25. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe
Die regenerative Stromerzeugung der 25. Analysewoche des Jahres 2026 gestaltete sich windschwach. Da gibt es zwar aktuell geschätzte 32.000 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 77,7 GW (68,1 GW onshore = auf dem Land und 9,6 GW offshore = auf See). Rein rechnerisch sind 681.000.000.ooo GWh = 681 TWh Windstromerzeugung pro Jahr möglich. Das wäre erheblich mehr als der komplette Strombedarf Deutschlands im vergangenen Jahr, der bei um die 500 TWh lag).
Wind weht in Deutschland allerdings sehr unregelmäßig, besser gesagt ziemlich unzuverlässig. Deshalb wurden im Jahr 2025 auch nur insgesamt 133 TWh Strom an Land und auf See erzeugt. Das entspricht knapp 20 Prozent des Erzeugungspotentials aller 33.000 Windkraftwerke.
Windstromerzeugung in der aktuellen Analysewoche
Die Windstromerzeugung lag bei 1,5 TWh. Das Windstrom-Erzeugungspotential für die 25. KW liegt bei 681 GWh/52 Wochen = 13 TWh. Die 1,5 TWh sind mit 11,5 Prozent gerade mal gut die Hälfte des Jahresdurchschnitts 2025, der mit einem Fünftel des rechnerisch Möglichen auch nicht unbedingt begeisternd ist. Auf der anderen Seite sollte realistisch gesehen beachtet werden, dass viel mehr Wind das Wetter nicht gemütlicher werden lässt. Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone und bleibt von langen Hitze- oder Kältewellen verschont. Auch Stürme und starke Regenfälle halten sich in den Grenzen, die bereits vor der Panikmache „Klimawandel, die Welt geht unter“ bekannt waren. Da mag die intensive Klimaberichterstattung etwas Anderes vorgaukeln. Faktisch aber ist es so.
Hohe Stromimporte
Wegen des fehlenden Windstroms musste Deutschland wieder eine Menge Strom aus dem Ausland hochpreisig importieren. 14,22 GWh waren es am 18. Juni um 21:00 Uhr. 442€/MWh mussten dafür gezahlt werden. Zur Mittagszeit des gleichen Tages lag der Strompreis von 11:00 bis 15:00 Uhr unter 50€/MWh. Gut 25 GWh kaufte das Ausland zu diesen günstigen Preisen.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 25. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung fällt diese Woche aus.
Günstiger Kernenergie-Strom ist politisch nicht gewollt – Ex-AKW-Bosse sehen das vollkommen anders
Am einfachsten wäre es, wenn Kernkraftwerke die Grundlast – das ist die Strommenge –, die ein Land IMMER benötigt, bereitstellen. Dann hat man auch gleichzeitig die notwendigen rotierenden Massen. Das ist politisch mehrheitlich nicht gewollt, wie die kürzliche Debatte inkl. Ablehnung im Bundestag gezeigt hat.
Umso bemerkenswerter ist, das die auflagenstarke BILD-Zeitung am 26.6.2026 online diesen Bericht bringt:
Der BILD-Artikel ist recht ausführlich und eine sinnvolle Zusammenfassung des Sachverhalts. Deshalb empfehle ich ihn. Es werden damit eine Menge Menschen erreicht, die in erster Linie aus irrationalen Gründen der Kernenergie gegenüber negativ eingestellt sind. Ob diese ihre „Meinung“ ändern werden, sei dahingestellt. Die Menschen aber, die in Sachen Kernkraft/Atomkraftwerke schwanken, werden erreicht und erhalten eine gute Information.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Viel Windstrom, reichlich PV-Strom. Die Strompreise.
Windstrom sinkt, PV-Strom fließt weniger. Die Strompreise.
Windstrom bleibt gering, PV wieder reichlich, aber nicht bedarfsdeckend. Die Strompreise.
Wenig Windstrom. PV-Strom stärker. Die Strompreise.
Leichter Anstieg Windstrom. PV-Stromerzeugung stark. Die Strompreise.
Geringer Bedarf. Höhere, dann fallende Wind- und PV-Stromerzeugung Die Strompreise.
Windflaute mit starker PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.















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