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Diese Woche stehen Jupiter und Venus auf gegenüberliegenden Seiten der Sonne. Für einige Forscher ist diese Konstellation mehr als nur ein himmlischer Zufall. Eine kleine, aber beständige Gruppe von Forschern geht davon aus, dass die Planetenkonstellationen zur Regulierung der Sonnenaktivität beitragen.

„Vor einem Jahrzehnt habe ich mich daran gemacht, einen tragfähigen Prozess zu finden, durch den der Sonnenzyklus durch die Gezeitenkräfte der Planeten synchronisiert werden könnte“, sagt Frank Stefani, Physiker am nationalen Forschungszentrum HDZR in Deutschland. „Diese Kräfte sind bekanntermaßen sehr gering, dennoch haben wir ein Modell entwickelt, das eine bemerkenswerte Übereinstimmung mit der beobachteten Sonnenaktivität aufweist.“

Dies ist ein kontroverses Thema. Einige Forscher, wie Stefani, haben sich in ihrer Karriere darauf konzentriert, während andere vehement dagegen sind. Die Hypothese lässt sich jedoch nicht einfach verdrängen, bilden doch Jupiter, Venus und Erde wiederkehrende Konstellationen mit einer charakteristischen Periode von etwa 11 Jahren, ähnlich der durchschnittlichen Länge des Sonnenfleckenzyklus‘. Zufall – oder mehr?

Die gängige Solarphysik geht davon aus, dass die Gezeiten von Venus und Jupiter zu schwach sind, um die Sonnenaktivität zu beeinflussen. Die Gezeiten von Jupiter auf der Erde sind eine Million Mal schwächer als die Gezeiten des Mondes, und die Gezeiten der Venus sind sogar noch schwächer als die von Jupiter. Wie könnten diese absurd kleinen Kräfte die Sonne beeinflussen?

Eine Studie von Stephani aus dem Jahr 2019 schlug einen Weg vor: Der innere magnetische Dynamo der Sonne reagiert äußerst empfindlich auf äußere Störungen („parametrische Resonanzen“). Regelmäßige „Stöße“ durch planetarische Gezeiten könnten den Dynamo in ein 11-Jahres-Muster versetzen, ähnlich wie ein Metronom, das einen Pianisten im Takt hält.

Kritiker weisen darauf hin, dass das konvektive Rauschen im Inneren der Sonne (siehe Abbildung unten) die Gezeitenkräfte in den Schatten stellt. Dennoch sind die Übereinstimmungen kaum zu übersehen.

Stefani konzentriert sich in seinen jüngsten Arbeiten auf Magneto-Rossby-Wellen im solaren Dynamo. „Unser neuestes Modell zeigt, dass die natürlichen Perioden dieser Wellen erstaunlich gut zu den Springfluten der beiden Planeten Venus, Erde und Jupiter passen: 118 Tage für Venus-Jupiter, 199 Tage für Erde-Jupiter und 292 Tage für Venus-Erde.“

Diese Springfluten verursachen den Sonnenzyklus nicht, behauptet Stefani. Sie tragen dazu bei, ihn zu synchronisieren. Die Gezeitenperioden stimmen mit mehreren bekannten Zyklen der Sonnenaktivität überein, darunter der berühmte Schwabe-Zyklus von 11 Jahren, eine quasi-zweijährige Oszillation (QBO) von 1,7 Jahren und der Suess-de Vries-Zyklus von 193 Jahren (plus zwei Gleissberg-Zyklen von 90 und 58 Jahren).

Kritiker haben jedoch auch hier ein Gegenargument: Bei so vielen Zyklen und harmonischen Wellen findet man immer eine Übereinstimmung. Das mag zwar stimmen.

Aber Stefani hat eine Vorhersage: „Die derzeitige Ausrichtung findet nur 40 bis 60 Tage vor dem erwarteten Höhepunkt einer quasi-zweijährigen Oszillation statt. Wenn die Ausrichtung, wie unser Modell vorhersagt, magneto-Roseby-Wellen anregt, könnten wir in 40 bis 60 Tagen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit starker Sonnenaktivität rechnen.“

Link: https://www.spaceweather.com/ vom 7. Januar 2026.

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Hinweis: Falls dieser Beitrag im Nachhinein nicht mehr leicht zu finden ist, folgt hier noch das Original, falls jemand die Übersetzung überprüfen will.

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