Stellvertretendes Beispiel für Gehorsam gegenüber den Forderungen des "Imperiums" ist vermutlich auch der FOCUS-Artikel "Nach dem Brexit: Jetzt wollen die Briten hemmungslos Treibhausgase in die Luft jagen" (hier), verfasst vom Redakteur Michael Odenwald. 

Um fair zu bleiben stellen wir zunächst fest, dass uns kein Redakteur im Bereich "Naturwissenschaft/Technik" des aktuellen Zeitungsgewerbes mit ausreichenden einschlägigen Fachkenntnissen bekannt ist. Kein Wunder, denn mit solchen Kenntnissen verdient man woanders sein Brot ungleich lukrativer. Infolgedessen hat man es auch bei renommierten Zeitungen entweder mit naturwissenschaftlichen Studienabbrechern, sachlich unzuständigen Redakteuren oder grünideologischen Schwachköpfen zu tun – von den Verhältnissen in lokalen Käseblättern ganz zu schweigen.

Ausnahmen machen dabei nur ARD und ZDF. Diese kaufen Fachleute, die ihr politisch vorgegebenes Lied singen, mit unseren Zwangsgebühren einfach ein. Musterbeispiel hierfür ist der ansonsten renommierte Astrophysiker H. Lesch, der uns bei jeder passenden Gelegenheit in seinen durch persönliche Eitelkeit etwas peinlich geprägten TV-Auftritten mit Klimakatastrophen-Klamauk versorgt – ungerührt und bar jeder wissenschaftlichen Ethik, denn obwohl er es besser wissen muss lässt er beim Klimathema keine fachliche Falschaussage aus (hier).

Was dagegen Zeitungen betrifft, so schreibt beispielsweise Müller-Jung von der FAZ als studierter Biologe – fachfremd und zudem lernresistent – regelmäßig sachlichen Schwachsinn zu Klimathemen (hier). Michael Odenwald vom FOCUS, ohne abgeschlossenes naturwissenschaftliches Studium (hier), steht der "Qualität" der FAZ in seiner Klimaberichterstattung um nichts nach. Waren seine Artikel über politisch unbedenkliche naturwissenschaftliche Themen stets ordentlich, so ist es bei Klimathemen mit guter Recherche und sachlicher Berichterstattung schon immer grundsätzlich vorbei. Grünpropaganda ist dann die Devise (hier). Schwer zu entscheiden, ob es sich hier um einen persönlichen grünen Glaubenskampf oder um die schon angesprochene Redaktionslinie eines gehorsamen Auftragsjournalismus handelt.  

Sein FOCUS-Artikel "Nach dem Brexit: Jetzt wollen die Briten hemmungslos Treibhausgase in die Luft jagen" beschwört vorwiegend die Klimagefahr herauf (für welche Klimazone?), weil die Briten den Sprung in die Selbständigkeit und wiedergewonnene Freiheit eines souveränen Staates wagten. Zumindest ist dieser politische Unterton des Artikels unmöglich zu überhören. Wie können die Briten es wagen, der EU-Klimapolitik und den dort handelnden Öko-Wahnsinnigen – als stellvertretendes Beispiel nennen wir mal die Kommissarin C. Hedegaard – den Stinke-Finger zu zeigen? Das ist skandalös und ungemein verstörend. Ein Gelingen des Brexit darf es allein schon aus diesem Grunde nicht geben.

Von den deutschen Medien haben wir schon ausreichend viel über die katastrophalen Auswirkungen des britischen Verlassens der EU gehört. Die Idee, dass die Briten vielleicht sogar alles richtig gemacht haben, wagt niemand zu denken, geschweige denn zu schreiben. Nun, warten wir doch einfach mal ab, was beim Austritt der Briten längerfristig herauskommt. Das das Gebäude der EU bröckelt, ist inzwischen Gemeinplatz. Es scheint nur eine Frage der Zeit bis zu seinem Zusammenbruch. Die Polen amüsieren sich aktuell köstlich über die Ihnen angedrohten EU-Sanktionen, die gemäß Lissabonner Vertrag eine niemals zu erzielende Einstimmigkeit aller EU-Länder erfordern und damit ein zuverlässiger Papiertiger sind.

Man kann es aber auch ganz einfach so sehen: Zur Wiederherstellung der staatlichen Souveränität eines EU-Mitglieds ist überhaupt kein Austritt aus der EU erforderlich. Das betreffende Land braucht nur unbeirrt das tun, was es für richtig hält und sich dabei weder um einen Juncker, Draghi, Schulz oder eine Hedegaard zu kümmern – egal wie einflusreich diese Leute in der EU sein mögen.  Es reicht völlig aus, sich um kein Brüssel, keine Kommissare, keine EU-Vorschriften und keine EU-Gesetze zu scheren. Sanktionen gab es noch nie und es wird sie auch nie geben.So what?

Vielleicht will ja auch England heimlich diesen Weg gehen und damit die EU-Administration genüsslich vor sich hertreiben. Das ruhige, unbeirrte und ungewöhnlich lange Abwarten der Briten bis zum Austrittsgesuch legt einen solchen Verdacht nahe. Es macht ohnehin fast schon jedes EU-Mitgliedsland, was es will – nur Deutschland natürlich nicht. Dieser Weg zurück in die Eigenständigkeit wird zunehmend von den EU-Mitgliedsländern beschritten, und es wird spannend, wo und wie er endet.

Über den sachlichen Inhalt des FOCUS-Artikels braucht man angesichts seiner oben angesprochenen, unübersehbaren politischen Tendenz (die in Sachartikeln eigentlich nichts zu suchen hat) kaum noch Worte zu verlieren. Beantworten wir daher jetzt die sachliche Kernfrage, ob der FOCUS-Artikel etwas taugt. Die Antwort leider: Der Artikel ist schlicht bodenloser sachlicher Unsinn. Stellvertretend nur wenige Beispiele: Von einer voranschreitenden globalen Erwärmung kann keine Rede sein, seit ca. 20 Jahren ist Temperaturstillstand dokumentiert und bestens bekannt (hier). Wie ist aber Stillstand einer angesichts stetig ansteigenden CO2 – Konzentration der Atmosphäre möglich? Über die Klimasensitivität des anthropogenen CO2, bekanntlich als globale Erwärmung in Grad °C bei hypothetischer Verdoppelung der CO2-Konzentration der Erde definiert, besteht zudem keine wissenschaftliche Übereinstimmung (Fußnote auf S. 16, hier), alle Angaben aus Schätzungen wurden im Laufe der jüngsten Jahre immer kleiner (hier). Die angedienten Bedrohungen der Klima-Alarmisten wuchsen dagegen umgekehrt immer mehr an – Anzeichen von Verzweiflung?

Und nun will England doch tatsächlich die Kohlevorräte unter seinen Küsten nutzen, so wie es das schon seit Längerem mit dem Nordsee-Erdöl macht. Odenwald beschwört dazu unzählige Gefahren und bemüht zu diesem Zweck "Umweltschützer" als Experten und technische Zeugen. Nun ist Umweltschutz eine gute Sache, niemand hat etwas dagegen, wir alle wollen ihn – den wirklichen Umweltschutz natürlich, nicht Umweltverbrechen durch Windräder und Energiemais. Aber Umweltschützer oder gar das fragwürdige Greenpeace als "Experten" für technische Verfahren heranzuziehen, ist etwa so sachgemäß wie die Befragung von Gänsen zum Sinn des Weihnachtsbratens. Von Kritik technisch zuständiger Fachleute am britischen Vorhaben findet man nichts im FOCUS-Artikel. Greenpeace und Umweltschutzverbände haben also für den FOCUS absolute Deutungshoheit über technische Fragen. Na dann Prost und gute Nacht!

Die im FOCUS von M. Odenwald beschworenen Schäden reichen von Verseuchung der Böden (welcher Böden?) und des Grundwassers (welchen Grundwassers?), über "weltweite" Verwüstungen bis hin zum "katastrophalen Klimawandel". Geht’s vielleicht ’ne Nummer kleiner? "Viermal mehr als an CO2 emittiert werden dürfe um eine gefährliche Erwärmung der Erde um 2 °C zu vermeiden würde das britische Projekt verursachen" so der FOCUS. Als sei dieser Blödsinn nicht bereits ausreichend, setzt der Apokalypse -Schmarren des im Artikel zitierten Herrn Monk von FoE (Friends of the Earth Schottland) noch die Krone drauf mit "Die immensen CO2-Emissionen durch diese neue Technologie führt die Welt weiter in einen katastrophalen Klimawandel". Donnerwetter, dass diese CO2-Katastrophe allein die Briten mit ihrem bisschen Kohleförderung schaffen, ist schon etwas. Die Chinesen mit ihren hundertfach höheren CO2 Emissionen können da nur vor Neid erblassen.

Selbst ein verhinderter Physiker als FOCUS-Redakteur kann so einen Quatsch unmöglich ernst gemeint haben. Das Ganze ist auch noch schlampig recherchiert, denn die beiden angegebenen Quellen in dem Satz von Monk führen auf weitere sachlich unsinnige FOCUS-Artikel, die mit dem Thema nur am Rande zu tun haben. Ordentliche Quellen sehen anders aus. Man hätte gerne einmal ausgewiesene Fachleute zu den tatsächlichen Umweltrisiken der britischen Pläne und ihrer geplanten Beseitigung gehört. Nichts von alledem zu lesen. Zu allem Überfluss wird dann auch Greenpeace als ungekrönter Weltmeister im Verbreiten falscher Zahlenwerte zitiert.

Angesichts der von politischer Korrektheit unberührten und daher durchaus ordentlichen Artikel von M. Odenwald können wir es uns nicht vorstellen, dass der hier besprochene Artikel von ihm wirklich ernst gemeint ist. Man weiß es allerdings nie so richtig, denn zumindest grüne Fanatiker sind zu jedem Mist fähig. Der Beitrag von M. Odenwald ist aber vermutlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ihm von der FOCUS-Leitung vorgeschriebene Propaganda-Arbeit. Allein, dass solch ein sachlicher Schwachsinn vom FOCUS zu Papier gebracht und gedruckt wird (die haben doch Redaktionskonferenzen, oder nicht?), verrät, wes‘ Geistes Kind die Redaktionsleitung bzw. eine Stufe höher die Anteilseigner des FOCUS sind.