„ Etwas Drastisches muß passieren..“ , „ Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant….“ und „ …es werden Leute sterben“.  Ex-Biobauer Roger Hallam und Mitgründer von Extinction Rebellion gibt, was Ton und Outfit angeht, die Richtung an, in welche diese anarchistische Aufstandsbewegung marschieren soll. Gründung, Aufbau und internationale Koordination aber werden von einem Netzwerk bestritten, das direkte Verbindungen zur britischen Krone hat, besonders zu seinem notorisch „grünen“ Prince of Wales und zu Organisationen, die seit mindestens 50 Jahren die fanatische Ideologie von den Grenzen des Wachstums verbreiten.

Die Untertanen der Königin

In einem Manifest vom Sommer 2019 erklärt Gail Bradbrook, Mitbegründerin der Extinction Rebellion, „wie ihre psychedelischen Erfahrungen dazu beigetragen haben, den Werdegang der Bewegung zu gestalten“ unter dem Titel How Psychedelics helped to shape the extinction rebellion (hier).

Sie beschreibt darin eine Reise nach Costa Rica, wo sie „eine hohe Dosis“ einheimischer Psychedelika wie Ayahuasca einnahm. „Ich war verängstigt“, schrieb sie, „aber der Grund, warum ich mein Bewußtsein so extrem forcierte, war nicht nur, innere Arbeit an mir selbst zu leisten – ich wollte Antworten darauf, wie ich soziale Veränderungen bewirken könnte.“

Bradbrook gab zu, daß sie sich mit Klimawissenschaft nicht auskenne, wütete aber: „Ganze Arten sterben aus… Es wird allgemein geleugnet, daß wir als Menschen nicht an der Spitze einer Pyramide stehen, wo wir die Bedingungen diktieren können, sondern Teil eines Lebensnetzes sind.“

Bradbrook erklärte auf der „Fünften Internationalen Konferenz über psychedelisches Bewußtsein“, die vom 16.-18. August von der Organisation „Breaking Convention“ („Brecht mit den Konventionen“) in London veranstaltet wurde. „Ich bin für einen massiven zivilen Ungehorsam, bei dem wir Drogen nehmen, um dem Staat zu sagen, daß er absolut kein Recht hat, unser Bewußtsein zu kontrollieren und unser spirituelles Verhalten zu bestimmen“, zitierte das Magazin Nature sie.

Die Konferenz wurde von der Beckley-Stiftung unterstützt, deren Gründerin und Direktorin Amanda Feilding, Gräfin von Wemyss und March, ist. Sie versammelte 1500 Forscher, Schamanen, „Psychonauten“ und Journalisten und hatte zum Ziel, Drogen zu verherrlichen und zu legalisieren. Der Klimawandel und die Extinction Rebellion gehörten zu den zentralen Themen der Konferenz.

Bradbrook sagte, Psychedelika müßten nur „richtig“ verwendet werden, und wir könnten von indigenen Kulturen lernen, die routinemäßig Substanzen wie Ayahuasca verwenden: „Ich bin zwar voll und ganz für psychedelische Wissenschaft – ich denke, sie ist fantastisch -, doch glaube ich nicht unbedingt, daß wir Zeit haben, darauf zu warten, daß die Wissenschaft uns sagt, daß diese Medikamente nützlich sind. Die indigenen Kulturen haben uns bereits die Wege gezeigt.“

Bradbrook führte nicht näher aus, welche „Wege“ die indigenen Kulturen uns weisen können. Tatsache ist, daß viele der Stämme wie die Yaguas in Kolumbien, die sich der „Weisheit“ des Ayahuasca-Konsums verschrieben haben, tatsächlich auch Kannibalismus praktizierten.

Die Mobilisierung psychologischer Schocktruppen, die auf unsere Jugend losgelassen werden, und die Werbung für Drogen wären skandalös genug, um rechtliche Schritte gegen die XR wegen Kindesmißbrauchs, Drogenförderung und Aufhetzung einzuleiten. Es gibt aber noch die andere Seite dieser Bewegung: die Tatsache, daß sie von den höchsten Ebenen des britischen Establishments, einschließlich der Monarchie und deren Institutionen, beworben und gefördert wird.

Man muß nicht lange graben, um das zu erkennen. Man muß sich nur das parallele Leben der XR-Gründerin Bradbrook anzusehen. Einerseits sieht man die verwirrte Aktivistin, die auf Youtube zu sehen ist und massiven zivilen Ungehorsam fordert; aber es gibt noch eine andere Seite von ihr mit sehr ernstzunehmenden Verbindungen.

Bevor sie sich zur Klimakriegerin erklärte, arbeitete Bradbrook vollzeit bei der Organisation „Business In the Community“ (BITC), dem „Responsible Business Network des Prinzen“. „Der Prinz“ ist in diesem Fall Charles, Prinz von Wales. Von 2001 bis 2003 war sie dort Programmdirektorin, die „Unternehmen im IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologie) dabei unterstützte, ihrer Rolle bei der Überwindung der digitalen Kluft und der Untersuchung ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Unternehmen Rechnung zu tragen“. Hier entwickelte sie ihre Kompetenz in digitaler Inklusivität. Und selbstverständlich hat das BITC eine umfangreiche Klimawandel-Agenda für Unternehmen.

Prinz Charles tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters Prinz Philip, der zusammen mit dem eingeschriebenen NSDAP-Mitglied Prinz Bernhard von Holland nach dem Zweiten Weltkrieg den World Wildlife Fund (WWF) gründete. Philip ist berüchtigt für seine Erklärung, er hoffe, als tödliches Virus wiedergeboren zu werden, um die Weltbevölkerung auf eine Milliarde Menschen zu reduzieren.

2003 lernte Bradbrook ihren zukünftigen Ehemann John David Fisher kennen, der nach seiner eigenen Biographie 1973-77 vier Jahre lang Pilot der Royal Air Force war. Trotz seiner kurzen Dienstzeit ist er jetzt Vizepräsident des Royal Air Force Club und empfing die Queen, als diese kürzlich den Club besuchte. Er gründete die gemeinnützige Organisation Citizens Online (https://www.citizensonline.org.uk/), die an Fishers Wohnadresse in Stroud registriert ist und Organisationen und Verbänden Hilfe beim Zugang zum Internet anbietet. Fisher war Mitglied des Digital Inclusion Panel des ehemaligen Premierministers Tony Blair und Berater von Kabinettsministern in dieser Angelegenheit. Bradbrook war von 2003 bis 2018 Direktorin von Citizens Online, danach trennte sie sich von Fisher und gründete XR. Wenn sie sich auf ihre „Erfahrung als Aktivistin“ beruft, bezieht sich das höchstwahrscheinlich auf ihre Arbeit bei Citizens Online.

Ein weiterer Direktor von Citizens Online ist Dr. Gerald Power, mit dem Bradbrook eine Studie über digitale Inklusion verfaßt hat. Power, Unterzeichner der XR-Deklaration, ist Unternehmensberater, der laut eigenem Lebenslauf seine Karriere in einem „wissenschaftlich-technologischen Schnellkurs für Managementausbildung“ im britischen Verteidigungsministerium begann. Und er absolvierte eine Karriere „in allen wichtigen Abteilungen der Zentralregierung“.

Ein weiterer Gründungsdirektor und derzeitiger Schirmherr von Citizens Online ist Anthony St. John, 22. Baron St. John of Bletso, einer von 98 erblichen Mitgliedern des House of Lords und Extra Lord in Waiting (Kammerherr) der Queen. Als derzeitiger Vorsitzender der Handelsbank Strand Hanson ist er nicht-geschäftsführender Direktor einer langen Liste von Unternehmen aus den Bereichen Bergbau, Kommunikation, IT, erneuerbare Energien und Finanzdienstleistungen in Südafrika und Europa. Im Oberhaus ist er Vorstandsmitglied der überparteilichen Afrika-Parlamentariergruppe und stellvertretender Vorsitzender der überparteilichen Südafrika-Parlamentariergruppe.

Zu den grünen Referenzen von St. John gehört die langjährige Unterstützung der Organisation TVE, die mit Filmemachern und Partnern weltweit zusammenarbeitet, um Filme über Umwelt und Nachhaltigkeit zu produzieren und zu vertreiben. Er ist heute ihr emeritierter Treuhänder. TVE wurde 1984 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen und World Wildlife Fund-UK gegründet.

Er ist auch im Beirat von Successful Green, einem „internationalen Netzwerk für Umwelt, Innovation und Information“, neben Peter E. Merian, ehemaliger Direktor der Basler Börse und CEO der Bank Sarasin sowie Gründungsmitglied der Global Environmental Society; und Dr. Marcelo Cavalho de Andrade, Präsident der von Maurice Strong gegründeten Earth Council Alliance. Cavalho de Andrade ist auch Partner und Prinzipal der Finanzfirma Earth Capital Partners LLP, die gut aufgestellt ist, um von der Kampagne für grüne Finanzen zu profitieren.

Der „Extra Lord in Waiting“ gehörte zusammen mit US-Senator Sheldon Whitehouse, dem US-Kongreßabgeordneten Alan Grayson, Rocksängern und Umweltschützern wie Sting, Graham Nash und Jason Mraz zu den Unterzeichnern eines Offenen Briefs an führende Politiker der Welt auf der Klimakonferenz COP21. Sie forderten die Aufnahme eines Satzes in den Vertrag, der Unternehmen und Konzerne verpflichtet, die Kosten für Entwicklung, Produktion, Beförderung, Verkauf und Verbrauch von Produkten, die Treibhausgase erzeugen, vollständig offenzulegen.

Vor nicht allzu langer Zeit befand sich unter den XR-Aktivisten, die sich mit Schnellkleber an die Türen der Konzernzentrale von Royal Dutch Shell fesselten, auch Farhana Yamin. Diese bereits ergraute XR-Führerin ist Associate Fellow der Abteilung Energie, Umwelt und Ressourcen am Chatham House (Royal Institute of International Affairs), der außenpolitischen Denkfabrik Ihrer Majestät.

Somit steht nun – neben der Planung von Dingen wie Regimewechseln und endlosen Kriegen – auch die Klimarebellion auf der langen Liste menschenfeindlicher Missionen des Chatham House.

Am 4. Juli 2019 veranstaltete Chatham House eine Debatte mit dem Titel „Klimaaktionen: Eine Rolle für zivilen Ungehorsam?“ Das Institut beschrieb den Zweck der Veranstaltung wie folgt: „Trotz des ständig wachsenden öffentlichen Bewußtseins für die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen kämpfen Umweltwissenschaftler und -aktivisten weiter dafür, die breite Öffentlichkeit, politische Entscheidungsträger und Unternehmen zu motivieren, die notwendigen revolutionären und ehrgeizigen Maßnahmen durchzusetzen… In den letzten Monaten wurde der Umweltdebatte jedoch durch Bewegungen wie Extinction Rebellion in London und den Klima-Schulstreiks international ein neues Gefühl der Dringlichkeit verliehen.“

Dies hat sich als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung des Instituts erwiesen.

Bei dieser Veranstaltung sprach auch Sam Geall, Forscher über China und Energiefragen am Chatham House, und forderte, die Sicherheitskräfte müßten nicht die XR-Rebellen, sondern die Ölgesellschaften unterdrücken. „Wir müssen verstehen, wer nicht dafür bestraft wird, wenn er Klimaschäden verursacht.“

Zu den Anhängern und Machern von XR gehören auch solche, die auf den ersten Blick als seltsame Bettgenossen erscheinen.

Weit oben auf der Liste der Unterzeichner der XR-Erklärung befindet sich das ehemalige Oberhaupt der Kirche von England, der frühere Erzbischof von Canterbury Dr. Rowen Williams. Er gehört zu den aktivsten Unterstützern der XR und tritt auf Konferenzen und Treffen auf, um Jugendliche zur Teilnahme an der Internationalen Rebellion in London und darüber hinaus zu motivieren. Williams hat kürzlich einen Kommentar für den Guardian verfaßt, in dem er behauptet, daß ein Fünftel des Sauerstoffs der Welt aus dem brasilianischen Regenwald stamme, und erklärt, die Brände seien Folgen unseres „Entwicklungsdrangs…, der nur der Konsumlust und Bequemlichkeit dient“.

Der Amazonaswald müsse den Eingeborenen überlassen werden, damit sie in primitiver Rückständigkeit leben können, argumentiert er. „Ihre Rechte wurden angesichts der Gier verschiedener mächtiger wirtschaftlicher Interessen außer Kraft gesetzt, und ihre Geschichte ist Ausdruck der krassen wirtschaftlichen Ungleichheit, die so viel von unserer Welt verdirbt und korrumpiert, einschließlich Länder wie Brasilien… Im Amazonasgebiet verdrängen Bergbau und Ölförderung die Volksgruppen aus dem Wald, in dem sie seit Jahrhunderten leben.“

Wir alle seien, so sagt er, verantwortlich für die Verbrechen des Fortschritts und des Fleischverzehrs. „Das ist nicht nur Brasiliens Problem“, so der Geistliche. „Wir alle haben daran Anteil. Die Globalität des Wirtschaftswachstums, insbesondere die beispiellose Nachfrage nach Fleisch in den entwickelten Ländern, machen einen Großteil des Drucks auf die Landnutzung in der Region aus… Die Waldbrände im Amazonasgebiet sind eine sichtbare Metapher für die Folgen unserer uneingeschränkten Gier nach grenzenlosem Wirtschaftswachstum.“ In einer empörenden Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes fordert Williams, den 208 Millionen Brasilianern die wirtschaftliche Entwicklung ihrer riesigen Amazonasregion zu verbieten.

Auf der Liste der Unterzeichner steht auch Adrian Kendry, der sich als Gastprofessor für Wirtschaft und Sicherheit an der University of Winchester bezeichnet und 13 Jahre lang bis 2014 als Senior Defense Economist und Berater des NATO-Generalsekretärs im NATO-Hauptquartier tätig war. Kendry tritt offenbar nicht aktiv als XR-Redner auf, ist jedoch in NATO- und internationalen Sicherheitskreisen aktiv, wo er neben Rußland und China den Klimawandel als die größte Bedrohung für das westliche Bündnis ausgemacht hat.

Der größte Skandal ist allerdings die Tatsache, daß sich Mandatsträger in Deutschland – darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel -, in Frankreich und anderen Ländern sowie der Demokratischen Partei in den Vereinigten Staaten aktiv an diesem politischen Kindesmißbrauch beteiligen. Wenn diese Politik nicht gestoppt wird, ist die Zukunft der westlichen Welt tatsächlich bedroht.