Deshalb hat die australische Ministerpräsidentin Julia Guillard die CO2 Steuer eingeführt und heizt ihre Banker an, beim großen Geschäft mitzumachen**. In einem Vortrag schwärmte sie von den vielen Milliarden, die weltweit abgegriffen werden können und forderte ihre Banker auf, sich ihren Teil davon zu holen. Und es wird viel zu holen sein, denn die CO2 Emissionen steigen weiter ungebremst. Die Welttemperatur jedoch nicht. Und das seit mehr als 15 Jahren! Welt Reporter Ulli Kulke hat sich dazu einige Gedanken gemacht. Wir stimmen in allen Punkten mit ihm überein, mit Ausnahme der Idee auf fossile wie Kernenergie zu Gunsten von "NIE (Neue Instabile Energien) zu verzichten.  

CO2-Emissionen steigen weiter deutlich – im Rest der Welt

von Ulli Kulke; zu erst erschienen auf seinem Blog Donner & Doria
Sie ging durch die Agenturen gestern. Aber da es in der Presse so gut wie niemand interessierte, hier die nicht ganz unwichtige Aufstellung zur Beurteilung dessen, um was es bei der Klimagipfelkonferenz gehen wird, die ja in eineinhalb Wochen in Doha starten wird. Wer die neuesten Zahlen darüber, welches Land im vergangenen Jahr wieviel Kohlendioxid ausgestoßen hat, erkennt auf den ersten Blick, wie wenig Sinn es macht, dass nach Ansicht der Umweltverbände und auch der Grünen ausgerechnet die Bundesregierung ihre Minderungsziele gefälligst noch anspruchsvoller zu formulieren habe.
804 Millionen Tonnen kamen 2011 aus Deutschlands Schloten und Auspuffrohren. Das war 22 Prozent weniger als 1990. China erhöhte seinen Ausstoß in der selben Zeit um 262 Prozent auf jetzt 8,876 Milliarden Tonnen. Wenige Jahre ist es erst her, dass das Land die USA
überholte, und schon emittiert es eineinhalb mal so viel wie die Nordamerikaner, die im Vergleich zu 1990 ein zehnprozentiges Wachstum hinlegten (gegenüber 2010 verringerten die USA ihre Emissionen sogar ein wenig – aufgrund ihrer Wirtschaftskrise). An dritter Stelle steht übrigens Indien mit 1,787 Milliarden Tonnen, ein Zuwachs von 185 Prozent gegenüber 1990. Nr. 4: Russland (1,674 Mrd. Tonnen, gegenüber 1990 sind dies 18 Prozent Minderung gegenüber der Zeit, als die Schlote noch rauchten für den Sozialismus). Nr. 5: Japan mit 1,311 Milliarden Tonnen (plus 11 Prozent). Danach kommt Deutschland.
Die Tendenz steht in China, Indien und den nachrückenden Schwellenländern auf rasantes Wachstum, auch wenn in China jetzt ein paar Solarpanelen installiert werden. Fast jeden Tag geht dort ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Der Zeitpunkt, an dem man auch pro Kopf den höchsten Verbrauch schafft, scheint nicht mehr allzu fern zu sein. Auch in den USA, wo man sich gerade über neue Reserven freut, dürfte es wieder aufwärts gehen.
Hierzulande aber ist es hochoffizielle Sichtweise, die letzten freien Flächen mit 200 Meter hohen Windparks vollzustellen, zur Not auch in Naturschutzgebieten, um der übrigen Welt mal richtig zu zeigen, wo es langzugehen hat. Dass durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Strompreis ins Unermessliche steigt, gilt – anders als noch vor der Energiewende – inzwischen als hinzunehmender Kollateralschaden.
Niemand hat etwas dagegen, von Öl und Kohle herunterzukommen, auch in Deutschland, aus Umweltgründen, auch aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Alles sehr vernünftig. Aber wer auch nur ein wenig Augenmaß anmahnt, dem wird gleich vorgeworfen, dass ihm das Schicksal aller nachfolgenden Generationen gleichgültig sei.
Ganz nebenbei sei übrigens auch noch darauf hingewiesen, dass die CO2-Emissionen seit 1990 weltweit um 50 Prozent angestiegen sind, allein im vergangenen Jahr um 834 Millionen Tonnen. Die Frage, warum die weltweiten Temperaturen in den letzten zwei Dritteln dieses Zeitraumes nicht mehr mehr angestiegen sind, gehört nach Ansicht der Klimaforscher zu den dümmsten überhaupt. Also lassen wir es lieber.
Ulli Kulke
* Siehe "Vorwärts in eine nachhaltige Gesellschaft" in Energiedespesche 4-2011 (als pdf im Anhang)
** Aus der Rede von Julia Guillard zum Business Council of Australia Dinner am 16.11.2012 (Die Rede kann im Anhang als pdf herunter geladen werden)

In total around sixty per cent of the world’s GDP is either subject to a carbon price today, or has one legislated or planned for implementation in the two or three years ahead.

International carbon markets will cover billions of consumers this decade. Ask the bankers at your table whether they want Australia to clip that ticket. We’re going to help them get their share.

So that’s the work of coming years, that’s what preoccupies my thoughts as I think through the agenda for this country. Big opportunities for the future-makers – complacency the greatest risk of all.

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