Oslo plant, die Öl- und Gasförderung bis 2035 auf einem hohen Niveau zu halten – eine Lehre, welche die Entwicklungsländer aufmerksam verfolgen dürften.

Vijay Jayaraj

Der norwegische Energieminister Terje Aasland erklärte gegenüber Reuters, sein Land werde die Öl- und Gasförderung in der Barentssee ungeachtet eines Verbots der Europäischen Union (EU) für Bohrungen in der Arktis weiter vorantreiben. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Blog Admin}]

„Angesichts der heutigen geopolitischen und sicherheitspolitischen Lage … bin ich der Ansicht, dass die Fortsetzung der Aktivitäten in der Barentssee sowohl den norwegischen als auch den europäischen Interessen dient“, sagte Aasland.

Norwegen ist zwar kein EU-Mitglied, aber ein enger Verbündeter und Europas größter Gaslieferant, der etwa 30 % des Bedarfs in der Europäischen Union und Großbritannien deckt.

Im vergangenen Jahr erreichte die norwegische Gasförderung fast Rekordwerte, und die Ölförderung erreichte ihren höchsten Stand seit 2009.

Ohne neue Felder gehen offizielle Prognosen jedoch von einem starken Rückgang der Förderung nach 2030 aus. Aasland beabsichtigt nun aber, die Förderung und die Exporte bis mindestens 2035 auf dem derzeitigen Niveau zu halten, und er hat erklärt, dass die Arktis wichtig dafür ist, dass Norwegen langfristig als Lieferant bestehen bleibt.

Die EU unterstützt derzeit aus Umweltgründen ein Verbot neuer Bohrungen in der Arktis, kauft aber gleichzeitig das Gas, das ihre Fabriken am Laufen hält.

Anders Opedal, Vorstandsvorsitzender des norwegischen multinationalen Energiekonzerns Equinor erklärte, die Produzenten von Öl und Erdgas aus der Barentssee würden andere Abnehmer finden, sollte Europa den Kauf verweigern.

Selbst Fatih Birol, Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA) und Verfechter einer Abkehr von fossilen Brennstoffen, hat die EU aufgefordert, ihre Ablehnung der Erschließung der Arktis im Interesse der Energiesicherheit zu überdenken.

Europa hat durch seine „grünen“ Vorwände bereits wirtschaftlichen Schaden erlitten. Die IEA berichtet, dass die Strompreise in der EU für die energieintensive Industrie im Jahr 2025 im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch waren wie in den USA und fast 50 % über denen in China lagen.

Ein Bericht aus dem Jahr 2024 zur Wettbewerbsfähigkeit Europas warnte davor, dass solche Kosten zu einer Aushöhlung des produzierenden Gewerbes führen.

An dieser Stelle hört die Geschichte auf, sich um die Arktis zu drehen, und betrifft plötzlich alle anderen.

Norwegen ist kein angeschlagener Ölstaat, der eine schlechte Angewohnheit rechtfertigt. Es gehört zu den reichsten Gesellschaften, die je entstanden sind, mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von über 105.000 US-Dollar und einem Staatsfonds, der im Juni die Marke von 2,39 Billionen US-Dollar überschritten hat.

Fünfeinhalb Millionen Menschen haben die Kohlenwasserstoffe des Meeresbodens in eine allgemeine Gesundheitsversorgung, kostenlose Hochschulen und Renten für noch nicht geborene Enkelkinder umgewandelt.

Wenn Norwegen Öl und Gas als unverzichtbar für seine wirtschaftliche Stellung betrachtet, ist es unzumutbar, von ärmeren Ländern zu verlangen, auf ihre eigenen Ressourcen zu verzichten. Dies ist für Afrika, Südasien und andere sich rasch entwickelnde Regionen von enormer Bedeutung. Für viele afrikanische Haushalte kann eine unzuverlässige Energieversorgung katastrophale Folgen haben.

Verzögerungen bei Projekten im Bereich fossiler Brennstoffe verursachen Kosten, die in Tabellenkalkulationen nicht berücksichtigt werden.

Ein durch klimapolitische Selbstdarstellung blockiertes Gasprojekt führt dazu, dass Ingenieurteams aufgelöst werden, Bohranlagen woanders hinziehen, die Kreditkosten steigen und die Düngemittelfabrik niemals gebaut wird, die den Kohlenwasserstoff als Rohstoff genutzt hätte.

Ein Jahrzehnt sich summierender Vorteile geht für die nationale Bilanz verloren.

Westliche Verfechter der Klimaorthodoxie erklären die Leiter für unmoralisch, über die ihre Gesellschaften zu beispiellosem Wohlstand aufgestiegen sind. Jede fortgeschrittene Volkswirtschaft hat sich mit Kohle, Öl und Gas industrialisiert.

Abb.: Die norwegische Öl- und Gasindustrie läuft auf Hochtouren und füllt die Staatskasse. Screenshot

Norwegen verfügt nach wie vor über ein Finanzpolster von 2 Billionen US-Dollar. Im Gegensatz zu ihren Amtskollegen in der EU, Kanada und Australien sind sich die norwegischen Politiker bewusst, dass Öl und Gas für die Zukunft ihres Landes von entscheidender Bedeutung sind.

Wenn Minister aus Entwicklungsländern mit Kreditgebern und Geberorganisationen an einen Tisch sitzen, sollten sie das Aasland-Interview zur Sprache bringen und eine einzige Frage stellen: Wenn die fortgesetzte Erschließung der Arktis norwegischen und europäischen Interessen dient, auf welcher Grundlage dient dann eine nigerianische Gasanlage oder ein Terminal in Bangladesch einem geringeren Interesse?

Klima-Alarmisten stellen eine falsche Wahl zwischen bezahlbarer, verlässlicher Energie und Umweltschutz her. Norwegen lehnt diese Falle ab. Ein Land kann Verschwendung reduzieren, Technologien verbessern, Ökosysteme schützen und gleichzeitig die zuverlässige Energieversorgung aufrechterhalten, die das moderne Leben erfordert.

In jedem jemals zusammengestellten Datensatz gehen Energiefülle und menschliches Gedeihen Hand in Hand. Norwegen hat dies erkannt und handelt entsprechend. Auch arme Länder haben dies erkannt.

Was ihnen fehlt, sind nicht Beweise, sondern die Erlaubnis – und ein souveräner Staat sollte nicht darum bitten müssen. Die Staats- und Regierungschefs der Entwicklungsländer sollten sich das Beispiel Norwegens zunutze machen und darauf aufbauen.

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Link: https://climatechangedispatch.com/norway-rejects-climate-orthodoxy-doubles-down-on-oil-and-gas-development/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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