Auf dem Käpfle bei Reutlingen sollten mehrere Windräder gebaut werden. Die Anwohner waren entsetzt, weil sich der Wert ihrer Häuser und Grundstücke auf 0 reduziert hätte – ganz zu schweigen von der Verschandelung der Landschaft und der gesundheitlichen Folgen. Nun wurde das Projekt beendet – offiziell wegen zu schwachen Windes.

Südlich von Stuttgart sollten auf dem Käpfle-Berg bei Reutlingen ein Windpark errichtet werden. Bürger kämpften in der Zeitung General-Anzeiger und im Stadtrat darum, die über 200m großen Ungetüme nicht in die Nähe ihrer Häuser (minimal etwa 1.000 m) gebaut zu bekommen.

Immerhin gibt es noch die Pflicht, vor dem Bau zu testen, ob die riesigen Windräder überhaupt genügend Wind abbekommen. Nach einjähriger Meßphase zeigte sich nun, daß die laue Brise auf dem Käpfle viel zu schwach ist, um Windräder wirtschaftlich zu betreiben.
Nein, wirklich, wer hätte es gedacht – EIKE-Lesern ist schon lange bekannt, daß die deutschen Mittelgebirge viel zu windschwach für Turbinen sind. Ordentliche Ausbeuten bekommt man nur unmittelbar an der Küste oder gleich im Meer.

Da aber offiziös quantifiziert werden muß, hat die Seite ScienceFiles die bekannten Meßwerte analysiert und vorhergesagt, daß der Käpfle-Wind zu schwach ist:

Windpark-Aus bestätigt unsere Analysen

Die Behörden mögen solche Nachrichten natürlich nicht, aber die Berichterstattung im örtlichen Blättchen Generalanzeiger und im Regionalsender RTF1 läßt den Reutlinger Politikern keine Wahl, der Park ist abgesagt, die Anwohner und ihre Häuschen sind vor der praktischen Enteignung gerettet:

„REUTLINGEN-BRONNWEILER. Die Spatzen pfiffen es schon länger leise von den Bäumen. Nun ist es amtlich: Auf dem Käpfle bei Bronnweiler weht zu wenig Wind. »Die einjährige Messung hat ergeben, dass das Windaufkommen für einen wirtschaftlichen Betrieb moderner Windenergieanlagen nicht ausreicht«, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Reutlinger Rathaus.

Aus für Windpark Käpfle: Die Städte Reutlingen und Pfullingen sowie die Schöller SI Erneuerbare GmbH haben das Aus des geplanten Windparks Käpfle verkündet.

Dabei sind die amtlichen Winddaten noch nicht einmal zuverlässig. ScienceFiles dazu:

Die Leistung, die mit Windturbinen an einem bestimmten Standort erreicht werden kann, ist in Machbarkeitsstudien häufig übertrieben und liegt oberhalb der Werte, die Minsterien in ihrem “Windatlas” veröffentlichen.

Die Werte, die Minsterien in ihrem “Windatlas” veröffentlichen, sind ihrerseits Werte, die um rund 30% über dem liegen, was in Wirklichkeit an Leistung an diesem Standort möglich ist.

Diese Einschätzung wurde sogar wissenschaftlich in einer Studie von Detlef Ahlborn, Jörg Saur und Michael Thorwart aus dem Jahr 2023 bestätigt. In dem Artikel mit dem Titel Der Windatlas Baden-Württemberg 2019 im Realitätscheck. wird geurteilt:

“Zusammenfassend halten wir fest, daß die im Windatlas prognostizierten Erträge um ca. 30 % überschätzt werden. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ergeben sich große Zweifel an der Verwendung des Windatlas Baden-Württemberg 2019 als verläßliche Planungsgrundlage für die Energieversorgung einer der großen Wirtschaftsregionen in Europa.”

Damit ist der amtliche Windatlas hinfällig! Und es darf vermutet werden, daß andere baden-württembergische Windradprojekte wie die Parks bei Öschingen (Steinlachtal) und bei Dußlingen/Tübingen ebenfalls kassiert werden müssen. Die Bürger werden aufatmen.

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken