Vijay Jayaraj

Vor drei Jahren erklärte UN-Generalsekretär António Guterres gegenüber Reportern, dass „das Zeitalter globalen Kochens angebrochen ist“. Im September wiederholte er diese Warnung. Bei der Vorstellung des ersten UN-Berichts zum Thema „Temperaturüberschreitung“ erklärte er: „Die Menschheit rast mit voller Geschwindigkeit an der Grenze vorbei, die notwendig wäre, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden.“

Guterres’ Hysterie ruht auf drei schwachen Säulen: einem Worst-Case-Szenario, das die Verfasser selbst inzwischen verworfen haben, einer „vorindustriellen“ Referenzlinie, die aus einem der kältesten Jahrhunderte der letzten 2000 Jahre abgeleitet wurde, und einem fast vollständigen Schweigen über Warmzeiten, die den Multi-Megawatt-Kraftwerken und SUVs um Hunderte und Tausende von Jahren vorausgingen.

Beginnen wir mit dem Szenario. Mehr als ein Jahrzehnt lang waren ein computergestütztes hypothetisches Szenario namens RCP8.5 und dessen Nachfolger SSP5-8.5 die Grundlage für die beängstigendsten Prognosen über überflutete Küsten und Ernteausfälle. Sie gingen von einer Weltbevölkerung von 12 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2100 und einer fast zehnfachen Steigerung des Kohleverbrauchs aus – eine Zukunft, die von keinem Energiemarkt prognostiziert wird.
Im April dieses Jahres räumten die Modellierer diesen Punkt ein, die Szenarien für die nächste Generation von Klimasimulationen entwerfen. Ihre Projektionen für hohe Kohlendioxidemissionen (CO₂) waren „unplausibel“ geworden, und ihre aktualisierte Fassung ging von einer um etwa 0,9 Grad Celsius geringeren Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Im August schlug die US-Regierung vor, ihren Fünften Nationalen Klimabericht so zu ändern, dass Ergebnisse, die auf früheren Prognosen basieren, nicht mehr als „erwartet“ oder „Business-as-usual“ bezeichnet werden dürfen.

Betrachten wir nun den Maßstab. Jede Schlagzeile über das Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle misst die Erwärmung ausgehend vom Durchschnitt der Jahre 1850–1900. Diese Jahrzehnte liegen am Ende der Kleinen Eiszeit, einer Epoche, in der „Vieh starb, Ernten ausfielen und die Menschen litten“. Wählt man den Tiefpunkt einer Kältewelle als Nullpunkt, wirkt jedes Grad Erholung wie Fieber.

Die gravierendste Irreführung besteht darin, was die Panikmacher auslassen. Das Klima der Erde unterlag schon lange bevor irgendjemand Kohle verbrannte starken Schwankungen. Eine Rekonstruktion aus dem Jahr 2013 in der Fachzeitschrift „Science“ ergab, dass die mittleren Wassertemperaturen im Pazifik während des Holozän-Temperaturmaximums vor 8.000 Jahren im Vergleich zu heute um 2,1 Grad und während der mittelalterlichen Warmzeit vor 1.000 Jahren um etwa 0,6 Grad höher waren. Baumringe aus dem finnischen Lappland zeigen, dass frühere Schätzungen der Wärme zu niedrig waren.

Der zurückweichende Mendenhall-Gletscher in Alaska hat aufrecht stehende Fichten- und Hemlock-Stümpfe freigelegt, die mehr als 1.000 Jahre alt sind – ein Wald, der dort wuchs, wo später das Eis vordrang. Am Schnidejoch-Pass, auf über 2400 m Höhe in den Schweizer Alpen, hat schmelzendes Eis mehr als 300 Artefakte freigelegt, die von Reisenden aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Römerzeit und dem Mittelalter zurückgelassen worden waren, die die Berge überquerten, als die Route noch begehbar war. Zweifellos herrschten damals höhere Temperaturen als heute.

Prophezeiungen bzgl. des Untergangs durch die Hitze übersehen die Vorteile des derzeit erhöhten Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre. Eine von der NASA geleitete Studie ergab, dass ein Viertel bis die Hälfte der mit Vegetation bedeckten Landflächen der Erde über einen Zeitraum von 35 Jahren deutlich grüner geworden sind, wobei die CO₂-Düngung 70 % dieses Zuwachses ausmachte. Im Jahr, nachdem die Welt angeblich die 1,5-Grad-Schwelle überschritten hatte, erzielten die Landwirte weltweit laut FAO-Daten eine Rekordernte bei Getreide.

Die Menschen waren schon immer mit Wettergefahren konfrontiert. Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Hitzewellen, Ernteausfälle und schwankende Niederschlagsmengen gab es bereits vor dem Industriezeitalter. Sie werden auch weiterhin bestehen, unabhängig davon, ob die theoretische globale Durchschnittstemperatur 1,8 Grad Celsius oder 2,8 Grad über einem willkürlichen Referenzwert liegt. Die Frage ist nicht, ob ein Risiko besteht, sondern wie die Menschen darauf reagieren.

Und genau hier hilft zuverlässige, erschwingliche und reichlich vorhandene Energie den Menschen dabei, die Herausforderungen der Natur zu bewältigen. Volkswirtschaften, die wohlhabender werden, zuverlässige Systeme aufrechterhalten, die Infrastruktur stärken und Anfälligkeiten verringern, werden mehr dazu beitragen, die Menschen vor klimatischen Gefahren zu schützen, selbst wenn sie die Emissionsziele der Vereinten Nationen nicht erfüllen.

Die künftige Entwicklung der CO₂-Emissionen wird überwiegend durch den Anstieg des Energiebedarfs in Asien und Lateinamerika beeinflusst werden. Es gibt keinerlei Rechtfertigung dafür, den Entwicklungsländern dort zu sagen, sie müssten arm bleiben, damit die reichen Nationen ein globales Temperaturziel einhalten können, das jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Die UNO hat eine Notlage erfunden, indem sie ein Szenario heranzog, das ihre eigenen Modellierer inzwischen als unglaubwürdig bezeichnen, eine geschätzte statt einer beobachteten Basislinie verwendete und warme Epochen ausblendete, die alte Bauern, Händler und Reisende durchlebt haben. Das ist keine Wissenschaft, sondern eine Inszenierung, die aus Machtstreben und zur eigenen Bereicherung inszeniert wurde, während sie den Rest der Welt ärmer machte.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Originally published at Town Hall, October 19th, 2026.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/10/20/un-climate-panic-rests-on-false-scenario-and-buried-past/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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