15. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe
Die aktuelle Analysewoche lässt die Kassen der Länder und Speicherbetreiber, die Preisdifferenzgeschäfte tätigen, klingeln. Werden am Ostermontag dem verschenkten Strom noch 126€/MWh um 13:00 Uhr, sowie 124€/MWh um 14:00 Uhr als Abnahmebonus mitgegeben, kann der diese elektrische Energie zum Abend wieder für um die 100€/MW an Deutschland zurück verkauft werden. Die restliche Woche bietet bis auf den Freitag und den Sonntag immer negative Strompreise an, die weidlich zum „Strom einkaufen“ genutzt werden. Der meiste Strom geht aus Deutschland am Samstag weg. Da kostet die Megawattstunde noch mal minus 80€. Der Rückverkaufspreis beläuft sich wenige Stunden später auf mehr als plus 70€/MWh. Die Im- und Exporttätigkeit der aktuellen Woche.
Ein Blick auf die konventionelle Stromerzeugung in Deutschland belegt, dass diese Form der Bereitstellung elektrischer Energie wieder stark schwankt. Die Pumpspeicherkraftwerke machen das, wofür sie in erster Linie neben der Erbringung von Systemdienstleistungen gebaut wurden. Sie verkaufen billig eingekauften Strom und machen ebenfalls gute Geschäfte.
Souverän-starke Techniker- und Ingenieursleistung über die Ostertage
Trotz der starken regenerativen Erzeugung über die Ostertage und dem sehr geringen Bedarf kam es offensichtlich nicht zu wirklich kritischen Situation in Richtung „Stromausfall“. Dank an die Techniker und Ingenieure bei Netzbetreibern und in der Stromproduktion, die den massiven Stromanfall so souverän gemeinschaftlich gehandhabt haben.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 15. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung über die Mittagsspitze und darüber hinaus mit stark negativen Preisen führen wird. Wenn denn diese Strom-Übererzeugung dann noch von der Technik „gebändigt“ werden kann und ein Blackout vermieden wird.
- Lesen Sie meinen aktuellen Artikel „Windparks und ihre Tücken“, der online bei der Jungen Freiheit ist.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Starke regenerative Stromerzeugung mit einer Winddelle über Tag. Die Strompreise.
Die Windstromerzeugung nimmt erheblich ab. PV-Strom wächst. Weniger PV-Strom. Die Strompreise.
Windstrom ist gering. PV-Stromerzeugung weiter frühlingshaft. Die Strompreise.
Windstrom zieht etwas an. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Starker Windstromrückgang mit recht schwacher PV-Erzeugung. Die Strompreise.
Regenerativer Strom übersteigt den Bedarf. Die Strompreise.
Wind- und PV-Strom sinken massiv ab. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.















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