Von Günter Keil
In der WELT AM SONNTAG vom 3.1.26 berichtete Daniel Wetzel darüber, dass „Die CSU eine Entgiftungskur für Atommüll will“. Das bezog sich auf die Transmutation, ein wichtiges Verfahren zur Reduzierung der Radioaktivität durch Neutronenbestrahlung. Außerdem hieß es in der Beschlussvorlage der CSU, die Kernenergie müsse mit Blick auf Versorgungssicherheit und Klimaschutz „wieder eine größere Rolle einnehmen.“ Der Journalist berichtete dann, was die SPD dazu sagte: „Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung und wird dies angesichts der bereits unschlagbar günstigen erneuerbaren Energien auch bleiben“, erklärte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer. Daniel Wetzel zerlegte diese Behauptungen mit dem Hinweis auf die rund 30 Mrd Euro, die der deutsche Steuerzahler für Wind- und Solarstrom zahlen muss, sowie auf das Beispiel Frankreichs mit seinem staatlichen Kernkraftbetreiber EdF, der nicht nur Milliardengewinne an den Staat ausschüttet, sondern auch billigen Strom erzeugt.
Und weiter teilte Frau Scheer mit: „China, als der Staat mit den meisten Atomenergieprojekten, baut selbst deutlich mehr an erneuerbaren Energien aus und wird diesen Trend absehbar fortsetzen.“
Hier lohnt es sich gewiss, zunächst das französiche Beispiel etwas genauer zu beschreiben, weil es für die SPD anscheinend fürchterlich und eigentlich auch fern jeglicher Vorstellung ist. Was die EdF aufgebaut hat, zeigen die Zahlen: Das Land hat 19 Kernkraftwerke mit insgesamt 58 Reaktoren in Betrieb. Sie liefern ca. 75 Prozent der Stromerzeugung. Laut D. Wetzel liefert die EdF der Staatskasse jährlich einen zweistelligen Gewinn. Und wie man schon lange weiß, ist der Strom in Frankreich so billig, dass sehr viele Franzosen elektrisch heizen. Direkt, ohne Wärmepumpen. Emmanuel Macron kündigte im Februar 2022 an, dass bis 2050 sechs neue, verbesserte EPR-Kraftwerke gebaut werden sollen, und auch die Prüfung von acht weiteren Standorten erfolgt. Ferner die Laufzeit-Verlängerung für alle Kraftwerke auf 50 Jahre. Das bezeichnete er als eine „Renaissance der Kernenergie“. Dieses Beispiel zeigt zweierlei: Kernkraft ist billig. Und niemals hat es bei der enormen Zahl der Anlagen einen schweren Unfall gegeben – also ist sie auch sicher. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Frau Scheer diese Fakten aus unserem Nachbarland nicht kennt. Aber darf sie das äußern ? Die zweite ihrer Botschaften bezog sich auf China. Sie lautete: „China, als Staat mit den meisten Atomprojekten, baut selbst deutlich mehr an erneuerbaren Energien aus und wird diesen Trend absehbar fortsetzen.“ China als Vorbild in der Energiepolitik – das ist eigentlich bereits ein Witz.
Zu den Tatsachen: China hält den Weltrekord bei der Emission von Kohlendioxid (CO2) – mit 29,7 Prozent. Zum Vergleich: USA 15%; Indien 6,9%; Japan 3% und Deutschland 2%. Dieser gewaltige Anteil hat seinen Grund: China ist seit Jahren dabei, speziell die Bewohner der riesigen ländlichen Regionen mit Elektrizität zu versorgen. Bei dieser gewaltigen Aufgabe sind die enorm großen Kohlevorkommen an der Nordgrenze zur Mongolei eine ebenso große Chance, das mit sehr vielen Kohlekraftwerken zu verwirklichen. Und genau das geschieht seit mehreren Jahren. Bislang wurden jährlich 50 neue Kohlekraftwerke gebaut – dies wurde in der Planung für 2025 auf 120 neue Anlagen erhöht und erfüllt. Gleichzeitig nutzt China diese geradezu Massenproduktion zu nennende Herstellung dieser Kraftwerkstypen als Exportartikel; vermutlich sind sie im Preis unschlagbar. Diese Nation ist übrigens Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens – und hat angekündigt, im Jahre 2060 die CO2-Neutralität zu erreichen. Also niemals. Die internationale Klimaschutzgemeinde hat diese „Zusage“, die eine klare Absage ist, still hingenommen. Zu der von Frau Scheer ergänzten Aussage, dass China „deutlich mehr“ (deutlich mehr als wer oder was?) „an erneuerbaren Energien ausbaut“, ist festzustellen, dass es tatsächlich einige sehr imponierende Photovoltaik-Riesenanlagen gebaut und sie stolz der westlichen Presse präsentiert hat. Man weiß, wie das wirkt, aber man kann dort auch rechnen. Es ist gewiss anzuzweifeln, dass China ebenso viele Solarstrom-Paneele im eigenen Land installiert, wie es sie Deutschland jährlich verkauft.
Und ein letztes Wort zu dem ursprünglich von der SPD scharf abgelehnten CDU/CSU-Vorschlag zum Einstieg in die Transmutation der Nuklearabfälle: Herr Wetzel hat in seinem zitierten Artikel die weit fortgeschrittene Planung Chinas zu diesem Thema erklärt: „Im kommenden Jahr soll mit einer CiADS genannten Transmutationsanlage in Huizhou in der Provinz Guangdong der erste große Prototyp in Betrieb gehen. In Europa treibe Belgiens Nuklearforschungszentrum mit EU-Unterstützung das Transmutationsprojekt „Myrrha“ voran. Und ähnliche Pläne der Schweizer Firma Transmutex fördere bereits die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen Sprin-D.
Jetzt müsste die SPD eigentlich über diese bundeseigene Behörde herfallen. Frau Nina Scheer wird gewiss dabei helfen.















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Passt ja in die neuerliche Information, dass rund 70% der Abgeordneten in den sogenannten „Erneuerbaren Energien“ investiert sind.
Die restlichen 30% haben ihre Gemeinden mit EE Anlagen „beglückt“ und sind gezwungen, die EE Politik zu unterstützen ( unter vorgehalte Hand sind alle im Bundestag von der EE Schmierung abhängig).
Wenn man es beim Namen nennt: Korruption!
Aber mit Finger auf andere zeigen!!!
Ohne Worte….
Was wurde im Jahr 2025 vom 01.01. bis zum 31.12.2025 bei der Kernkraft gemacht, in der Welt?
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2 AKW wurde fertiggestellt
AKW-RAJASTHAN-7 mit +630MW
AKW-ZHANGZHOU-2 mit +1126MW
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4 AKWs wurden stillgelegt
AKW-DOEL-1 mit -445MW
AKW-MAANSHAN-2 mit -938MW
AKW-TIHANGE-1 wurde am 30. September 2025 endgültig abgeschaltet, mit -962MW
AKW-DOEL-2 wurde am 30. November 2025 endgültig abgeschaltet, mit -445MW
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Da hat sich bereits im Jahr 2025 die installierte Leistung bei der Kernkraft um ca. -1034MW verringert.
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Bei den Erneuerbaren ist die installierte Leistung um über +6000MW angestiegen im Jahr 2025.
@ P. Kaus: Wie alt sind Sie eigentlich?
MfG
Uwe Merkl (Keine KI)
Offenbar haben Sie den Unterschied zwischen installierter und nutzbarer Leistung nicht begriffen. Bei AKWs ist die installierte Leistung zu über 90% auch nutzbare Leistung, bei Windkraftanlagen deutlich weniger als 35%.
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Offenbar haben Sie den Unterschied zwischen
+ installierter Leistung und
– installierter Leistung nicht begriffen.
Nimmt die installierte Leistung bei der Kernkraft um über –1 GW ab,
so nimmt auch die nutzbare Leistung bei den Kernkraftwerken ab, um -1 GW.
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Herr E. Weiland,
Sie können davon ausgehen, wenn die Zahlen bei den TWh von den Erneuerbaren und von der Atomkraft für das Jahr 2025 veröffentlicht werden, Sie die Augen verdrehen.
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Die Erneuerbaren haben bei den TWh um über +900 TWh an Strom zugelegt im Jahr 2025, das ist bereits jetzt zu sehen, anhand der Halbjahresbilanz.
Zitat: Offenbar haben Sie den Unterschied zwischen
+ installierter Leistung und
– installierter Leistung nicht begriffen.
Nimmt die installierte Leistung bei der Kernkraft um über –1 GW ab,
so nimmt auch die nutzbare Leistung bei den Kernkraftwerken ab, um -1 GW.
Oder so: Nimmt die installierte Leistung bei der Windkraft um über –1 GW ab,
so nimmt auch die (theoretisch, aber nicht praktisch) nutzbare Leistung bei den Windkraftanlagen ab, um -1 GW.
Oder noch deutlicher: Wenn kein Wind weht, nützen auch 100.000 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 100 Terawatt nichts, die nutzbare Leistung ist NULL
AKWs liefern aber weiter, auch ohne Wind.
Frage: Sind Sie von Herrn Habeck oder Frau Baerbock instruiert worden? Das würde einiges erklären.
Aktuell (Stand 2025/2026) gibt es weltweit eine signifikante Anzahl neuer Kernkraftwerke im Bau, wobei die Zahlen je nach Quelle und Zeitpunkt leicht variieren, aber über 60 Reaktoren aktiv gebaut werden, insbesondere in China, Indien, Russland und der Türkei,
„Die World Nuclear Association (WNA) nennt Zahlen von rund 60 im Bau befindlichen Reaktoren, oft mit weiteren 170 in Planung.“
https://de.statista.com/infografik/23762/die-anzahl-der-atomreaktoren-die-im-bau-oder-in-planung/
Also was Herr Kraus?
Chris Wright, US-Energieminister, sagte in einem Interview auf der Energie-Konferenz von Goldman Sachs in New York sinngemäß folgendes:
Um wieviel hat sich der weltweite CO2-Austoß eigentlich verringert Herr Kraus?
Es geht hier doch vornehmlich nur noch um die Selbstversorgung aus den sogenannten regenerativen Energien.
Das mit der Erwärmung aus CO2 ist doch nun ein abgelutschter Drops Jörg Dimler.
Bei Interesse zu CO2 und dessen Wirken zu höheren Temperaturen der Atmosphäre können Sie ja meine Abschätzung dazu hier:
https://eike-klima-energie.eu/2025/12/29/wasserdampf-wolken-und-das-problem-der-co₂-hypothese/#comment-482872
lesen
Herr Neulen,
Sie haben meinen Kommentar zur Aussage von Herrn Kraus falsch interpretiert.
Herr Kraus gehört zu den grünen Verfechtern einer Reduzierung des CO2 zum Schutze des Klimas, daher ist alles was zu „erneuerbaren“ Energien gehört für Herrn Kraus gut, ökonomische oder ökologische Betrachtungen der Erzeugung von Energie da hat Herr Kraus nett gesagt eine Wissenslücke.
Wenn jemand mit WKAs und PV-Anlagen Strom erzeugen möchte, kein Problem wenn er dabei nicht:
Allein die Steuersubvention der „erneuerbaren“ Energien betrug in 2024 21Mrd.€.
Dazu kommen 2,8Mrd.€ für Redispatch durch die Merid-Order.
Allein für Deutschland!
Es mag jeder tun und sagen was er will, solange er auf dem Boden der FDGO bleibt und nicht zum eigenen Vorteil Steuern abgreift.
Das ist es ja gerade.
Das mit den „Erneuerbaren“ zeigt keine Wirkung auf CO2 Gehalt, wie auch?
und ich interpretiere Krauses Argumentationen in Richtung Selbstversorgung.
Mein nahes Umfeld argumentiert nämlich neuerdings ebenso in diese Richtung.
Denn, wie man sieht kann man an der Entwicklung nicht drehen, warum auch, es ist ja nochnichtmal notwendig.
Herr Neulen,
jeder Überschuss einer privaten Solaranlage (auch Balkonanlagen) wird unweigerlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist und sorgt für einen immensen Aufwand an Redispatch, was wiederum zu hohen Kosten für die Stromkunden und den Steuerzahler führt.
Seit 2023 betrügen die Käufer von PV-Anlagen und den damit verbundenen Komponenten die normalen Steuerzahler um die Mehrwertsteuer beim Kauf.
Wenn sich jemand zur Selbstversorgung eine PV-Anlage incl. Speicher installieren möchte soll er das tun.
Er soll aber auf alles auch die Mehrwertsteuer zahlen und bei der Einspeisung seines Stroms auch die Konsequenzen, die Redispatchkosten, übernehmen.
Unser Unternehmen wollte um die Grundlast abzudecken eine PV-Anlage mit ca. 100kWp und einer Investitionssumme von rund 130k€ installieren und dies ohne Subventionen und Kreditaufnahme.
Bereits vor der Einrechnung von Wartung, der Zahlung der Stromsteuer je selbsterzeugter kWh und der dazugehörigen MwSt hat sich herausgestellt, das sich die Anlage frühestens nach 25 Jahren amortisieren würde.
Nur die politisch gewollte Senkung des CO2 Ausstoßes hat zu dieser Ausbeutung der Bürger geführt.
Und Sie selbst zahlen mit jedem Artikel, den Sie kaufen, eben diese Steuer auf Atemluft.
Wäre es nicht notwendig, dafür zu sorgen, dass wir wieder frei, ohne Steuern zu zahlen, atmen dürfen?
… ja da gebe ich ihnen vollkommen recht
Deswegen ist es ja gut, dass Sie hier gegen die Argumentationskette der „regenerativler“ wettern!
wer weiß schon so genau über diese Zusammenhänge Bescheid!