39. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Auffälliger Mittelpunkt der 39. Analysewoche des Jahres 2026 war ein allein stehender Windbuckel am Donnerstag.  Zwei Tage davor und zwei Tage danach herrschte Flaute. Am Montag baute sich innerhalb von 30 Stunden die Windstromerzeugung ab, die sich in der Woche zuvor kontinuierlich aufgebaut hatte. Am Sonntag baute sich die Windstromerzeugung wieder auf, was denn auch sofort zu negativen Strompreisen führte, die es im Rest der Woche nicht gab. Das lag auch am regelmäßig schwachen Strombedarf des letzten Tags der Woche. Insgesamt fünfmal wurde der Bedarf rein regenerativ überschritten. Bemerkenswerterweise am Donnerstag des Windbuckels nicht. Da kratzten die Erneuerbaren nur an der Bedarfsgrenze. Der Bedarf war mit knapp 62 GWh etwas zu hoch. Der Strompreis jedenfalls erreichte nicht mal die Null €/MWh-Linie. Die vier Tage Windflaute gingen hingegen mit hohen Strompreisen einher. Diese wurden selbstverständlich von unseren ausländischen Nachbarn für ausgiebige Preisdifferenzgeschäfte genutzt.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 39. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung im Vergleich zu den aktuellen Zahlen sieht in dieser Woche so aus. Es zeigt sich wieder das ohne Wind auch noch so viele Windkraftanlagen nicht viel bringen. Kurz: Von nichts kommt nichts. Für PV-Anlagen gilt das Gleiche, wie es die Nacht eines jeden Tag auch für den Dümmsten sichtbar macht.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Windstrom baut sich über Tag ab. Die Strompreise.

Beginn Windflaute 1.  Die Strompreise.

Ende Windflaute 1. Die Strompreise.

Zentraler Windbuckel.  Die Strompreise.

Beginn Windflaute 2. Die Strompreise.

Windstrom wieder stärker. Die Strompreise.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de.

Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne

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