Aufmacherbild Google Maps, Tokelau – bessere Auflösung
Climaterealism, Linnea Lueken, 8. Januar 2026
Ein kürzlich auf der Website Energies Media veröffentlichter Beitrag mit dem Titel „ Es wurde die erste Nation, die zu 100 % mit Solarenergie versorgt wird – nun bedroht der Klimawandel ihr Überleben in diesem Jahrhundert “ behauptet, das pazifische Inselterritorium Tokelau sei zu 100 % auf Solarenergie umgestiegen und werde durch den steigenden Meeresspiegel infolge des Klimawandels bedroht. Dies ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Tokelau bezieht seinen Strom weder zu 100 % aus Solarenergie, noch ist es durch den steigenden Meeresspiegel bedroht.
Energies Media behauptet, Tokelau im Südpazifik sei die erste Insel weltweit gewesen, die sich mit Solarenergie selbst energieautark versorgt habe, und dass die Existenz der Insel durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sei. Weiterhin behauptet Energies Media, die Lösung des Überflutungsproblems Tokelaus werde von Tag zu Tag schwieriger.
Tokelau erreichte 2012 zwar für eine kurze Zeit als erstes Land eine hundertprozentige Solarstromversorgung mit Pufferung durch große Netzbatterien, doch das ist wenig aussagekräftig. Seitdem konnte der Inselstaat diesen Status nicht halten, da sein geringer Energiebedarf stieg und er auf andere Stromquellen zurückgreifen musste. Tokelau hat nur 2.664 Einwohner und deckt derzeit etwa 90 Prozent seines Strombedarfs mit Solarenergie, während der Rest durch Dieselgeneratoren (einschließlich Biodiesel aus Kokosnussöl) als Reserve dient. Der Artikel verschweigt dies und erwähnt nicht, dass eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass „die tatsächliche Solarstromversorgung derzeit bei etwa 90 Prozent liegt, wobei es bei Bewölkung oder Batterieausfällen zu Versorgungsengpässen kommt“. Einige Quellen berichten sogar, dass der Anteil der Solarenergie seitdem weiter gesunken ist und bis 2020 nur noch 75 Prozent betrug.
Tokelaus Wirtschaft basiert fast ausschließlich auf Subsistenzlandwirtschaft und Fischerei und hat im Vergleich zu anderen Ländern einen extrem geringen Energiebedarf. Dieser ist so gering, dass Our World In Data kaum Daten dazu vorliegen hat, außer der Angabe, dass Tokelaus installierte Solarkapazität bei etwa 0,001 GW liegt. Zum Vergleich: Der US-Bundesstaat Rhode Island verfügt über eine installierte Solarkapazität von weniger als 0,872 GW. Allerdings hat Rhode Island über eine Million Einwohner, eine bedeutende Industrie und einen deutlich höheren Lebensstandard.
Die Probleme mit dem Beitrag von Energies Media enden jedoch nicht mit der Uneinigkeit über die Definition von „100 Prozent“. Tokelau versinkt auch nicht im Meer. Ganz im Gegenteil, wie eine Landvermessungsstudie aus dem Jahr 2021 mit dem Titel „ Globale Veränderungen der Fläche von Atollinseln im 21. Jahrhundert “ von Holdaway et al. zeigt. Die Studie untersuchte die Landmasse von Atollinseln im Pazifik und Indischen Ozean und stellte fest, dass es trotz des moderaten, aber langsamen Anstiegs des durchschnittlichen Meeresspiegels in den letzten Jahrzehnten zu keiner wesentlichen Verkleinerung gekommen ist. Die Behauptung von Energies Media wird noch dadurch untergraben, dass die Studie ergab, dass „Tokelau und Tuvalu, beides kleine Landmassen (9,65 km² bzw. 25,14 km²), um jeweils etwa 7 % zugenommen haben.“
Dies liegt daran, dass diese Inseln als Korallenatolle mit dem Anstieg des Meeresspiegels wachsen, da sich die Korallen dem Sonnenlicht entgegenstrecken und Stürme und Wellen Sand an den Küsten ablagern.
Das Problem des „Untergangs“ Tokelaus kann nicht zunehmend unlösbar werden, wenn es gar nicht erst untergeht.
Nebenbei bemerkt, erscheint es wahrscheinlich, dass dieser Artikel mithilfe von KI verfasst wurde, aufgrund seiner Struktur und Unklarheit, aber auch, weil er keine Links zu relevanten Quellen enthält und nicht darauf hinweist, dass die aktuellsten Daten zu pazifischen Atollinseln, einschließlich Tokelau, keinen Landverlust, sondern einen Landzuwachs zeigen. Die Autorin „Anke“ hat verdächtigerweise keinerlei Biografie.
Energies Media scheint sich bei seinen Panikmache-Behauptungen über Tokelau auf viele veraltete Informationen gestützt zu haben. Wäre das Medium wirklich an Fakten interessiert und nicht an Klimaalarmismus, wüsste es über den Zustand der Pazifikatolle Bescheid und die Diskrepanz zwischen den Behauptungen einer hundertprozentigen solaren Selbstversorgung und der Realität von 75 bis 90 Prozent Bescheid. Die Inselbewohner akzeptieren die unregelmäßige und eingeschränkte Stromversorgung, insbesondere nachts.















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