H. Sterling Burnett
Die Geschichte Grönlands und die aktuellen Bedingungen in der gesamten Arktis widerlegen Behauptungen, dass sich das Klima in der Arktis einschließlich Grönlands in einer noch nie dagewesenen Weise verändert und dass anthropogene Treibhausgasemissionen einen gefährlichen Klimawandel verursachen.
Jüngste Forschungsergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Geoscience zeigen, dass der Gipfel des Prudhoe Dome in Grönland vor etwa 7.000 Jahren, während des von einigen Wissenschaftlern als „Holozän-Temperaturmaximum” bezeichneten Zeitraums vor 9.000 bis 5.000 Jahren, Sonnenlicht und Witterungseinflüssen ausgesetzt war. Proxy-Daten deuten darauf hin, dass die Temperaturen zwischen 3 °C und 5 °C höher lagen als heute. Das liegt weit über dem Temperaturanstieg von 1,5 °C bis 2,0 °C, vor dem Klimaalarmisten gewarnt haben und der einen Wendepunkt darstellen würde, der katastrophale Veränderungen nach sich ziehen würde. Die Studie legt auch nahe, dass trotz der im Vergleich zu heute höheren Temperaturen und der Tatsache, dass große Teile Grönlands eisfrei waren, der Meeresspiegel damals niedriger war als heute.
Die internationale Gruppe von 14 Forschern, die Universitäten und Forschungsinstitute in sieben US-Bundesstaaten und zwei Ländern vertreten, bohrte tief in das Eis und fand Hinweise auf vergangene Sonneneinstrahlung auf den Boden:
Wir bohrten uns durch 509 Meter Firn und Eis am Prudhoe Dome im Nordwesten Grönlands, um Material unter dem Eis zu gewinnen, das direkte Hinweise auf die Reaktion der nordwestgrönländischen Eiskappe auf die Warmphase des Holozäns liefert, und … Messungen der stimulierten Lumineszenz aus Sedimenten unter dem Eis … deuten darauf hin, dass der Boden unterhalb des Gipfels vor 7,1 ± 1,1 Tausend Jahren dem Sonnenlicht ausgesetzt war.
Bei den heutigen Temperaturen ist die Kuppel derzeit nicht freigelegt: Die Forscher mussten mehr als 509 Meter bohren, um auf das Grundgestein zu stoßen. Sie stellen fest, dass ihre Erkenntnisse über eine massive Entgletscherung während dieses Zeitraums offenbar durch Forschungen an anderen Orten in Grönland bestätigt werden.
Unabhängig davon, ob der IPCC Recht hat und die Erde heute wärmer ist als jemals zuvor in den letzten 1.500 bis 2.000 Jahren, war es zumindest während einer Periode der gegenwärtigen Zwischeneiszeit deutlich wärmer, und zwar ganz ohne menschliches Zutun (die CO₂-Werte waren viel niedriger), und weder die menschliche Bevölkerung noch die Zivilisation gerieten in eine Todesspirale. Tatsächlich hatte der Ackerbau erst kurz zuvor begonnen und breitete sich kurz vor und während dieser Periode aus, und die Bevölkerung wuchs.
Das war damals; wie sieht es heute aus? Es scheint, dass die Meereisbedeckung in der Arktis seit mindestens 20 Jahren relativ stabil ist, wobei das Verhalten des Meereises in diesem Zeitraum darauf hindeutet, dass „natürliche Schwankungen” die Veränderungen des Meereises und die langfristigen Trends bestimmen. Diese Forschungsergebnisse stehen im Widerspruch zu der vermeintlich direkten Kausalität zwischen steigendem CO₂-Ausstoß, der zu Temperaturanstieg führt, und schrumpfendem Meereis, wobei Letzteres angeblich eine Folge von Ersterem ist.
In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters von Forschern der Universität Exeter in Großbritannien und der Columbia University in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurde, liest man:
In den letzten 20 Jahren hat sich der Rückgang des arktischen Meereises erheblich verlangsamt. Klimamodelle (aus CMIP5 und CMIP6) zeigen, dass es zu Jahrzehnte langen Pausen beim Meereisverlust kommen kann, selbst wenn die Treibhausgasemissionen weiter steigen. … Die meisten Erkenntnisse aus diesen Klimamodellen deuten darauf hin, dass natürliche Klimaschwankungen eine große Rolle bei der Verlangsamung des vom Menschen verursachten Meereisverlusts gespielt haben. Es ist jedoch nicht ganz sicher, ob auch Veränderungen des menschlichen Einflusses auf das Klima (die „erzwungene Reaktion”) dazu beigetragen haben. Insgesamt mag es überraschend klingen, dass sich der Verlust des arktischen Meereises verlangsamt hat, obwohl die globalen Temperaturen Rekordhöhen erreicht haben, aber die Erkenntnisse aus Klimamodellen deuten darauf hin, dass wir mit solchen Phasen relativ häufig rechnen müssen.
Daher können menschliche CO₂-Emissionen nicht nur nicht ursächlich mit dem Rückgang des Meereises in Verbindung gebracht werden (das tatsächlich gar nicht zurückgeht), sondern es ist auch nicht einmal klar, ob menschliche Aktivitäten überhaupt einen Einfluss auf den Meereisbestand haben. Es gibt keine Korrelation zwischen Veränderungen des Meereisbestands und menschlichen Emissionen oder Temperaturveränderungen, geschweige denn einen kausalen Zusammenhang oder eine „Forcierung“ des Letzteren gegenüber dem Ersteren, wie dieses Forscherteam festgestellt hat.
Quellen: Geophysical Research Letters; Nature Geoscience; Irrational Fear
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















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Ich denke eher, dass es in den letzten 1.500 bis 2.000 Jahren schon wärmere Perioden gegeben hat. Kurz vor dem Jahr 1.000 sind die Wikinger auf Grönland gelandet und haben dort Ackerbau und Viehzucht betrieben. Das ist heute so noch nicht möglich. Das alleine deutet schon darauf hin, dass es im Mittelalter wärmer war als heute. Es wird ja auch behauptet, dass Erik der Rote, als er auf Grönland gelandet ist, das Land „Grünland“ genannt hat, um weitere Siedler anzulocken, es in Wirklichkeit jedoch nicht so grün war. Doch die Wikinger, bzw. deren Nachfolger sind mehrere Jahrhunderte auf Grönland geblieben und sind erst abgezogen, als die kleine Eiszeit einsetzte und mit den kälteren Temperaturen eine solche landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich war. Falls das „Grünland“ nur ein Propagandatrick gewesen wäre, hätte das im Laufe der Zeit sicherlich bekannt werden müssen.
Der IPCC ist gegründet worden mit der Aufgage „den menschgemachten Klimawandel“ zu untersuchen und Maßnahmen dagegen zu erarbeiten. Das ist wissenschaftlich eine völlig falsche Vorgehensweise – damit wird ein gewünschtes Ergebnis schon vorgegeben. Wenn der IPCC jetzt feststellen würde, dass einen menschgemachten Klimawandel nicht gibt (oder der menschliche Anteil unbedeutend ist), würde sich das Gremium seinen eigenen Auftrag entziehen.
Herr Krohn,
Das ist wissenschaftlich eine völlig falsche Vorgehensweise
Sie haben völlig recht.
„Daher können menschliche CO₂-Emissionen nicht nur nicht ursächlich mit dem Rückgang des Meereises in Verbindung gebracht werden (das tatsächlich gar nicht zurückgeht), sondern (…) „
? Das Zitat aus der Studie direkt darüber sagt doch das genaue Gegenteil?!
Ein verlangsamter Rückgang ist immer noch ein Rückgang, und es wird in der Studie nicht die Rolle des Menschen am Rückgang angezweifelt, sondern die Rolle des Menschen auf die Verlangsamung des Rückgangs.
Aus der Studie: „The modeling evidence suggests that internal variability has substantially offset anthropogenically forced sea ice loss in recent decades“
Dass die Eismenge der Arktis seit 20 Jahren nicht schwankt, ist auch Schnönrechnerei, da wir 2015 einen drastischen Tiefpunkt hatten, von dem wir uns kurzzeitig erholt haben (bzw. wieder darauf zusteuern).
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Ihnen fehlt schlicht die Einsicht das die Natur nicht statisch ist, nie war und auch nie sein wird und somit selbst scheinbar größere Amplitiden bei den klimatischen Schwankungen immer noch innerhalb der natürlichen Reaktionsbreite liegen um in ein langzeitliches Gleichgewicht erneut einzuschwenken.
Unabhängig davon, was mir fehlt: Meine Kritik bezieht sich darauf, dass der Artikel sich und die er Studie widerspricht, die er zitiert. Da braucht man kein Wissen über Zusammenhänge, sondern nur Textverständnis.
Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie Sie aus meinem Kommentar fehlendes Naturverständnis heraus lesen, wo ich doch nur Aussagen aus dem Artikel schlicht anders lautenden Aussagen gegenüberstelle.
Ich hatte das mal vor einiger Zeit am Beispiel Antarktis und den dortigen extrem niedrigen Temperaturen <-80° durchexerziert. Üblich sind unter irdischen Bedingenungen maximale Absenkungen bis -40 bis allerhöchst -65°, ehe es zu einem signifikanten Energiedefizit kommt. Vielleicht hilft das ja zu mehr Verständnis auch für andere Regionen und deren zeitweiliges Überschießen in die eine oder andere Richtung, auch über ein paar Jahre hinausgehend.
Warum beispielsweise extreme regionale Kälte energetisch immer ausgeglichen werden muss
Extreme Kälteereignisse wie sehr niedrige Temperaturen über der Antarktis bedeuten physikalisch, dass diese Region über einen längeren Zeitraum mehr Energie an den Weltraum abgibt, als sie erhält. Man spricht dann von einem regionalen Energiedefizit. Dieses Defizit entsteht vor allem im Winterhalbjahr durch das Fehlen von Sonneneinstrahlung, sehr trockene Luft und stabile Wetterlagen, die den Wärmeaustausch mit anderen Regionen stark einschränken.
Wichtig ist, die Antarktis ist kein isoliertes System. Sie ist über die Atmosphäre – und langfristig auch über die Ozeane – mit dem Rest der Erde verbunden. Wenn sich über längere Zeit ein starkes Energiedefizit aufbaut, entstehen Temperatur- und Druckunterschiede zwischen der kalten Region und wärmeren Gebieten. Solche Unterschiede treiben zwangsläufig Ausgleichsprozesse an, etwa durch großräumige Luftströmungen oder veränderte Zirkulationsmuster.
Dieser Ausgleich geschieht nicht sofort und nicht gleichmäßig. Er kann sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken. Dennoch ist er physikalisch unvermeidlich: Ein dauerhaftes extremes Energiedefizit kann in einem gekoppelten Erdsystem nicht bestehen bleiben. Extreme Kälte ist daher kein stabiler Endzustand, sondern Teil eines dynamischen Prozesses, in dem das System versucht, wieder in ein energetisches Gleichgewicht zu kommen.
Warum energetische Ausgleichsprozesse häufig zeitweise „überschießen“ können.
Wenn ein regionales Klimasystem über längere Zeit stark abgekühlt ist, setzt der energetische Ausgleich nicht sanft und exakt am Gleichgewichtspunkt ein. Stattdessen passiert es meist, dass vorübergehend mehr Energie zugeführt wird, als für den bloßen Ausgleich nötig wäre. Dieses Verhalten nennt man ein zeitlich begrenztes „Überschwingen“.
Der Grund dafür liegt in der Trägheit des Klimasystems. Luft- und Wassermassen haben eine große Wärmekapazität, und Energie wird nicht sofort wieder abgeführt, sobald sie zugeführt wird. Zudem wirken viele Prozesse zeitverzögert, Änderungen in der großräumigen Zirkulation, der Rückkehr der Sonneneinstrahlung oder der Wärmetransport aus niedrigeren Breiten greifen nicht punktgenau, sondern mit Verzögerung und teils auf Umwegen.
Das führt dazu, dass der Ausgleichsprozess kurzfristig über das energetische Gleichgewicht hinausgehen kann. Eine zuvor extrem kalte Region wird dann für eine mehr oder weniger lange Zeit ungewöhnlich milde oder warme Bedingungen erleben. Dieses Überschwingen ist kein Zeichen eines „Fehlers“ im System, sondern ein normales Verhalten dynamischer, gekoppelter Systeme.
Über längere Zeiträume gleicht sich das wieder aus, Phasen mit Energieüberschuss folgen auf Phasen mit Energiedefizit, sodass im Mittel das Gleichgewicht erhalten bleibt.
Und genau darum führen kurzfristige regionale Betrachtungen meist zu falschen Schlussfolgerungen, womit auch deutlich wird, warum eine klimatische Periode erst schlüssige Aussagen zulässt wenn diese über Dekaden erfolgt, üblich derzeit sind 30 Jahre.
Das Klimasystem der Erde ist dynamisch, träge und räumlich stark miteinander verknüpft. Wer nur kurze Zeiträume (zum Beispiel einzelne Winter oder wenige Jahre) und einzelne Regionen betrachtet, sieht daher meist nur einen Moment innerhalb eines laufenden Ausgleichsprozesses, nicht den Gesamtzustand des Systems.
In solchen kurzen Ausschnitten können extreme Kälte, ungewöhnliche Wärme oder abrupte Wechsel auftreten, die isoliert betrachtet wie grundlegende Veränderungen wirken. Tatsächlich sind sie oft Teil natürlicher Schwankungen, Ausgleichsbewegungen oder zeitlich verzögerter Reaktionen auf vorherige Zustände.
Das Problem ist methodisch: Aus einer Phase wird auf einen Zustand geschlossen. Dabei werden Trägheit, zeitliche Verzögerung und räumliche Kopplung ausgeblendet. Ohne diesen Kontext kann man leicht zu falschen Schlussfolgerungen kommen – etwa indem man kurzfristige Abkühlungen als Widerlegung langfristiger Trends oder kurzfristige Erwärmungen als deren unmittelbare Bestätigung interpretiert.
Eine sinnvolle Einordnung erfordert daher immer einen zeitlichen und räumlichen Rahmen, der groß genug ist, um die Dynamik des Systems mitzuerfassen. Erst dann lassen sich Aussagen treffen, die über Momentaufnahmen hinausgehen und das tatsächliche Verhalten des Klimasystems widerspiegeln.
„Und genau darum führen kurzfristige regionale Betrachtungen meist zu falschen Schlussfolgerungen, womit auch deutlich wird, warum eine klimatische Periode erst schlüssige Aussagen zulässt wenn diese über Dekaden erfolgt, üblich derzeit sind 30 Jahre.
Das Klimasystem der Erde ist dynamisch, träge und räumlich stark miteinander verknüpft. Wer nur kurze Zeiträume (zum Beispiel einzelne Winter oder wenige Jahre) und einzelne Regionen betrachtet, sieht daher meist nur einen Moment innerhalb eines laufenden Ausgleichsprozesses, nicht den Gesamtzustand des Systems.„
Ganz genau. Deshalb braucht man eine globale Durchschnittstemperatur, und diese steigt. Der Artikel macht genau das, was Sie als Fehler darstellen: Eine kurzfristige, regionale Beobachtung und ist deshalb irreführend (Arktis, 20 Jahre/ Ein Gipfel in Grönland, vor 7000 Jahren).
Gerade auf EIKE werden oft nur einzelne Temperaturkurven herausgegriffen und als Gegenbeweis gesehen, genau das, was Se mir vorwerfen! Dabei picken Sie sich mit der Antarktis hier ein Beispiel heraus, wo, wie Sie richtig schreiben, lokale Prozesse überwiegen und nicht repräsentativ ist. Dabei ist im Artikel von der Arktis die Rede.
Verstanden worum es geht, haben Sie aber nicht wirklich.
Wie auch, wenn Sie sagen, dass ich mich irre und das mit einer Argumentation begründen, die nichts mit meiner Kritik zu tun hat und noch dazu genau die Dinge kritisiert, die ich auch kritisieren würde?
Sehen Sie etwa keinen Widerspruch in den Ausführungen des Artikels?