Nun, 30 Jahre später und nach vielen Gesprächen über die „Konkurrenzfähigkeit“ zu  Kohle, Gas und Atom,  werden sie immer noch wie unzähmbare Kleinkinder behandelt. Und genau wie brüllende Gören spucken sie ihre Wut schnell heraus, wenn der Gedanke, ihre Subventionen zu kürzen, ernsthaft in Erwägung gezogen wird.

Stephen Moore hat mehr als nur ein bisschen Spaß daran, die Inkonsistenz zwischen den Behauptungen der Wind- und Solarindustrie – wettbewerbsfähig gegenüber ernsthaften Energieerzeugungsquellen zu sein, und ihre gegenteiligen Bemühungen, sicherzustellen – dass die massiven Subventionen, ohne die sie nicht überleben könnten, bis zum Kommen des Königreichs andauern.

 

Ein Fortschreiben der Subventionen hilft der Windindustrie nicht

Stephen Moore, Washington Times

ANALYSE / MEINUNG:

Letzte Woche gab der Lobby-Arm der Windenergiebranche eine nicht überraschende, wenn auch etwas peinliche Ankündigung ab. Die Windindustrie will eine längere Dauer der Bundeszuschüsse. So viel zum Thema Wind als kostengünstiger Energieträger der Zukunft.

Vor weniger als einem Jahr hatte die American Wind Energy Association mit großer Begeisterung eine Presseerklärung veröffentlicht, die vom Medienunternehmen  Bloomberg aufgegriffen wurde: „Amerikas Windparks sind bereit, es alleine zu machen.“ Senator Chuck Grassley aus Iowa, ein Republikaner, der diese Windindustrie seit dem Beginn der Bundesförderung im Jahr 1992 nachdrücklich unterstützt, war des Lobes voll, dass die Windindustrie endlich „erwachsen“ und Windparks nun „wettbewerbsfähig“ seien.

Ist schon gut.

Der Sinneswandel von Big Wind war vorhersehbar, als dieses Werbegeschenk der Steuerzahler –  bei dem die Steuerzahler grundsätzlich 30 Prozent der Kosten für die Stromerzeugung aus Wind übernehmen müssen – zum ersten Mal in Kraft trat. Die Lobby für erneuerbare Energien hatte zugesagt, dass sie sich aus dem Bundessteuer – Rollstuhl heben und innerhalb von fünf Jahren allein selbst gehen würde. Aber wie am Schnürchen, wurden sie alle fünf Jahre wieder beim Kongress vorstellig und haben um eine Verlängerung gebeten – so wie der Oliver im Märchen mit seiner Brei-Schüssel gefragt hat: „Bitte, Sir, könnte ich noch mehr haben.“

Besonders interessant war, warum Big Wind der Meinung ist, dass es „noch mehr davon“ bekommen muss. Die Verantwortlichen der Branche erwähnten die harte Konkurrenz durch Erdgas, die nicht verschwindet. Erdgas ist heute in den meisten Märkten die mit Abstand kostengünstigste Stromerzeugungsquelle. Dank der Schiefergasrevolution sind die Erdgaspreise um rund zwei Drittel gefallen. Dies bedeutet, dass nur mit einer sehr großzügigen Unterstützung der Steuerzahler, zusätzlich zu den lokalen Mandaten, die lokale Energieversorger zum Kauf von Wind- und Solarenergie zwingen, „umwelt(un)freundliche“ und volatile Energien überhaupt angeboten werden können.

Big Wind kündigte an, sich für weitere Subventionierung einzusetzen, damit die Windenergie mit den Subventionen der Solarindustrie „gleichgestellt“ wird. Die Sonnengötter der Solarindustrie haben noch höhere Subventionen als Windproduzenten. Sie haben tatsächlich Recht. Pro Einheit Strom erhält der  Sonnenstrom das Fünffache des Windstroms. Und der Wind bekommt fünfmal mehr als Kohle und Erdgas. Jetzt geht der Subventionswettlauf also weiter.

In den letzten 30 Jahren hat die Branche für erneuerbare Energien  mehr als weit über 100 Milliarden US-Dollar von Bund, Ländern und Gemeinden erhalten. Dabei liefern sie jedoch immer noch ziemlich unbedeutende Beiträge zur Gesamtenergieerzeugung Amerikas – sie machen etwa 5 bis 10 Prozent der gesamten Energieerzeugung des Landes aus. Die vernünftige Lösung wäre natürlich, alle föderalen Energiesubventionen zu streichen und einfach gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Kohle, Atom, Erdgas, Sonne und Wind zu schaffen. Angesichts der derzeitigen Hysterie bezüglich der fossilen Brennstoffe und der Bewegung, grüne Energie um jeden Preis zu fördern, ist die Idee, einen wirtschaftlich effizienten Energiemarkt zu schaffen, jedoch fast so wahrscheinlich, wie dass die Hölle zufriert – was nicht so schnell passieren wird, wegen der propagierten globalen Erwärmung.

In Anbetracht der mächtigen Lobby der Grünen Bewegung auf dem Capitol Hill [und in allen westlichen Ländern], brauchen Sie sich nicht wundern, wenn die staatliche Hilfe weiter fließt. Aber auch hier sehen wir wieder den zentralen Widerspruch zur Modeerscheinung der Grünen Energie. Einerseits wird von der enormen Kosteneffizienz grüner Energie im 21. Jahrhundert geschwärmt. Es wird uns gesagt, dass wir in den nächsten zehn Jahren 50 Prozent, 60 Prozent und sogar 100 Prozent aus „erneuerbarer“  Energie ohne höhere Kosten für Verbraucher oder Unternehmen bekommen können.

Wenn das so stimmt, warum müssen die Subventionen dann unbegrenzt fortgesetzt werden? Wenn mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Steuergeldern keine sinnvolle Entwicklung hervorgebracht haben, wie soll es dann weitergehen?

Meine Vermutung ist, dass die Rettungsanker, die Washington der Wind- und Solarindustrie immer wieder hinwirft, mehr ein Fluch als Segen sind. Subventionen können süchtig machen wie Heroin. Ein kalter Schnitt der steuerlichen Unterstützung, würde die erneuerbare Industrie dazu zwingen, Strategien und Innovationen zu verabschieden, die sie zu lebensfähigen Wettbewerbern auf den Energiemärkten machen würden.

Notwendigkeit ist wirklich die Mutter der Erfindung.

  • Stephen Moore, ein Kolumnist der Washington Times, ist Senior Fellow der The Heritage Foundation und Mitautor von „Fueling Freedom: Exposing the Mad War on Energy“ (Regnery, 2016).

Washington Times

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2019/11/05/perpetual-infants-100-billion-in-taxpayer-subsidies-and-us-wind-solar-industries-still-want-more/

 

Ergänzung:

[…] Laut einer Studie hat die Energiewende Deutschland bis 2015 rund 150 Milliarden Euro gekostet. Bis 2025 könnte der Betrag auf über 500 Milliarden Euro ansteigen, wenn man den nötigen Ausbau der Verteilungs- und Übertragungsnetze mit einbezieht….

https://www.dw.com/de/subventionsmaschine-energiewende/a-38939942

[…] Düsseldorf Zwei bis drei Billionen Euro soll die Energiewende bis 2050 kosten. Das meiste davon zahlt über Umlagen seit Jahren der Verbraucher.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-das-ende-der-oeko-subventionen-naht/21185894.html?ticket=ST-79043877-zuAqYBCjrAxUlbAQc9od-ap1