35. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Die 35. Analysewoche des Jahres 2026 war eine unruhige Stromerzeugungswoche. Mal wurde die Strombedarfslinie „gekratzt“. Mal wurde sie mehr oder weniger stark unterschritten, zweimal wurde sie mehr oder weniger stak überschritte und am Wochenende sogar so stark, dass der Strompreis zeitweise unter die Null-Linie in den negativen Bereich fiel.  Abgesehen vom Donnerstag war das Preisniveau auch über   Mittag höher als es im Hochsommer erwartet wird. Die Preisdifferenzen zwischen der Mittagspitze und die Abend ohne PV-Stromerzeugung reichen für profitable Differenzgeschäfte allemal. An besagtem Donnerstag und am Wochenende ergeben sich die besten, die größten Verdienstmöglichkeiten. Welches Land die Möglichkeiten wie nutzte, belegt dieser Chart.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 35. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung im Vergleich zu den aktuellen Zahlen sieht in dieser Woche so aus. Der PV-Stromüberschuss zur Mittagszeit und darüber hinaus wächst gewaltig an. Dennoch muss weiterhin Strom fossil erzeugt und importiert werden, denn Batteriestromspeicher reichen, auch wenn viele Anlagen zugebaut werden, nicht mal ansatzweise aus, um die Gesamt-Residuallast auch nur eines Tages zu decken. Sie sind in erster Linie reine Geschäftemacherei.

Der Pferdefuß des Stromspeicher-Zubaus

Je mehr Stromspeicher in Deutschland zukünftig zur Verfügung stehen werden, desto geringer werden die Preisdifferenzen ausfallen. Oder: Je mehr sich Angebot und Nachfrage annähern, desto geringer wird der Verdienst. Sogar der Einkaufspreis über Tag wird steigen, weil genügend Nachfrage vorhanden sein wird. Kurz: Je mehr Speicher, desto weniger Preisdifferenzen, desto weniger Verdienst.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Wenig Windstrom, viel PV-Strom. Zusammen mit PV wird der Bedarf fast erreicht Die Strompreise.

Mittwoch, 26.8.2026

Die Regenerativen  übersteigen die Bedarfslinie.  Die Strompreise. 

Starke  regenerative Stromübererzeugung. Die Strompreise.

Die regenerative Bedarfsdeckung ist wieder „weg„. Die Strompreise.

Windstrom erholt sich. PV-Strom reichlich. Die Strompreise.

Windstrom lässt über Tag stark nach. Die Strompreise.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.

Beitragsbild: Doenertier82

CC BY-SA 3.0 via Wikipedia Commons

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