Als die COP24-Konferenz jüngst in Polen ohne wesentliche Beschlüsse zu Ende gegangen war, erhob sich angesichts abwärts tendierenden Interesses zum Thema die Frage, ob die Medien und die Öffentlichkeit der Diskussion dieser Frage überdrüssig geworden sind.

Die Graphik unten zeigt die Länge (Anzahl der Intervalle von 15 Sekunden Länge) der Berichterstattung bei CNN, MSNBC und Fox News von Juni 2009 bis heute, wenn dabei die Termini „Klimawandel“ oder „globale Erwärmung“ angesprochen wurden. (Daten von hier und hier).

Die immense Medienpräsenz der Kopenhagen-Konferenz im Jahre 2009 tritt klar hervor, ebenso wie die stetige Zunahme der Berichterstattung vom vierten bis zum siebenten Jahr der Präsidentschaft Obamas, bis sie zum Pariser Übereinkommen 2015 kulminierte. Der Rückzug von Präsident Trump aus dem Abkommen führte zur viertlängsten Fernseh-Berichterstattung über dieses Thema des vergangenen Jahrzehnts. Im Gegensatz dazu führte das Fehlen wesentlicher Neuerungen dieses Jahres 2018 zur zweitniedrigsten Berichterstattung.

Die sich ändernden klimatischen Bedingungen auf der Erde werden typischerweise als „globale Erwärmung“ oder „Klimawandel“ angesprochen. Ersteres impliziert einen sich erwärmenden Planeten, letzteres konzentriert sich auf Erwärmung, Abkühlung und klimabezogenes Extremwetter.

Die Balkengraphik unten zeigt die Prozentzahl der Zeit, in der bei CNN, Fox News und MSNBC die beiden Termini während des vergangenen Jahrzehnts erwähnt worden sind. Bei Fox News tauchte „globale Erwärmung“ fast genauso oft auf wie bei den anderen beiden Kanälen zusammen. Bei MSNBC wurde eine Kombination beider Termini 0,16% der Zeit zur Sprache gebracht, gefolgt von Fox News mit 0,13% und CNN mit 0,10%.

Betrachtet man die weltweite Berichterstattung in den Medien, ergibt sich die folgende Graphik. Sie zeigt die Zeit in Prozent der Berichterstattung bzgl. jeder der beiden Termini in den 65 Sprachen, die vom GDELT-Projekt untersucht worden waren. (GDELT = Global Database of Events, Language, and Tone). Auch hier ist der Terminus „Klimawandel“ eindeutig der Favorit, wurde er doch 3,7 mal so oft erwähnt wie „globale Erwärmung“. Der relative Mangel an Berichterstattung im Jahre 2018 ist ebenfalls unten ersichtlich. Dabei nahm das Medieninteresse Anfang August Fahrt auf und zeigte einen kurzen Spitzenwert Anfang Oktober mit der Veröffentlichung des IPCC-Reports. Eine weitere Spitze zeigt sich im vorigen Monat im Vorfeld der COP24-Konferenz.

Die stärkste Abdeckung der letzten zwei Jahre erfolgte im Juni 2017, als Trump sich aus dem Paris-Abkommen zurückgezogen hatte, und dann noch einmal im nachfolgenden Monat, als andere Nationen auf dem G20-Gipfel ihre Unterstützung dafür bekräftigten.

Alles in allem wurde in 20% aller klimarelevanten Berichterstattung Präsident Trump erwähnt. Dann könnte der Grund für die relative Stille des Jahres 2018 das Fehlen wesentlicher Ankündigungen aus dem Weißen Haus sein.

All dies führt auf eine Frage: Schert sich die allgemeine Öffentlichkeit überhaupt noch um Klimawandel? Die Zeitreihe unten zeigt die Ergebnisse der Google-Suche nach den Begriffen „Klimawandel“ und „Globale Erwärmung“ (mit erfasst sind deren Übersetzungen in andere Sprachen in allen Ländern, die auf Google zurückgreifen). Google nennt nicht die tatsächliche Anzahl der Klicks, sondern nennt stattdessen den Monat mit der höchsten Zahl von Suchanfragen 100% und beziffert alle anderen Monate als Prozentsatz dieses Spitzenwertes.

Das öffentliche Interesse zum Thema „Klimawandel“ erreichte im März 2007 seinen Höhepunkt, als Al Gore und sein Film „Eine Unbequeme Wahrheit“ sich im Glanz einer akademischen Auszeichnung und des Gewinns eines „Oscar“ sonnten. Während des folgenden halben Jahrzehnts schwand das Interesse dann wieder immer mehr. Im Gegensatz zur Berichterstattung in den Medien, in welchen der Begriff „Klimawandel“ gegenüber dem Begriff „globale Erwärmung“ bevorzugt worden ist, konzentrierte sich die Google-Suche auf Letzteres, obwohl die Lücke dazwischen während der letzten paar Jahre kleiner geworden ist. Die Suchanfragen nach „globaler Erwärmung“ befinden sich auf dem niedrigsten Niveau seit dem Beginn der Datenerfassung seitens Google im Jahre 2004.

Nach dem Paris-Abkommen 2015 nahmen Suchanfragen nach „Klimawandel“ etwas zu und scheinen in der Trump-Ära eine gewisse Renaissance erfahren zu haben, ist doch die Anzahl der Suchanfragen um einige Prozentpunkte gestiegen. Aber selbst dies scheint anders als die COP24-Spitze allmählich aus dem öffentlichen Interesse zu verschwinden.

Fasst man das alles zusammen ergibt sich, dass das Interesse für beide Termini im Schwinden begriffen ist, obwohl Trumps Anti-Klimawandel-Rhetorik eine gewisse Reprise des öffentlichen Interesses und der Berichterstattung in den Medien hervorgerufen hatte.

Ob dies nun heißt, dass die Welt glaubt, die Debatte um Kausalität und Konsequenzen settled ist oder ob die Öffentlichkeit so übersättigt worden ist mit dem Klima-Gefasel – im Endeffekt verschwindet das Thema immer mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung.

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RealClear Media Fellow Kalev Leetaru is a senior fellow at the George Washington University Center for Cyber & Homeland Security. His past roles include fellow in residence at Georgetown University’s Edmund A. Walsh School of Foreign Service and member of the World Economic Forum’s Global Agenda Council on the Future of Government.

Link: http://www.thegwpf.com/google-survey-the-world-is-bored-about-climate-change/

Übersetzt von Chris Frey EIKE