Am 20.5.26 hatte die AfD eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt, die zeigen sollte, wie der Bundestag auf die Rücknahme des „Katastrophenszenarios RCP 8.5“ reagiert.

von Michael Limburg

Die mediale Berichterstattung nach der AfD-Aktuellen Stunde am 20. Mai 2026 war sehr verhalten und folgte weitgehend dem üblichen Polarisierungsmuster. Sie war damit sehr überschaubar. Die AfD hatte dies Stunde gewünscht, weil das IPCC/CMIP7-Rahmenwerk das extreme Emissionsszenario RCP 8.5 (bzw. SSP5-8.5) künftig nicht mehr als plausibles Worst-Case-Szenario verwendet. Wissenschaftler (u. a. Detlef van Vuuren et al. Wie auch Stefan Rahmstorf vom PIK) stuften es als unrealistisch ein – vor allem wegen des Erfolgs erneuerbarer Energien (was grottenfalsch ist, siehe Bild Emissionen und Kasten unten) und veränderter Emissionsverläufe. (Die Industrie geht pleite oder wandert ab)

Das Thema wurde daher nicht zu einem großen Leitartikel-Thema, sondern wurde eher wenig in Wissenschafts- und Politikrubriken behandelt. Es erreichte auch keine riesige Leitartikel-Welle oder tagelange Dominanz in den Nachrichten.

Doch der vermeintliche Erfolg der „Erneuerbaren“ ist – wie immer bei den Altparteien – total an der Wirklichkeit vorbei:

Denn nur etwa 2,8 % (Solar ca. 1,3 %, Wind ca. 1,5 %) der weltweiten Primärenergie im Jahr 2024 aus Wind und Solarengie zu Strom gewandelt. Laut dem Energy Institute Statistical Review of World Energy 2025 (neue Physical-Energy-Content-Methode, die den tatsächlichen Energieinhalt misst):

  • Wind: 1,5 % (9,04 EJ)

  • Solar: 1,3 % (7,72 EJ)

  • Zusammen: ca. 2,8 %

Was genau passiert ist?

Der Kern der Debatte: Die AfD (vor allem Karsten Hilse) nutzte die Stunde, um RCP 8.5 als „Horrorszenario“ und „größten Betrug der Menschheit“ zu bezeichnen, das jahrelang zur Panikmache und Rechtfertigung teurer Maßnahmen gedient habe. Sie forderten Konsequenzen für Politik, Gerichte (z. B. BVerfG-Urteil) und Medien. Die anderen Fraktionen (Union, SPD, Grüne und Linke) sahen darin vor allem einen Beleg für die Wirksamkeit von Klimaschutz: Weil Erneuerbare so erfolgreich seien, sei das Worst-Case-Szenario unrealistisch geworden – also kein Grund, die Politik zu ändern. (Siehe Beispiel Mark Helferich Klimasprecher der CDU bei EpocchTimes und Apollo und Kasten oben)

Hier das Beispiel von Apollo.

Andere Szenarien mit deutlicher Erwärmung (bis ca. 3–3,5 °C) würden jedoch bestehen bleiben. Beim fast leeren Bundestag – in der hitzigen Debatte (Siehe Bild oben) sagte Karsten Hilse (AfD), RCP 8.5 sei ein „Horrorszenario, das nie plausibel war“, das jahrelang zur Panikmache, zur Rechtfertigung teurer Maßnahmen und sogar im BVerfG-Urteil 2021 gedient habe. Er sprach vom „Ende des größten Betrugs der Menschheit“ und forderte Konsequenzen für Politik, Medien und Gerichte. Die Union solle sich von „Sozialisten und Kommunisten“ lösen.

Screenshot Nius

Wichtige Medienberichte

  • Süddeutsche Zeitung (SZ): Ausführlicher Bericht, der das wissenschaftliche Update erklärt (RCP 8.5 wird als nicht mehr plausibel eingestuft). Sie betont, dass das neue Szenario „trotzdem düster“ aussehe und stellt die AfD-Debatte in den Kontext von Trump und „Welle schlagen“. Typisch SZ: Wissenschaftlich fundiert, aber mit klarer Einordnung gegen rechte Instrumentalisierung.
  • Bundestag-eigene Dokumentation: Neutrale Zusammenfassung der Positionen, die zeigt, wie kontrovers es zuging.
  • taz / linke Medien: Betonen, dass die Streichung des Extremszenarios gerade ein Erfolg der Klimapolitik sei (siehe oben). Die AfD wird als „Hetzer“ gegen Klimaschutz dargestellt. Keine Entwarnung, sondern „Lichtblick durch Erneuerbare“.
  • AfD-nahe / rechte Medien (z. B. über AfD-Kanäle, Telegram etc.): Große Feier als „Ende des Betrugs“, Forderung nach Abschaffung von CO₂-Abgabe etc.
  • Öffentlich-rechtlich (phoenix, ARD Mediathek): Es gab Livestreams und Zusammenfassungen der Debatte, aber keine riesige Nachberichterstattung.
  • Nur die Alternativen Medien wie Achgut, Apollo, Tichys Einblick oder Nius gaben dem Thema breiten Raum.

Gesamteindruck

Die etablierten Medien haben das Thema nicht ignoriert, aber auch nicht groß aufgebauscht. Was bei diesem Thema ab zwingend gewesen wäre. Es wurde eher klein gehalten. Man nannte es einen taktischen AfD-Vorstoß und behandelte es als wissenschaftliche Feinjustierung, nicht als game changer für die deutsche Klimapolitik.

Viele Berichte betonen: „Kein Grund zur Entwarnung, andere Szenarien bleiben ernst. “Typisch für hochpolitisierte Themen in Deutschland: Linke/ Mainstream-Medien rahmen es als „AfD versucht, Klimaschutz zu diskreditieren“, während die AfD es als Beweis für jahrelange Übertreibung sieht. Große Aufregung blieb aus – zwei Tage später war das Thema schon wieder etwas abgeflaut.

 

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