Vorbemerkung des Übersetzers: Autor Pierre Gosselin hat hier einen Beitrag aus dem „Münchner Merkur“, genauer ein Interview der Zeitung mit einem Physiker, ins Englische übersetzt. Weil der „Merkur“ mehr eine Lokalzeitung für Bayern ist, und weil der Beitrag inzwischen auch bei WUWT gepostet ist, wird Gosselins Zusammenfassung hier übersetzt. Das Interview im „Merkur“ ist verlinkt. – Ende Vorbemerkung
Die Münchner Tageszeitung Merkur berichtet endlich über etwas, worauf wir Skeptiker seit rund 20 Jahren hinweisen: Windkraftanlagen produzieren immer entweder zu wenig oder zu viel Strom und sind daher unwirtschaftlich und unzuverlässig.
In einem kürzlich erschienenen aufschlussreichen Interview mit Merkur.de erklärt der renommierte Physiker an der TU Dresden Prof. Dr. Sigismund Kobe ein Phänomen, das er als „Paradoxon des Übergangs zu erneuerbaren Energien” bezeichnet.
Seine Warnung ist eindeutig: Eine weitere Erhöhung des Anteils von Windenergie im Stromnetz könnte bald zu sinkenden Erträgen führen – oder gar zu keinen mehr.
Null mal zwei ist immer noch Null
Das grundlegende Problem liegt laut Prof. Kobe in der Natur der wetterabhängigen Energie. Windkraft lässt sich nicht linear skalieren, um eine Versorgung zu gewährleisten. Bei Windstille spielt es keine Rolle, ob man 30.000 oder 60.000 Turbinen hat. Die Leistung bleibt gleich Null. Eine Verdopplung der Kapazität trägt nichts zur Lösung des Problems der „Dunkelflaute” bei.
Umgekehrt produzieren die vorhandenen Turbinen bei windigem Wetter oft viel mehr Strom, als das Netz aufnehmen kann. Der Bau weiterer Turbinen in solchen Zeiten erhöht nur den Überschuss, der nicht genutzt werden kann, was zu Zwangsabschaltungen führt.
Aufbau „nutzloser“ Kapazitäten
Kobe argumentiert, dass Deutschland sich rasch einem „Sättigungspunkt“ nähert. Daten zeigen, dass zwar die installierte Kapazität (das theoretische Maximum) der Windenergie erheblich gestiegen ist, die tatsächlich ins Netz eingespeiste Strommenge jedoch nicht Schritt gehalten hat.
Wir bauen im Wesentlichen „nutzlose“ Kapazitäten auf, die nur dann Strom produzieren, wenn wir bereits zu viel davon haben, während sie keinen Strom liefern, wenn wir ihn tatsächlich brauchen.
Wirtschaftliche Folgen: für nicht Erzeugtes bezahlen
Dieses Paradoxon ist nicht nur ein physikalisches, sondern auch ein kostspieliges wirtschaftliches Problem.
1. Redispatch-Kosten: Wenn das Netz überlastet ist, müssen Netzbetreiber Windparkbetreiber dafür bezahlen, dass sie ihre Turbinen abschalten. Die Verbraucher zahlen letztendlich für Strom, der nie produziert wurde und wird.
2. Doppelte Infrastruktur: Da Wind unzuverlässig ist, muss Deutschland einen völlig separaten Bestand an „Reserve”-Kraftwerken (meist gasbefeuert) unterhalten, die einspringen können, wenn der Wind nachlässt. Das bedeutet, dass zwei parallele Energiesysteme bezahlt werden müssen.
Kann Speicherung uns retten?
Das übliche Gegenargument lautet, dass wir einfach bessere Batterien oder Wasserstoffspeicher benötigen. Prof. Kobe bleibt jedoch skeptisch. Er weist darauf hin, dass der schiere Umfang der Speicherkapazität, der erforderlich ist, um wochenlange Windflauten zu überbrücken, technisch und finanziell astronomisch ist. Die Effizienzverluste, die bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff und zurück entstehen, machen die daraus resultierende Energie unglaublich teuer.
Prof. Kobes Botschaft ist ein Realitäts-Check für politische Entscheidungsträger. Er argumentiert, dass die derzeitige Strategie des einfachen „Ausbaus um jeden Preis” an physikalische Grenzen stößt. Ohne einen Durchbruch bei der massiven, kostengünstigen Speicherung wird die Installation weiterer Windkraftanlagen das Stromnetz nicht stabilisieren – sie könnte es sogar noch volatiler und teurer machen.
Prof. em. Dr. rer. nat. habil. Sigismund Kobe is a distinguished German physicist and a long-standing academic at the Technical University of Dresden (TU Dresden). Born in 1940, he has dedicated his career to theoretical physics, with a specific focus on the behavior of complex systems.
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















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Und neu ist das auch nicht, solche Sachverhaltsdarstellungen sind gültig, seit es mit dem absurden Windkraftausbau begann.
Und weil es in einer Viertelstunde nur einen gemeinsam gültigen Strompreis geben kann, bestimmt daher der teuerste benötigte Stromeinspeiser den Preis für alle, auch für jene, die in dieser Viertelstunde eigentlich billiger wären. Das ist das Ergebnis der Umstellung auf Börsenbetrieb statt „Over the Counter“-Verträgen. Damit wird das Merit Order Prinzip de facto außer Kraft gesetzt, welches für den billigsten Mix von Over the Counter Verträgen erdacht wurde.
Es muß übrigens nicht „Dunkelflaute“ sein, es genügt auch eine Flaute bei Tag.
Naja, um so mehr Luftwerwirbelung und Nutzung der Windernergie, umso weniger „gerade“ Luftströme und nutzbare Windenergie.
Hab das gleiche mit meinem 1,5 m Windrad (300 Wmax) in 5 m Höhe zwischen Gebäuden.
Jeh nach Windrichtung oder Verwirbelungen dreht sich das Windrad oder der Propeller.
Nota: Speiche keinen Strom ein – Das Windrad und 700Wmax Solarpanele laden nur einige kWh Notstromspeicher (Bleibatterien) und eine 1 kWh Powerbank.
Ohne Stromversorgung läuft meine Pelletzentralheizung nicht – mein Hozofen aber noch..
Auf dem Land kann schnell mal eine Oberleitung kaputt gehen und ich möchte nicht die Inhalte meines Kühlschranks und meiner Tiefkühlschränke verlieren.
Will keinen lauten/hörbaren Verbrennergenerator benutzen.
Mit einem autonomen Abwassersystem, ü. 2000 Liter Regenwasser, Gasgrill und Campinggaskocher werde ich auch nicht in meiner Scheixxe versinken und kann das Regenwasser sterilisieren.
Dazu noch Bargeld, Gold und Silber.
Bei Bauern in der Nähe kann ich so wohl immer noch Katoffeln, Rûben, Eier und Hühner (Fleisch) kaufen.
Auf dem Land kann ich auch Brennesselsuppe oder Löwenzahnsalat machen.
Konserven halten sich Jahre lang.
Könnte noch Einiges auflisten.
Ein paar Tage ohne Strom in einer Stadt und „Wahrheits-Klima-Vorhersager“ Theorien in einigen Jahrzehnten sind dann wohl Ihr kleinstes Problem.
Wünsche Allen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.
Sie sollten mehr Preppern, 😉, oder?
Ich prepper nicht – ich sorge vor.
War fast 25 Jahre Arbeitssicherheitsmanager im französischem Hoch- und Tiefbau.
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten vorzubeugen heisst dann wohl auch Arbeitssicherheitspreppern.
Alles kann man positif oder negatif bewerten.
Ein Glas guten französischer Weines ist halb leer oder halb voll.
Kommt darauf an wieviel noch in der Flasche ist.
Frohe Weihnachten
Deutschland macht die bekloppteste Energiepolitik der Welt….
Da kommt Herr Prof Kobe sehr spät aus der Deckung. Da ich auch an der TU Dresden studierte und arbeitete, fühle ich mich berechtigt, dazu etwas zu sagen. Die Professoren, die uns damals unterrichten, wie Recknagel, Holzweißig, Scheffler hätten den ganzen Unsinn in der Luft zerrissen. Warum haben wir hier von Prof. Kobe noch nichts gehört?
Achtung, da kommen gleich wieder die üblichen verdächtigen mit den üblichen Statistiken .
Es ist keineswegs ein Paradoxon, es ist das Wirken ökonomischer Gesetze, zuviel Befehlswirtschaft, zuviel Planwirtschaft, zuviel Ideologie, zuviel Hin- und Hersubventionieren erzeugen immer genau diese Problematik, oder?
Wir bauen im Wesentlichen „nutzlose“ Kapazitäten auf, die nur dann Strom produzieren, wenn wir bereits zu viel davon haben, während sie keinen Strom liefern, wenn wir ihn tatsächlich brauchen.
Vollkommen richtig, es gibt 2 Lösungsmöglichkeiten
1) Keine zusätzlichen Windräder mehr
2) Jeder Windradbauer muss einen Speicher mitbauen. Der Energvieversorger holt sich die nach Angebot und Nachfrage gerichtete Strommenge aus dem Speicher.
Dieselben Bedingungen müssen auch für Frei-PV-Anlagen gelten.
Wind und Sonne schicken keine Rechnung! Ein Satz voller unergründlicher Weisheit eines völlig übertalentierten Herrn Trittin, leider in den falschen Disziplinen.
Ich schwenke einmal ab von meiner sonst üblichen Kritik, dass zum Beispiel das Netz keinen Strom aufnimmt, sondern Strom nur leitet, und dies vom Kraftwerk einmal zum Verbraucher und zum anderen gleichzeitig ohne Verzögerung vom Verbraucher zum Kraftwerk zurück. Dabei ist die Vokabel „zurück“ schon elektrotechnisch nicht begründbar: Was zeitgleich erfolgt kennt weder hin noch zurück.
Aber man kann den Artikel, der zweifellos die Problematik richtig anspricht und den Unsinn der Trittin’schen und Merkel’schen Energiewende realitätsnah darstellt, auch vereinfachend mit bewährten Regeln des Volksmunds beschreiben:
„Wind und Sonne schicken keine Rechnung“,
dazu der Volksmund
„Was nichts kost‘, das is‘ auch nichts!
Bitte den auch nicht unwichtigen Steigbügelhalter der Grünen, immer im Eigeninteresse handelnden, besonderen SPDler, Herrn Schröder nicht vergessen. Gemeinsam ruinieren die Kartellparteien Deutschland, oder?
Da wäre ich etwas vorsichtiger mit dem Sprichwort, Herr Puschner. Öl, Gas und Kohle schicken nämlich auch keine Rechnung. Aber daraus Stromzu machen kostet – jedoch nur einen winzigen Bruchteil der Kosten, um aus Wind und Sonne Strom zumachen – wenn Letzteren es gefällt in Aktion zu treten.
MfG
Da bin bei Ihnen. Der Satz war allerdings für diejenigen gedacht, die mit Physik nichts anfangen können. Das sind erst einmal alle derzeitigen Politiker. Aber leider tun diese so, als würden sie etwas von elektrischer Energie verstehen. Für genau solche Leute hilft der Volksmund, denn das könnte auch vielleicht ein Trittin verstehen. Dass natürlich Öl, Gas oder Kohle auch keine Rechnung schicken, könnte vom Verständnis her schon wieder zu einer Überforderung führen. Deshalb mein wohlgemeinter Hinweis mit dem Volksmund.
Noch schlimmer ist die Situation bei den PV-Anlagen. Naturgemäß kann deren weiterer Ausbau nur den Mittagspeak in immer absurdere Höhen treiben, der „Mitternachtspeak“ hingegen wird immer genau Null sein. Genau so sicher ist der PV-Beitrag im Dezember bedeutungslos, egal wie hoch die nominal installierte Leistung auch sein mag. Aktuell beträgt der Sonnenhöchststand auf 50° N ~16°, was die PV Produktion marginalisiert. Die Deutschen „Energiewende“ ist genau so verrückt wie die Schildbürger welche das Licht in Säcken ins Rathaus tragen wollten. Wir leben in Öko-Schilda, lachen oder weinen, das ist jetzt die Frage….
Wut und Zorn könnten folgen, oder?
Da gibt es einen aus der Schreibstube, der immer wieder behauptet, auch unter diesen Verhältnissen seine „E-Schrott-Flotte“ täglich neben der Hausversorgung versorgen zu können …..
Besichtigungstermine vergibt er aus Fake-Gründen aber nicht ….
Ja, seltsam , bei solchen Beiträgen hört man nichts von den üblichen Verdächtigen .
Das gleich predige ich seit Jahren,in meinem Bekanntenkreis. Das Ergebnis ist immer das selbe, Desinteresse,nicht verstehen und zweifeln an den negativen Folgen dieser Politik.
Man kann es zum Teil auch Wohlstandsverblödung nennen.
ES IST WOHLSTANDSVERBLÖDUNG, gepaart mit völligem (herbeigebildeten) MINT-VERSAGEN.
„Nichts ist wirklich narrensicher, weil Narren so erfinderisch sind.“
Quelle: mir unbekannt
Schöne Feiertage wünsche ich Ihnen.:-)
Danke, gleichfalls! 😉