Meldungen vom 13. April 2026:
Blizzards in den Hochlagen von Schottland
Kalte Luft ist wieder nach Europa vorgedrungen und hat in höheren Lagen – darunter auch in Schottland – für Neuschnee gesorgt.
Am Cairngorm Mountain fiel das ganze Wochenende über Neuschnee, wobei das Skigebiet weiterhin in Betrieb ist.
Etwa 100 km westlich davon meldete das Glencoe Mountain Resort am Sonntagmorgen Schneesturmbedingungen. Starke Winde schränken den Betrieb ein, doch in den höheren Lagen ist die Schneedecke sehr hoch.*
Beide Skigebiete bleiben für Skifahrer geöffnet.
Trotz aller Klagen des britischen Establishments wird die Schneedecke in Schottland als die beste seit fast einem Jahrzehnt beschrieben, und es soll noch mehr Schnee kommen.
Ähnlich hat sich auf dem Kontinent ein weiterer extremer „Schwung“ vollzogen, am deutlichsten sichtbar am Col de Couraduque (1.366 m) in den Pyrenäen:
*Einschub des Übersetzers dazu: Das Wesentliche dieses Vorgangs hat Cap Allon gar nicht erwähnt. Schnee in den schottischen Bergen ist nun wirklich nichts Besonderes – sofern die Kaltluft arktischen Ursprungs direkt von Norden einströmt. Der Weg über das eisfreie Nordmeer ist nämlich ziemlich kurz.
Das war hier jedoch nicht der Fall! Diese Schnee bringende Kaltluft kam nicht von Norden, sondern von Westen aus dem kanadischen Kältepol. Trotz des langen Weges über den warmen Atlantik hat sich diese Luftmasse nicht so stark erwärmt, dass die Schneefallgrenze die sonst übliche Höhe erreicht hat. Dafür gibt es zwei Ursachen: entweder ist die überströmte Meeresfläche außerordentlich kalt (davon zeigen die entsprechenden Graphiken jedoch nichts) oder die Temperatur zum Startzeitpunkt der Advektion aus dem kanadischen Kältepol war so außerordentlich niedrig, dass es anderer zusätzlicher Wärme bedurft hätte, diese Luftmasse aufzuheizen. Betrachtet man die vergangenen Kältereports, ist es ziemlich eindeutig, dass Letzteres der Fall sein dürfte. – Ende Einschub
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Nordindien: Die kälteste April-Nacht in Shimla seit 47 Jahren
In Shimla, einer Bergstadt im nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh, sank die Temperatur auf 3,6 °C – es war die kälteste Aprilnacht seit 1979 (als 3,4 °C gemessen wurden).
Auch die Tagestemperaturen brachen ein. Die Stadt erreichte nur 11,4 °C, den niedrigsten Tageswert im April seit zehn Jahren.
Und das war kein Einzelfall.
In ganz Himachal Pradesh sind die Tagestemperaturen in den letzten Tagen stark gesunken. Auslöser sind anhaltende westliche Lagen, die wiederholt Regen und für diese Jahreszeit ungewöhnliche Schneefälle in den höheren Lagen mit sich bringen.
Ähnliche Anzeichen für ungewöhnliche Kälte in der späten Saison sind in den letzten Jahren in ganz Nordindien zu beobachten. Kälteeinbrüche im April, die mit westlichen Lagen zusammenhängen, haben die Temperaturen wiederholt deutlich unter die saisonalen Durchschnittswerte gedrückt, was zu Ernteausfällen geführt und den Übergang zum Frühling verzögert hat.
Der Frühling kommt nicht reibungslos voran.
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USA: Der extrem kalte März in Alaska
Der März 2026 war in ganz Alaska von Kälte geprägt. Laut ERA5 lagen 96 % des Bundesstaates unter dem Referenzwert. Auf Bundesstaatsebene stuft NOAA/NCEI diesen Monat als den viertkältesten seit 1925 ein.
Regional war die Kälte weit verbreitet und extrem. Rund 20 % von Alaska verzeichneten den kältesten März seit Beginn der ERA5-Aufzeichnungen (1950), wobei nur im Jahr 2007 ein größerer Teil des Bundesstaates von „extremer Kälte“ betroffen war.
Insgesamt verzeichneten sechs Klimaregionen ihren kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen. Elf von dreizehn landeten unter den fünf kältesten. Auf lokaler Ebene verzeichneten mehrere Landkreise und Gemeinden ihren kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1925, darunter Anchorage, Juneau, Yakutat, Haines und Kodiak. Fairbanks erreichte seinen kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen.
Der Schnee hielt mit der Kälte Schritt.
Im Südosten Alaskas wurden extreme Gesamtmengen verzeichnet. Der Flughafen Juneau verzeichnete im Monatsverlauf 190 cm, was einen neuen Rekord um etwa 30 cm bedeutete. Die saisonale Schneemenge stieg über5 m, ebenfalls ein Rekord.
Die höchste monatliche Gesamtmenge erreichte 320 cm in Snettisham in der Nähe von Juneau.
Starker Schneefall erstreckte sich über die gesamte Region. Craig verzeichnete 109 cm, Ketchikan (10N) 90 cm und Sitka 80 cm. Dies sind die höchsten monatlichen Gesamtmengen seit einem Jahrzehnt oder mehr für diese Orte.
Ein überdurchschnittliches Schneewasseräquivalent bedeckte einen Großteil des östlichen Landesinneren bis hin zum Yukon und Teile des North Slope. Auch Anchorage schloss den März überdurchschnittlich ab.
Meereis verstärkte das Kältephänomen.
Im östlichen Beringmeer war eine ausgedehnte Eisbedeckung zu beobachten. Das Eis erreichte St. Paul Island am 4. März und umgab die Insel für den Rest des Monats. Am 12. März erreichte es St. George Island und hielt sich bis zum Monatsende in der Nähe der Insel.
Die Ausdehnung im östlichen Beringmeer war vergleichbar mit den Jahren mit hoher Eisbedeckung zwischen 2008 und 2012 und lag nahe an den Werten von 1976.
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Meldungen vom 14. April 2026:
USA: Spät-saisonaler Schneesturm in der Sierra Nevada
Ein Sturm Mitte April hat in der Sierra Nevada für eine drastische Wende gesorgt.
In Palisades Tahoe fielen innerhalb von 24 Stunden 56 cm Schnee, wodurch die Gesamtmenge innerhalb von drei Tagen auf 109 cm stieg. Die Schneefallgrenze sank auf etwa 1.200 m.
Ein zweiter schwerer Sturm traf weiter südlich ein.
In der Nähe von Mammoth Lakes fiel am Wochenende über 1 m Schnee, davon allein 108 cm zwischen Freitag und Sonntag. Aufgrund der Schneesturmbedingungen musste die Interstate 80 durch die Sierra gesperrt werden.
Die Wetterumschwung ist kein Einzelfall. Im gesamten pazifischen Nordwesten ist bis zum 16. April ein neuer Sturmzyklus im Gange. Prognosen sagen weitere 25–50 cm für höhere Lagen voraus.
Wichtige Skigebiete wie Mount Baker und Crystal Mountain werden davon profitieren, da kältere Luft Mitte der Woche die Schneefallgrenze senkt. Der frühe Schneefall wird dicht sein und sich mit sinkenden Temperaturen und steigendem Schneeverhältnis verbessern.
Der Wind bleibt der wichtigste einschränkende Faktor, insbesondere in den Cascades in Oregon, wo in der Anfangsphase Windböen bis 110 km/h erwartet werden.
Nach einem schwachen Winter hat ein später Wintereinbruch Kälte und Schneefall im Westen der USA zurückgebracht.
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Frankreich: Weiterhin Frühjahrs-Frost
Kalte Luft hält bis Mitte April weiterhin über weiten Teilen Europas Ein.
Am Morgen des 14. April wurde in Frankreich erneut Frost verzeichnet, vom Südwesten bis in den Norden. Die Temperaturen fielen in Mourmelon-le-Grand auf -3,4 °C und in Chaumont auf -2,2 °C.
Die Frostgefahr lässt in dieser Gegend nicht nach.
Stattdessen hält der nächtliche Frost unter klarem Himmel und unter dem Einfluss polarer Luft an – ein anhaltendes Kaltwetterphänomen, das Westeuropa erfasst hat, wo der Frühling ins Stocken geraten ist.
Für die Landwirte hat die wiederholte Frostgefahr dazu geführt, dass sie Frostkerzen angezündet haben.
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Eine Meldung vom 15. April 2026:
USA: Kaltluftvorstoß im Nordosten droht
An diesem Wochenende zieht eine kräftige Kaltfront über den mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten hinweg, wodurch die derzeitige Wärme ein Ende findet und die Temperaturen wieder deutlich unter den Durchschnitt sinken.
Der Auslöser liegt weiter nördlich. Eine Troglage, die mit dem anhaltenden Polarwirbel über der Hudson Bay verbunden ist – der für Mitte April immer noch ungewöhnlich stark ist –, lässt kältere Luft nach Süden strömen, während sich der Hochdruckkeil östlich davon auflöst.
Dies wird auch kein Einzelfall bleiben.
Die neuesten Modellläufe zeigen ein sich wiederholendes Muster: Über dem Osten baut sich ein Hoch auf, das dann zusammenbricht, wenn sich eine neue Tiefdruckrinne festsetzt. Jeder Zusammenbruch ebnet den Weg für einen weiteren Kälteeinbruch aus Süden.
Der Jetstream mäandriert stark und verläuft nicht zonal. Das sorgt für starke Schwankungen.
Stürme ziehen während jedes Übergangs entlang der Grenze, gefolgt von kälterer Luft. Die nördlichen Gebiete sind dem höchsten Risiko für Spätfrost ausgesetzt.
Das Kältereservoir über dem arktischen Kanada bleibt intakt.
Weiter südlich bleibt das Muster bestehen: Wärmeeinschübe. Dann kehrt die Kälte zurück.
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Eine Meldung volm 16. April 2026:
Kanada: Immer noch Schneezuwachs in den Rocky Mountains
Das Skigebiet Marmot Basin in den kanadischen Rocky Mountains in Alberta ist Mitte April noch immer in Hochform.
In den letzten 48 Stunden fielen dort 22 cm Schnee, die Schneedecke beträgt 153 cm, und alle Pisten bleiben bis in den Mai hinein geöffnet.
In den höheren Lagen verharren die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (bei etwa -6 °C bis -9 °C), wobei es die ganze Woche über weiterhin zu leichtem Schneefall und tagsüber nur zu einer sehr begrenzten Schneeschmelze kommt.
In der näheren Umgebung ist das Bild in den kanadischen Rocky Mountains einheitlich. Skigebiete im Westen Kanadas melden Neuschnee im April, wobei sich nach einer kurzen Warmphase wieder kältere Luft durchsetzt.
Dies entspricht dem allgemeinen Muster der Spätsaison.
In der gesamten nördlichen Hemisphäre liegt für diese Jahreszeit weiterhin überdurchschnittlich viel Schnee. Die neuesten FMI-Daten (14. April, siehe Grafik unten) zeigen, dass die Schneemasse über dem Normalwert liegt, sogar mehr als eine Standardabweichung darüber.
Trotz der spürbaren Schwierigkeiten im Westen der Vereinigten Staaten hält die Hemisphäre insgesamt ihre Schneedecke gut aufrecht und verliert sie nicht rapide, wie die Schlagzeilen vermuten lassen könnten. Die Rocky Mountains sind nur ein sichtbarer Teil davon.
Kurz gesagt: Der Westen bekommt noch einen späten Schub.
Ein Sturm hat kürzlich 1 m Neuschnee in die Sierra Nevada gebracht, wodurch Mammoth Mountain seine Saison bis Ende Mai verlängern kann. Geringere Schneemengen haben sich auch auf Teile des westlichen Landesinneren ausgebreitet, einschließlich der Rocky Mountains.
Kein vollständiger Aufschwung, aber sicherlich ein willkommener Schub zum Saisonende.
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Meldungen vom 17. April 2026:
Nordindien: Schnee in Kaschmir blockiert wichtige Verkehrswege
Starke Schneefälle im April beeinträchtigen weiterhin den Verkehr in den höheren Lagen von Jammu und Kaschmir, wobei mehrere wichtige Strecken derzeit gesperrt sind.
Die Achse Sonamarg–Minamarg und der Razdan Top bleiben am Freitag aufgrund anhaltender Neuschneefälle gesperrt. Mindestens bis Sonntag wird mit weiteren Schneefällen gerechnet.
Berichte vom 17. April bestätigen anhaltende starke Schneefälle am Razdan Top.
Weiter südlich fällt auch am Sinthan Top und entlang der Mughal Road Schnee.
Die Behörden raten von Reisen auf den betroffenen Strecken bis mindestens Dienstag ab, weil man hofft, dass sich die Lage dann allmählich stabilisieren könnte.
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Japan: Schnee-Korridore
Die Tateyama-Kurobe-Route wurde am 16. April für die Saison 2026 eröffnet und führt durch tiefen, festgefahrenen Winterschnee in den Nordjapanischen Alpen.
Diese Route ist bekannt für ihre Frühlingsschneewände, und diese sind wieder in voller Größe zu sehen. Der Winterdienst hat einen Korridor durch meterhohen, festgefahrenen Schnee gebahnt.
Die Schneemenge dieses Winters ist ausreichend, der Zeitplan bleibt unverändert, und der Korridor sieht so aus, wie er Mitte April aussehen sollte – das Gejammer über sein Ende hat sich einmal mehr nicht bewahrheitet:
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 17 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 17. April 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE





















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MfG
Eine kleine Geschichte vom Schnee – oder –Die verborgene Energie von Schneefall und Schneeschmelze
Schnee wird im Alltag meist nur als Niederschlag, Landschaftsbild oder als Kältephänomen wahrgenommen. Unter energetischem und atmosphärendynamischem Blickwinkel ist Schnee jedoch weit mehr als gefrorenes Wasser. Seine Bildung, Ablagerung, Verdichtung und spätere Schmelze sind mit erheblichen Energieumsätzen verbunden, die direkt in die Kopplung zwischen Oberfläche, Grenzschicht und Atmosphäre hineinwirken. Gerade weil Schnee für fast jeden erfahrbar ist, eignet er sich als anschauliches Beispiel dafür, welche Größenordnungen an latenter Wärme und Phasenwechselenergie im atmosphärischen System wirksam sind.
Im Folgenden wird ein einfaches Gedankenexperiment betrachtet. Eine Fläche von 1 km^2 werde mit 1 m Schnee bedeckt. Gefragt wird erstens, welche Energiemenge mit der Bildung dieser Schneemasse verbunden ist, und zweitens, wie viel Energie später nötig ist, um sie wieder zu schmelzen.
Ausgangsannahmen: Fläche, Volumen und Schneedichte
Die betrachtete Fläche beträgt 1 km^2, die Schneehöhe beträgt 1m. Daraus ergibt sich ein Schneevolumen von V= 1.000.000 m^3. Entscheidend ist nun nicht das Volumen allein, sondern die Dichte des Schnees. Für lockeren bis typischen Neuschnee kann näherungsweise mit einer Dichte von etwa 100 kg/m^3 gerechnet werden. Damit ergibt sich bei 1 m Schneehöhe eine Masse von 100 Millionen kg Schnee pro km^2 bzw. 100 kg/m^2.
Dieser Wert ist besonders wichtig, weil für die energetische Betrachtung nicht die Schneehöhe entscheidend ist, sondern die Masse pro Fläche beziehungsweise das Wasseräquivalent.
Die Bildung von Schnee = Freisetzung latenter Wärme
Wenn Schnee in der Atmosphäre entsteht, geschieht dies in der Regel über den Übergang von Wasserdampf zu Eis. Energetisch ist dabei nicht nur das Gefrieren relevant, sondern der gesamte Übergang vom gasförmigen in den festen Zustand. Die entsprechende latente Wärme beträgt näherungsweise Q= 2,834 *10^6 J/kg. Das ist die Energie, die pro Kilogramm Wasser bei der Deposition freigesetzt wird. Für die oben berechnete Schneemasse ergibt sich damit Q=2,834 *10^14 J, also 283 Terajoule bzw. als Fläschenbezug 283,4 MJ/m^2(2,834 *10^8 J/m^2).
Die bei der Schneebildung freigesetzte Energie kann nicht einfach lokal „liegenbleiben“. Sie wirkt unmittelbar auf die Umgebungsluft und muss im System weiterverarbeitet werden.
Zunächst erwärmt sie den Wolkenbereich, in dem die Eisbildung stattfindet. Diese Erwärmung verändert die Dichteverhältnisse der Luft und kann zusätzlichen Auftrieb erzeugen. Dadurch wird die latente Wärme zu einem aktiven Teil der Wolkendynamik. Schneebildung ist also nicht nur ein mikrophysikalischer Vorgang, sondern auch ein energetischer Antrieb für vertikale Bewegung.
Darüber hinaus wird die freigesetzte Energie durch diverse Mechanismen wieder abgeführt, durch vertikalen Transport innerhalb der Wolke, durch turbulente Durchmischung mit umliegender Luft, durch großräumige Verlagerung innerhalb des Wettergeschehens und schließlich auch durch langwellige Strahlungsabgabe ins All. Die Schneebildung ist deshalb zeitlich und räumlich immer an die Fähigkeit des Systems gekoppelt, diese latente Wärme wieder aus dem Prozessraum herauszutragen.
Die Schneeschmelze = Energiebedarf am Boden
Für die spätere Schmelze der Schneedecke ist die Schmelzwärme von Eis maßgeblich. Sie beträgt näherungsweise Lf = 334 kJ/kg Schnee.
Für die Schneemasse von 100 Millionen kg ergibt sich somit Q=3,34 *10^13 J, also 33,4 Terajoule, bzw. als Flächenbezug 33,4 MJ/m2^(3,34 *10^7 J/m^2.
Das ist die Energie, die mindestens zugeführt werden muss, um die Schneedecke bei 0 °C vollständig in Wasser zu überführen. Liegt der Schnee vor dem Schmelzen unter 0 °C, muss zusätzlich Energie für seine Erwärmung auf 0 °C eingebracht werden. Bei einer Wärmekapazität von Eis von etwa 2,1 kJ/(kg·K) ergibt sich für eine Erwärmung um 5 K:
Q=100,000,000 kg * 2,100 J/(kg\K)*5 K somit Q=1,05 *10^12 J, also etwa 1,05 Terajoule.
Ein auffälliges Ergebnis dieses Gedankenexperiments ist der Unterschied zwischen beiden Energiemengen:
– Schneebildung aus Wasserdampf = 283 Terajoule und
– Schneeschmelze bei 0°C = 33,4 Terajoule.
Die Schneebildung ist energetisch deutlich größer, weil sie den gesamten Übergang von Wasserdampf zu Eis umfasst. In diesem Schritt steckt die große latente Wärme des Wasserdampfs. Beim Schmelzen muss dagegen nur der Übergang von fest zu flüssig energetisch geleistet werden. Die gasförmige Vorgeschichte ist dann bereits abgeschlossen.
Das macht deutlich, der eigentliche atmosphärische Energietransfer steckt nicht primär im sichtbaren Schnee am Boden, sondern bereits in seinem Entstehungsprozess in der Atmosphäre.
Damit wird klar, Schneefall und Schneeakkumulation am Boden ist nicht einfach schön oder eben Arschkalt, je nach Betrachter, sondern ein ziemlich großer Transportterm an Energie zwischen Bodenschicht, Grenzschicht und Hintergrundschicht der Atmosphäre. Nun darf sich jeder selbst errechnen was die im Beitrag angegebenen Schneebedeckungen zwischen 3 und 5 m Höhe und dies ganz sicher nicht nur auf der Modellflächengröße 1 km^2, Energetisch bedeutet.
Sorry, mein Anliegen war es nicht, die Admins wieder mit einem Monsterbeitrag zum hyperventilieren anzuregen, sondern einfach mal eine etwas andere Sichtweise auf den regelmäßig geposteten Kältereport zu vermitteln/anzuregen.
Und eine kleine Geschichte am Rande:
Eine geschlossene Schneedecke ist weit mehr als nur gefrorener Niederschlag an der Oberfläche. Sie wirkt gleichzeitig als Wasser- und Energiespeicher, aber auch als äußerst wirksame thermische Isolationsschicht zwischen Atmosphäre und Boden. Während sich die Luft über einer Schneedecke bei klaren Bedingungen leicht auf −10 °C oder deutlich darunter abkühlen kann, bleibt die Temperatur im Bodenbereich unter der Schneedecke häufig in der Nähe von 0 °C. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich physikalisch durch die Struktur des Schnees erklären: Schnee besteht zu einem großen Teil aus eingeschlossener Luft und besitzt daher eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit. Der Wärmetransport zwischen Boden und Atmosphäre wird stark reduziert, sodass der Boden seine gespeicherte Wärme nur langsam verliert. Die Schneedecke wirkt damit wie eine Art thermische Entkopplungsschicht, die zwei energetisch sehr unterschiedliche Systeme voneinander trennt.
Diese isolierende Wirkung hat weitreichende Konsequenzen für das Leben im Boden. Unter der Schneedecke entsteht ein vergleichsweise stabiler Lebensraum, in dem biologische Prozesse auch während der kalten Jahreszeit weiterlaufen können. Mikroorganismen bleiben aktiv, Bodenfauna wie Würmer und Insektenlarven überleben, und auch Kleinsäuger nutzen diesen geschützten Raum. Gleichzeitig werden Pflanzenstrukturen vor extremen Temperaturschwankungen bewahrt. Während oberhalb der Schneedecke scheinbar „Winterruhe“ herrscht, laufen unterhalb weiterhin Prozesse ab, die für das Ökosystem entscheidend sind.
Auch für die physikalische und strukturelle Entwicklung des Bodens spielt die Schneedecke eine wichtige Rolle. Während der Liegezeit kommt es zu Lockerung und Durchmischung des Bodens, zur Umverteilung organischer Substanz und zur Vorbereitung der Aufnahme von Schmelzwasser. Nährstoffe werden verlagert, gespeichert oder über biologische Aktivität neu verteilt. Mit dem Einsetzen der Schneeschmelze steht dadurch ein aufnahmefähiges System bereit, das Wasser effizient aufnehmen und weiterleiten kann. Die Schneedecke wirkt somit indirekt an der Vorbereitung der folgenden Vegetationsperiode mit.
Im Gesamtsystem übernimmt Schnee damit mehrere Funktionen gleichzeitig. Er speichert Wasser und latente Energie, beeinflusst die Strahlungsbilanz durch seine hohe Reflexion, wirkt als thermische Isolationsschicht und schafft einen geschützten Lebensraum für zahlreiche Organismen. Besonders im Kontext eines gekoppelten Modells von Boden, Grenzschicht und freier Atmosphäre wird deutlich, dass die Schneedecke eine Art „Kopplungsbremse“ darstellt: Während die Atmosphäre stark auf Strahlungsabkühlung reagiert, bleibt der Boden vergleichsweise stabil und aktiv.
Die verbreitete Wahrnehmung von Schnee als bloßes Kältephänomen greift daher zu kurz. Tatsächlich trennt eine Schneedecke nicht einfach warm von kalt, sondern zwei dynamisch unterschiedliche Bereiche, die jeweils eigenen energetischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten folgen. In diesem Sinne ist Schnee weniger ein Zeichen von Stillstand als vielmehr ein temporärer Zustand intensiver, wenn auch verborgener Aktivität.
„Während sich die Luft über einer Schneedecke bei klaren Bedingungen leicht auf −10 °C oder deutlich darunter abkühlen kann, bleibt die Temperatur im Bodenbereich unter der Schneedecke häufig in der Nähe von 0 °C.“
Das zeigt sich auch in den Iglus der Eskimos oder Inuits.
Im Inneren ist die Temperatur 0°C, mit Fellen von innen isoliert und beheizt steigt die Temperatur um einige Grad Celsius ohne das die Schneewand schmilzt.
Pelze und körperliche Wärme reichten dann aus um nicht zu erfrieren.
Bei den sibirischen Samojeden (Nenzen, Juraken, Enzen, Tawgi-Samojeden, Nganasanen, Selkupen) schliefen die gleichnamigen Hunde – Samoyedskaya Sobaka mit den Kindern um sie warmzuhalten.
Samojeden Hunde haben ein so üppiges/dichtes Fell das sie selbst bei unter minus 40°C draussen schlafen können.
Und das nasse Fell eines Samojeden riecht nicht.
😉
Das ist aber ein anderes Prinzip, weil die Iglus von innen her vereisen durch die Abwärme der Insassen. Damit keine Luftpolsterdämmung, zudem habe ich ja von Schnee geschrieben, Eis ist da nochmals eine andere Kategorie.
Iglus werden aus kompakten Schneeblöcken und nicht aus Eisblöcken gebaut.
Oder haben Sie mal einen durchsichtigen Eis-Iglu gesehen?
Das leichte Auftauen und die leichte Vereisung von Innen verbessern nur die Luftdichte.
Eine Innenauskleidung mit Fellen ermöglicht es zu heizen ohne die Schneewand zu schmelzen.
Wen wollen Sie Verarschen?
https://www.youtube.com/watch?v=81VXJBdtYO0
Und falls Sie mal im Winter eine Nacht bei Minusgraden überleben wollen.
Warme Kleidung und/oder Schlafsack, eine wasserdichte Rettungsdecke Gold Silber und eine dicke Schicht Schnee.
Die silberne Seite strahlt die Körperwärme zurück und die Wasserdichtigkeit verhindert das Sie Schmelzwasser durchnässt.
Nur das Gesicht bleibt frei um eventuell Gefahren zu Sehen und um zu Atmen.
Aber ich kann Ihnen auch gerne erklären wie man mit der richtigen Ausrüstung in einem 40 Liter Rucksack (ausser in der Wüste) überleben kann.
Dazu nur eine Armbrust um zu jagen – über 18 ohne Waffenschein erhältlich.
Keine Ahnung von nichts, aber dumm rumlabern.
MfG
Hab gerade daran gedacht.
Muss mir noch eine Hängematte dazulegen.
Zwischen zwei Ästen in einem Baum ausser Reichweite von grossen Raubtieren (Wölfen, Bären) oder heimischen Giftschlangen.
Auch ein Mückennetz.
Die Hängematte ist kein Zelt.
Oder ich liege in meinem Einmannzelt auf meiner Hängematte.
Frag mich wie Städler eine/einige Wochen ohne Strom und Nahrungskette überleben können ohne sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.
Ohne Strom kein Wasser, kein Abwasser, keine Kühlschränke, kein Bäcker, keine Kartenbezahlung, usw.
Haben Sie odere Andere mal darüber nachgedacht?
Und Herr Steinmetz,
ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen wo wir Hühner, Enten, Fäsane und Kanickel hatten.
Der Nachbar hatte ein Schwein im Stall – keine Essenreste gingen verloren.
Als Kinder mussten wir Gras und Löwenzahn einsammeln um die Kanickel zu füttern.
Mit 12 stand ich auf dem Strand mit kalten Füssen in Gummistiefeln um mit meinen 3 Brüdern auf meinen fischenden Vater zu warten.
Danach bis zur Hüffte im eiskalten Wasser um das Boot herauszuziehen.
Mein Vater war aus verschiedenen Gründen ein Arxxhloch, aber ohne ihn oder meiner Mutter würde ich hier nichts schreiben.
Also was auch immer.
Beschuldigt niemals die älteren Generationen.
Beschuldigt Diejehnigen die für die heutigen Umstände verantwortlich sind.
Und Herr Steinmetz,
ich kann mich alleine sicherlich auf einen Notfall vorbereiten und in der Wildniss überleben.
Aber ohne allgemeine Lebensmittelversorgung muss ich wohl schnell mein Revier gegen millionen Mitstreitern verteidigen.
Den sogenannten „Eliten“ ist selbst ein Nuklearkrieg zwischen den USA/NATO und Eurasien egal.
Fragen Sie sich einfach nur warum es keine Atommächte auf der Südhalbkugel gibt.
Rückzugsorte wie Neuseeland, Australien und Südamerika sind klar durch atmosferische Winde von der Nordhalbkugel getrennt.
https://www.youtube.com/watch?v=NCxZdIBIONc
Es wird kälter
NASA warnt vor Mini-Eiszeit: Ein Blick in die Geschichte entlarvt die „Klima-Lüge“ | ET im Fokus
2019_08_10 https://www.epochtimes.de/wissen/meinung/nasa-warnt-vor-mini-eiszeit-ein-blick- in-die-geschichte-entlarvt-die-klima-luege-et-im-fokus-a2938526.html
Klima wird kälter – Entwicklung Richtung Kleine Eiszeit schreitet fort
Generalversammlung der Europäischen Geophysikalischen Union 2025 „Modern Grand Solar Minimum and its effect on the terrestrial environment“ https://solargsm.com/wp- content/uploads/2025/05/zharkova1_egu25_gsm_2may25.pptx
2025_05_26 https://tkp.at/2025/05/26/klima-wird-kaelter-entwicklung-richtung-kleine-eiszeit- schreitet-fort/
Es wird kälter Globale Temperaturen sinken, doch in Deutschland herrscht Hitzepanik
2025_07_08 https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/klima-durchblick/globale-temperaturen- sinken-doch-in-deutschland-herrscht-hitzepanik/
Seit 2024 wird es weltweit kälter
UAH July 2025 UAH v6.1 https://www.drroyspencer.com
https://www.youtube.com/watch?v=F4HGKbEqoWA
Manfred Haferburg im Schneesturm