Kältereport Nr. 16 /2026
Meldungen vom 13. April 2026:
Blizzards in den Hochlagen von Schottland
Kalte Luft ist wieder nach Europa vorgedrungen und hat in höheren Lagen – darunter auch in Schottland – für Neuschnee gesorgt.
Am Cairngorm Mountain fiel das ganze Wochenende über Neuschnee, wobei das Skigebiet weiterhin in Betrieb ist.
Etwa 100 km westlich davon meldete das Glencoe Mountain Resort am Sonntagmorgen Schneesturmbedingungen. Starke Winde schränken den Betrieb ein, doch in den höheren Lagen ist die Schneedecke sehr hoch.*
Beide Skigebiete bleiben für Skifahrer geöffnet.
Trotz aller Klagen des britischen Establishments wird die Schneedecke in Schottland als die beste seit fast einem Jahrzehnt beschrieben, und es soll noch mehr Schnee kommen.
Ähnlich hat sich auf dem Kontinent ein weiterer extremer „Schwung“ vollzogen, am deutlichsten sichtbar am Col de Couraduque (1.366 m) in den Pyrenäen:
*Einschub des Übersetzers dazu: Das Wesentliche dieses Vorgangs hat Cap Allon gar nicht erwähnt. Schnee in den schottischen Bergen ist nun wirklich nichts Besonderes – sofern die Kaltluft arktischen Ursprungs direkt von Norden einströmt. Der Weg über das eisfreie Nordmeer ist nämlich ziemlich kurz.
Das war hier jedoch nicht der Fall! Diese Schnee bringende Kaltluft kam nicht von Norden, sondern von Westen aus dem kanadischen Kältepol. Trotz des langen Weges über den warmen Atlantik hat sich diese Luftmasse nicht so stark erwärmt, dass die Schneefallgrenze die sonst übliche Höhe erreicht hat. Dafür gibt es zwei Ursachen: entweder ist die überströmte Meeresfläche außerordentlich kalt (davon zeigen die entsprechenden Graphiken jedoch nichts) oder die Temperatur zum Startzeitpunkt der Advektion aus dem kanadischen Kältepol war so außerordentlich niedrig, dass es anderer zusätzlicher Wärme bedurft hätte, diese Luftmasse aufzuheizen. Betrachtet man die vergangenen Kältereports, ist es ziemlich eindeutig, dass Letzteres der Fall sein dürfte. – Ende Einschub
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Nordindien: Die kälteste April-Nacht in Shimla seit 47 Jahren
In Shimla, einer Bergstadt im nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh, sank die Temperatur auf 3,6 °C – es war die kälteste Aprilnacht seit 1979 (als 3,4 °C gemessen wurden).
Auch die Tagestemperaturen brachen ein. Die Stadt erreichte nur 11,4 °C, den niedrigsten Tageswert im April seit zehn Jahren.
Und das war kein Einzelfall.
In ganz Himachal Pradesh sind die Tagestemperaturen in den letzten Tagen stark gesunken. Auslöser sind anhaltende westliche Lagen, die wiederholt Regen und für diese Jahreszeit ungewöhnliche Schneefälle in den höheren Lagen mit sich bringen.
Ähnliche Anzeichen für ungewöhnliche Kälte in der späten Saison sind in den letzten Jahren in ganz Nordindien zu beobachten. Kälteeinbrüche im April, die mit westlichen Lagen zusammenhängen, haben die Temperaturen wiederholt deutlich unter die saisonalen Durchschnittswerte gedrückt, was zu Ernteausfällen geführt und den Übergang zum Frühling verzögert hat.
Der Frühling kommt nicht reibungslos voran.
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USA: Der extrem kalte März in Alaska
Der März 2026 war in ganz Alaska von Kälte geprägt. Laut ERA5 lagen 96 % des Bundesstaates unter dem Referenzwert. Auf Bundesstaatsebene stuft NOAA/NCEI diesen Monat als den viertkältesten seit 1925 ein.
Regional war die Kälte weit verbreitet und extrem. Rund 20 % von Alaska verzeichneten den kältesten März seit Beginn der ERA5-Aufzeichnungen (1950), wobei nur im Jahr 2007 ein größerer Teil des Bundesstaates von „extremer Kälte“ betroffen war.
Insgesamt verzeichneten sechs Klimaregionen ihren kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen. Elf von dreizehn landeten unter den fünf kältesten. Auf lokaler Ebene verzeichneten mehrere Landkreise und Gemeinden ihren kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1925, darunter Anchorage, Juneau, Yakutat, Haines und Kodiak. Fairbanks erreichte seinen kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen.
Der Schnee hielt mit der Kälte Schritt.
Im Südosten Alaskas wurden extreme Gesamtmengen verzeichnet. Der Flughafen Juneau verzeichnete im Monatsverlauf 190 cm, was einen neuen Rekord um etwa 30 cm bedeutete. Die saisonale Schneemenge stieg über5 m, ebenfalls ein Rekord.
Die höchste monatliche Gesamtmenge erreichte 320 cm in Snettisham in der Nähe von Juneau.
Starker Schneefall erstreckte sich über die gesamte Region. Craig verzeichnete 109 cm, Ketchikan (10N) 90 cm und Sitka 80 cm. Dies sind die höchsten monatlichen Gesamtmengen seit einem Jahrzehnt oder mehr für diese Orte.
Ein überdurchschnittliches Schneewasseräquivalent bedeckte einen Großteil des östlichen Landesinneren bis hin zum Yukon und Teile des North Slope. Auch Anchorage schloss den März überdurchschnittlich ab.
Meereis verstärkte das Kältephänomen.
Im östlichen Beringmeer war eine ausgedehnte Eisbedeckung zu beobachten. Das Eis erreichte St. Paul Island am 4. März und umgab die Insel für den Rest des Monats. Am 12. März erreichte es St. George Island und hielt sich bis zum Monatsende in der Nähe der Insel.
Die Ausdehnung im östlichen Beringmeer war vergleichbar mit den Jahren mit hoher Eisbedeckung zwischen 2008 und 2012 und lag nahe an den Werten von 1976.
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Meldungen vom 14. April 2026:
USA: Spät-saisonaler Schneesturm in der Sierra Nevada
Ein Sturm Mitte April hat in der Sierra Nevada für eine drastische Wende gesorgt.
In Palisades Tahoe fielen innerhalb von 24 Stunden 56 cm Schnee, wodurch die Gesamtmenge innerhalb von drei Tagen auf 109 cm stieg. Die Schneefallgrenze sank auf etwa 1.200 m.
Ein zweiter schwerer Sturm traf weiter südlich ein.
In der Nähe von Mammoth Lakes fiel am Wochenende über 1 m Schnee, davon allein 108 cm zwischen Freitag und Sonntag. Aufgrund der Schneesturmbedingungen musste die Interstate 80 durch die Sierra gesperrt werden.
Die Wetterumschwung ist kein Einzelfall. Im gesamten pazifischen Nordwesten ist bis zum 16. April ein neuer Sturmzyklus im Gange. Prognosen sagen weitere 25–50 cm für höhere Lagen voraus.
Wichtige Skigebiete wie Mount Baker und Crystal Mountain werden davon profitieren, da kältere Luft Mitte der Woche die Schneefallgrenze senkt. Der frühe Schneefall wird dicht sein und sich mit sinkenden Temperaturen und steigendem Schneeverhältnis verbessern.
Der Wind bleibt der wichtigste einschränkende Faktor, insbesondere in den Cascades in Oregon, wo in der Anfangsphase Windböen bis 110 km/h erwartet werden.
Nach einem schwachen Winter hat ein später Wintereinbruch Kälte und Schneefall im Westen der USA zurückgebracht.
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Frankreich: Weiterhin Frühjahrs-Frost
Kalte Luft hält bis Mitte April weiterhin über weiten Teilen Europas Ein.
Am Morgen des 14. April wurde in Frankreich erneut Frost verzeichnet, vom Südwesten bis in den Norden. Die Temperaturen fielen in Mourmelon-le-Grand auf -3,4 °C und in Chaumont auf -2,2 °C.
Die Frostgefahr lässt in dieser Gegend nicht nach.
Stattdessen hält der nächtliche Frost unter klarem Himmel und unter dem Einfluss polarer Luft an – ein anhaltendes Kaltwetterphänomen, das Westeuropa erfasst hat, wo der Frühling ins Stocken geraten ist.
Für die Landwirte hat die wiederholte Frostgefahr dazu geführt, dass sie Frostkerzen angezündet haben.
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Eine Meldung vom 15. April 2026:
USA: Kaltluftvorstoß im Nordosten droht
An diesem Wochenende zieht eine kräftige Kaltfront über den mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten hinweg, wodurch die derzeitige Wärme ein Ende findet und die Temperaturen wieder deutlich unter den Durchschnitt sinken.
Der Auslöser liegt weiter nördlich. Eine Troglage, die mit dem anhaltenden Polarwirbel über der Hudson Bay verbunden ist – der für Mitte April immer noch ungewöhnlich stark ist –, lässt kältere Luft nach Süden strömen, während sich der Hochdruckkeil östlich davon auflöst.
Dies wird auch kein Einzelfall bleiben.
Die neuesten Modellläufe zeigen ein sich wiederholendes Muster: Über dem Osten baut sich ein Hoch auf, das dann zusammenbricht, wenn sich eine neue Tiefdruckrinne festsetzt. Jeder Zusammenbruch ebnet den Weg für einen weiteren Kälteeinbruch aus Süden.
Der Jetstream mäandriert stark und verläuft nicht zonal. Das sorgt für starke Schwankungen.
Stürme ziehen während jedes Übergangs entlang der Grenze, gefolgt von kälterer Luft. Die nördlichen Gebiete sind dem höchsten Risiko für Spätfrost ausgesetzt.
Das Kältereservoir über dem arktischen Kanada bleibt intakt.
Weiter südlich bleibt das Muster bestehen: Wärmeeinschübe. Dann kehrt die Kälte zurück.
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Eine Meldung volm 16. April 2026:
Kanada: Immer noch Schneezuwachs in den Rocky Mountains
Das Skigebiet Marmot Basin in den kanadischen Rocky Mountains in Alberta ist Mitte April noch immer in Hochform.
In den letzten 48 Stunden fielen dort 22 cm Schnee, die Schneedecke beträgt 153 cm, und alle Pisten bleiben bis in den Mai hinein geöffnet.
In den höheren Lagen verharren die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (bei etwa -6 °C bis -9 °C), wobei es die ganze Woche über weiterhin zu leichtem Schneefall und tagsüber nur zu einer sehr begrenzten Schneeschmelze kommt.
In der näheren Umgebung ist das Bild in den kanadischen Rocky Mountains einheitlich. Skigebiete im Westen Kanadas melden Neuschnee im April, wobei sich nach einer kurzen Warmphase wieder kältere Luft durchsetzt.
Dies entspricht dem allgemeinen Muster der Spätsaison.
In der gesamten nördlichen Hemisphäre liegt für diese Jahreszeit weiterhin überdurchschnittlich viel Schnee. Die neuesten FMI-Daten (14. April, siehe Grafik unten) zeigen, dass die Schneemasse über dem Normalwert liegt, sogar mehr als eine Standardabweichung darüber.
Trotz der spürbaren Schwierigkeiten im Westen der Vereinigten Staaten hält die Hemisphäre insgesamt ihre Schneedecke gut aufrecht und verliert sie nicht rapide, wie die Schlagzeilen vermuten lassen könnten. Die Rocky Mountains sind nur ein sichtbarer Teil davon.
Kurz gesagt: Der Westen bekommt noch einen späten Schub.
Ein Sturm hat kürzlich 1 m Neuschnee in die Sierra Nevada gebracht, wodurch Mammoth Mountain seine Saison bis Ende Mai verlängern kann. Geringere Schneemengen haben sich auch auf Teile des westlichen Landesinneren ausgebreitet, einschließlich der Rocky Mountains.
Kein vollständiger Aufschwung, aber sicherlich ein willkommener Schub zum Saisonende.
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Meldungen vom 17. April 2026:
Nordindien: Schnee in Kaschmir blockiert wichtige Verkehrswege
Starke Schneefälle im April beeinträchtigen weiterhin den Verkehr in den höheren Lagen von Jammu und Kaschmir, wobei mehrere wichtige Strecken derzeit gesperrt sind.
Die Achse Sonamarg–Minamarg und der Razdan Top bleiben am Freitag aufgrund anhaltender Neuschneefälle gesperrt. Mindestens bis Sonntag wird mit weiteren Schneefällen gerechnet.
Berichte vom 17. April bestätigen anhaltende starke Schneefälle am Razdan Top.
Weiter südlich fällt auch am Sinthan Top und entlang der Mughal Road Schnee.
Die Behörden raten von Reisen auf den betroffenen Strecken bis mindestens Dienstag ab, weil man hofft, dass sich die Lage dann allmählich stabilisieren könnte.
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Japan: Schnee-Korridore
Die Tateyama-Kurobe-Route wurde am 16. April für die Saison 2026 eröffnet und führt durch tiefen, festgefahrenen Winterschnee in den Nordjapanischen Alpen.
Diese Route ist bekannt für ihre Frühlingsschneewände, und diese sind wieder in voller Größe zu sehen. Der Winterdienst hat einen Korridor durch meterhohen, festgefahrenen Schnee gebahnt.
Die Schneemenge dieses Winters ist ausreichend, der Zeitplan bleibt unverändert, und der Korridor sieht so aus, wie er Mitte April aussehen sollte – das Gejammer über sein Ende hat sich einmal mehr nicht bewahrheitet:
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 17 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 17. April 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE





