Cap Allon

Wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen, daher muss der Niederschlag zunehmen. So lautet die Behauptung. Die physikalische Grundlage dafür ist die Clausius-Clapeyron-Gleichung, wonach die Wasserdampfkapazität pro Grad Erwärmung um etwa 7 % steigt. Dieser Teil ist korrekt. Der Missbrauch kommt danach.

Die Wasserdampfkapazität wird als Beweis dafür herangezogen, dass extreme Niederschlagsmengen proportional zur globalen Temperatur steigen müssen.

Deutschland ist ein nützliches Testfeld.

Der tägliche Niederschlagsdatensatz HYRAS-DE des DWD ermöglicht es, die höchsten nationalen Tagesniederschlagsmengen über den gesamten Datensatz hinweg seit 1930/31 zu verfolgen. Der jährliche Niederschlag ist leicht gestiegen, aber die extremen Tagesmengen in Deutschland zeigen keinen Aufwärtstrend. Das Jahr mit den höchsten Werten bleibt 1946. An zweiter Stelle steht 2002. Die letzten Jahrzehnte dominieren nicht.

Das Problem geht jedoch über Deutschland hinaus.

Die Daten aus den USA bringen ein weiteres Problem mit sich: eine Änderung der Messverfahren.

Anfang der 1990er Jahre modernisierte der NWS der NOAA die Beobachtungen und ersetzte viele manuelle Messverfahren durch automatisierte ASOS-Systeme und Kippwaagen. Etwa zur gleichen Zeit zeigen die Werte für extreme 1-Tages-Niederschläge in den USA einen deutlichen Sprung. Vor der Modernisierung ist der Trend im Wesentlichen flach. Nach der Modernisierung verschiebt sich die Reihe nach oben und bleibt dann unruhig.

Das ist kein „Klimawandel“. Es handelt sich um eine Veränderung der Instrumente, Methoden und Korrekturen. Und ähnliche sprunghafte Veränderungen zeigen sich in Temperatur- und Eisdaten, auch in der Arktis nach 2007.

Die These vom starken Regen weist gravierende Mängel auf. Der erste ist das Fehlen eines eindeutigen globalen Anstiegs in den Beobachtungsdaten. Eine PNAS-Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass der Wasserdampf in Bodennähe in vielen ariden und semiariden Regionen der Erde in den letzten vier Jahrzehnten nicht zugenommen hat und an manchen Orten sogar zurückgegangen ist. Dies steht in klarem Widerspruch zu dem von den CMIP6-Klimamodellen angenommenen Feuchtigkeitsanstieg nach dem Clausius-Clapeyron-Gesetz. Trockengebiete bedecken weite Teile der Erde. Die Atmosphäre kann keine Feuchtigkeit abgeben, die sie nicht hat.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-june-cold-goes-unreported?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken