Vorbemerkung: Dieser Kältereport ist kürzer als sonst. Cap Allon bringt meist nur ein oder zwei aktuelle Meldungen, dafür jedoch eine ganze Reihe von Nachrichten, die Eingang in die nächste Ausgabe der „Kurzmeldungen“ finden werden. Den Anfang der nächsten Woche deutet sich in den USA eine Mega-Entwicklung an, die hier aber als Vorausschau nur kurz Eingang findet.

Weiter geht es mit

Einer Meldung vom 10. Februar 2026:

Antarktis: unter –60°C – Meereis stabilisiert sich

Die eisige Kälte der Antarktis ist früh zurückgekehrt.

Am 8. März sanken die Temperaturen an der Concordia-Station auf -60,3 °C und markierten damit den ersten Wert unter -60 °C in dieser Saison.

Solche Extremwerte sind für das Hochplateau der Ostantarktis nicht ungewöhnlich, wo klarer Himmel, trockene Luft und lange Polarnächte dafür sorgen, dass Wärme rasch ins All abstrahlt. Wenn das Sonnenlicht im Winter nachlässt, sinken die Temperaturen regelmäßig stark ab. Dennoch wird die Schwelle von -60 °C normalerweise erst später im Herbst unterschritten, nicht bereits Anfang März.

Dieser Messwert wurde verzeichnet, während sich das antarktische Meereis nach der sommerlichen Schmelzperiode stabilisiert.

Nach Angaben des NSIDC erreichte das Meereis des Kontinents am 26. Februar mit 2,58 Millionen km² sein jährliches Minimum. Diese vorläufige Zahl stellt eine deutliche Erholung gegenüber dem 2023 beobachteten Tiefstand dar und liegt nahe am Durchschnitt der Jahre 1981–2010.

„Während des größten Teils des Jahres lag das antarktische Meereis deutlich unter dem Tagesdurchschnitt“, sagte Ted Scambos, leitender Wissenschaftler am CIRES und Mitarbeiter des NSIDC. „Dann drückten im Januar und Februar starke Winde aus dem Süden das Meereis in der Weddellsee nach außen. Dies verlangsamte den allgemeinen Rückgang der Ausdehnung und führte zu einem nahezu durchschnittlichen Minimum.“

Das Gesamtbild bestätigt, was die Daten aus der Antarktis schon seit langem zeigen: enorme Schwankungen von Jahr zu Jahr, die in erster Linie durch Wind- und Ozeanströmungen bedingt sind.

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-below-60c-as-sea-ice-stabilizes?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

——————————

Eine Meldung vom 11. März 2026:

Zentral-Asien: schwere Schneestürme

Ein heftiger Schneesturm in der späten Saison traf Astana in Kasachstan und brachte viel Schnee sowie extreme Kälte über die Hauptstadt und die umliegende Steppe.

Der Flugverkehr wurde beeinträchtigt, und die Straßen wurden schnell unpassierbar; auf der Autobahn zwischen Astana und Karaganda kam es zu einer Massenkarambolage mit sieben Fahrzeugen.

Die Temperaturen sanken rapide, als sich der Sturm verstärkte.

In der Hauptstadt wurden am frühen Mittwoch Tiefstwerte von -27 °C gemessen.

Im gesamten Norden Kasachstans sind die Tiefstwerte weitgehend auf -20 °C gefallen, begleitet von starkem Schneefall und Schneestürmen.

Der Kälteeinbruch ist Teil einer größeren arktischen Kaltluftwelle, die diese Woche über Zentral- und Nordasien hinwegfegt. Winterliche Bedingungen und Schnee haben unter dem Einfluss der gleichen arktischen Luftmasse auch Kirgisistan, Tadschikistan und Westchina erreicht.

Später Schneefall ist in der Steppe zwar üblich, doch die Kombination aus bitterer Kälte, starken Winden und weitreichenden Schneefällen hat zu einem der härtesten Kälteeinbrüche im März der letzten Jahre in Zentralasien geführt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/blizzards-batter-central-asia-europes?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

——————————

Meldungen vom 12. März 2026:

Türkei: Rekord-Schneefälle im Osten des Landes

Im Osten der Türkei haben die Schneehöhen in den Bergen der Provinz Van ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht.

Am Karabet-Pass entlang der Autobahn Van–Bahçesaray hat die Schneehöhe laut der türkischen Generaldirektion für Meteorologie auf einer Höhe von etwa 3.000 m 3,38 m erreicht.

Diese Schneehöhe zählt zu den extremsten Werten, die jemals im Land gemessen worden sind.

Der Pass ist seit dem 27. Dezember wegen ununterbrochenen Schneefalls und der anhaltenden Lawinengefahr für den Verkehr gesperrt. Da die Hauptstraße verschüttet ist, können die Einwohner von Bahçesaray die Provinzhauptstadt Van nur über einen 250 km langen Umweg erreichen.

In einigen Gebieten in der Nähe von Van hat die Schneehöhe inoffiziellen Angaben zufolge 4 m überschritten, so dass schwere Maschinen Tunnel durch die Schneemassen graben mussten, um die lokalen Straßen befahrbar zu halten.

Dazu gibt es ein YouTube-Video

Auch die Schneefälle in der gesamten Region Ostanatolien haben in letzter Zeit für Aufsehen gesorgt, so dass die Behörden Lawinenwarnungen für die Berggebiete in der Nähe der östlichen Schwarzmeerregion und entlang der türkisch-iranischen Grenze herausgegeben haben.

Die Region Bahçesaray selbst ist vor Ort als „neunter Planet“ bekannt – ein Spitzname, der auf die ungewöhnlich langen Winter und die anhaltende Schneedecke hinweist, die regelmäßig bis weit in den Frühling hinein bestehen bleibt.

——————————

USA: Schwerer Schneesturm droht im Gebiet der Großen Seen

Auf die Vereinigten Staaten zielt ein heftiger arktischer Kälteeinbruch zum Saisonende zu, wobei für Anfang nächster Woche ein schwerer Schneesturm erwartet wird, der die Region der Großen Seen heimsuchen wird.

Ein Ausläufer des Polarwirbels wird sich zwischen Sonntag und Dienstag von der kanadischen Arktis nach Süden ausbreiten und dabei eine Kaltluftmasse von winterlicher Stärke freisetzen, die in den letzten Wochen über Nordkanada gestaut war.

Wenn diese Luftmasse in die kontinentalen Vereinigten Staaten vordringt, wird sie auf ein sich verstärkendes Sturmsystem über dem Mittleren Westen und den Großen Seen treffen.

Das Ergebnis könnte eine heftige „Bombenzyklone“ zum Ende des Winters sein.

Link: https://electroverse.substack.com/p/record-snowfall-buries-eastern-turkey?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

——————————

Meldungen vom 13. März 2026:

China: Schwerer Schnee- und Kälteeinbruch in Xinjiang

Eine massive Kältewelle fegte diese Woche über den Nordwesten Chinas hinweg und bedeckte Teile von Xinjiang unter einer dicken Schneedecke.

In Urumqi führten starke Winde und heftige Schneefälle zu einer raschen Verschlechterung der Sichtverhältnisse, als arktische Luft nach Süden strömte. Die Temperaturen fielen innerhalb weniger Stunden um 20 Grad Celsius.

Der Sturm führte schnell zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Abschnitte der Qitai-Schnellstraße wurden durch den Schnee blockiert, wodurch Fahrzeuge festsaßen.

Heftige Schneefälle breiteten sich über den Norden Xinjiangs aus, als die Kaltfront durchzog.

So sieht die Lage in Zentralasien in letzter Zeit aus: Eine wirklich ungewöhnliche Kältewelle erstreckt sich von der arktischen Küste Sibiriens über Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan bis hinein in den Iran.

——————————

Tasmanien, Australien: Rückkehr des Schnees

Eine ausgeprägte Kaltfront ist über Südaustralien hinweggezogen und hat Tasmanien frühen Schnee beschert.

Das Tiefdruckgebiet zog Anfang der Woche über Victoria und New South Wales hinweg, drückte kältere Luft nach Norden und ließ die Temperaturen in den südlichen Bundesstaaten sinken.

Tasmanien wurde am stärksten davon getroffen.

Am Donnerstag wurden am Mount Williams Schneeschauer gemeldet, und in den höheren Lagen der Insel wird weiterer Schneefall erwartet. Laut Wettervorhersagen wird auch am Mount Wellington mit Neuschnee gerechnet.

——————————

USA: Hitze und Schneesturm gehen in den nördlichen Staaten Hand in Hand

Anfang nächster Woche wird sich über Nordamerika im 500hPa-Niveau ein starker Hochkeil bilden. Er erzeugt zunächst einen „Hitzedom“ zu Beginn der Saison. Während sich dieser Hochdruckkeil verstärkt, wird der Jetstream stark nach Norden in Richtung Kanada abgelenkt, bevor er über die östliche Hälfte des Kontinents nach Süden abfällt.

Auf der Rückseite kann sich dann ein arktischer Trog bis in die zentralen Teile der USA ausdehnen.

Das sieht aus heutiger Sicht (13. März) wirklich interessant aus. Tatsächlich treten derartig extreme Temperatursprünge zwar nicht in jedem Jahr, aber doch immer wieder auf. So konnte ich im September 1978 in Texas, genauer in der rund 1000 m hoch gelegenen Stadt Amarillo eines Tages eine Mittagstemperatur von 34°C dokumentieren. Am Abend des gleichen Tages, also nur 12 Stunden später, meldete die Stadt bei +1°C und starkem, vermutlich eisig kaltem Nordwind Schneeregen.

Mehr dazu wie angekündigt nächste Woche bei Eintreten des Ereignisses. A. d. Übers.

Link: https://electroverse.substack.com/p/blizzard-hits-xinjiang-as-temperatures?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 12 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 13. März 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken