news-worth-celebrating-the-earth-is-getting-greener

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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