Die Redaktion der Wettersendung «SRF Meteo» hat versucht, «Argumente der Klimaskeptiker» als falsch zu entlarven. Was sie hier als angeblichen «Stand der Wissenschaft» hinstellt, hält allerdings einem Faktencheck nicht stand.
Von Peter Panther
Was sind die Ursachen des Klimawandels? Welche Massnahmen braucht es allenfalls dagegen? Darüber wird seit Jahren heftig gestritten. Die Wetterfrösche des Schweizer Fernsehens sind in einem Artikel nun zum Schluss gekommen, dass die zentralen Aussagen der sogenannten «Klimaskeptiker» allesamt falsch seien. Wir haben die Argumente unter die Lupe genommen.
Im Folgenden wird jeweils angeführt, welche Aussagen der «Klimaskeptiker» die SRF-Autoren aufnehmen, wie sie diese widerlegt haben wollen (jeweils unter dem Stichwort «Stand der Wissenschaft») und was davon zu halten ist.
Hinweis: Im Artikel von «SRF-Meteo» werden die Aussagen der «Klimaskeptiker» jeweils als «Argument» bezeichnet. Wir haben diese Bezeichnung zu «Aussage» geändert, um sauber zwischen den zitierten Aussagen der «Klimaskeptiker» und den Argumenten der SRF-Meteo-Redaktion zu unterscheiden.
«Aussage 1: Die gemessene Erwärmung ist falsch. Etwa weil Thermometer früher auf dem Land und in der Zwischenzeit in einer (wärmeren) Stadt stehen.
Stand der Wissenschaft: Unterschiedlichste Messmethoden zeigen den Erwärmungstrend klar und weltweit. Dazu gehören Thermometer, Satelliten, Messungen aus Eisbohrkernen und Wetterballons.»
Kommentar: Es gibt nur wenige Menschen, welche in Frage stellen, dass es auf der Erde wärmer geworden ist. Von daher handelt es sich kaum um eine zentrale Aussage der «Klimaskeptiker». Allerdings gibt es immer wieder Zweifel, ob bei den Temperaturmessungen der Verstädterungseffekt angemessen berücksichtigt wird (also der Effekt, dass die Temperaturen nicht wegen des Klimawandels steigen, sondern nur scheinbar wegen zunehmend urbaner Umgebung von Messstationen). Darauf geht «SRF Meteo» aber gar nicht erst ein.
«Aussage 2: Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens. Selbst Experten zweifeln am Klimawandel.
Stand der Wissenschaft: 97 Prozent der Klimawissenschaftler halten den Klimawandel für real und sehen den Menschen als Ursache.»
Kommentar: Richtig ist, dass sich die meisten tonangebenden Klimawissenschaftler überzeugt zeigen, dass die Erderwärmung menschgemacht ist. Das Argument mit den 97 Prozent geht auf eine Auswertung des australischen Kognitionswissenschaftlers John Cook von 2013 zurück, der 12’000 wissenschaftliche Studien zum Klimawandel unter die Lupe genommen hatte. Dabei sortierte er jedoch 66 Prozent dieser Publikationen aus, weil daraus gar keine Aussage zum menschlichen Einfluss zu entnehmen war. Bei den verbleibenden Studien war bei 97 Prozent herauszulesen, dass die Autoren den Menschen zumindest als mitverantwortlich für die Erderwärmung sehen. Viele «Klimaskeptiker» stellen aber gar nicht in Frage, dass der Mensch ein Stück weit am Klimawandel beteiligt ist, sondern nur, dass er alleine daran schuld sein soll. Zudem hätte man aus der Erhebung von James Cook auch ableiten können, dass sich zwei Drittel der Klimaforscher bezüglich des menschlichen Einflusses gar nicht festgelegt haben.
«Aussage 3: Das Klima hat sich schon immer geändert. Es gab Perioden in der Erdgeschichte, da war es wärmer als heute.
Stand der Wissenschaft: Das Klima hat sich schon immer geändert. Allerdings ist die heutige Erwärmung in den letzten 2000 Jahren beispiellos. Die Erde kann auch bei weitaus höheren Temperaturen existieren, die menschliche Zivilisation jedoch nicht unbedingt.»
Kommentar: «SRF Meteo» stützt sich hier auf Aussagen des Weltklimarats IPCC ab, der die gegenwärtige Erwärmung als beispiellos für die letzten 2000 Jahre darstellt. Daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel. Einerseits sind die statistischen Methoden, die zur entsprechenden «Hockeyschläger»-Kurve des IPCC führen, schon früher als wissenschaftlich unhaltbar entlarvt worden. Andererseits weiss man aus der Zeit des Römischen Temperaturoptimums (vor ca. 2000 Jahren) und des Mittelalterlichen Temperaturoptimums (vor ca. 1000 Jahren), dass sich damals die Gletscher weiter als heute zurückgezogen haben. Wie hoch die Temperaturen damals lagen, lässt sich angesichts fehlender Messungen nicht mit Sicherheit sagen. Jedenfalls wird die menschliche Zivilisation auch bei weitaus mehr Wärme nicht so einfach verschwinden.
«Aussage 4: Es ist die Sonne. Sonnenflecken oder die Sonnenaktivität führen zur Erwärmung.
Stand der Wissenschaft: Die Sonneneinstrahlung ist tatsächlich nicht konstant, Aber auch in Perioden, wo die Sonne schwächer als üblich war, wurde die Erde wärmer.»
Kommentar: Auch hier stützt die SRF-Meteo auf den Weltklimarat ab, der diese Ansicht vertritt. Es gibt allerdings ernstzunehmende Wissenschaftler wie Nir Shaviv von der Hebräischen Universität Jerusalem, welche den Einfluss der Sonne stärker gewichten. Solche Stimmen übergeht der IPCC konsequent.
«Aussage 5: Der Klimawandel hat positive Auswirkungen. Bessere Bedingungen für die Landwirtschaft oder weniger Kältetote.
Stand der Wissenschaft: Einige mögliche positive Auswirkungen des Klimawandels gibt es. Die Risiken überwiegen aber bei Weitem.»
Kommentar: Die Erderwärmung hat ohne Zweifel auch viele positive Folgen. «SRF Meteo» stützt sich bei der Behauptung, dass die Risiken bei Weitem überwiegen, aber erneut auf den Weltklimarat. Fakt ist, dass positive Auswirkungen des Klimawandels in den Medien so gut wie nie zur Sprache kommen. Das führt zu einem verzerrten Bild der Öffentlichkeit über die Erderwärmung.
«Aussage 6: Das Wetter war schon immer extrem. Überschwemmungen und Dürren gab es schon immer.
Stand der Wissenschaft: Stimmt. Viele Wetterextreme sind aber wegen des Klimawandels häufiger und intensiver geworden, wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen.»
Kommentar: Hier stützt sich SRF Meteo für einmal nicht auf den IPCC ab. Denn in dessen jüngsten Sachstandsbericht lässt sich eine Tabelle finden, die zeigt, dass es weltweit weder bei Überschwemmungen noch bei Stürmen, Dürren und Starkregen einen Trend zu mehr und stärkeren Ereignissen gibt. Insofern liegt «SRF Meteo» hier falsch – ausser bei Hitzewellen. Dass diese angesichts tendenziell steigender Temperaturen häufiger werden, ist allerdings eine Binsenwahrheit.
«Aussage 7: Klimamodelle sind schlecht. Die Modelle wurden so erstellt, dass sie für die Vergangenheit passen, und sie sagen nichts über die Zukunft aus.
Stand der Wissenschaft: Ein Klimamodell basiert auf den Gesetzen der Physik. Nur darum kann es die Vergangenheit gut wiedergeben. Die Gesetze der Physik bleiben auch in der Zukunft gültig.»
Kommentar: Physikalische Gesetze gelten zwar uneingeschränkt. Nur ist es manchmal schwierig zu erkennen, wie diese Gesetze denn genau lauten. Die Klimawissenschaft hat jedenfalls ihre liebe Mühe damit, diese zu erkennen, weil die chemisch-physikalischen Wechselwirkungen in der Atmosphäre äusserst komplex sind. Vor einigen Jahren mussten selbst führende IPCC-Forscher eingestehen, dass die verwendeten Klimamodelle versagen, weil sie nicht nur die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit nicht richtig abbilden können. Insofern ist die Wirklichkeit sogar noch schlimmer: Die vom IPCC verwendeten Modelle passen oft nicht einmal für vergangene Zeiten.
«Aussage 8: Die Wetterprognose ist falsch, also ist es die Klimaprojektion auch. Eine Wetterprognose für die übernächste Woche geht nicht, warum sollte eine Klimaprojektion über hundert Jahre funktionieren?
Stand der Wissenschaft: Dies sind komplett unterschiedliche Fragestellungen. Für eine Wetterprognose muss man den exakten Zustand der Atmosphäre kennen. Eine Klimaprojektion muss nur die klimatischen Gegebenheiten realistisch simulieren können. Das Wetter-Chaos wird in einem Klimamodell durch langfristige Mittelwerte eliminiert.»
Kommentar: Natürlich sind Klima und Wetter nicht dasselbe. Dennoch wirkt es wie Hybris, wenn die tonangebenden Wissenschaftler suggerieren, man könne die Entwicklung des Klima auf viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte hinaus punktgenau vorhersehen. Die Vorstellung, die künftige Welt-Temperatur liesse sich wie mit einem Thermostaten auf das Zehntelsgrad genau einstellen, ist erst recht abwegig.
«Aussage 9: Klimaschutz ist schlecht für die Wirtschaft. Wir brauchen fossile Brennstoffe für weiteres Wirtschaftswachstum.
Stand der Wissenschaft: Die Kosten des Nichthandelns sind höchstwahrscheinlich grösser als die Kosten für eine Minderung des Klimawandels.»
Kommentar: Wer nur über etwas gesunden Menschenverstand verfügt, kann unschwer erkennen, dass es auf keinen Fall gelingen wird, die fossilen Brennstoffen in nur wenigen Jahrzehnten zu ersetzen. Folglich müsste man den Menschen die Energie regelrecht wegnehmen, um die Klimaziele zu erreichen. Das würde zu Wirtschaftszusammenbrüchen und Missernten führen. Das Resultat wären Armut, Hunger und Tod. Die angeblichen Berechnungen sogenannter Klimaökonomen, wonach sich Klimaschutz unter dem Strich lohne, sind politisch motivierte Wunschkonzerte.
«Aussage 10: Erneuerbare Energien sind unzuverlässig. An bewölkten Tagen gibt es kaum Solarenergie, an sonnigen Tagen zu viel.
Stand der Wissenschaft: Es kommt bei der erneuerbaren Energieerzeugung zu Fluktuationen. Allerdings nicht bei allen Arten, wie z.B. bei der Wasserkraft oder Geothermie. Für die Fluktuationen wird an Lösungen gearbeitet, wie Smart Grids oderSpeichertechnologien.»
Kommentar: Bei «SRF Meteo» weiss man genau, dass es bei der Umstellung des Energiesystems in erster Linie um Solar- und Windstrom geht und höchstens am Rand um Strom aus Geothermie und Wasserkraft. Und bei Wind und Sonne ist die Wetterabhängigkeit der Produktion unbestreitbar das zentrale Problem, das diese Energieformen faktisch unbrauchbar werden lässt. Mit der Formulierung, es werde hier «an Lösungen gearbeitet», gibt SRF Meteo zu, dass es diese Lösungen für die fluktuierende Energieproduktion bisher nicht gibt.
Beitrag von «SRF Meteo»:
https://www.srf.ch/meteo/meteo-stories/themenwoche-fakt-oder-fake-argumente-der-klimaskeptiker-und-was-die-forschung-dazu-sagt















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Die Klimaschützer setzten übrigens neuerdings auf KI um damit die EE zu regeln und meinen das wäre die Lösung.
Hat man ja gerade bei der Bahn gesehen.