Klimadaten zur Hitzewelle im März – Wie langfristige Temperaturaufzeichnungen die gängige Klimadiskussion in Frage stellen
Matthew Wielicki
Die Schlagzeilen sagen das eine … die Daten sagen etwas ganz anderes
Denver und andere Städte haben gerade einen Hitzerekord für den Monat März gebrochen.
Die Medien stellten dies sofort als weiteren Beweis dafür dar, dass das Klimasystem durch menschliche Aktivitäten an seine Grenzen gestoßen ist.
Das Problem ist, dass dieser Rekord bereits 1971 aufgestellt worden war.
Die Höchsttemperatur vom Samstag brach zudem den Rekord für die höchste jemals im März gemessene Temperatur, der erst am Donnerstag und Freitag aufgestellt worden war, als in Denver 29,4 °C gemessen wurden. Der bisherige Allzeit-Temperaturrekord für den März lag bei 28,9 °C und wurde am 26. März 1971 gemessen. – Quelle
Wenn die heutige Hitze ein Zeichen für etwas Beispielloses ist, was genau geschah dann im Jahr 1971?
Allein diese Frage sollte uns dazu veranlassen, inne zu halten, bevor wir voreilige Schlüsse ziehen. Wenn wir uns von den Schlagzeilen lösen und die Daten tatsächlich genauer betrachten, zeichnet sich nämlich ein ganz anderes Bild ab.
Was die Langfrist-Aufzeichnungen tatsächlich zeigen
Um zu verstehen, was wirklich vor sich geht, müssen wir einen Schritt zurücktreten und über ein einzelnes Ereignis hinausblicken. Die landesweiten Temperaturrekorde für den März in Colorado, Kalifornien, Arizona und Washington reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück und vermitteln ein wesentlich umfassenderes Bild des Systems.
Was diese Aufzeichnungen zeigen, ist nicht Stabilität, gefolgt von plötzlichen Störungen. Sie zeigen ein System, das schon immer sehr variabel war.
In Colorado schwanken die Temperaturrekorde im März von Jahr zu Jahr dramatisch, wobei während der Warmperioden zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele moderne Werte erreicht oder sogar übertroffen worden waren.
Gleiches zeigt sich in Kalifornien, wo es im März zu starken Temperaturanstiegen gekommen war, lange bevor die jüngsten erhöhten Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre aufgetreten sind.
Arizona zeigt ein ähnliches Bild: Über den gesamten Zeitraum hinweg sind vereinzelte ausgeprägte Wärmeanomalien zu beobachten, darunter Phasen zu Beginn und in der Mitte des 20. Jahrhunderts, die mit denen der letzten Jahre vergleichbar sind.
Washington, das oft als klimatisch stabiler angesehen wird, weist die gleiche starke Variabilität auf, ohne dass sich ein klarer monotoner Verlauf abzeichnet, der auf einen einfachen linearen Zusammenhang mit den Konzentrationen von Treibhausgasen hindeuten würde.
Was in allen vier US-Bundesstaaten auffällt, ist nicht eine plötzliche Veränderung oder Beschleunigung, sondern eine anhaltende Variabilität. Warme Jahre treten gehäuft auf, kühle Jahre treten gehäuft auf, und Extreme sind in den gesamten Aufzeichnungen zu finden. Die moderne Zeit zeichnet sich nicht durch eine einzigartige Volatilität oder Beispiellosigkeit aus. Vielmehr fügt sie sich in ein seit langem bestehendes Muster von Fluktuationen ein.
Das ist genau das Bild der natürlichen Variabilität!
Das Klimasystem ist nicht statisch. Es ist dynamisch, nichtlinear und wird von einer Vielzahl miteinander in Wechselwirkung stehenden Prozesse beeinflusst. Wenn wir eine Messreihe auf mehr als ein Jahrhundert ausdehnen, steigt die Wahrscheinlichkeit, auf Extremwerte zu stoßen, naturgemäß an. Dies ist kein Beweis dafür, dass das System zusammenbricht. Es ist vielmehr ein Beweis dafür, dass das System lange genug beobachtet wurde, um sein gesamtes Spektrum offenzulegen.
Jedes Jahr wird irgendwo auf der Erde ein Rekord aufgestellt. Das ist kein Beweis für ein sich veränderndes System. Es ist das zu erwartende Ergebnis eines langen und immer größer werdenden Datensatzes. Je länger wir messen, desto mehr Extreme werden wir beobachten.
Das aktuelle Ereignis steht im Einklang mit einer gut verstandenen atmosphärischen Konfiguration. Über dem Westen der Vereinigten Staaten hat sich ein starker Höhenrücken gebildet, der mit einem Übergang von La Niña zu El Niño-Bedingungen und überdurchschnittlich warmen Küstengewässern im östlichen Pazifik zusammenfällt. Dies sind klassische Auslöser für regionale Hitzewellen. Sie haben in der Vergangenheit gewirkt und werden auch in Zukunft wirken.
Der historischen Zusammenhang darf nicht ignoriert werden!
Die stärksten Hitzewellen in der Geschichte der Vereinigten Staaten ereigneten sich nach wie vor zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere in den 1930er Jahren. Wie in meiner früheren Arbeit dargelegt, zeigen Hitzewellen keinen Zusammenhang mit den Treibhausgaskonzentrationen oder -emissionen in der Atmosphäre; die „Dust Bowl“-Ära bleibt der Maßstab für extreme Hitze in den Beobachtungsdaten. Diese Ereignisse traten zu einer Zeit auf, als die Kohlendioxidkonzentrationen in der Atmosphäre weit unter den heutigen Werten lagen.
Dies ist kein nebensächliches Detail. Es ist von zentraler Bedeutung für die Diskussion. Jede Behauptung, dass moderne Hitzewellen sich grundlegend unterscheiden, muss mit der Tatsache in Einklang gebracht werden, dass extremere Ereignisse schon unter ganz anderen klimatischen Bedingungen auftraten.
Behauptungen über die Zuordnung sind übertrieben
Uns wird immer häufiger gesagt, dass Ereignisse wie diese ohne menschlichen Einfluss nicht möglich gewesen wären. Diese Behauptung wird mit einer Gewissheit vorgebracht, die aus den zugrunde liegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht hervorgeht.
Attributionsstudien beobachten die Realität nicht. Sie simulieren sie. Sie vergleichen modellierte Welten mit und ohne menschliche Emissionen und weisen den Ergebnissen dann Wahrscheinlichkeiten zu. Das ist keine direkte Messung. Es handelt sich um eine Schlussfolgerung, die auf zahlreichen Annahmen beruht.
Wenn frühere Beobachtungen eindeutig belegen, dass ähnliche Ereignisse bereits stattgefunden haben, lässt sich die Behauptung nur schwer aufrechterhalten, wonach sie nur in einer sich erwärmenden Welt möglich sind.
Messungen sind wichtiger als den meisten bewusst ist
Ein weiterer oft übersehener wichtiger Aspekt ist die Frage, wie und wo Temperaturen gemessen werden. Viele der Messstationen, die zu diesen Aufzeichnungen beitragen, befinden sich in Umgebungen, die sich im Laufe der Zeit erheblich verändert haben. Flughäfen, expandierende städtische Gebiete und der Ausbau der Infrastruktur führen zu lokalen Erwärmungseffekten, die sich auf die gemessenen Temperaturen auswirken können.
Ich gehe darauf ausführlich in „Can We Really Trust the Global Temperature Record“ ein, wo ich untersuche, wie die Platzierung der Messstationen, Anpassungen und die Datenverarbeitung die endgültigen Temperaturaufzeichnungen beeinflussen können. Wenn wir neue Aufzeichnungen interpretieren, müssen wir nicht nur die Zahlen selbst berücksichtigen, sondern auch den Kontext, in dem sie gemessen werden.
Der größere Zusammenhang
Selbst vor dem Hintergrund eines moderaten Erwärmungstrends muss man sich bewusst machen, dass nicht alle Veränderungen schädlich sind. Weltweit ist die kältebedingte Sterblichkeit nach wie vor deutlich höher als die hitzebedingte.

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der Gesamtsterblichkeit in jedem Land, der derzeit auf nicht optimale Hitze und Kälte über den gesamten Untersuchungszeitraum zurückzuführen ist – d. h. auf Abweichungen in Richtung Hitze oder Kälte von der länderspezifischen Temperatur, bei der die Sterblichkeit am geringsten ist. Kälte ist derzeit für das 3- bis 10-fache der zuzuschreibenden Todesfälle verantwortlich. Quelle: https://www.nber.org/system/files/working_papers/w34313/w34313.pdf
Eine etwas wärmere Welt verringert die Exposition gegenüber extremer Kälte, die in der Vergangenheit für die menschliche Bevölkerung weitaus gefährlicher war.
In dem Artikel „The Temperature Illusion: Heat Hysteria Debunked“ erörtere ich, wie diese weiterreichenden Auswirkungen oft übersehen werden, während der Fokus einseitig auf Hitzeextremen liegt. Eine ausgewogene Bewertung muss jedoch beide Seiten der Medaille berücksichtigen.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Was diese Hitzewelle wirklich zeigt
Diese Hitzewelle zu Beginn der Saison ist real und bemerkenswert. Sie steht zudem voll und ganz im Einklang mit dem historischen Verhalten des Klimasystems. Betrachtet man sie im Kontext von mehrere Bundesstaaten umfassende Daten aus mehr als einem Jahrhundert sticht sie in keiner nennenswerten Weise als beispiellos oder anomal hervor.
Was es jedoch offenbart ist, wie schnell einzelne Ereignisse so dargestellt werden, dass sie in ein vorgefertigtes Narrativ passen. Anstatt als Teil eines komplexen und variablen Systems präsentiert zu werden, werden sie oft isoliert und als Beweis für eine einzelne Ursache hochgespielt.
Abschließende Überlegungen
Je länger und umfassender unsere Beobachtungsdaten werden, desto deutlicher erkennen wir, dass die Variabilität das bestimmende Merkmal des Klimas ist. Extreme sind nichts Neues. Sie sind zu erwarten. Mit dem Wachstum der Datensätze werden weiterhin Rekorde in beide Richtungen gebrochen werden.
Dies zu verstehen ist von entscheidender Bedeutung. Ohne diesen Kontext kann man viel zu leicht normale Variabilität mit etwas Außergewöhnlichem verwechseln.
Dr. Matthew Wielicki
Earth science professor-in-exile, climate and cultural realist, political orphan, pluralist, husband, father, friend, optimist, Irrational Fear Substack. Dr Matthew Wielicki also appears in the documentary Climate: The Movie on Clintel’s YouTube channel.
Link: https://clintel.org/the-first-heatwave-of-the-year-and-the-same-old-narrative/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




















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