[*Das ist eine Anspielung auf das betrügerische „Hütchenspiel“. A. d. Übers.]
Ein kürzlich in Nature Climate Change veröffentlichter Artikel mit dem Titel „Peak glacier extinction in the mid-twenty-first century” (Das Ende der Gletscher Mitte des 21. Jahrhunderts) präsentiert sich als sorgfältige, politikrelevante Analyse des globalen Gletscherschwunds unter verschiedenen zukünftigen Erwärmungsszenarien. Anstatt ihre Prognosen auf Emissionspfade zu stützen, ordnen die Autoren ihre Ergebnisse vier Temperaturergebnissen bis zum Jahr 2100 zu: +1,5 °C, +2,0 °C, +2,7 °C und +4,0 °C. Diese Entscheidung verleiht dem Artikel einen zeitgemäßen Charakter und deutet darauf hin, dass die Kontroversen überwunden wurden, die frühere szenariobasierte Wirkungsstudien umgaben.
Es ist wichtig, gleich zu Beginn klarzustellen: Die Studie erhebt nicht ausdrücklich den Anspruch, RCP 8.5 zu vermeiden oder zu korrigieren. Sie präsentiert sich weder als methodischer Fortschritt gegenüber früheren Arbeiten zu diesem Thema, noch geht sie auf die Debatten über die Plausibilität dieses Szenarios ein. RCP 8.5 wird einfach nicht namentlich erwähnt.
[Hervorhebung im Original]
Genau dieses Schweigen macht das Papier jedoch so aufschlussreich. Obwohl die Bezeichnung des Szenarios entfernt wurde, fließen die hochgesteckten Annahmen, die einst mit RCP 8.5 verbunden waren, unter einem anderen Rahmen stillschweigend wieder in die Analyse ein. Die dramatischsten Schlussfolgerungen dieser Arbeit – diejenigen, die sich auf Spitzenwerte bei der Gletscherschmelze von fast 4.000 Gletschern pro Jahr und einen fast vollständigen Verlust bis zum Ende des Jahrhunderts beziehen – basieren größtenteils auf einem +4,0 °C-Erwärmungsszenario, das aus SSP5-8.5- und SSP3-7.0-Simulationen konstruiert wurde. Das Ergebnis ist bekannt: Das Szenario ist verschwunden, aber das Signal bleibt bestehen.
Dieser Ansatz wird jedem sofort auffallen, der die Debatten der letzten zwei Jahrzehnte über die Rekonstruktion paläoklimatischer Proxies verfolgt hat. Steve McIntyre hat auf ClimateAudit.org ein wiederkehrendes Verfahrensmuster dokumentiert. Wenn sich eine bestimmte Proxy-Reihe als fehlerhaft erwies – oft weil sie invertiert, verkürzt, veraltet oder anderweitig methodisch unhaltbar war –, wurde sie entfernt. Die Autoren verkündeten dann, dass die Rekonstruktion „robust” sei, da sich das Gesamtergebnis nicht geändert habe. Was selten betont wurde war, dass stillschweigend ein anderer Proxy mit im Wesentlichen dem gleichen statistischen Signal eingeführt worden war, um seinen Platz einzunehmen.
Die Erbse war nicht entfernt, sondern nur verschoben worden.
Die Gletscherstudie folgt der gleichen Strukturlogik, übertragen von Proxy-Netzwerken auf die Szenarioerstellung.
RCP 8.5 ist politisch und rhetorisch unbequem geworden. Seine Annahmen über die langfristige Nutzung von Kohle, das Bevölkerungswachstum und die Emissionsintensität stimmen nicht mehr mit den beobachteten Energietrends überein, und seine fortgesetzte Verwendung hat selbst innerhalb der Mainstream-Klimaforschung Kritik hervorgerufen. Anstatt sich direkt mit dieser Kritik auseinanderzusetzen, weicht die Studie ihr aus. Das RCP-Rahmenwerk verschwindet. An seine Stelle treten SSPs. Die Analyse wird neu auf Temperatur-Endzustände ausgerichtet, wodurch die Verbindung zwischen den prognostizierten Auswirkungen und den sozioökonomischen Annahmen, die zu ihrer Erstellung erforderlich sind, aufgehoben wird.
Die Auswirkungen sind subtil, aber folgenreich. Indem sich das Papier auf Erwärmungsgrade statt auf Pfade konzentriert, behandelt es eine Welt mit +4,0 °C als politikrelevanten Vergleichswert und nicht als extremes bedingtes Ergebnis. An keiner Stelle wird gefragt, ob ein solcher Verlauf mit den beobachteten Trends bei der Stromerzeugung, den Brennstoffsubstitutionsraten oder dem historischen Rückgang der Energieintensität vereinbar ist. Das Szenario existiert, weil das Modellensemble es zulässt, und nicht weil sich die reale Welt nachweislich in diese Richtung bewegt.
An dieser Stelle ist eine Erinnerung hilfreich: Es geht nicht darum, was die Autoren behaupten, sondern worauf die Ergebnisse beruhen.
[Hervorhebung im Original]
Die emotional wirkungsvollsten Vergleiche der Studie – wie beispielsweise die Gleichsetzung der höchsten Aussterberaten mit dem „Verlust der gesamten Gletscherpopulation der europäischen Alpen in nur einem Jahr“ – beziehen ihre Kraft fast ausschließlich aus dem Szenario mit der höchsten Erwärmung. Bei +1,5 °C beträgt die prognostizierte höchste Verlustrate etwa die Hälfte dieses Wertes, bei +2,7 °C liegt sie dazwischen. Die große Bandbreite dieser Ergebnisse sollte zu Skepsis hinsichtlich politischer Schlussfolgerungen Anlass geben, doch die Studie behandelt die Obergrenze als aussagekräftigen Leitfaden für die Entscheidungsfindung.
Dies ist besonders auffällig, da die Autoren selbst die Fragilität der Messgrößen einräumen. Das „Aussterben“ von Gletschern wird nicht durch das physische Verschwinden im hydrologischen Sinne definiert, sondern durch eine Flächenschwelle von 0,01 km² oder einen Volumenrückgang unter 1 Prozent des Ausgangswertes. Die Studie räumt ein, dass die Anzahl der Gletscher sehr empfindlich auf die Auflösung des Inventars, die Wahl der Klassifizierung und die Behandlung kleiner Eiskörper reagiert und dass sie mit größerer Vorsicht interpretiert werden sollte als die Masse oder Fläche. Diese Vorbehalte sind technisch korrekt – nur um dann weitgehend außer Acht gelassen zu werden.
Was folgt, ist eine Wende von der bedingten Modellierung zur normativen Sprache. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse „die Dringlichkeit einer ehrgeizigen Klimapolitik unterstreichen” und dass der Unterschied zwischen dem Verlust von 2.000 bzw. 4.000 Gletschern pro Jahr bis zur Mitte des Jahrhunderts „von den kurzfristigen politischen Maßnahmen und gesellschaftlichen Entscheidungen abhängt, die heute getroffen werden”. Dies ist nicht nur beschreibend, sondern auch präskriptiv und basiert eindeutig auf den gleichen hochgesteckten Annahmen, die lediglich umbenannt, aber nicht hinterfragt wurden.
Dies veranschaulicht eine methodische Kultur, die umstrittene Annahmen als austauschbare Komponenten behandelt, solange das bevorzugte Ergebnis erhalten bleibt. Die Gletschermodelle sind in sich konsistent. Die Statistiken sind kompetent ausgeführt. Aber die Stabilität des Schlagzeilen-Ergebnisses unter Substitution wird als Validierung behandelt, obwohl sie stattdessen die gleiche Frage aufwerfen sollte, die McIntyre wiederholt in einem anderen Zusammenhang gestellt hat: Robust in Bezug auf was genau?
In den Proxy-Debatten bedeutete Robustheit oft, dass die Entfernung einer kritisierten Reihe nichts änderte, weil eine andere, funktional ähnliche Reihe an ihre Stelle getreten war. In diesem Fall bedeutet Robustheit, dass die Entfernung einer diskreditierten Szenariobezeichnung nichts ändert, weil ihre High-End-Annahmen unter einem neuen Rahmen wieder auftauchen. Die Logik ist die gleiche. Nur die Objekte haben sich geändert.
Die Erbse ist wieder einmal nicht verschwunden. Sie wurde lediglich verschoben.
Und wie zuvor wird das Publikum dazu eingeladen, die Beständigkeit des Ergebnisses zu bewundern, anstatt zu untersuchen, wie sorgfältig die Becher angeordnet wurden.
Link: https://wattsupwiththat.com/2025/12/28/hiding-the-pea-revisited-remove-the-scenario-keep-the-result/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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Hintergrund zum EIKE-Institut:
• EIKE („Europäisches Institut für Klima & Energie“) ist kein anerkanntes wissenschaftliches Forschungsinstitut, sondern ein Verein, der sich selbst als „Institut“ bezeichnet. Kritische Analysen und Medienbewertungen ordnen EIKE politisch dem Bereich der Klimaskepsis bzw. Klimawandelleugnung ein. ijoc.org+1
• In wissenschaftlichen Publikationen wird EIKE als Teil der „climate denial/obstruction movement“ beschrieben – also als Akteur, der Debatten verzögert und die wissenschaftliche Evidenz zum Klimawandel in Frage stellt. ijoc.org
• Journalistischer Faktencheck weist darauf hin, dass EIKE-Texte oft eine „wissenschaftliche Sprache“ nutzen, ohne die Anforderungen echter wissenschaftlicher Forschung zu erfüllen (fehlende peer-reviewed Publikationen, selektive Datenverwendung). BR.de
KI Kann irren, steht fast immer drunter. Wenn Sie nicht nur KI bemühen, sondern selbst aktiv werden, dann finden Sie auf unsere Seite jede Menge peer-reviewed Publikationen. Nur zu.
G.Glück,
das generelle Problem der »KIs« ist, dass diese ausnahmslos Sprachmodell basierend sind. Diese reproduzieren meist herrschende Narrative.
Die Klimawirklichkeit manifestiert sich ausschließlich in der wahrnehmbaren Realität. Hier gilt: Jedes Klima-Modell-Postulat in Richtung monokausaler Thesen ist methodisch, rational logisch betrachtet, bereits auszuschließen.
Herr Glück
Ich denke, das Sie nicht Ihre Meinung darstellen wollten in diesem Komemntar, sondern die Meinung des mainstream, also uns anderen nur kundttun, was die CO2-Klimalügenkirche über EIKE veröffentlicht.
Das wissen wir alle, was die KI falsches über uns schreibt, wir kennen auch die von unseren Steuern bezahlten Türsteher und Blockwarte bei Wikipedia, die sofort wissenschaftliche Wahrheiten löschen, wenn man diese einfügt. Beispiel: Über die Hamburger Forsythie finden Sie deshalb keinen Satz, dass diese Forsysthie in der Hamburger Innenstadt seit 40 Jahren keinen verfrühten Frühlingsbeginn mehr zeigt.
siehe diese Lüge bei der KI: „..,die den Beginn des Frühlings in Hamburg durch den Blühzeitpunkt der Forsythien an der Lombardsbrücke markiert, wobei die Blütezeit durch den Klimawandel tendenziell früher wird.“
Sie finden deshalb auch keine möglichen Gründe und Ursachen dieses in der Realität Nicht-Früher Blühens des DWD-Vorzeigefrühlingsstrauches.
In unseren Artikeln haben wir das so erklärt: Die Monate Jan bis März, die für den Frühlingsstart verantwortlich sind, sind in der Innenstadt von Hamburg nicht mehr wärmer geworden seit 40 Jahren, der Wärmeinseleffekt ist in der Innenstadt ausgereizt.
Nur die Wetterstation am Hamburger Flughafen zeigt wegen des zunehmenden Flugverkehrs und Passagieraufkommens, sowie der Erweiterungsbauten ein Erwärmung dieser 3 Monate in dem selben Maße wie alle dWD-Stationen dies tun.
Also: die KI verbreitet glatte Lügen wie die ganze CO2-Klimakirche. Natürlich gibt es eine Erwärmung der Jahre seit 1988, die fand aber hauptsächlich in den Sommermonaten und tagsüber statt und besonders in den Wärmeinseln, wo die DWD-Wetterstationen stehen.
Ich erkenne an der Aufzählung nichts was einen neugierigen Zeitgenossen von einem Besuch der Seiten abhalten könnte? Und wie man sieht geht es Ihnen ja offensichtlich genau so, sonst wären Sie ja nicht bemüht sich mit einem Beitrag in Szene zu setzen. 😀
EIKE lebt von den inhaltlich wertvollen Beiträgen/Diskussionen und ganz besonders davon das hier jeder nach Gusto seinen Vorlieben betreffs Klima frönen kann. Schon alleine dieser Vorzug unterscheidet wohltuend von gängigen Forenseiten auf denen Kritik als erstes als Rääächts klassifiziert wird und hernach umgehend eine Sperrung erfolgt. Man kann mit kritischen Beiträgen schlicht nicht umgehen weil man befürchten muss diese regt andere Forenteilnehmer möglicherweise zum selbstständigen, kritischen Nachdenken an und sowas geht ja nun garnicht zu Glaubensfragen. Hier darf jeder seinen Glauben nachgehen, hat mancher eben nur das Problem das Phrasen sehr schnell als solche kritisch hinterfragt werden und wer dann keinen Background vorzuweisen hat, blamiert sich eben sehr schnell.
In sofern ist Ihre Aufzählung eher ein Qualitätskriterium als was auch immer Sie damit andernfalls zum Ausdruck bringen wollten.
Bevor über solche „Studien“ überhaupt nachgedacht wird, steht das „Ergebnis“ doch schon fest. Sie dürfen wählen zwischen:
Aber halb so schlimm liebe Bevölkerung, WIR können das verhindern. Denn wir sind die Wahren Wissenschaftler, die Patentierten Guten. Aber ihr müßt allerdings dafür zahlen, zahlen und noch mal zahlen. Und noch viel mehr unangenehme Dinge in Kauf nehmen. Das ist halt nunmal so und leider, leider nicht zu ändern. So, und jetzt den Geldbeutel auf und ja nicht nach links oder rechts schauen oder sich anderweitig informieren. Denn das wäre ganz schlecht. Für euch und ganz besonders für uns. Denn dann müßten wir uns ja nach richtiger ehrlicher Arbeit umtun. Was für ein schrecklicher Gedanke, ARBEIT, igitt.
…Anstatt ihre Prognosen auf Emissionspfade zu stützen, ordnen die Autoren ihre Ergebnisse vier Temperaturergebnissen bis zum Jahr 2100 zu: +1,5 °C, +2,0 °C, +2,7 °C und +4,0 °C…
So ein fürchterlicher Quatsch der Treibhausklimalüge. In der Antarktis wurde es in den letzen 40 Jahren leicht kälter und am Nordpol nehmen die Temperaturen seit 10 Jahren auch nicht mehr zu.
Das sind Klimacomputerspielchen der Klima-Lügenwissenschaft, die als bare Bedrohung der Welt verkauft werden. Und wir sind die unfreiwilligen Bezahler dieses Klimairrenhauses. Schaut mal auf den Benzinpreis bei der Tankstelle. Schon wieder werden wir ab dem 1. Januar um eine Stufe mehr ausgeraubt.
Wie lange lassen wir uns das noch bieten.?
Ein wunderschönes Bild mit einem wohlgenährten Eisbären, der rund eine halbe Tonne auf die Waage bringt. Die mit viel Mühe zusammengeflickte Bildkonstruktion eines sendungsbewussten aber sonst ziemlich dummen Journalisten zeigt jedoch eines:
Die Größe der Scholle mit dem herausragenden Teil hat dieser eher als eine Art Boot verstanden. Nimmt man ihre Gesamtgröße großzügig mit 4m³ und damit einem Gewicht von sich ergebenden 3,6 Tonnen an, würde sie einen Auftrieb von gerade einmal 0,4 Tonnen bewirken, sie würde samt Eisbär untergehen und sich auf der Oberfläche der Sicht entziehen.
Trotzdem ein schönes Bild, allerdings sendungsbewusst durch das gepflegte Narrativ verzerrt!
Sehr geehrter Herr Puschner, kaum jemand kann ein Tier so zuverlässig zum Geschäftsmodell adeln wie Greenpeace. Die Dramaturgie ist immer dieselbe: Mutter, Junges, Eisscholle, dazu ein Soundtrack, der klingt, als hätte Hans Zimmer gerade die Arktis geerbt. Und irgendwo im Off flüstert das Narrativ: »Spende – sonst war’s das.«
Blöd nur: Der Eisbär ist kein Neuzugang im Klimatheater, sondern ein Veteran. In den letzten 600.000 Jahren hat die Erde mindestens sechs große Warmzeiten durchlaufen (je nach Zählweise sogar sieben, wenn man die am Rand mitschneidende MIS-15-Warmphase mitzählt). Und der Eisbär bzw. seine Linie ist – genetisch betrachtet – seit hunderttausenden Jahren im Geschäft (mit Divergenzschätzungen um mehrere hunderttausend Jahre).
Kurz: Dieses Tier hat Klimawechsel nicht erst seit der Erfindung des Fernsehspots erlebt.
Und was Greenpeace aus dieser komplexen Realität macht, ist ungefähr so seriös wie ein medizinischer Rat, der nur aus Babyfotos und einem Überweisungsträger besteht und grenzt an dreiste Verlogenheit. Die Botschaft ist nicht Aufklärung, sondern Affektverwaltung: Wenn der Zuschauer schluchzt, spendet er. Wenn er nachfragt, stört er die Erzählung.
Besonders elegant ist der Trick, aus »Eisbären sind an Eis gebunden« gleich »ohne deine Spende sterben sie morgen aus« zu destillieren. Das ist rhetorisch praktisch, weil es die lästige Zwischenfrage umgeht, wie viele Warmzeiten es gab – und dass ein Fund wie der Svalbard-Kiefer zeigt: Eisbären waren bereits vor ~110.000–130.000 Jahren da, also mindestens seit der letzten großen Warmzeit-Phase in dieser Größenordnung. Wenn man dann noch die genetischen Arbeiten zur langen Evolutionsgeschichte heranzieht, wird aus dem niedlichen Opferbild endgültig ein biologisch zähes, hochspezialisiertes Raubtier -und kein plüschiger Spendensparstrumpf.
Was bleibt, ist die eigentliche Kunstleistung: Emotionen als Dauerauftrag. Und ja – man darf das moralisch unerquicklich finden, wenn eine Organisation, die sich »Rettung der Welt« auf die Fahnen schreibt, den Diskurs so führt, als bestünde Wissenschaft aus genau zwei Diagrammen: »Du bist schuld« und »hier klicken«. Der Eisbär ist ein starkes Symbol. Nur wird er hier nicht geschützt – er wird vermarktet. Und das ist, bei allem von Greenpeace generierten Pathos, vor allem eines: beschämend effizient.
Volle Zustimmung, wie weit die Abzocker heute in ihrem Schafspelz gehen, kann man sehr gut bei der neuen Stoßrichtung des ADAC verfolgen.
Die totale Blödheit in der von G. Hillebrand verbreiteten Forderung nach höheren Spritpreisen und höherer CO2-Bepreisung für die eigenen Mitglieder des ADAC übertrifft alles, was bisher vom PIK mit Schellnhuber und Rahmstorf (bei weitem keine vollständige Aufzählung) in die Welt gesetzt wurde.
Kann es sein, dass die Welt tatsächlich einen Niedergang erfahren muss, damit wieder Menschen aus Schutt und Asche hervorgebracht werden, die dank Erneuerung ein aufgeräumtes und funktionierendes Oberstübchen und somit alle Tassen im Schrank haben?!
Vermutlich sind das derzeit die einzigen positiven Aussichten.
Vielleicht hat der gute Gerhard H. bisher zu oft zu viel an seinem Dieseltank geschnüffelt, dabei seine offensichtlich nur noch rudimentäre „Intelligenz“ fast vollends eingebüßt und sich Silvester für 2026 vorgenommen, ein bisschen weniger highmaker zu inhalieren. Wenn der Sprit deutlich teurer wird, kann er sich die permanente Selbstbedieselung nicht mehr leisten… Den ADAC wird‘s freuen, weniger Mitglieder bedeutet auch weniger Arbeit. Wie heißt es doch so treffend: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.“