Recherche, Andreas Demmig
Durch einen Hinweis von meinem Freund und Kollegen Christian Freuer, bin ich auf das Magnetfeld der Erde und dessen Veränderungen aufmerksam gemacht worden. Auf Eike haben wir auch bereits öfter über den dänischen Forscher, Prof. Svensmark berichtet, der mit seinem Kollegen Shaviv die Auswirkungen der kosmischen Strahlungspartikel auf die Wolkenbildung der Erde und damit auf das Wettergeschehen forscht.
Zuerst ein Beitrag der European Space Agency
Umpolung des Magnetfeldes
Das Erdmagnetfeld ist kein statisches Gebilde. Es variiert ständig. Dabei ändert sich nicht nur die Feldstärke, die derzeit immer geringer wird, auch die Pole werden verschoben.
Die Feldstärke hat sich in den letzten 150 Jahren um zehn Prozent verringert. Würde es bei dieser Zerfallsrate bleiben, müsste es rein rechnerisch in 1.600 Jahren gänzlich verschwunden sein. In einigen Regionen, wie im Südatlantik, verläuft die Abschwächung sogar noch stärker, es bilden sich Anomalien des Gesamtfeldes. Die Forscher sind sich allerdings einig: Völlig verschwinden wird das Erdmagnetfeld nicht.
Seit fast 180 Jahren schiebt sich der nördliche Pol immer weiter in Richtung Nordwesten, seit 2000 teilweise mit bis zu 65 Kilometern im Jahr. Ist das der Beginn einer weiteren Umpolung des Magnetfeldes, so dass der Nordpol zum Südpol wird und umgekehrt?
Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass derartige Umpolungen in den vergangenen 40 Millionen Jahren etwa 70-mal stattgefunden haben, die letzte vor 780 000 Jahren. Die erdgeschichtlich gesehen rasanten Veränderungen im Südatlantik könnten laut Professor Dr. Hermann Lühr vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam ein Hinweis auf die nächste Umpolung sein: „Diese zuvor unvorstellbare Geschwindigkeit ist wohl nur damit zu erklären, dass ein Teil des Dynamos schon verkehrt herumläuft.“
Daten für Wissenschaftler und Praktiker
Noch weiß niemand, wie stark sich das Erdmagnetfeld abschwächen wird und welche Folgen sich für das Leben auf der Erde durch eine Umpolung ergeben. Außerdem ist der Mechanismus, der diese Änderungen bewirkt, noch nicht vollends geklärt. Auch deshalb möchten die Geoforscher detailliertere Daten über die Veränderungen im Magnetfeld sammeln. Dazu werden die drei Swarm-Satelliten sicherlich wertvolle Dienste leisten.
Die gewonnenen Daten werden aber auch Wissenschaftlern anderer Fachgebiete nützlich sein und sogar praktischen Nutzen haben. Denn trotz der GPS-Signale verlassen sich Luft- und Schifffahrt nicht darauf, sondern nutzen den Kompass auch weiterhin als Referenzinstrument. Dazu gehören aber auch genaue Karten, die wegen der Magnetfeldänderungen – insbesondere wegen der Polverschiebungen – auf Basis der weltweiten regelmäßigen Vermessungen alle fünf Jahre aktualisiert werden müssen.
https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Umpolung_des_Magnetfeldes
Dazu eine Allgemeine Übersicht
mit Unterstützung durch Gemini, LLM
Das Magnetfeld der Erde ist hochgradig dynamisch und hat sich im Laufe der Erdgeschichte drastisch und kontinuierlich verändert. Diese historischen Veränderungen lassen sich im Wesentlichen in drei zeitliche Dimensionen unterteilen: erdgeschichtliche Umpolungen, kurzfristige regionale Anomalien und die aktuelle Polwanderung.
Hier ist eine Übersicht zu den wichtigsten historischen Veränderungen:
- Die großen Umpolungen (Polsprünge)
In unregelmäßigen Abständen von durchschnittlich 250.000 bis 500.000 Jahren tauschen der magnetische Nord- und Südpol ihre Plätze.
- Die Brunhes-Matuyama-Umkehr: Die letzte vollständige und dauerhafte Umpolung fand vor rund 780.000 Jahren statt. Statistisch gesehen ist ein solcher Polsprung also bereits „überfällig“.
- Das Laschamps-Ereignis: Vor etwa 42.000 Jahren gab es eine temporäre Fast-Umpolung (Exkursion). Dabei wanderte der magnetische Nordpol nach Süden und das Magnetfeld brach zeitweise auf 6 bis 0 Prozent seiner ursprünglichen Stärke ein. Nach nur wenigen Jahrhunderten kehrte das Feld jedoch in seine Ursprungsrichtung zurück.
- Archäomagnetische Anomalien (Die letzten Jahrtausende)
Dass das Magnetfeld schwankt, zeigt sich auch in unserer jüngeren Kulturgeschichte. Forschende können dies anhand von Eisenpartikeln in antiken Tontafeln oder Vulkangesteinen ablesen, die beim Abkühlen die damalige Feldrichtung wie ein fossiler Kompass konserviert haben.
- Die „Levantische Anomalie“ (vor ca. 3.000 Jahren): Um das Jahr 1000 v. Chr. (zur Zeit des Neubabylonischen Reiches) gab es im Nahen Osten und in China extreme Spitzen in der Feldstärke. Das Feld war damals regional wesentlich stärker als heute.
- Mittelalterliche Schwankungen: Zwischen den Jahren 1225 und 1550 veränderten sich die magnetischen Feldlinien in einigen Regionen rasant um mehr als 0,1 Grad pro Jahr – deutlich schneller als in der Moderne.[https://wissenschaft.de/artikel/stoerstelle-im-erdmagnetfeld]
- Veränderungen in der Neuzeit (Aktueller Trend)
Seit dem 19. Jahrhundert wird das Erdmagnetfeld präzise vermessen (maßgeblich begründet durch Carl Friedrich Gauß im Jahr 1832). Seither lassen sich zwei klare Trends beobachten:
- Abschwächung des Feldes: In den letzten 200 Jahren hat die globale Stärke des Magnetfelds um etwa 10 Prozent abgenommen. Besonders markant ist dies in der Südatlantischen Anomalie, wo das Schutzschild messbar dünner ist.
- Rasantere Polwanderung: Der magnetische Nordpol wandert seit jeher. Lag seine Geschwindigkeit im 20. Jahrhundert noch bei etwa 10 bis 15 Kilometern pro Jahr, hat sie sich seit der Jahrtausendwende auf bis zu 55 bis 65 Kilometer pro Jahr beschleunigt – er bewegt sich derzeit von Kanada in Richtung Sibirien.
Ob diese aktuelle Abschwächung und die schnelle Wanderung bereits das Vorspiel zu einer neuen Umpolung sind oder nur eine normale, vorübergehende Fluktuation, ist in der Wissenschaft derzeit noch umstritten. Das Feld wird definitiv nicht völlig verschwinden, da der „Geodynamo“ im flüssigen Erdkern weiterhin aktiv bleibt.
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Das Magnetfeld der Erde wird zunehmend schneller schwächer
Cap Allon
… Darauf folgte der „Jerk“ des Jahres 2024.
Magnetobservatorien in Großbritannien, Frankreich, Kanada und den USA registrierten starke Veränderungen; ähnliche Signale wurden auch an anderen Orten in Europa und Nordamerika beobachtet.
Die Veränderungen vollzogen sich so schnell, dass sie die Modelle überrumpelten. Das IGRF-14 – das neueste Internationale Geomagnetische Referenzfeld – wurde 2024 entwickelt, um die Entwicklung des Erdmagnetfelds bis zum Jahr 2030 vorherzusagen. Doch schon weniger als ein Jahr später wichen die tatsächlichen Messdaten in allen drei magnetischen Komponenten – insbesondere in den Komponenten Y und Z – von den Prognosen ab.
Die Forscher führen dies auf nichtlineare Veränderungen im Erdkern zurück, die im Modell nicht vorhergesehen sind.
Damit zeichnet sich ein etwas klareres Bild ab.
Der magnetische Schutzschild der Erde schwächelt. Seine größte Schwachstelle weitet sich aus. Teile dieser Schwachstelle verlieren seit 2020 schneller an Intensität. Zudem unterliegt das im Erdkern erzeugte Feld abrupten Veränderungen, die so rasch ablaufen, dass sie unsere neuesten Prognosen überholen.
… Link: https://electroverse.substack.com/p/winter-sweeps-the-carpathians-japan?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
















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