Chris Morrison

Die Welt der Klimawissenschaft (die „etablierte“ Fraktion) steht unter Schock, nachdem in alten Eisbohrkernen festgestellt worden war, dass der Kohlendioxidgehalt stabil blieb, als die Welt vor etwa 2,7 Millionen Jahren in eine Eiszeit eintrat. Der CO₂-Gehalt von etwa 250 ppm (Teile pro Million) lag offenbar niedriger als oft angenommen, wobei für den folgenden Zeitraum von fast drei Millionen Jahren nur eine Schwankung von 20 ppm verzeichnet wurde. Zudem wurden während des gesamten Zeitraums keine Veränderungen des Methangehalts festgestellt. Massive Temperaturrückgänge mit gelegentlichen Anstiegen in den Zwischeneiszeiten scheinen stattgefunden zu haben, ohne die „Treibhausgaswerte“ zu beeinträchtigen, und diese Erkenntnis hat in Aktivistenkreisen fast schon Panik ausgelöst.

Der vor drei Millionen Jahren vermutete CO₂-Gehalt lag bei etwa 400 ppm – ein praktischer Richtwert, der herangezogen wurde, um die darauf folgende Eiszeit und einen Rückgang auf 250 ppm zu erklären. Aufgrund der kürzlich veröffentlichten Studie ist diese Erklärung nun problematischer geworden, und es wird zu Recht darauf hingewiesen, dass die Temperaturänderungen mit natürlichen Klimaschwankungen einhergingen. Leider werden ähnliche Erklärungen bei der Diskussion der heutigen Klimaveränderungen meist ignoriert, um die „Netto-Null“-Fantasie zu fördern. Einige klammern sich verzweifelt an eine dominante Rolle des CO₂, darunter auch einer der Autoren der in Nature veröffentlichten Ergebnisse. Der Mitautor erklärt, dass die Ergebnisse auf eine noch größere Klimasensitivität gegenüber der Erwärmungswirkung von CO₂ hindeuten. Kurz gesagt: Die Gesetze der Physik und Chemie werden zwar in großem Umfang auf eine Epoche angewendet, aber man versäumt es, dies auch auf eine andere Epoche zu übertragen.

Der Titel der Studie, die von 17 in den USA ansässigen Wissenschaftlern verfasst worden war, reichte aus, um in der von „gesicherten Erkenntnissen“ und der „Netto-Null“-Besessenheit geprägten Wissenschaftsgemeinschaft Alarmglocken läuten zu lassen [Titel übersetzt]: „Weitgehend stabile CO₂- und CH₄-Konzentrationen in der Atmosphäre über die letzten drei Millionen Jahre.“ Eine begleitende Arbeit, die den aus Eisbohrkernen abgeleiteten Wärmegehalt der Ozeane untersuchte, wurde ebenfalls veröffentlicht. Carrie Lear, Professorin für vergangene Klimata und Veränderungen des Erdsystems an der Universität Cardiff erklärte, dass die Artikel „die Rolle von CO₂ nicht neu definieren, sondern unterstreichen, wie empfindlich das Klimasystem ist … deshalb ist der heutige rasante CO₂-Anstieg so alarmierend“.

Ach ja. Selbst wenn die CO₂-Schwankungen minimal sind – wahrscheinlich innerhalb einer möglichen Fehlermarge –, sind sie dennoch für große Temperaturschwankungen verantwortlich. Die Gesetze der Klimawissenschaft stehen „fest“: Steigt, sinkt oder bleibt das Spuren-Atmosphärengas CO₂ im Allgemeinen stabil, ist es fast ausschließlich für große Schwankungen der globalen Temperatur verantwortlich. Unter dieser recht wackeligen Annahme muss der Mensch aufhören, Kohlenwasserstoffe zu verbrennen, und in ein neo-malthusianisches vorindustrielles Zeitalter zurückkehren.

Die Hauptautorin der Studie Julia Marks-Peterson merkte an: „Wir waren definitiv etwas überrascht. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnten sie darauf hindeuten, dass schon geringe Veränderungen der Treibhausgaswerte erhebliche Klimaveränderungen auslösen könnten.“ Das sei ein etwas beängstigender Gedanke, fügte sie hinzu – möglicherweise mit Blick auf künftige Fördermittel. „Könnten darauf hindeuten“ leistet hier ganze Arbeit, und man könnte auch vermuten, dass es plausiblere Meinungen gibt.

Tim Naish, Professor für Geowissenschaften an der Victoria University in Neuseeland, sagte in einem Zitat im Magazin New Scientist, es sei „viel zu früh, das Kind mit dem Bade auszuschütten“. Gott bewahre den Gedanken, dass dem Kind der Laufpass gegeben werden sollte, womit eine 40-jährige, wissenschaftlich wenig fundierte Dämonisierung von CO₂ und die damit verbundene Förderung eines extrem linken Netto-Null-Traums ein Ende fänden.

Die jüngste in „Nature“ veröffentlichte Studie liefert einen Einblick in das „blaue“ Eis der antarktischen Urzeit, das im Gebiet der Allan Hills entnommen worden war. Sie reicht zeitlich weiter zurück als die üblichen 800.000 Jahre, die Eiskernaufzeichnungen abdecken. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass in den letzten drei Millionen Jahren, als der Meeresspiegel sank und sich die Eiszeiten verschärften, die Konzentration der wichtigsten Treibhausgase bemerkenswert stabil blieb. Zum ersten Mal hat die Studie die direkten Gasmessungen bis in das späte Pliozän zurückverfolgt. In den letzten drei Millionen Jahren bis zum Beginn des Pleistozäns zeigten die globalen Temperaturen einen langfristigen Abkühlungstrend von mehreren Grad Celsius, unterbrochen von immer stärkeren Schwankungen zwischen den Eiszeiten. Bei Temperaturschwankungen zwischen den Eiszeiten, wie im aktuellen Holozän, steigen die Temperaturen oft um 5 °C und mehr.

Kritiker, welche die Beweise aus Eiskernen herunterspielen wollen, behaupten oft, diese seien zu ungenau, um ein vollständig präzises Bild der Gaskonzentrationen und Temperaturen zu liefern. Doch sie sind präzise genug, um einen allgemeinen Einblick in die zyklischen Abläufe zu gewähren. Sie bleiben die Quelle für einige der besten Daten, die wir über das Klima der Vergangenheit haben. Sie sind zweifellos genauer als die meisten indirekten Belege aus Millionen von Jahren. Doch unabhängig davon, welche Beweise herangezogen werden, ist es schwierig, einen offensichtlichen und kontinuierlichen Zusammenhang zwischen CO₂ und Temperatur über die gesamte geologische Aufzeichnung hinweg festzustellen, die 600 Millionen Jahre bis zum Beginn des reichhaltigen Lebens auf der Erde zurückreicht. Sicherlich gibt es keinen, der die politische Vorstellung rechtfertigt, dass der Mensch durch die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen den Klimathermostat steuert.

Tatsächlich sind die Belege so dürftig, dass Les Hatton, emeritierter Professor für Informatik an der Kingston University, kürzlich anhand von Eisbohrkernen feststellen konnte, dass im aktuellen Interglazial, das vor 20.000 Jahren begann, in jedem sechsten Jahrhundert ein Temperaturanstieg von 1,1 °C über einen Zeitraum von 100 Jahren zu verzeichnen war. Geht man 150.000 Jahre zurück, lag die Häufigkeit bei etwa einem von sechs bis einem von 20 Jahrhunderten. Keine dieser Erkenntnisse deutet darauf hin, dass die aktuelle Erwärmung ungewöhnlich ist oder in erster Linie durch menschliche Aktivitäten verursacht wird. Es versteht sich von selbst, dass keine dieser Erkenntnisse die Schlagzeilenmacher in den auf Narrative versessenen Mainstream-Medien kümmert.

Chris Morrison is the Daily Sceptic’s Environment Editor. Follow him on X.

Link: https://dailysceptic.org/2026/03/25/shock-new-evidence-showing-no-link-between-CO₂-and-temperature-over-last-three-million-years-stumps-net-zero-activists/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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