Vorbemerkung:
Die Schlagzeilen der Woche
Europa: Schnee in den Alpen und den Pyrenäen
China: Kälte und Schnee verschärfen sich
Alpen: Weiterer starker Schneefall
Kanada: Kälterekorde auf der atlantischen Seite
Grönland: Positive Oberflächen-Massenbilanz
Arktis: Saisonale Ausbreitung von Meereis
China: Schwere Schneestürme im Nordwesten
Antarktis: Extreme Frühjahrs-Kälte
China: Über 60 cm Neuschnee in der Provinz Xinjiang
Eine Meldung vom 19. Oktober 2026:
Europa: Schnee in den Alpen und den Pyrenäen
In den Alpen und Pyrenäen liegt wieder Neuschnee, und die Berggipfel in der Schweiz, in Italien, Frankreich und Andorra sind weiß geworden.
Eine Kaltfront brachte am 17. Oktober Schnee in die nordwestlichen Alpen, darunter auch in die Regionen Jungfrau und Engelberg.
Vom 18. auf den 19. Oktober fiel entlang der schweizerisch-italienischen Grenze weiterer Schnee, insbesondere rund um den Monte Rosa und den Simplon, wo sich oberhalb von 3.000 m bis 60 cm Schnee ansammelten.
Im Südwesten hat es auch in den Pyrenäen wieder geschneit.
In Pas de la Casa in Andorra lag die Schneehöhe auf 2.540 m bei fast 30 cm bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Der andorranische Wetterdienst meldete am 18. Oktober, dass der Schnee lokal bis auf 2.200 m hinab fiel.
Für die Alpen werden im Laufe der kommenden Woche weitere Schneefälle vorhergesagt.
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Eine Meldung vom 20. Oktober 2026:
China: Kälte und Schnee verschärfen sich
Ein Kaltluftvorstoß nach dem anderen weht über China hinweg, wobei die Temperaturen stark sinken und sich Neuschnee ansammelt.
Am 19. Oktober kam es in Teilen von Jilin und Liaoning zu Temperaturstürzen um 15 °C.
Sechs Großstädte – Peking, Changchun, Shenyang, Xining, Lhasa und Chengdu – verzeichneten erhebliche Abweichungen von der Norm: In Xining sank die Temperatur auf -1,3 °C, in Shenyang und Changchun auf -0,5 °C und in Peking auf 4,7 °C.
Mit Blick auf die kommenden Tage wird bis zum 21. Oktober in weiten Teilen des Landes ein weiterer Temperaturrückgang prognostiziert.
Das größere Thema ist jedoch der Schnee.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober bedeckte frischer Schnee den Berg Haituo im Pekinger Bezirk Yanqing und hüllte die hochgelegenen Anlagen für die Olympischen Winterspiele in Weiß. Im Norden wurde Mohe in der Provinz Heilongjiang von einem heftigen Schneesturm heimgesucht, sodass mehr als 20 Schneeräumfahrzeuge eingesetzt und Verkehrsbeschränkungen verhängt wurden.
Satellitenbeobachtungen zeigen, dass die Abweichungen vom Normalwert im Südwesten zu verzeichnen sind.
Die aktuellste Karte des Rutgers Global Snow Lab (Stand: 19. Oktober) zeigt eine ausgedehnte Schneedecke im Westen Chinas (sowie in Zentral-Eurasien und im Osten Russlands):
Vergleicht man den gleichen Zeitraum über das gesamte Rutgers-Archiv hinweg, so ist die Schneedecke im Südwesten Chinas derzeit die ausgedehnteste seit Beginn der täglichen Kartierung im Jahr 1998.
Diese Entwicklung ist auch über Asien hinaus beachtenswert.
Wie bereits erwähnt, nimmt die Schneedecke in Zentraleurasien und weiten Teilen Ostrusslands in diesem Jahr ebenfalls rasch zu, und Forschungsergebnisse haben einen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit des eurasischen Schneevorstoßes im Oktober und der Arktischen Oszillation des folgenden Winters hergestellt, welche die Häufigkeit von Kälteeinbrüchen in Europa und Nordamerika beeinflusst.
Dieses Signal ist für sich genommen zwar keine Wintervorhersage, aber dennoch eine weitere Entwicklung zu Beginn der Saison, die es zu beobachten gilt.
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Meldungen vom 21. Oktober 2026:
Alpen: Weiterer starker Schneefall
Ein weiterer heftiger Schneesturm zieht auf die Alpen zu; es werden bis zu 60 cm Schnee vorhergesagt, und kältere Luft sorgt dafür, dass sich der Schnee bis in tiefere Lagen in ganz Mitteleuropa ansammelt.
In den Alpen hat es im Oktober bereits mehrmals geschneit.
Am 8. Oktober hatten sich rund um Alpe d’Huez und Les 2 Alpes in 3.000 m Höhe etwa 40 cm vom Wind verwehte Schneemassen angesammelt, in anderen hochgelegenen Gebieten der Westalpen waren es 30 cm.
Vom 18. bis 20. Oktober fiel erneut Schnee, wobei die Schneehöhe im Hochgebirge bis zum 20. Oktober 50 cm überschritt.
Nun entwickelt sich ein weitreichenderer Sturm. Nach den neuesten Vorhersagen wird ein über dem Golf von Genua entstehendes Tiefdruckgebiet am 21. Oktober starke Niederschläge über die französischen, italienischen und Schweizer Alpen treiben, bevor es sich nach Österreich ausbreitet.
Die neuesten Ensemble-Prognosen des ECMWF deuten auf etwa 30 cm Schnee in weiten Teilen der Region hin, wobei in Österreich in Höhenlagen über 2.000 m bis zu 60 cm möglich sind. Dabei dürfte die Schneefallgrenze bis Donnerstag stellenweise auf 1.000 m sinken.
Die Temperaturen in den Bergen werden deutlich unter den Gefrierpunkt sinken, wobei sich die Abkühlung bis nach Deutschland ausdehnt, wo der DWD für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die ersten Schneeflocken der Saison auf dem Feldberg im Schwarzwald prognostiziert – rund zwei Wochen früher als erwartet.
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Kanada: Kälterekorde auf der atlantischen Seite
Nach Angaben des ECCC wurden am 19. Oktober in Neufundland und Nova Scotia mindestens fünf Tageskälterekorde gebrochen, wobei zwei davon gleichauf lagen.
In Stephenville sank die Temperatur auf -2,7 °C und brach damit den seit 1906 bestehenden Rekord für den 19. Oktober von -2,2 °C.
In Sydney, Nova Scotia, wurde mit −3,3 °C ein Rekord aus dem Jahr 1904 eingestellt. In Port Hawkesbury sank die Temperatur auf −4,4 °C und übertraf damit den bisherigen Rekord von −2,2 °C aus dem Jahr 1978. In Winterland wurden −3,2 °C gemessen, womit der 1988 aufgestellte Rekord von −1 °C übertroffen wurde.
Weitere Rekorde fielen in St. Lawrence (−3,4 °C gegenüber −2,8 °C im Jahr 1972) und Placentia (+0,6 °C gegenüber +1,5 °C im Jahr 2009).
Badger egalisierte zudem seinen Tagesrekord von -7,1 °C aus dem Jahr 2008.
Anmerkung des Übersetzers dazu: Man sollte in diese Angaben nur hinein interpretieren, dass es sehr kalt ist. Tagesrekorde für sich sind aber weniger aussagekräftig, weil es durchaus sein kann, dass am Vortag oder am nächsten Tag noch tiefere Werte gemessen worden sind – sowohl aktuell als auch im statistischen Mittel für jeden einzelnen Tag.
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Grönland: Positive Oberflächen-Massenbilanz
Die SMB-Daten für Grönland werden wieder aktualisiert, und sofern die Zahlen zuverlässig sind, liegt die Saison 2026–27 bereits deutlich über dem Mittelwert von 1981–2010.
Nach wochenlangen Unterbrechungen scheint das DMI seine Berichterstattung zur Oberflächen-Massenbilanz (SMB) in Grönland wieder aufgenommen zu haben.
Die neuesten Zahlen zeigen einen „beispiellosen“ Zuwachs von 13,582 Gt am 17. Oktober. Am 18. Oktober folgten weitere 6,807 Gt. Und bis zum 20. Oktober hatten die kumulierten Zuwächse seit dem 1. September 124,5 Gt erreicht, was deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010 für diese Phase der Saison liegt:
Der starke Start knüpft an die überdurchschnittliche Saison 2025/26 an.
Angesichts der jüngsten technischen Probleme ist jedoch weiterhin eine gewisse Vorsicht geboten.
Unter diesen Vorbehalten kann man die gemeldeten Ergebnisse zu Beginn der Saison meiner Meinung nach jedoch getrost als beeindruckend bezeichnen:
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Arktis: Saisonale Ausbreitung von Meereis
Das arktische Meereis dehnt sich rasch aus und hat innerhalb eines Monats um rund 40 % zugenommen, während selbst das Met Office einräumt, dass sich der Eisverlust im September in den letzten zwei Jahrzehnten verlangsamt hat.
Die neuesten bestätigten, vom NSIDC abgeleiteten Messwerte vom 17. Oktober beziffern die Ausdehnung des arktischen Meereises auf 6,72 Millionen Quadratkilometer, was einem Anstieg von mehr als 2,1 Millionen Quadratkilometern seit dem Minimum am 12. September entspricht.
Bis zum 15. Oktober hatte die Ausdehnung den höchsten Stand für diesen Zeitpunkt seit 2015 erreicht.
In der Tschuktschensee und der Beaufortsee war die Gesamtbedeckung die höchste für Mitte Oktober seit 2001.
Das längerfristige Bild ist sogar noch interessanter.
In seiner Einschätzung vom 14. Oktober räumte das britische Met Office schließlich ein, dass die saisonal minimalste Ausdehnung des arktischen Meereises im September seit 2007 praktisch keinen Rückgang verzeichnet hat, was das Amt zumindest teilweise auf kühlere, stürmischere arktische Sommer zurückführt – einschließlich des rekordkalten Sommers in der Hocharktis im Jahr 2026 (in Daten, die bis ins Jahr 1958 zurückreichen).

Graphik: Tägliche Ausdehnung des arktischen Meereises, 1978–2026. Die Saison 2026 (rot) liegt im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten im mittleren Bereich. Kein Grund zur Beunruhigung [NSIDC/ACCAP].
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Eine Meldung vom 22. Oktober 2026:
China: Schwere Schneestürme im Nordwesten
Starker Schneefall wird aus der Provinz Xinjiang gemeldet, die Schneehöhe nimmt stetig zu und ein weiterer heftiger Schneesturm ist im Anmarsch.
Am 21. Oktober breitete sich der Schnee über den Norden Xinjiangs aus, wobei das Nationale Meteorologische Zentrum Chinas Schneestürme bestätigte. Bis zum Morgen des 22. Oktober hatte die Schneehöhe in Fuyun in der Region Altay laut der chinesischen Meteorologin Xin Xin 30 cm überschritten.
Es werden noch weitaus stärkere Schneefälle vorhergesagt.
Das Nationale Meteorologische Zentrum warnt bis zum 24. Oktober vor „Schneestürmen bis hin zu außergewöhnlich starken Schneefällen“ im Altai- und Tianshan-Gebirge sowie in Tacheng und im Ili-Tal. Starke Winde drohen zu heftigen Schneeverwehungen zu führen. In ganz Xinjiang wird ein Temperatursturz erwartet, wobei die Tiefstwerte in den nördlichen Bergregionen bei fast -30 °C liegen werden.
Weiter nördlich bereitet sich auch Russland auf starken Schneefall vor.
Die russischen Katastrophenschutzbehörden haben für den 22. und 23. Oktober Warnungen vor starken bis sehr starken Schneefällen in den Bergen, unter anderem in Chakassien, herausgegeben. Die Behörden warnen vor Verkehrsbeeinträchtigungen, heruntergefallenen Stromleitungen und einer weiteren Verschlechterung der Lage.
Die Schneedecke breitet sich in diesen Regionen der Welt weiterhin ungewöhnlich früh aus.
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Meldungen vom 23. Oktober 2026:
Antarktis: Extreme Frühjahrs-Kälte
In der Ostantarktis hält die extreme Kälte an, wobei in Concordia bis weit in den südlichen Frühling hinein aufeinanderfolgende Tiefstwerte unter -63 °C gemessen wurden.
Die Temperaturen in Concordia fielen am 21. Oktober auf -63,8 °C und am 22. Oktober auf -63,3°C – etwa 5 °C unter dem Durchschnitt.
Diese Messwerte sind bemerkenswert, wenn auch nicht beispiellos. Am 22. Oktober 2008 verzeichnete Concordia -67,6 °C – den Rekordwert für dieses Datum.
Außergewöhnlich sind jedoch die Intensität und das Ausmaß der Kälte während des antarktischen Winters 2026.
Das japanische Archiv für Wetterextreme verzeichnet eine außergewöhnliche 57-tägige Kältewelle vom 9. Juni bis zum 4. August, die sich über eine Gesamtfläche von 8,49 Millionen Quadratkilometer erstreckte und in den betroffenen Gebieten zu Temperaturen führte, die im Durchschnitt 9,6 °C unter dem Normalwert lagen. Sie zählt zu den längsten und geografisch ausgedehntesten Kälteperioden in der Antarktis, die im bis ins Jahr 1979 zurückreichenden Katalog des Archivs verzeichnet sind.
Wie bereits berichtet, lag die Durchschnittstemperatur am Südpol im Juli bei -64,3 °C und damit 4,1 °C unter dem Normalwert; an 12 Tagen wurden Temperaturen unter -70 °C gemessen, womit der Juli-Rekord der Messstation eingestellt wurde. In Wostok lag die Durchschnittstemperatur bei -71,6 °C, etwa 6,2 °C unter dem Normalwert.
In Concordia wurden am 18. Juli -84,1 °C gemessen, nur 0,6 °C weniger als der absolute Rekordwert.
Der nahegelegene Dome Fuji brach sowohl am 17. als auch am 18. Juli die täglichen Kälterekorde.
Und die außergewöhnliche Kälte beschränkte sich nicht nur auf das antarktische Hochplateau.
Alle drei australischen Küstenforschungsstationen – Casey, Davis und Mawson – verzeichneten am Ende des Winters unterdurchschnittliche Tages- und Nachttemperaturen. Erst kürzlich, am 9. Oktober, wurde in Davis eine Tageshöchsttemperatur von lediglich -22,3 °C gemessen – laut dem BoM die tiefste Oktober-Höchsttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957.
Die Kältewelle hat sich bis in den Frühling hinein fortgesetzt. In Concordia sank die Temperatur am 19. September auf -81,4 °C, während in Wostok am 4. Oktober -75,8 °C gemessen wurden.
Auch in Concordia sank die Temperatur am 1. Oktober auf -73,7 °C und lag damit nur 0,3 °C unter dem Oktober-Rekordwert.
Nun, da der November näher rückt, liegen die Temperaturen auf dem antarktischen Hochplateau weiterhin deutlich unter -60 °C.
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China: Über 60 cm Neuschnee in der Provinz Xinjiang
Die Schneehöhe hat im Nordwesten Chinas erneut 60 cm überschritten; an 19 Messstationen wurden Schneesturmbedingungen gemeldet, und es wird weiterer starker Schneefall erwartet.
Laut der „Xinjiang Daily“ verzeichneten 19 Stationen im Norden von Xinjiang in den 24 Stunden bis zum 22. Oktober „Schneefälle der Kategorie Schneesturm“, wobei es rund um Altay besonders stark schneite.
Die Neuschneemenge lag innerhalb von 24 Stunden bei über 30 cm, während automatische Messstationen in der Nähe der Gemeinde Lasite nördlich von Altay am 22. Oktober eine Gesamtschneehöhe von über 60 cm maßen, wie die Meteorologin Xin Xin hervorhob.
An anderer Stelle in Xinjiang erreichten die Windböen an einer Messstation in der Präfektur Bayingolin Geschwindigkeiten von 40,2 m/s.
Und der Sturm ist noch nicht vorbei. Chinas Wetterbehörden warnen vor weiteren starken Schneefällen in den Bergen bis zum Wochenende, wobei Schneeverwehungen, vereiste Straßen und sinkende Temperaturen in den nördlichen Regionen zu potenziell schwerwiegenden Beeinträchtigungen führen könnten.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 44 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 23. Oktober 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE



















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