Bild rechts: Abbildung1
Wir wissen, dass sich die Schlagzeile auf die NOAA-Projektion bezieht, aber die Öffentlichkeit verinnerlicht nur den Terminus „wärmstes Jahr“. Das ist von Anfang an die Routine der Manipulation von Schlagzeilen durch Bürokraten und IPCC-Unterstützer. Die Behauptung kam nicht überraschend, weil die NOAA schon im Januar angefangen hat, das Jahr 2014 mit der Schlagzeile NOAA: January 2014 fourth-warmest on record zu apostrophieren. Verschiedene Monate des Jahres wurden benannt, zum Beispiel „NOAA: August 2014 Was The Warmest On Record,” mit dem Zusatz, dass er ein kleines bisschen zu warm war. Aber da hatte die NOAA schon berichtet:
Der Sommer des Jahres 2014 ist offiziell der wärmste seit Beginn moderner instrumenteller Aufzeichnungen vor über 130 Jahren. Dies geht aus dem jüngsten Klimastatusbericht des National Climatic Data Center der NOAA hervor.
Im Oktober hatte man das Jahr zusammengefasst:
Dies macht die ersten zehn Monate des Jahres 2014 zur wärmsten Januar-bis-Oktober-Periode jemals und schiebt das Jahr 2014 auf den Weg, das wärmste, in den bis zum Jahr 1880 zurück reichenden NOAA-Archiven verzeichnete Jahr zu werden.
Bob Tisdale schrieb eine exzellente Zusammenfassung der „ Anticipation [Erwartung] der beiden Reihen vom GISS und vom NCDC. Er war nicht überrascht, als diese Aufzeichnungen erschienen und zeigten, dass das Jahr 2014 um 0.02°C über dem bisherigen Rekord lag. Man erinnere sich, dies stammt aus einer Reihe, die in historischen Aufzeichnungen beschränkt war auf 0,5°C. Wir kennen auch die beiden Satelliten-Datenreihen, RSS und UAH, und beide zeigen, dass es nicht das wärmste Jahr war.
Um der Schlagzeile zu begegnen bräuchte man etwas sehr Dramatisches, weil es hinsichtlich der Temperatur 2014 nichts Signifikantes gibt, wie Tisdale in einem Beitrag mit dem Titel The Uptick in Global Surface Temperatures in 2014 Doesn’t Help the Growing Difference between Climate Models and Reality zu beweisen plant. Er ist daran interessiert zu sehen, wie Gavin Schmidt, Nachfolger von James Hansen am Goddard Institute for Space Studies (GISS) die Fackel weiterträgt. Die Historie zeigt, dass die GISS-Werte stets höher lagen als die Werte aus allen anderen Quellen. Das ist nur ein Indikator der Temperatur-Adjustierungen, die vorgenommen worden waren, um die AGW-Hypothese passend zur politischen Agenda zu machen.
Herausforderungen und Festlegungen [fixes] des IPCC
Wie belastbar ist die Behauptung bzgl. 2014? Im Kontext der letzten 10.000 Jahre ist das bedeutsam, weil sich das Jahr unter den 3 Prozent der kältesten Jahre befindet, was viel bedeutsamer ist, als die von den Warm-Alarmisten proklamierten 100 Jahre. Es gibt zwei wesentliche Gründe: Die höchsten Temperaturen wurden in den letzten Jahren steigender Temperatur abgelesen. Jede Veränderung, Adjustierung und Kurzfassung der Aufzeichnung bislang wurde vorgenommen, um zunehmend höhere Temperaturen zu erzeugen und zu verkünden
1. Die instrumentellen Daten sind räumlich und zeitlich unzureichend. Wetterdaten an der Oberfläche sind praktisch nicht existent und ungleich über 85% der Erdoberfläche verteilt. Über 70% der Ozeane gibt es praktisch gar keine. Auf dem Festland gibt es praktisch keine Daten aus den 19% Berge, 20% Wüste, 20% boreale Wälder, 20% Prärien und 6% tropischer Regenwald. Um die Lücken „aufzufüllen“, stellte das GISS die lächerliche Behauptung auf, dass eine einzige Stations-Temperaturmessung repräsentativ sei für ein Gebiet um die Station mit einem Radius von 1200 km. Die initialen AGW-Behauptungen basierten auf Festlandsdaten. Die Daten sind vollkommen ungeeignet als Grundlage für die Konstruktion der Modelle.
2. Die meisten Stationen konzentrieren sich im östlichen Nordamerika und in Westeuropa. Sie wurden schon früh zu Beweisen für die vom Menschen verursachte globale Erwärmung. IPCC-Advokaten haben lange Zeit die Tatsache ignoriert, dass diese Stationen fast alle vom städtischen Wärmeinsel-Effekt UHI betroffen waren.
Der UHI war eine der ersten Herausforderungen der aus den instrumentellen Messungen abgeleiteten AGW-Behauptung. Zwei von Warwick Hughes erzeugte Graphiken waren die Effektivsten und erschienen im Jahre 1991 kurz nach Veröffentlichung des 1. IPCC-Berichtes 1990. Abbildung 2 zeigt die Temperatur an sechs großen australischen Städten.

Abbildung 2
Eine höchst wahrscheinliche Erklärung des UHI ist die Ausdehnung der Stadtgebiete, bis ursprünglich außerhalb der Stadt liegende Wetterstationen an Flughäfen davon eingeschlossen worden waren. Das Automobil hat dies möglich gemacht. Abbildung 3 zeigt einen Vergleich mit 26 ländlichen Stationen:

Abbildung 3
Der Unterschied ist markant. Genauso interessant ist, dass die Temperaturen im ersten Teil der Zeitreihe von 1880 bis 1900 höher lagen.
3. Es gibt eine konstante Revision der Aufzeichnungen hin zu niedrigeren historischen Werten. Dies lässt den Gradienten der vermeintlichen Erwärmung zunehmen. Offensichtlich wird dies in den Aufzeichnungen von Neuseeland (Abbildung 4):

Abbildung 4
Eine Suche bei WUWT nach dem Terminus „Temperature adjustments” ergibt eine Unmenge von Beweisen. Jedwede vorgenommene Anpassung diente dazu, den Gradienten der Kurve so zu verändern, dass es heute wärmer ist als in der Vergangenheit. Erklärungen, wenn überhaupt abgegeben, bieten gewöhnlich kaum eine Rechtfertigung für diese Adjustierungen. Das andere Leuchtzeichen ist, dass nahezu alle Adjustierungen vorgenommen worden waren, bevor die UAH-Satelliten-Temperaturaufzeichnung im Jahre 1991 begann.
4. Die Politik hatte erwartet, dass Satellitendaten die Wetterstationen am Erdboden ersetzen würden. Als Folge wurden viele Wetterstationen stillgelegt (Abbildung 5) oder zumindest nicht in die Berechnung des globalen Mittelwertes aufgenommen.
Die Abbildungen unten zeigen:
a) die Anzahl von Stationen mit einer Aufzeichnungsdauer von mindestens N Jahren als eine Funktion von N,
b) die Anzahl messender Stationen als eine Funktion der Zeit,
c) die Prozentzahl hemisphärischer Gebiete, die sich innerhalb des Radius‘ von 1200 km um eine messende Station befindet.

Abbildung 5
Die Anzahl von Bodenstationen war im Jahre 1960 unzureichend und wurde im Jahre 1990 noch weiter reduziert. Man beachte, dass nur etwa 1000 Stationen einen Zeitraum von 100 Jahren überdecken.
Aber wie genau kann man die globale Temperatur ermitteln, wenn der antarktische Kontinent ausgelassen wird? Man betrachte die IPCC-Schlussfolgerung:
Der größte Teil der beobachteten Zunahme der globalen mittleren Temperaturen seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist sehr wahrscheinlich der beobachteten Zunahme der anthropogenen Treibhausgas-Konzentrationen geschuldet. Es ist wahrscheinlich, dass es während der letzten 50 Jahre eine signifikante anthropogene Erwärmung gemittelt über jeden Kontinent (außer der Antarktis) gegeben hat.
Antarktika ist 14 Millionen km² groß, also fast so groß wie Russland (17 Millionen km²), dem größten Land der Erde.
Man füge dem die 14 Millionen km² des Arktischen Ozeans hinzu, aus dem keine Daten vorliegen, wie das Arctic Climate Impact Assessment (ACIA) anmerkt (Abbildung 6)

Abbildung 6
Die Ausdehnung dieser Gebiete ist das Eine, ihre Rolle bzgl. des Weltklimas das Andere und weitaus wichtiger als die Rolle fast aller anderen Regionen.
Abbildung 7 zeigt, dass weniger Stationen ein beitragender Faktor zu höheren Temperaturen sind:

Abbildung 7
Die Stationen, die die NOAA aus dem GHCN in Kanada übernommen hat, illustrieren das Problem (Abbildung 8).

Abbildung 8
Es gibt 100 Stationen nördlich des Polarkreises, aber die NOAA zieht nur die Station Eureka, eine bekannte Wärmeinsel heran, um ein Drittel des zweitgrößten Landes der Erde zu repräsentieren. Selbst der 1200-km-Radius zählt hier nicht mehr.
7. Abänderungen der historischen Aufzeichnungen enthalten auch den infamen Hockeyschläger. Dabei wird von einem Mitglied der Climatic Research Unit CRU berichtet, dass er Prof. David Deming gesagt hat: „Wir müssen die Mittelalterliche Warmzeit loswerden!“ Mit dieser Äußerung im Hintergrund wurde der Hockeyschläger erzeugt. Das Blatt [des Hockeyschlägers] wurde geformt von CRU-Direktor Phil Jones‘ Daten, die eine Zunahme von 0,6°C innerhalb von etwa 120 Jahren zeigten. Das Problem war der Fehlerfaktor: ±0.2°C oder ±33 Prozent.
8. Die Temperaturtrends des 20. Jahrhunderts beginnen mit einer Erwärmung von 1900 bis 1940, der eine Abkühlung von 1940 bis 1980 folgte, gefolgt von einer erneuten Erwärmung von 1980 bis 1998 sowie einem leichten Abkühlungstrend danach bis 2014. Die Alarmisten haben die Abkühlung den menschlichen Emissionen von Sulfaten zugeordnet, aber das stellte sich als falsch heraus, als die Temperaturen wieder zu steigen begannen ohne dass die Sulfate abnahmen.
9. Falls wir die Erwärmung alles in allem ab 1900 akzeptieren, was vernünftig wäre, kam doch die Erde aus der Kleinen Eiszeit (LIA), dann treten die höchsten Temperaturen erst in den jüngsten Aufzeichnungen auf (Abbildung 9)

Abbildung 9
Der Umstand, dass 2014 einen winzigen Betrag wärmer war als jedes andere Jahr in der Aufzeichnung ändert nicht den Trend des „Stillstands“. Er verstärkt nicht die CO2-Kausalitäts-Behauptung.
10. Die Behauptung lautet, dass das Jahr 2014 um 0,02°C wärmer ist als jedes andere Jahr. Es ist vernünftig zu vermuten, dass die US-Temperaturaufzeichnung unter den Besten ist. Anthony Watts zeigte, dass nur 7,9 Prozent der US-Stationen auf <1°C genau ist (Abbildung 10).

Abbildung 10
Eine Gegenschlagzeile muss eine Perspektive bieten
Der Titel zu diesem Beitrag könnte auch lauten [übersetzt] 2014: unter den 3 Prozent kältester Jahre in 10.000 Jahren“. Abbildung 11 zeigt die Temperatur der Nordhemisphäre für den Zeitraum, der bezeichnet wird als „Klimaoptimum, Hypsithermal und Holozän-Optimum“.

Abbildung 11
Die dem Originaldiagramm hinzugefügte rote Linie vergleicht die genäherten Temperaturen des 20. Jahrhunderts (rechte Seite) mit denen der letzten 10.000 Jahre. Bei CO2Science wird von Dahl-Jensen (1998) angemerkt:
Nach dem Ende der Eiszeitperiode haben die Temperaturen bis zum klimatischen Optimum (vor 4000 bis 7000 Jahren) stetig zugenommen, bis die Temperatur maximal um 2,5°C über den heutigen Werten lagen.
Der Schlüssel-Terminus in der 2014-Behauptung ist „in der Aufzeichnung“, aber die überdeckt lediglich etwa 100 Jahre. Im Zusammenhang mit dem klimatologisch viel bedeutenderen Zeitraum von 10.000 Jahren ist es eines der kältesten Jahre.
Die Behauptung, dass 2014 das wärmste Jahr jemals war, war politisch wichtig für die Befürworter der IPCC-Story, dass menschliches CO2 die Ursache der globalen Erwärmung sei. In der Mitte dieser Argumentation stand die Notwendigkeit zu beweisen, dass die Temperaturen zum Ende des 20. Jahrhunderts die „wärmsten jemals“ waren. Dies ist der Grund, warum die 2014-Behauptung so bequem vor dem COP-Treffen in Lima auftauchte, auf dem die falsche IPCC-Behauptung verzweifelt beworben wurde.
Die Beweise widersprechen weiterhin hartnäckig den wesentlichen Hypothesen der AGW-Hypothese. T. H. Huxley (1825 bis 1895) drückte das so aus:
Die große Tragödie der Wissenschaft – eine wunderschöne Hypothese wird durch eine hässliche Tatsache geschlachtet.
Das Problem ist, dass die Fakten immer weiter anwachsen und die AGW-Befürworter diese weiterhin ignorieren, umgehen oder sie verfälschen. Wir wissen, dass die Wissenschaft falsch ist, weil die IPCC-Projektionen falsch sind. Normale Wissenschaft verlangt verlangt immer aufs Neue das Überdenken einer Hypothese und deren Implikationen. Das IPCC hat diese Option entfernt, als sie den Beweis für die Hypothese ausschlossen. Dies packt das IPCC auf die Tretmühle, die Ergebnisse zu fixieren, vor allem die Temperaturaufzeichnung. Der chinesische General Tao Kan drückte es so aus: „Es ist wie der Ritt auf einem Tiger, von dem abzusteigen sehr schwierig ist“.
Link: http://wattsupwiththat.com/2015/01/21/2014-among-the-3-percent-coldest-years-in-10000-years/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Hinweis des Übersetzers: Im Original ist der Autor Tim Ball vermutlich mit der Zählung seiner Abbildungen durcheinander gekommen. Die Abbildung 6 taucht im Original zweimal auf, obwohl es sich um ganz verschiedene Graphiken handelt. Danach geht die Zählung mit 7 weiter.
Ich habe die Zählung daher korrigiert. Die zweite als „Abbildung 6“ bezeichnete Graphik habe ich zu Abbildung 7 gemacht. Aus Abbildung 7 im Original wurde hier Abbildung 8, usw bis zum Ende des Beitrags.