Anthony Watts

Vorbemerkung des Autors Anthony Watts: Viele von Ihnen erinnern sich vielleicht daran, dass ich 2006 mit meiner Skepsis gegenüber dem Klimawandel begann, als ich mir die Farbe auf den Wetterhütten ansah – denn es gab eine Veränderung von der ursprünglichen Kalkfarbe aus den 1890er Jahren hin zu moderner Latexfarbe. Ich vermutete eine Verzerrung und ging davon aus, dass Latexfarbe den Schutzraum aufgrund ihrer unterschiedlichen IR-Signatur wärmer machte. Temperature-Sensortests über einen Monat hinweg bewiesen, dass ich Recht hatte. Als ich mir jedoch die Temperaturapparaturen in meiner Gegend ansah, entdeckte ich ein noch größeres Problem: Die meisten befanden sich in der Nähe von Wärmequellen und Kühlkörpern, was im Widerspruch zu den von der NOAA selbst veröffentlichten Standortstandards stand. Damit begann meine Reise, um aufzudecken, wie schlecht das Netzwerk zur Temperaturbeobachtung tatsächlich war. Umfassende Berichte, die ich 2009 und erneut 2022 verfasste, zeigten, dass die Messungen ein riesiges, warm verzerrtes Durcheinander waren. Dieser Artikel ist über 10 Jahre alt, aber ich habe ihn irgendwie übersehen. Dieses Versäumnis möchte ich nun korrigieren.

Zu diesem Chaos kommt nun noch folgende Enthüllung hinzu: Das Australian Bureau of Meteorology hat die Größe der Wetterhütten auf etwa 25 % des ursprünglichen Volumens reduziert und keine Paralleltests durchgeführt, um zu überprüfen, ob diese Umstellung Auswirkungen hat. – Ende Vorbemerkung

Craig Kelly von der AFEE in Australien schreibt auf X.com:

Die von Fachkollegen geprüfte Wissenschaft bestätigt, dass die Verkleinerung der Wetterhütten die Durchschnittstemperaturen über ein Jahr hinweg um 0,54 °C erhöht hat und an heißen Sommertagen die Höchsttemperatur um 1,7 °C steigen lassen kann (Quelle). Dennoch leugnet das BOM die Existenz dieser von Fachkollegen geprüften wissenschaftlichen Erkenntnisse, tut so, als gäbe es sie nicht, und behauptet, dass die Verkleinerung der Hütten um 74 % keinen Einfluss auf die gemessenen Temperaturen hatte.

Die Graphik wird hier gleich in deutscher Übersetzung gepostet. A. d. Übers.

Darüber hinaus wurden an jeder Wetterstation, an der das BOM die traditionellen „großen“ Wetterhütten durch kleinere ersetzt hat, die großen Hütten noch am gleichen Tag abgerissen und durch die kleinen ersetzt. Dies steht im Widerspruch zu langjährigen Verfahren, nach denen bei einem Wechsel der Messgeräte parallele Daten aus beiden Aufbauten aufbewahrt werden müssen, um festzustellen, ob der Gerätewechsel zu einer Erwärmung oder Abkühlung in den Aufzeichnungen geführt hat.

Falls man die Temperaturen künstlich in die Höhe treiben und neue „Rekordhitzetage“ schaffen wollte, um Propaganda für den Klimakult zu betreiben, würde man genau das tun, was das BOM getan hat: die Größe der Wetterhütten verkleinern. Und wenn man seine Verfehlungen und Betrügereien vertuschen wollte, würde man die großen Hütten abbauen und sie noch am gleichen Tag durch kleine ersetzen, damit es keine parallelen Daten gibt – genau das hat das BOM getan.

Anbei finden Sie ein Foto aus dem Jahr 1947 vom Sydney Observatory, das die Thermometer zeigt, die offiziell die Temperaturen in Sydney aufzeichneten und in einer traditionellen „großen“ Wetterhütte untergebracht waren – mit einem Innenvolumen von etwa 0,23 m³. Das BOM hat die Größe der Wetterhütten verkleinert und das Innenvolumen auf nur noch 0,06 m³ reduziert – eine Verringerung um 74 %. Um wie viel höher werden die gemessenen Temperaturen an einem heißen und windstillen Tag in dem kleineren Schirm sein, wenn die Hütten auf diese Weise verkleinert werden?

Abbildung 1. Innenansicht der großen Wetterhütte am Sydney Observatory im Jahr 1947 (oben, Schwarz-Weiß-Bild) und der kleinen Hütte am Flughafen Wagga Wagga im Juni 2016 (unten, Farbbild). Während die Thermometer in der 230-Liter-Hütte auf gleicher Höhe angebracht sind, befindet sich die elektronische Sonde in Wagga Wagga etwa 2 cm näher an der Rückseite der Hütte, die nach Norden zur Sonne ausgerichtet ist. Laut Metadaten wurde die 60-Liter-Hütte in Wagga Wagga am 10. Januar 2001 installiert, und obwohl die Thermometer am 28. April 2016 entfernt worden waren sind keine Vergleichswerte verfügbar. Quelle: BoMWatch

Aus der Studie:

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Im Vergleich zur großen Wetterhütte wurde in der mittelgroßen Hütte das ganze Jahr über eine Überhitzung der Lufttemperatur festgestellt. Diese Verzerrung wirkte sich auf die täglichen Höchsttemperaturen aus, insbesondere während der warmen Jahreszeit (Oktober bis Mai) und um 13:00 UTC.

2. Die Wetterbedingungen, die diese Überhitzungsabweichung verstärken (statistisch nicht signifikant), stehen im Zusammenhang mit klarem Himmel, hoher Sonneneinstrahlung, schwachen Winden und niedriger relativer Luftfeuchtigkeit.

3. Ein Vergleich mit nahe gelegenen Stationen hat gezeigt, dass die unterschiedliche Größe der natürlich belüfteten hölzernen Wetterhütten einen Einfluss auf die mittlere, maximale und tägliche Lufttemperatur hat. Untersuchungen dieser Art sind entscheidend, um Inhomogenitäten zu beseitigen und die räumlich-zeitliche Variabilität und langfristigen Trends der Temperaturmessungen in Bodennähe genau zu bewerten.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/02/08/another-temperature-bias-the-shrinking-stevenson-screen-warming/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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