EEG im März 2018

Herr Schuster von VERNUNFTKRAFT Hessen e.V. hat freundlicher Weise die EEG-Daten des gerade vergangenen Monats aufbereitet.
Die rote Linie im Bild 1 ist die bereits installierte Leistung Wind + Solar. Gelb und Blau zeigen die wirklich gelieferten Werte als Ganglinien:
– Nicht im Ansatz kam die EEG-Erzeugung den Monat auch nur in die Gegend der benötigten Leistung (braun)
– Davon, dass sie gar in die Höhe der installierten Leistung kämen (an die rote Linie) – wie es Herr Özdemir einmal behauptete [3] – ganz zu schweigen. Im Monatsmittel waren es nur 18,35 % davon
Wieder ein schönes Beispiel, um zu zeigen, welchen Schwachsinn selbsternannte „Energiefachpersonen“ – leider oft in wichtigen, politischen Positionen sitzend -, hier C. Özdemir, sich öffentlich zu äußern trauen, ohne schamrot zu werden (weil sie wissen, dass der „Öffentlich-Rechtliche“ Interviewer*in pflichtgemäß jeden Unsinn verbreiten wird):
EIKE 15.08.2017: [3] Cem Özdemir versucht sich in Energie
Leider kein Einzelfall, sondern im (ehemaligen) Hochtechnologieland faktisch schon „Quasi-Standard“, selbsternannter „Energieexpert*innen“ [2]:
EIKE 24.01.2018: GRÜNE Energieexpertin: Das Netz fungiert als Speicher

Bild 1: Ganglinien März 2018. Quelle R. Schuster


Nun geht bei den „üblicherweise befragten Energiefachpersonen“ die Sage um, mit einem weiteren Ausbau würde sich das Problem automatisch erledigen. Dazu hat Herr Schuster den dreifachen EEG-Ausbau für den März simuliert.
Sofort werden alle künftigen Probleme des EEG deutlich:
Zeitweiligen, massiven Überproduktionen folgen genau so massive Einbrüche. Eine zwingend notwendige Basis-Lösung – enorme Kapazitäten an (bezahlbarem) Speicher – ist nicht in Sicht.
– Das Abregeln („Wegwerfen“ des Stromes, welchen die Privatkunden jedoch trotzdem bezahlen müssen), ergänzt um immer mehr Redispatch-Aufwand, wird immer häufiger und voluminöser (mit parallelem Anstieg der Kosten).

Bild 2: Ganglinien März 2018 mit simuliertem, dreifachen EEG-Ausbau. Quelle R. Schuster


Und damit wird das Drama der instabilsten und gleichzeitig teuersten Stromversorgung, genannt EEG, zumindest in Deutschland unerbittlich weitergehen.

Den Mangel beheben, verbietet die Ideologie. Und viel einfacher sind bewährte Lösungen

Unsere neue Umweltministerin – genau so faktenresistent und frei von jeglichem fachlichen Wissen wie ihre Vorgängerin [4] – und auch genau so tief beseelt, die Welt durch Reduzierung von Deutschlands Anteil von 0,0004712 Prozent in der Atmosphäre [5] vor dem bösen CO2 zu retten – verkündete es bereits: [4] … Wir werden jetzt mit aller Kraft darangehen, die Lücke bis 2020 so weit wie möglich zu schließen, zum Beispiel durch Sonderausschreibungen für Wind- und Solarstrom…
Dafür dürfen die System-Mängelkosten des EEG unerbittlich weiter steigen:
energate messenger 02.01.2018: Netzstabilität Kosten für Netzeingriffe auf Rekordniveau
Wer sich frei von technischen Fakten hält, weil sie ihm/ihr ein Gräuel sind, sieht natürlich nach, wie politisch Geschulte solche Probleme lösen. Und dafür gibt es gelobte, sozialistische Länder, welche nach immer der gleichen Art Mangelverwaltung optimieren. Eine typische Lösung wurde schon übernommen:
EIKE 22.02.2018: Die Lösung des EEG-Problems wurde von der EU gestartet – Energie (in Deutschland) immer teurer zu machen, bis sie niemand mehr „benötigt“
Einem möglichen Einwand – Deutschlands Parlament könnte ja immer noch selbst entscheiden – soll gleich begegnet werden: Im Koalitionsvertrag steht, dass EU-Vorgaben von Deutschland diskussionslos 1:1 umgesetzt werden (und sich unser Parlament damit als überflüssig abschafft, natürlich bei gleichbleibender Bezahlung). Eine erste, daraus resultierende Entscheidung liegt schon vor:
EIKE 2. April 2018:
Das Ende des Verbrennungsmotors: Bundestag lässt Einspruchsfrist gegen EU verstreichen

Hat man in Berlin ein Gesetz übersehen?

Die wenigen, gerade einmal 900 Bundestags-Abgeordneten können nicht überall ihr Auge drauf haben. Es gibt ein Gesetz, welches das Abregeln im EEG mit bedingungsloser Bezahlung des nicht eingespeisten Stromes wenigstens etwas begrenzt*.
Dr. Björn Peters, Kolumne: Die Energiefrage
… Eine oft übersehene Bestimmung im EEG regelt die „Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Preisen“ (§51 EEG). Dort heißt es: „Wenn der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone für Deutschland am Spotmarkt der Strombörse in der vortägigen Auktion in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Stunden negativ ist, verringert sich der anzulegende Wert für den gesamten Zeitraum, in dem die Stundenkontrakte ohne Unterbrechung negativ sind, auf null.“
Die Regelung gilt für alle größeren Anlagen, die unters EEG fallen und seit 2016 in Betrieb gegangen sind. Bislang kam §51 EEG nie zur Anwendung, weil es zwar immer wieder Zeiten mit negativen Strompreisen gab, diese aber nie länger als fünf Stunden andauerten. In der Zukunft wird sich dies jedoch ändern …Interessant ist hierbei auch, dass diese Phänomene bei noch viel stärkerem Ausbau hin zu vermeintlich „100% erneuerbar“ geradezu existenzbedrohend für die WSK-Betreiber werden. Das Wissen hierüber wird die Investitionslaune in „erneuerbare“ Energien aber sicher dämpfen …

Damit wäre die bisher geförderte, bedingungs- und rücksichtslose Übereinspeisung in Zukunft gekappt. Mit entsprechenden Folgen für die Erträge der Öko-Energieärnter.
Es bleibt abzuwarten, ob dieses (wohl versehentlich durchgerutschte) Gesetz bestehen bleibt (und angewendet wird), oder ob es unsere Politik, sobald es zum Tragen kommen müsste, sich nach bewährter Sitte über den Umweg „Brüssel“ verbieten lässt. Irgendjemanden wird es ja bestimmt diskriminieren.
*Dank an Herrn R. Schuster für die Information
Quellen
[1] EIKE 14.01.2018: Am Neujahrsmorgen hat sich Deutschland zum ersten Mal in der Geschichte komplett mit Ökostrom versorgt
[2] EIKE 7. Januar 2018: Ministerin Hendricks: Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse
[3] EIKE 15.08.2017: Cem Özdemir versucht sich in Energie
[4] EIKE 31. März 2018: Weil alle voneinander abschreiben, merkt keiner mehr, wenn etwas daran falsch ist – zur Bundestagsdebatte Umwelt
[5] EIKE: Nur 0,0004712 Prozent!! BUND Aktivist weiß nicht wie viel CO2 von Deutschland in die Luft abgegeben wird!