von Hans Hofmann-Reinecke
Warum Kapstadt seine Radwege schließt: Man hatte die Radwege dort in den vergangenen Jahren zügig ausgebaut, doch jetzt beginnt man damit, dieselben wieder zu schließen. Man hatte bei der Planung ein Detail übersehen, welches vielleicht auch in Peru von Bedeutung sein könnte.
Nachhaltigkeit am Kap
Um das Fahrrad als Transportmittel attraktiver zu machen, um Verkehrsstaus zu reduzieren und, nicht zu vergessen, um die Nachhaltigkeit zu fördern, hatte Kapstadt Anfang der 2000er Jahre mit dem zügigen Ausbau von Infrastruktur für Radfahrer begonnen. Letzte Woche nun wurden 15 dieser Fußgänger- und Fahrradwege wieder geschlossen, weitere 265 Sperrungen sind geplant. Was ist geschehen?
Kriminelle Banden, die den informellen Markt für Gebrauchtfahrräder beliefern, hatten herausgefunden, dass Radwege eine ideale Bezugsquelle für neues Material sind. So wie ein Angler am Ufer des Flusses nur warten muss und damit rechnen kann, dass seine Beute spontan angeschwommen kommt, so brauchen die Ganoven nur im Busch zu warten und zuzugreifen, wenn sich eine adrette Radlerin auf dem dafür vorgesehenen Pfad nähert.
Selbst des Radfahrens kundig hat der Delinquent jetzt nicht nur ein praktisches Fluchtfahrzeug zur Verfügung, sondern auch ein attraktives und nachhaltiges Transportmittel für Diebesgut, welches er auf dem Heimweg aus der einen oder anderen Villa mitgehen lässt. Diese Entwicklung hat Anwohner jetzt zu einer entsprechenden Petition veranlasst, die zu besagter Schließung der Radwege führte. Die dadurch freiwerdende Bodenfläche wird in die angrenzenden Grundstücke integriert und wieder bepflanzt. Eine echte win-win Entscheidung.
Das Klima in Lima
Die großzügige Förderung von Radwegen in der peruanischen Hauptstadt Lima durch den deutschen Steuerzahler war in jüngster Zeit auf viel Aufmerksamkeit gestoßen. Es gab kritische Fragen, ob diese Millionen denn wirklich gut investiert seien, und es gab die Rechtfertigung, dass der deutsche Klimawandel auch in Peru bekämpft werden muss, so wie unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird.
Könnte es nun aber passieren, dass man in dieser südamerikanischen Metropole dieselben bitteren Erfahrungen machen wird, wie am Kap der Guten Hoffnung? Sie protestieren jetzt vielleicht und betonen, dass man südafrikanische Kriminalität doch nicht mit der Situation im friedlichen Lima vergleichen könne! Da ist nicht jeder Ihrer Meinung. Die Kriminalstatistik von Numbeo listet für Kapstadt den „Crime Index“ 73,84 und für Lima 70,90 (zum Vergleich München: 20,34). So viel besser ist es da drüben also nicht. Falls für die neuen Fahrradwege also eines Tages der Rückbau angesagt ist, dann wird auch das wieder einiges Kosten, und da wird die Bundesrepublik als Anstifter vermutlich zur Kasse gebeten werden. Der Steuerzahler kann das Ganze dann abbuchen in der Rubrik „Stupid Money“.
Dieser Artikel erscheint auch im Blog des Autors Think-Again. Der Bestseller Grün und Dumm, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich.
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Vielleicht nur eine Kleinigkeit: „Bild mit KI erstellt (Bing)“.
Die KI wusste offensichtlich nicht, dass in SA Linksverkehr herrscht; oder man hat ihr nicht geschrieben, dass das Bild aus Kapstadt sein soll.
Ich lese immer gern das Original bzw. die Quelle, im Falle der Radwege in Südafrika vermutlich diesen Artikel. Dort heißt es z.B. zur künftigen Nutzung der nun freiwerdenden Flächen leicht abweichend vom EIKE-Beitrag: „Die Anwohner, deren Grundstücke an die betroffenen Fahrspuren grenzen, können das Land von der Stadt pachten und es als Garten in ihr Grundstück integrieren. Sie dürfen jedoch keine Gebäude auf dem Land errichten, da es weiterhin Eigentum der Stadt bleibt.“
Ich war sowohl in Südafrika/ Kapstadt, als auch Ecuador (nahe Peru) beruflich unterwegs. Reisende, d.h. auch Radreisende in den Städten sind da natürlich leichte Opfer. Die sicheren Stadtteile werden von schwer bewaffneten Sicherheitskräften beschützt. Die einen auch warnen. In beiden Ländern. Die Grünen waren halt dort nie in den Wellblechhüttendörfern.
Zwei Dinge:
1. Das Scheitern der südafrikanischen Radwege an der Kriminalität, hat etwas mit failed state Südafrika und Korruption des ANC zu tun, nichts mit „Verkehrspolitik“ oder Nachhaltigkeit zu tun – hier ist dieses Beispiel nur Polemik.
2. Der von deutscher Entwicklungshilfe gepamperte Radwegebau in Lima, war wie man nunmehr weiß, nur eine Korruptionshilfe für Peru. Vorhandene (Rad)Wege wurden farblich behandelt, ausgeschildert und mit einem Denkmal für den Bürgermeister von Lima ausgestattet (Dirk Maxeiner, 26.05.24, Der Sontagsfahrer, Achgut.com, http://www.achgut.com/artikel/der_sonntagsfahrer_05_26_2024_vorsicht_geschmierter_Radweg ).
Toll, oder?
Tja.
„schizo money“!!!