Steve Goreham
Auf der COP30 lobte Gouverneur Gavin Newsom Kaliforniens Nutzung erneuerbarer Energien und griff die Energiepolitik der Trump-Regierung an. Aber von hohen Preisen bis hin zu versagenden erneuerbaren Energiesystemen ist Kalifornien eine Katastrophe in Sachen Energie-Bezahlbarkeit.
Newsom prahlte damit, dass sein Bundesstaat „zwei Drittel seiner Energie aus sauberen Energiequellen bezieht“. Er sagte auch, dass „an neun von zehn Tagen ein Teil des Tages zu 100 % mit sauberer Energie versorgt wird”.
Der Gouverneur bezog sich jedoch auf Strom, nicht auf Energie. Nach Angaben des Energieministeriums (DOE) erzeugte Kalifornien im Jahr 2024 57 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien und 7 Prozent aus Kernenergie, was nahe an der Behauptung des Gouverneurs von „zwei Dritteln” liegt. Allerdings werden nur etwa 15 Prozent der Energie Kaliforniens als Strom verbraucht. Bezieht man Verkehr und Industrie mit ein, stammen 2023 immer noch mehr als 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs Kaliforniens aus Kohlenwasserstoff-Treibstoffen, davon 58 Prozent aus Erdöl und 25 Prozent aus Erdgas.
Der Übergang zu erneuerbarer Energie ist seit mehr als 20 Jahren eine Priorität Kaliforniens. Der Bundesstaat hat 11 Kohlekraftwerke geschlossen und drei weitere Kohlekraftwerke auf die Verbrennung von Biomasse umgestellt. Das Kernkraftwerk San Onofre wurde 2013 stillgelegt. Gleichzeitig installierte der Bundesstaat 22 Gigawatt Solarstrom-Kapazität im Versorgungsmaßstab und zusätzlich 18 Gigawatt auf Hausdächern, beides landesweit führende Werte, sowie mehr als 6 Gigawatt Windkraftkapazität.
Doch Kaliforniens Umstellung auf erneuerbare Energien ist eine Katastrophe in Sachen Bezahlbarkeit. Von 2008 bis 2024 stiegen die Strompreise in Kalifornien um 116 Prozent, während der nationale Durchschnitt bei 33 Prozent lag. Die Strompreise für Privathaushalte liegen derzeit bei 32 Cent pro Kilowattstunde und sind damit die zweithöchsten in den USA. Sie nähern sich rasch dem Spitzenreiter Hawaii und sind etwa doppelt so hoch wie der nationale Durchschnittspreis. Die Klimatisierung eines mittelgroßen Hauses in Kalifornien kann 1.000 Dollar pro Monat kosten.
Auf der COP30 sagte Newsom: „Ich habe die landesweit erste Vorschrift für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) bis 2035 eingeführt.“ ZEVs sind in der Regel Elektrofahrzeuge (EVs) oder Wasserstofffahrzeuge. Das ZEV-Gesetz Kaliforniens würde vorschreiben, dass bis 2035 alle im Bundesstaat verkauften Autos ZEVs sein müssen, wodurch Verbraucher daran gehindert würden, Benzinfahrzeuge zu kaufen.
Die ZEV-Vorschriften Kaliforniens sind jedoch mit hohen Kosten verbunden. Im April 2025 lag der Durchschnittspreis für einen neuen EV bei etwa 59.000 US-Dollar und damit mehr als 20 Prozent über dem Durchschnittspreis von 48.700 US-Dollar für einen neuen Benziner. Darin enthalten war ein Rabatt für die Steuergutschrift des Bundes für EVs in Höhe von bis zu 7.500 US-Dollar beim Kauf eines neuen EVs. Die Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge wurde jedoch im September durch den im Juli vom Kongress verabschiedeten One Big Beautiful Bill Act abgeschafft. Elektrofahrzeuge werden auf absehbare Zeit weiterhin teurer sein als Benzinfahrzeuge.
Kalifornien ist mit etwa 12.000 Fahrzeugen landesweit führend bei Wasserstoffautos, aber diese sind auch teuer. Der Kraftstoff für Wasserstoffautos kostet mindestens 14 Dollar pro Gallone [~4 l] Benzinäquivalent. Die kalifornische Energiekommission hat mehr als 200 Millionen Dollar für die Subventionierung von Wasserstofftankstellen ausgegeben, aber die Zahl der Tankstellen sinkt von einem Höchststand von etwa 65 Tankstellen auf heute 55. Auch die Zahl der Wasserstoffautos auf den Straßen ist rückläufig.
Die kalifornische Verordnung „Advanced Clean Fleets Regulation“ (ACF) trat 2024 in Kraft. Die Verordnung sollte alle in Kalifornien betriebenen Lkw zu emissionsfreien Fahrzeugen machen. Elektrische Lkw kosten jedoch zwei- bis dreimal so viel wie Diesel-Lkw und können aufgrund ihres höheren Gewichts weniger Fracht transportieren. Diesel-Lkw können nach einer 15-minütigen Betankung etwa 1.200 Meilen zurücklegen. Die Reichweite von Elektro-Lkw beträgt nur etwa 150 bis 330 Meilen, und das Aufladen dauert selbst mit einem Schnellladegerät mehrere Stunden. Die ACF versprach, eine weitere unerschwingliche Auflage der Newsom-Regierung zu werden.
Doch in einem Sieg für die Erschwinglichkeit haben der Kongress und Präsident Trump im vergangenen Frühjahr die kalifornischen ZEV- und ACF-Gesetze gekippt. Der Clean Air Act von 1980 und dessen Überarbeitungen übertragen der EPA die Verantwortung für nationale Luftreinhaltungsvorschriften. Kaliforniens Befugnis zur Regulierung der Luftverschmutzung erfordert eine Ausnahmegenehmigung der EPA, welche die Regierung im Mai widerrufen hat. Newsom hat die US-Bundesregierung verklagt, um zu versuchen, die unerschwinglichen ZEV- und ACF-Vorschriften wieder einzuführen.
Im teuren Kalifornien zahlt man auch die höchsten Benzin- und Dieselpreise in den Vereinigten Staaten. Diese Woche liegen die regulären Benzinpreise im Bundesstaat bei 4,67 Dollar pro Gallone und damit mehr als 50 Prozent über dem nationalen Durchschnitt von 3,07 Dollar pro Gallone. Aber die Preise in Kalifornien könnten noch viel höher steigen, da Raffinerien schließen.
In den 1980er Jahren waren in Kalifornien mehr als 40 Raffinerien in Betrieb. Diese Zahl ist auf 13 Raffinerien zurückgegangen. Zwei weitere Raffinerien, die Phillips 66 Wilmington-Anlage und das Valero-Werk in Benicia, haben angekündigt, dass sie in den nächsten sechs Monaten schließen werden. Infolgedessen könnten die Benzinpreise in Kalifornien auf 8 Dollar pro Gallone steigen.
Die erneuerbaren Energiesysteme Kaliforniens selbst haben versagt. Anfang dieses Jahres wurde bekannt gegeben, dass die Ivanpah-Solaranlage in der Mojave-Wüste nach nur 12 Jahren Betrieb im nächsten Jahr geschlossen werden soll. Ivanpah wurde 2014 für 2,2 Milliarden Dollar gebaut, wobei 1,6 Milliarden Dollar aus Bundeskrediten stammten, und war zu dieser Zeit die größte Solaranlage der Welt. Ivanpah produzierte jedoch weniger Strom als erwartet und benötigte Erdgas, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Im vergangenen Sommer gab Newsom bekannt, dass Kalifornien mehr als 2.300 Megawatt an Netzspeicherkapazität hinzugefügt habe, und erklärte: „Der Schlüssel zu einem saubereren, zuverlässigeren Stromnetz sind Batterien – und keine andere Region der Welt, außer China, kommt auch nur annähernd an unseren Einsatz heran.“ Netzbatterien sollen intermittierende Wind- und Solaranlagen unterstützen, indem sie Strom speichern, wenn die Wind- und Solarleistung hoch ist, und ihn dann wieder abgeben, wenn die Leistung niedrig ist. Batterien neigen jedoch zu Selbstentzündung und spektakulären Ausfällen.
Am 15. Mai 2024 geriet das Gateway Energy Storage-System in der Nähe von San Diego in Brand. Die 250-Megawatt-Anlage brannte 17 Tage lang und entzündete sich mehrmals erneut, nachdem die Feuerwehr den Brand schon gelöscht hatte. Eine Batterieanlage in Escondido, ebenfalls in der Nähe von San Diego, geriet fünf Monate später in Brand.
Am 16. Januar 2025 geriet das Batteriesystem in Moss Landing, Kalifornien, in Brand und brannte mehrere Tage lang. Das 300-MW-System war eines der größten der Welt, wurde jedoch nach nur drei Jahren Betrieb zu 55 Prozent zerstört. Straßen und Schulen wurden gesperrt, und 12.000 Einwohner wurden gebeten, während des Brandes vorübergehend zu evakuieren. Die Einwohner zahlen die Kosten für Batterieausfälle mit höheren Stromrechnungen.
Vorgaben für grüne Energie führen zu einem Anstieg der Immobilienpreise in Kalifornien. Die kalifornische Solarverordnung von 2020 schreibt vor, dass neue Häuser mit Sonnenkollektoren und Verkabelungen für Elektrogeräte ausgestattet sein müssen. Die California Building Standards Commission hat Standards erlassen, die Leitungen für das Laden von Elektrofahrzeugen in Einfamilienhäusern und Parkeinrichtungen mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge für Mehrfamilienhäuser und Hotels vorschreiben. Diese Anforderungen machen Wohnraum für einkommensschwache Bewohner weniger erschwinglich.
Die neueste Parole der Demokratischen Partei lautet „Bezahlbarkeit”, aber die erneuerbaren Energien in Kalifornien zeigen, wie man Nicht-Bezahlbarkeit etabliert.
This essay was originally published in NewsBlaze.
Steve Goreham is a speaker on energy, the environment, and public policy and author of the bestselling book Green Breakdown: The Coming Renewable Energy Failure.
Link: https://heartland.org/opinion/affordability-crisis-gavin-newsoms-california-energy-disaster/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















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Leider wissen Politiker nicht, dass sowohl für das Laden von Batterien als auch für das Entladen für die netzfähige Wechselspannung jeweils gewaltige Hochleistungs-Umrichter erforderlich sind. Die arbeiten mit erheblichen Verlusten, die in Wärme gewandelt werden, aber viel schlimmer ist, dass sie die Komplexität und Störanfälligkeit einer Energieversorgung gewaltig verstärken.
Echte Ingenieursleistungen folgen dem Ziel, für den angestrebten Nutzen die System-Komplexität so niedrig wie möglich zu halten. Politiker kennen derartige Prinzipien nicht, das Geld, welches in die Verluste fließt, ist ja nicht ihr Geld, es ist fremdes Geld, nämlich das der gegängelten Bürger.
Leider kommt keiner auf der Welt an die phantastischen Energiepreise von einem Peter Kraus heran, nämlich 1 ct / kWh. Es wird Zeit, dass er seine einmaligen Leistungen der Welt einmal präsentiert, damit deren Bürger wieder ein verträgliches Leben führen können.
Ich erneuere hiermit mein schon öfters bekundetes Angebot, einen Reisebus zu sponsern, um die Wunder-Anlage des Bot-Kraus mit Interessierten einmal in Realität „bewundern“ und technisch verifizieren zu können.
Viele Äußerungen über den Sonderweg von Kalifornien hin zu „sauberen“ Energien zeigen, wie ideologisch verbohrte Politiker in Machtpositionen sich festfahren und ihren Bewohnern letztlich schwere Schäden zufügen. In unseren Mainstream-Journaillen- wie heute bei t-online durch die Redakteurin Amy Walker, wird analysiert, Trump würde als Vertreter von „veralteten Petrostaaten“ sich jetzt in Venezuela bedienen müssen, um sich zukunftsfähig zu entwickeln, während der große Konkurrent um die Weltmacht China erkannt hat, die Zukunft heißt sich zu einem „Elektrostaat“ zu entwickeln. Sie räumt freilich ein, derzeit muss China noch fossil sündigen, damit es aber „morgen“ zukunftsfähig klappt mit den „guten“ Energien. Es gibt natürlich weitere „Elektrostaaten“ wobei insbesondere auch die EU-Staaten gemeint sind, die somit auf Zukunft gepolt sind. Folglich: die Amis, Saudis, Russen u.a. sind von gestern. Und die Russen wären ganz schlimm dran, weil sie völlig von fossilen Energien abhängig sind, ihnen die Kunden abgängig sind und die eigene Wirtschaft nur auf Kriegswirtschaft ausgerichtet ist. Man muss den ganzen Propaganda-Sermon der Amy Walker nicht bis zum Letzten durchkauen, um zu erkennen, wie schlecht aufgestellt unsere „modernen Elektrostaaten“ eigentlich sind, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht und Batterien ihren Geist aufgeben, bevor sie sich überhaupt amortisiert haben. Und das Ganze muss zudem im Kontext bewertet werden, mit den „ollen Petrostaaten“ auch noch Krieg führen zu wollen oder zu müssen. Ich stelle mir immer mit einer süffisanten Unruhe vor, wie ein Leopard 4-Panzer sich klimaneutral von einer Schnelllade-Einrichtung zur benachbarten Selbigen vorkämpft, während Putins reaktorbetriebene Marschflugkörper wochenlang um den Erdball kreisen. Aber unsere Politik -und Medien-Eliten in den „modernen Elektrostaaten“ werden nicht einmal schlau, wenn ein paar linksextreme Antifa-Hansel oder Vulkanesen mit einer kleinen Sprengung ganze Stadtteile tageweise in den Blackout stellen können, den Wärmepumpen das Pumpen von irgendwas untersagen und tennisspielende Entscheidungsträger in den Regen stellen. Ob ich mich in einem „modernem Elektrostaat“ besser aufgehoben fühle? Mit Sicherheit nicht!
Hallo Herr Kundel,
super Kommentar. Und meiner grünv….. Verwandtschaft in Australien dämmert es auch so langsam. Schau ma moi wie lange es bei uns dauert.
Grüße aus Bad Birnbach