Sofern dies von der EU so beschlossen wird, dürften unsere Grünen und auch die Koalition in Schnappatmung übergehen und vielleicht einen EU- Austritt erwägen (müssen). Denn kann man sich vorstellen, dass Deutschland zu irrsinnigen Kosten und dem Ergebnis existenzieller Natureingriffe (im Norden sind schon ganze Landesbereiche durch flächendeckende Windrad-Verspargelungen praktisch unbewohnbar geworden) abschaltet und gleichzeitig der Hochrüstung mit AKWs um sich herum zusieht und auch noch mit bezahlt? Eine größere Politikposse scheint kaum denkbar – und dies vielleicht noch vor den nächsten Wahlen mit einer EEG-kritischen Aufsteigerpartei im Hintergrund.

Klar, dass der Spiegel nicht umhin kommt, besorgt die Gefährlichkeit der Atomkraft an der Grenze zu Deutschland mit zu erwähnen und dazu unsere Umweltministerin (promovierte Soziologin) als Zeugen anzuführen:

[1] Enthüllungen über solche Verschleißerscheinungen hatten im April auch in Deutschland für Aufregung gesorgt. Das AKW Tihange liegt nur 70 Kilometer von Aachen entfernt. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte Belgien seinerzeit erfolglos aufgefordert, die betroffenen Reaktoren vorerst vom Netz zu nehmen.

Warum das Ausland auf solche Anti-Atomhysterie und politische Sprechpuppen nicht (mehr) hört, kann man in [2] und [3] nachlesen.

Die Grünen dürften aktuell froh sein, (noch) nicht in der Bundesverantwortung mit drin zu sitzen und so den Schwarzen Peter weiterreichen zu können:

[1]"Erwarten von Gabriel deutliche Worte"

Die Grünen kritisieren die Pläne der EU-Kommission massiv. "Die hochgefährliche Atomkraft darf keine Subventionen erhalten", sagt der Fraktionsvize Oliver Krischer. "Wir erwarten von Sigmar Gabriel deutliche Worte gegen diese absurden Atompläne der EU."

Bezug nehmend auf die jüngsten Krawalle im Lausitzer Braunkohlerevier über Pfingsten lautet vielleicht bald ein neuer Wahlslogan: Wollt ihr Kohle oder Atomkraft, eines davon ist alternativlos.

Quellen

[1] SPIEGEL ONLINE, 17.05.2016: Neue Reaktoren geplant  EU will Atomkraft massiv stärken

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_77857038/eu-will-atomkraft-massiv-staerken-neue-reaktoren-geplant.html

[2] ScienceBlogs: Kernkraftwerk Tihange und der Journalismus in der Demokratie

http://scienceblogs.de/wasgeht/2015/12/20/kernkraftwerk-tihange-und-der-journalismus-in-der-demokratie/

[3] Nuklearia, 4. Februar 2016: Belgische Rissreaktoren: Wie sicher sind Tihange 2 und Doel 3?

http://nuklearia.de/2016/02/04/belgische-rissreaktoren-wie-sicher-sind-tihange-2-und-doel-3/#more-3995

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Nachtrag vom 19.5.2016 von Autor Helmut Kuntz:

Nachtrag

Unser Justizminister H. Maas hat diese Entscheidung der EU zur Atomkraft nicht mitbekommen – wofür  sitzt man schließlich in einer deutschen Regierung, welche gewohnt ist der EU vorzuschreiben, was sie zu tun hat. Und so viel böses Gedankengut kann er sich alleine bei der AfD vorstellen.

H. Maas: [4] „Ich glaube, viele Wähler der AfD kennen deren Wertekosmos gar nicht. Diese Partei verlacht den Umweltschutz und will zurück zur Atomkraft.“

Nun begründet die EU die Atomkraft ausgerechnet auch noch mit Umweltschutz.

Also ist die AfD weit näher an der EU als unser Justizminister. Und sind die in Brüssel nun rechtsradikal, müssen vom deutschen Verfassungsschutz beobachtet werden und H. Maas kann denen nicht mehr die Hand schütteln? Fragen tun sich da auf – Erklärungen dazu am besten bei Achgut [4] nachlesen.

[4] Achgut.com, 18.05.2016: Warum läuft Herr M. Amok?