Macron ist der neue Klimapräsident

So schnell verblassen Titel. War bisher unsere politische Leitfigur in Berlin fast unangefochten „die Klimakanzlerin“, musste sie diesen honorigen Titel der globalen Weltretterin schon wieder abgeben. Nichts hat es genutzt, dass Deutschland neben vielen anderen Ausgaben zur Weltrettung seine Atomkraftwerke stilllegt und gegen eine sündhaft teure, dafür aber absolut unstabile EEG-Versorgung eintauscht – versehen mit einer fast „läppischen“ Zuzahlung von ca. 25 Milliarden EUR im Jahr, welche die privaten Stromkunden alleine fürs EEG zahlen müssen.
Nun hat sie allerdings die vielen NGOs, Interessenverbände und künftige Klimaschutzgeld-Empfänger mit ihrer Rede beim Klimagipfel [3] tief enttäuscht, während gleichzeitig – fast wie aus dem Nichts – eine neue Leitfigur auftauchte, zu der die Bewunderung der „Klimaschützerintelligenz“ mit wehenden Fahnen hinübergeflogen ist.
Auch unsere Klimaberaterin, C. Kemfert , ist deshalb wohl von unserer sonst fast gottgleichen Kanzlerin abgefallen und hat einen harschen Nachruf auf sie und eine enthusiastische Krönungsrede auf den Neuen geliefert, beziehungsweise durch ihr Redakteursteam schreiben lassen.
KLIMARETTER.INFO 15. November 2017: [2] Macron ist der neue Klimapräsident
Tag zehn beim Klimagipfel in Bonn: Der französische Präsident stellt die frühere Klimakanzlerin in den Schatten …

Die Reformation der Klimareligion ist vertagt, dafür ein neuer Klimapapst gekürt

Dabei hat unsere Kanzlerin nur etwas gemacht, was sie sonst ganz, ganz selten wagt, da es ihr im Innersten ein Gräuel ist: Sie hat nachgedacht und danach gehandelt, zumindest wenigstens ein kleines, kleines bisschen. Bei der klimareligiösen Gemeinde kam dies jedoch einer Offenbarung des Bösen gleich und entsprechend waren die Reaktionen.
KLIMARETTER.INFO: [2] … Die Hoffnungen auf ein Zeichen aus Deutschland in Sachen Kohleausstieg waren groß, aber unrealistisch. Eingezwängt ins enge Korsett der Sondierungen, sprach die Bundeskanzlerin am heutigen Mittwochnachmittag auf dem Klimagipfel in Bonn über „harte Diskussionen“ beim Klimaschutz. „Ich weiß, wie schwer das im eigenen Land ist“, so Angela Merkel. „Die Industriestaaten müssen einen großen Beitrag leisten“, gestand sie ein. „Aber das bringt auch erhebliche Konflikte mit sich, die wir lösen müssen.“
Nichts steht in der Rede unserer (ehemaligen) Klimakanzlerin [3] von auch nur einem leisen Zweifel am menschengemachten Klimawandel und dass Deutschland nicht weiterhin beim Retten der Welt führend sein soll. Es steht lediglich, dass sie in ihrem Land inzwischen etwas Probleme mit einer Opposition dagegen hat und sie nicht mehr so vollkommen unangefochten an der Spitze steht, um jeden Alleingang und die Kosten dafür gnadenlos „durchdrücken“ zu können.
Ihr Zeitpunkt war jedoch unglücklich gewählt. Wer – der ca. 25.000 zum Klimakampf nach Bonn gereisten Klimawandelkämpfer – konnte auch der neuen Heilsfigur Macron widerstehen, welche ihr Anliegen erkannt hat und versprach, davon „besessen“ zu sein und die Wünsche „obsessiv“ umzusetzen. Dazu einen Zeitplan „sofort“, der wirklich keine Zweifel zulässt. Einfach kein Vergleich mit der in ihren Reden nicht immer ausdrucksstarken, schon gar nicht aufwühlenden, deutschen Kanzlerin.
KLIMARETTER.INFO: [2] … Die einst gefeierte Klimakanzlerin überließ Applaus und Lorbeeren des Auditoriums dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron: Der preschte nach der ernüchternden Rede der Kanzlerin mit klaren Worten vor. „Wir sind besessen davon, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, erklärte Macron unter tosendem ApplausFrankreich habe nur eine Obsession– endlich zu handeln, und zwar sofort …
Macron stellte auch klar, dass er sofort Erfolge sehen will. „Unser Planungshorizont ist: jetzt.“

Macron will in den nächsten Monaten einen europäischen CO2-Zertifikatepreis von 30 Euro pro Tonne einführen

Wie rettet man die Welt nun vor dem sich immer schon wandelnden Klima? Einfach und alleine mit den drei Zeichen – der klimareligiösen Dreifaltigkeitsformel – CO2. Man nehme den Pflanzen ihren lebensnotwendigen Luftdünger weg – und schon ist man ein Retter. Weil das Wegnehmen nicht so einfach ist, natürlich nur im ersten Zwischenschritt, dem teurer machen, eine banale Standardübung für „große“ Politiker.
KLIMARETTER.INFO: [2] … Während Merkel vor allem von Konflikten spricht, will Macron in den nächsten Monaten einen europäischen CO2-Preis von 30 Euro pro Tonne einführen …
Dafür vergessen die Klimaenthusiasten, dass praktisch alle Staaten mit weniger CO2-Ausstoß, sofern sie nicht durch die Natur mit viel Wasserkraft gesegnet sind (oder kaum Industrie haben) ihre Reduzierungen nur dank viel Atomkraft erreichen.
Frankreich, als Atomkraft-Vorreiter in Europa gewinnt 80 % seiner Elektroenergie aus dieser, angeblich doch latent „tödlichen“ Kraft der Kernspaltung, welche im Merkelland deshalb abgeschaltet wurde und bald endgültig auch wird.

Frankreichs Stromproduktion nach Erzeugungsart; Grafik R. Schuster


Aber am falschen Ort ist Kernkraft-Gefahr für die Weltrettungs-NGOs unwichtiger als der daraus resultierende CO2-Segen. Und Kohle, welche Deutschland infolge der KKW-Abschaltungen deshalb notgedrungen als einzige mittelfristige Alternative verbrennen muss, mutiert eben zum Hauptteufel [5]. Und gefallene Teufel muss man strafen.
Leider kostet diese Strafe, welche Herr Macron zur sofortigen Rettung des Klimas ausspricht, den deutschen Untertanen dann jährlich schlappe 22,5 Milliarden EUR an zusätzlichen Kosten:
Daten Umweltbundesamt für 2015:
CO2 Emission: 902 Mt. Bisherige Zertifikatekosten: ca. 5 EUR / t, somit 4,51 Milliarden EUR jährliche Kosten.
Beim von Herrn Macron geforderten Zertifikatepreis von 30 EUR / t sind es insgesamt 27,057 Milliarden EUR, also 22,55 Milliarden EUR jährlich mehr.
Damit bezahlt Deutschland mindestens übergansweise jährlich die 25 Milliarden EUR EEG-Kosten und zusätzlich 22,5 Milliarden erhöhte Zertifikatekosten, in Summe 47,5 Milliarden EUR Mehrkosten (zuzüglich der 5 EUR / Tonne CO2 die bisher schon anfallen), absolut damit 640 EUR jährlich pro Untertan.

Deutsche Interessenverbände wollen es dann als Klimaschutzsteuer für die Ökokirche (in der jeder Untertan Zwangsmitglied sein muss) erweitern

Selbstverständlich ist das der Anfang und nicht das Ende. Wer davon einen Vorteil hat, kann gar nicht genug fordern. Wo es doch vor allem gegen das Klima und die schlimmen, es zerstörenden Konzerne – und nur ein bisschen einem selbst – nutzt:
Solarenergie Förderverein Deutschland E.V.: [5] CO2-Steuer jetzt!
… Die fossilen Energieträger werden uns (ebenso wie die nuklearen) als „billig“ angepriesen, doch die meisten der von ihnen verursachten Kosten stehen nicht auf der Rechnung, sondern sind „externalisiert“: Sie werden nicht von ihren Urhebern, sondern von der Allgemeinheit bezahlt . Das bezieht sich auch auf die Treibhausgase, allen voran: CO2. Die Konzerne – Shell oder RWE, um zwei Beispiele zu nennen – können nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn z.B. ein im Rahmen des Klimawandels entstandener tropischer Wirbelsturm philippinische Inseln verwüstet.

Mit 75 EUR je Tonne C02 wird es für den deutschen Michel dann planungssicher erweitert

Solarenergie Förderverein Deutschland E.V.: [5] … Im Kampf gegen den Klimawandel kommt der „Dekarbonisierung“ der Energieerzeugung – also dem Abschied von den fossilen Energiequellen – eine Schlüsselrolle zu. Dieser Prozess kann nur durch den mutigen Ausbau Erneuerbarer Energien – vor allem Solarenergie und Windenergie, zusammen mit den geeigneten Speichertechniken – geschafft werden. Angesichts der verheerenden Klimawandel-Folgen sind entschiedene politische Schritte nötig, um diesen bereits angelaufenen Umbau zu beschleunigen.
Grundzüge einer CO2-Steuer in Deutschland
1. Die Freisetzung von CO2 wird in Deutschland mit einer mengenbezogenen Steuer belegt. Als Zielmarke dieser Steuer wird ein Betrag von 75 Euro je Tonne CO2 festgelegt. Die Steuer wird zunächst mit einem Betrag von 30 Euro je Tonne eingeführt und steigt dann jährlich um 5 Euro pro Tonne, bis sie im zehnten Jahr die Zielmarke erreicht. Durch diese Sukzessiv-Einführung haben alle Akteure Planungssicherheit, um sich auf die sich verändernde Anreizstruktur einzustellen.
2. Solange der EU-Emissionszertifikatehandel besteht, werden die
Kosten für die Zertifikate vollständig auf die CO2-Steuer angerechnet. Eine Doppelbelastung wird so vermieden.

Dieses allumfassende Zahlsystem für den Entzug der Grünpflanzen von ihrem Luftdünger – einbezogen die klimatödlichen „Abgase“ aus den Hintern bäuerlicher Tiere – kostet jeden einzelnen, deutschen Untertanen vom Greis bis zum Kind dann bald um die 1.500 EUR im Jahr, die Zusatzkosten sind dabei natürlich weggelassen. Da ein Teil des Geldes an die (Potentaten der) Untertanen armer Länder verschenkt wird, kommt bestimmt ausreichend Dank an die „lieben, deutschen Klimaschutzgeld-Spender“ zur Kompensation zurück.

Wenn keine Kohle mehr verbrannt wird, wird es wieder billiger?

Stellen sich wohl viele der 86 % vor (sofern diese überhaupt über Kosten und Nutzen nachdachten), welche zustimmten, dass alle Verbraucher einen Beitrag zum Klimaschutz leisten sollten (Quelle: Statista). Dann gibt es ja keine Zertifikatekosten mehr und der Energiepreis kehrt wieder zu den alten, niedrigen Werten zurück. Um die Illusion zu erkennen, muss man jedoch nur die Forderungsdeklarationen der Interessenverbände genauer lesen. Die Zertifikatekosten sind die Kosten, welche die alternativen CO2-Vermeidungswege haben und dienen nur dazu, frühzeitig eine Kostenparität herzustellen, damit die Alternativenergie so „billig“ wie die künstlich verteuerte wird. Auch sollte man nicht außer Acht lassen, dass Gebühren und Steuern seltenst nach dem sie „überflüssig“ wurden, wieder abgeschafft werden. Zu viele haben sich an den Geldregen gewöhnt und gerade der Staat – und hier ist die geldhungrige EU-Bürokratie noch mit beteiligt – hat noch nie begonnen, durch Sparen Zusatzeinnahmen überflüssig zu machen.

Es muss schnell gehen, denn die bayerische Umweltministerin kann dem Klimawandel bereits beim Arbeiten zusehen

Wenn die deutschen Hofberichts-Zeitungen Mitglieder des politischen Hochadels befragen, fragt man sich immer öfters, ob man lachen, oder weinen soll, oder beides gleichzeitig, so schlimm ist das Niveau gesunken. Bald kommt ja noch die Pflicht zur „Leichten Sprache“ dazu und dann haben wir uns an internationales Niveau angepasst.
An sich ist es jedoch unwichtig, wer die bayerische Umweltministerin befragt. Die Antworten sind sowieso immer die einer Sprechpuppe von Frau Hendricks. Wie Frau Hendricks den Klimawandel „täglich spüren kann“, so konnte ihn Frau Scharf in Bayern erweitert „mit den Händen greifen“ und nun sieht sie ihm bereits beim Arbeiten zu. Mit Halluzinationen kann man heutzutage – sofern man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist – entscheiden, geht man in die Klapsmühle, oder wird man damit nicht besser Umweltminister*in.

Bild Frau Ministerin Scharf eröffnet die Bayerische Klimawoche 2015. Bildquelle: CSU Landtag Aktuelles 17.07.2015


Man erinnere sich. Die von Frau Hendricks „ausgebildeten“ Klimabotschafter*innen wurden informiert, dass kein Beitrag zu klein wäre:
[8] heißt uns Bundesumweltministerin Barbara Hendricks per Videobotschaft willkommen … am Ende betont sie: „Welchen Beitrag Sie auch immer bereit sind zu leisten: Kein Beitrag ist zu klein“.
Den Autor hätte es gewundert, wenn diese Ministerin auf Landesebene diese Vorgabe nicht aufgenommen und selbst als Ratschlag umgesetzt hätte:

Augsburger Allgemeine 07. Dezember 2017: [6] Was Umweltministerin Ulrike Scharf beim Klimagipfel erreichen will
Frau Scharf, Sie fliegen nicht, sondern fahren mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV nach Paris. Ist das ein Signal für die Klimakonferenz?...
Ministerin Scharf: Ich will, dass Klimaschutz zum Mitmach-Projekt wird. Jeder kann etwas gegen die Erderwärmung tun. Und sei es nur, einmal öfter auf das Fahrrad umzusteigen. Es gibt ganz viele Möglichkeiten. Jeder kann seinen Beitrag leisten und sich klimaschonend verhalten. Das gilt auch für meine Fahrt nach Paris….
Ministerin Scharf: Es geht um die Zukunft der Welt. Und es geht auch um die Zukunft unserer Heimat. Wir können dem Klimawandel beim Arbeiten zusehen
… Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle betrifft. Für mich ist es wichtig, regionale Produkte zu kaufen, das spart Transportwege. Und ich verzichte zum Beispiel auf Plastiktüten. Aus vielen kleinen Schritten wird ein großer….
Wie vorbildlich unsere modernen Vordenker*innen sind: Sie fahren absolut unbequem zur Klimabuße mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV erster Klasse auf Spesen nach Paris und verzichten dazu auch noch auf Plastiktüten. Mehr Kasteiung fürs Klima ist kaum möglich.

Bundespräsident Steinmeier liebt es theatralischer, aber ohne Selbstkasteiung

Ausschnitte aus der Rede des Bundespräsidenten Frank Walter Steimeier auf der 23. Weltklimakonferenz in Bonn.
Sie trägt seinen unverkennbaren, gestelzten Ausdruck und besteht in Wirklichkeit nur aus einer Listung von sachlichen Fehlern – welche auf einer Konferenz mit 25.000 „Fachpersonen“ aber von niemandem (negativ) bemerkt wird:
F. W. Steinmeier, Redeausschnitt: Wir wissen um die Dramatik und spüren die Folgen schon heute.
Wir spüren sie, wenn wir auch im Winter durch leere Alpentäler wandern – Täler, die vor fünfzig Jahren noch randvoll mit Gletschereis standen.
Wir spüren sie, wenn das Meer immer öfter über das Land kommt und zugleich, weit entfernt, ganze Städte im Wüstensand verschwinden.
Und wir spüren sie, wenn im Atlantik der Golfstrom erlahmt und zugleich am Schelfrand der Polkappen immer größere Eisberge kalben.
Am drängendsten spüren wir die Folgen des Klimawandels aber dann, wenn Umweltveränderungen und extreme Wetterereignisse Jahr für Jahr die Heimat tausender Menschen zerstören. Wenn verheerende Dürren und Hungersnöte die Bevölkerung ganzer Landstriche in die Flucht treiben.
Und wenn all dies dann immer häufiger auch zur Ursache von Krisen und blutigen Konflikten wird.
Mir jedenfalls bleibt kein Zweifel: Diese Dramatik, diese Dringlichkeit – sie mahnt uns alle zu großer Eile – und zu entschlossenem Handeln!
Hinweis: Diesen Redeteil kann man mit ergänzendem Kommentar (der die sachlichen Fehler beschreibt) versehen auf:

SCIENCE SCEPTICAL BLOG: Klimagipfel in Bonn: Rede zum Klimawandel von Bundespräsident Steinmeier mit Kommentaren lesen.
Quellen
[1] EIKE: Nochmals Fidji, die eher aufsteigenden, als untergehenden Atolle
[2] KLIMARETTER.INFO 15. November 2017: Macron ist der neue Klimapräsident
[3] Achgut, Rede der Bundeskanzlerin auf der Klimakonferenz: Der Klimawandel ist für unsere Welt eine Schicksalsfrage
[4] TYCHIS EINBLICK 16.11.2017: Messungen von Schrottwert Klimagipfel – Bonn, Fidschi und der Meeresspiegel
[5] Solarenergie Förderverein Deutschland E.V.: CO2-Steuer jetzt!
[6] Augsburger Allgemeine 07. Dezember 2017: Was Umweltministerin Ulrike Scharf beim Klimagipfel erreichen will
[7] EIKE 21.11.2015: Die bayerische Umweltministerin Frau Scharf: Extremwetter, Extrem-Hochwasser und die Unberechenbarkeit des Wetters nehmen zu. Doch stimmt das wirklich?
[8] EIKE 19.10.2017: Die junge Klimagarde mit der Weltrettungsbibel von Frau Hendricks auf dem Weg zum Train to Bonn
[9] Klima schützen Kohle stoppen

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