Ich erhielt die e-mail über diesen Teil der hässlichen Seite der Klimadebatte gerade nach dem Abendessen am Freitag Abend. Ich konnte nicht darauf reagieren, weil ich gerade von Sacramento nach Hause fuhr, und das war auch gut so, denn ich war ziemlich wütend. Die stundenlange Fahrt gab mir Gelegenheit, darüber nachzudenken und mich daran zu erinnern, wie die Welt aussah, bevor die globale Erwärmung das Wetter vermeintlich schlechter machte.
Lassen Sie mich zunächst rekapitulieren, wer der frühere Senator Tim Wirth ist. Dafür müssen wir bis Juni 1988 zurück gehen. Dr. James Hansen bereitet sich darauf vor, vor dem Senat auszusagen, was er über das seiner Ansicht nach ernste Problem der globalen Erwärmung denkt. Der Sponsor für Dr. Hansen? Senator Tim Wirth.
Bild rechts: Dr. James Hansen sagt zur globalen Erwärmung aus, Juni 1988
Wenn wir hier aufhören, gäbe es wirklich nichts weiter zu sagen außer der Tatsache, dass er derjenige war, der Hansen vor den Senat und das Ganze ins Laufen gebracht hat. Aber Senator Wirth hat sich schuldig gemacht, dem Senat etwas vorzuflunkern, damit dieser das Problem in Gestalt einer gut gespielten Lüge „fühlen“ kann.
Falls irgendjemand von Ihnen jemals während des Sommers in Washington war, werden Sie in der Lage sein, zu verstehen, worauf sich das Folgende bezieht. Senator Wirth hat sich versichert, dass es im Raum „brodelte“. Der folgende Auszug stammt aus der Serie Frontline des Fernsehsenders PBS, welcher im April 2007 ein special gesendet hatte. Hier gibt er seine Schauspielerei in seinen eigenen Worten zu:
TIMOTHY WIRTH: Wir riefen im Wetteramt an, um zu fragen, welcher Tag in der Historie der heißeste Sommertag war. Nun, das war am 6. oder am 9. Juni oder so. Also setzten wir die Anhörung für diesen Tag fest, und bingo! es war der jemals beobachtete  heißeste Tag in Washington, oder fast der heißeste.
DEBORAH AMOS (vor der Kamera): Haben Sie an jenem Tag auch die Temperatur im Raum der Anhörung verändert?
TIMOTHY WIRTH: Ich gebe zu, dass wir in der Nacht zuvor alle Fenster geöffnet haben, so dass die Air Condition im Raum nicht ansprang. Und so, als die – als die Anhörung begann, war es nicht nur drückend, sondern wirklich heiß. (Kameraschwenk auf die Zuhörer).
Sehen Sie das Video von Frontline hier. (UPDATE: Das Video von Frontline ist verschwunden, aber hier ist es auf YouTube):
http://www.youtube.com/watch?v=wXCfxxXRRdY&feature=player_embedded
Also erhebt sich die Frage: Wenn die Angelegenheit, die Dr. Hansen dem Senat vortragen wollte, wirklich so brennend war, warum bedurfte es dann dieser billigen Tricks von Senator Wirth?
Und, warum sollte noch irgendjemand den heutigen Ansichten dieses Mannes zum Klima trauen, wenn man das weiß?
Nun, gestern hat der frühere Senator das jüdische Volk brüskiert mit dem alten „Leugner”-Etikett, dann hat er seinen Fuß ins Feuer gesetzt, dann hat er sich nicht entblödet zu sagen, dass er der Hälfte der US-Bevölkerung (jüngsten Umfragen zufolge) „nachstellen“ will, nur weil sie nicht seine Meinung teilt.
Von CNS News stammt eine außergewöhnliche Reportage von einer UN-Pressekonferenz, an der Wirth teilgenommen hatte. Hier folgen die relevanten Ausschnitte:
Früherer Senator der Demokraten: Die Klimaänderung führte in den USA zu Überschwemmungen und Bränden; wir brauchen eine ‚aggressive Kampagne, um die Leugner zu verfolgen’
Von Michael W. Chapman

Sen. Wirth sagte: “Nun, Barbara, zurück zu der wesentlichen Frage, über die wir hier reden. Erstens, Sie und ich wissen, dass man nicht genau aus den Klimamodellen ablesen kann, was wirklich passiert. Aber wir wissen, dass der Trend alles in allem zu zunehmender Dürre, zunehmenden Überschwemmungen und Zunahme der Anzahl von Flächenbränden geht – und wir erleben genau das heute in den USA mit zunehmenden Überschwemmungen im vergangenen Jahr; mit den Bränden, die sich durch Arizona sowie die westlichen Gebiete von New Mexico und Texas gefressen haben, die Sorte dramatischer Klimaauswirkungen, die wir in den USA schon erlebt haben. Langsam aber sicher setzen die Leute das Puzzle zusammen. Sie verstehen, dass dies genau die Art signifikanter Änderungen ist, die vorhergesagt worden waren und die wir langsam aber sicher erleben.
Glücklicherweise gibt es Leute wie die Wetterprognostiker, die sich in einer großen Gruppe zusammen gesetzt haben, um die Auswirkungen zu besprechen und zu verstehen, und zwar in ihren Ansagen in den Abendnachrichten, wo die meisten Amerikaner ihre Informationen beziehen. Das wird eine Zeitlang ein extrem wichtiger Schritt sein.
Wir haben auch etwas Besseres zu tun, nämlich der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu erklären, was sie tun und wie sie es tun und warum sie es in sehr eindeutiger Weise tun, so dass es für 300 Millionen Amerikaner verständlich ist.
Drittens müssen wir, wie ich glaube und es früher schon einmal vorgeschlagen habe, ein aggressives Programm auflegen, um jene Leugner zu verfolgen, die diese Unwahrheiten verbreiten, um sie für das, was sie tun, zur Rechenschaft zu ziehen. Sie hatten eine ganze Menge Freiheiten bisher, und das muss ein Ende haben!“ [Hervorhebung im Original]
Hier folgt der Audioclip, Wirth’s Bemerkungen finden sich etwa an der 3-Minuten-Marke:
http://www.youtube.com/watch?v=hyfk_0_dZwM&feature=player_embedded
========================================================== Meine erste Reaktion ist nicht druckreif.
Zunächst zu den von Wirth aufgestellten Behauptungen von „zunehmenden Dürren, Überschwemmungen und Buschfeuern“.
Um das zu tun, müssen wir vermuten, dass sich seine Behauptungen auf die Warnung von Dr. Jim Hansen aus dem Jahr 1988 bezieht, die da lautete, dass die Zunahme des atmosphärischen CO2-Gehaltes von damals 350 ppm auf jetzt 390 ppm zu „zunehmenden Dürren und Überschwemmungen sowie Flächenbrände“ führen würde.
Wirth sind möglicherweise die technologischen Revolutionen nicht bekannt, die weltweit Berichte über ein fast augenblickliches Ereignis ermöglichen. Ich spreche dies hier an: Why it seems that severe weather is “getting worse” when the data shows otherwise – a historical perspective [etwa: Warum es so aussieht, als ob extremes Wetter „schlimmer wird“, wenn die Daten etwas anderes zeigen – eine historische Perspektive].
Es scheint, als ob wir mehr dieser Dinge erleben, weil Nachrichten- und soziale Medien sowie Leute mit Photoapparaten und Handys überall sind. Nehmen wir als Beispiel das Zugunglück in der Wüste östlich von Reno, Nevada, welches hauptsächlich durch die Anwohner des Unfallortes bekannt gemacht wurde.
Update: Nach der Wahl des Zitats der Woche für diese Woche (siehe hier) kam ich zu der Überzeugung, dass der frühere Senator Wirth geistig nicht in der Lage ist, das Ganze auf vernünftige Weise zu diskutieren; er würde wahrscheinlich nicht antworten, und so gibt es keinen Grund, diesen Spitzenbeitrag zu halten. – Anthony Watts
Den Originalbeitrag finden Sie hier
Die Übersetzung besorgte Chris Frey EIKE