Sie ist allerdings eine gestandene Polemikerin, die Zeit für weltweite Vorlesungsreisen hat, für ihr Buch wirbt wie auch für ihre Ideologie. Dabei wird sie von den Bürgern Kaliforniens bezahlt. Ihr Buch versucht vier gestandene Wissenschaftler mit Dreck zu bewerfen – davon bin ich der einzige noch unter den Lebenden Weilende. Ich sehe mich daher verpflichtet, den Ruf meiner verstorbenen Kollegen und guten Freunde gegen ihre lügnerischen Behauptungen zu verteidigen. Oreskes ist seit ihrem 2004er Artikel in SCIENCE bekannt, in dem ein vollständiger wissenschaftlicher Konsens über den menschenverursachten Klimawandel behauptet wurde. Damit begann ihre Karriere als Polemikerin. Ihre Behauptung beruhte auf der Auswertung der Kurzfassungen von rund 900 Veröffentlichungen. Leider hatte sie über 11.000 Papiere wegen einer fehlerhaften Internet-Suche übersehen. Sie veröffentlichte eine diskrete „Korrektur“, doch ihre ideologisch begründeten Behauptungen über den Konsens hat sie nie zurückgezogen. Al Gore zitiert immer noch ihre Ergebnisse, die von vielen gründlicheren Studien widerlegt worden sind (von Peiser, Schulte, Bray, von Storch, Lemonick im SCIENTIFIC AMERICAN und anderen).
Schauen wir erst einmal auf ihre „Wissenschaft“: in ihrem Buch wird die Versauerung des Meeres besprochen, gemessen mit dem pH-Koeffizienten. Sie behauptet, dass ein pH-Wert von 6,0 als neutral gälte (Merchants of Doubt, S. 67). Seien wir gnädig, und rechnen wir das einem nachlässigem Lektorat zu.
An anderer Stelle im Buch (S. 29) behauptet sie, dass Beryllium ein „Schwermetall“ sei und versucht das mit Referenzen zu belegen. Ich frage mich, ob sie weiß, dass das Atomgewicht von Beryllium nur 9 beträgt, im Vergleich dazu hat Uran meist 238. Schon der Vergleich dieser beiden Zahlen sollte jedermann zeigen, welches das Schwermetall ist.
Ihr Verständnis des Treibhauseffekts ist schon komisch. Sie sagt, dass CO2 in der Troposphäre „gefangen“ sei – deshalb würde die Stratosphäre abkühlen. Ebenso falsch ist ihr Verständnis dessen, wozu Klimamodelle taugen. Sie glaubt tatsächlich, dass damit Waldbrände in Sibirien, Überschwemmungen in Pakistan oder China vorhergesagt werden könnten – überall nur Katastrophen – und dann predigte sie Klimawissenschaftlern noch in einem kürzlichen Vortrag: Wenn die Vorhersagen der Klimamodelle sich bewahrheitet haben, warum glauben die Menschen es nicht? [hier nachsehen] Vielleicht weil die Menschen nicht naiv sind.
Aber der Gipfel an wissenschaftlichem Unsinn in ihrem Buch ist ihre Hypothese wie Zigarettenrauchen Krebs erzeugt (S. 28).  Sie macht den Sauerstoff-15 dafür verantwortlich, ein radioaktives Isotop des allgegenwärtigen Sauerstoff-16.  Ich glaube, sie weiß nicht, dass die Halbwertzeit des O-15 nur 122 Sekunden beträgt. Natürlich sagt sie nichts darüber, wie O-15 in den Zigarettenrauch gelangt, ob aus dem Papier oder aus dem Tabak. Wenn letzteres zuträfe, meint sie dann wirklich, dass O-15 durch die Verbrennung des Tabaks entsteht?  Falls ja, wäre das eine phantastische Entdeckung, würdig eines Alchemisten. Vielleicht sollte ihr mal einer klar machen, dass es einen Unterschied zwischen „radioaktivem“ und „reaktivem“ Sauerstoff gibt. Beide Wörter klingen ja so ähnlich. 
Ich bin sicher, dass weitere Beispiele wissenschaftlicher Unkenntnis bei sorgfältiger Lektüre ihres gesamten Buches zu finden sind. Warum sich darum kümmern?
Nachdem gezeigt wurde, wie es um ihren wissenschaftlichen “Sachverstand” steht, wie sieht es mit ihrem historischen Sachverstand aus? Jeder sorgfältige Historiker benutzt Primärquellen und würde zumindest versuchen, die betroffenen Wissenschaftler zu befragen, bevor sie mit Dreck beworfen werden. Dafür gibt es in Oreskes Buch keine Hinweise. Sie hat niemals versucht, Dr. Robert Jastrow zu befragen, Gründer des NASA-Goddard Institute for Space Studies und späterer Direktor des Mt. Wilson Astronomical Observatory, auch Gründungspräsident des berühmten George C Marshall Institute in Washington, DC.  Ich kann keine Belege dafür finden, dass sie jemals Dr. William Nierenberg interviewt hätte, Direktor des Scripps Institution of Oceanography, der in San Diego gewohnt hat und leicht erreichbar gewesen wäre. Und ich zweifle, ob sie jemals Dr. Frederick Seitz getroffen hat, Hauptziel ihrer Gehässigkeiten. Seitz ist der verdienstvollste der Gruppe von Physikern, die in ihrem Buch angegriffen werden.  Er war Präsident der US National Academy of Sciences und der American Physical Society, später auch Präsident der Rockefeller University. Viele Ehrendoktorhüte von hiesigen und ausländischen Universitäten wurden ihm verliehen, wie auch die hochgeschätzte National Medal of Science vom Weißen Haus.
Anstatt nach der herkömmlichen historischen Methode Information aus erster Hand zu suchen, verlässt sich Oreskes auf sekundäre und tertiäre Quellen und zitiert Menschen, die mit ihrer Ideologie übereinstimmen. Eine schönes Beispiel ist ihre Abhandlung über den sauren Regen, und wie sie das White House Fachgremium (während der Reagan-Regierung 1982) darstellt, dem Bill Nierenberg vorsaß, und in dem auch ich Mitglied war. Da verlässt sie sich auf die Erzählung von Dr. Gene Likens, dessen Forschungsfinanzierung davon abhängig ist, dass es ihm gelingt, den sauren Regen als sehr ernstes Umweltproblem darzustellen. Höchstwahrscheinlich ist er das nicht – er entschwand auch aus der Aufmerksamkeit, nachdem ein Gesetz zur Verminderung seiner Auswirkungen den Kongress passiert hatte.
Erstaunlich: Oreskes lobt (oder rügt) mich für die Erfindung des “Emissionshandels”, wobei es um den Handel mit Emissionsrechten geht, wenn gleichzeitig eine Höchstmenge von Emissionen festgesetzt worden ist (S. 91 – 93). Dafür habe ich nie die Urheberschaft beansprucht, weil ich wirklich nicht weiß, ob diese Idee nicht schon an anderer Stelle veröffentlicht worden war. Es schien die natürlichste Sache von der Welt zu sein, um zu Verminderungen der Gesamtbelastung zu kommen – nachdem eine Obergrenze gesetzt worden wäre. Mein Beispiel betraf Metallschmelzen, die reichlich SO2 emittieren im Vergleich mit Stromerzeugern, die Kohle mit etwas Schwefelgehalt verbrennen. Ich hatte sogar so etwas wie eine „Versorgungskurve“ konstruiert, wo die Masse der Emissionskontrolle anfänglich von den Einheiten mit den niedrigsten Kosten getragen wird. Selbstverständlich wollten Likens und einige andere Gegner der Kohle verbrennenden Stromerzeuger im Gremium meine Darlegungen nicht im Abschlußbericht sehen. Nierenberg löste das Problem ganz einfach, indem er meinen Beitrag in einen unterschriebenen Anhang platzierte und damit einigen Gremiums-Mitgliedern einen Gefallen tat. Sie wollten nicht für einen Bericht verantwortlich sein, der einige Stromerzeuger von [Reduzierungs-] Verpflichtungen ausnehmen würde.
Soweit wissen wir nun, dass Oreskes überhaupt keine Wissenschaftlerin ist, auch keine sorgfältige Historikerin. Sie ist aber eine „Pop-Psychologin“. Sie scheint zu wissen, welche Gründe die vier erfahrenen Physiker bewegten, die sie in ihrem Buch verleumdet. Es ist „Antikommunismus“. Ja, ja! Es wird nicht nur ausdrücklich gesagt, sie bezeichnet sie auch durchgängig als „Kalte Krieger.“
Damit wissen wir auch, wo Oreskes im politischen Spektrum steht.
Prof. Dr. Fred S. Singer
Atmosphärenphysiker S. Fred Singer war Pionier der Ozonmessungen der oberen Atmosphäre mit Raketen. Er entwarf später die Satelliten-Messgeräte für die Ozon-Überwachung. Er ist Professor Emeritus der Environmental Sciences an der University of Virginia und Gründungsdirektor des US Weather Satellite Service (heute NESDIS-NOAA). Er ist Fellow am Heartland Institute und am Independent Institute.  Sein Buch Unstoppable Global Warming – Every 1500 Years (Rowman & Littlefield, 2007) präsentiert die Beweise für natürliche Klimazyklen von Erwärmung und Abkühlung und war ein NY Times Bestseller.  Er ist der Organisator des NIPCC (Non-governmental International Panel on Climate Change), und Herausgeber seines 2008er Berichts "Nature – Not Human Activity – Rules the Climate" <http://www.sepp.org/publications/NIPCC_final.pdf>, dazu Ko-Autor von "Climate Change Reconsidered," 2009, dessen Schlussfolgerungen denen des IPCC widersprechen <http://www.nipccreport.org/>.  Als Gutachter von IPCC-Berichten teilt er sich vermutlich den 2007er Nobel Friedenspreis mit Al Gore und 2000 anderen.
Der originalartikel erschien im American Thinker hier