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Großbritannien garantiert Windparks über ein sogenanntes „Contract for Difference“-System (CfD) – einen Differenzvertrag – einen festen Preis für ihren Strom.

Das Prinzip ist einfach: Fällt der Großhandelsstrompreis unter den vereinbarten Preis, erhält der Windpark eine Ausgleichszahlung. Steigt der Marktpreis darüber, muss der Windpark die Differenz zurückzahlen.

Dies ist an sich schon problematisch (warum kann ein Windpark nicht auf dem freien Markt bestehen?), doch die älteren Verträge enthielten eine Gesetzeslücke.

Ein fertiggestellter Windpark konnte den Beginn seines CfD-Vertrags hinauszögern. Solange die Großhandelspreise hoch waren, konnte er also außerhalb des Vertrags bleiben und den Strom zum höheren Marktpreis verkaufen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt konnte der CfD-Vertrag aktiviert werden, woraufhin der garantierte Preis galt.

Die Regierung änderte die neueren Verträge im Jahr 2023 gezielt, um zu verhindern, dass Erzeuger den Starttermin aus „kommerziellen Gründen“ verschieben. Ältere Verträge waren davon nicht betroffen.

„Seagreen“ vor der schottischen Küste ist ein solches Projekt. Der Windpark wurde zwar 2023 fertiggestellt, doch der Beginn eines Teils des CfD-Vertrags wurde von März 2025 auf März 2027 verschoben. Laut Schätzungen der Zeitung „The Telegraph“ hat dem Projekt diese Verzögerung innerhalb von zwei Jahren zusätzliche 27 Millionen Pfund eingebracht.

Dies ist zudem von den sogenannten „Constraint Payments“ (Zahlungen für Einspeisebeschränkungen) zu unterscheiden – einem weiteren wesentlichen Kostenfaktor des stark auf Windkraft ausgerichteten britischen Stromnetzes.

Wenn starker Wind mehr Strom erzeugt, als das Übertragungsnetz aufnehmen kann, zahlt der Netzbetreiber NESO an Windparks, damit diese ihre Turbinen abschalten. Gleichzeitig muss NESO Gaskraftwerke an anderen Standorten dafür bezahlen, ihre Produktion hochzufahren, um den Ausfall auszugleichen.

Windkraft ist ohnehin schon unwirtschaftlich. Doch das britische System ist so gestaltet, dass an besonders windreichen Tagen Windparks dafür bezahlt werden, keinen Strom zu erzeugen, während man zusätzlich Gaskraftwerke vergütet, um die fehlende Leistung bereitzustellen.

Im Zeitraum 2024/25 erhielten Windkraftbetreiber 370 Millionen Pfund für das Abschalten ihrer Anlagen, während das Hochfahren von Gaskraftwerken weitere 910 Millionen Pfund kostete.

Natürlich werden diese Kosten an die Verbraucher weitergegeben; dies erklärt, warum das Vereinigte Königreich zu den Ländern mit den weltweit höchsten Strompreisen zählt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-logs-100f-cold-for-10?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke, Kopie des Beitrags von meinem Kollegen Chris Freuer)

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