5. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Bisher ist in diesem Jahr die für den Jahresanfang nicht unübliche längere Dunkelflaute ausgeblieben. In der aktuellen Analysewoche kommt es gleichwohl wieder zu einer schwachen Regenerativerzeugung mit durchgehend hohen Residuallasten. Kurz: Der Aus- und Zubau insbesondere von Wind- und Solarkraftwerken in den vergangenen 25 Jahren führt zwar im aktuellen Zeitraum zu einer ziemlich gleichmäßigen Wind- und PV-Stromerzeugung.

Diese befindet sich gleichwohl auf niedrigem Niveau. Der bisherige Ausbau der installierten Leistung Windkraft beläuft sich Stand heute auf gesamt (on- und offshore) 78,3 GW, im PV-Bereich beträgt die installierte Leistung sogar 108,1 GW. Damit ist eine theoretische Windstromerzeugung von 686 Terawattstunden (TWh) möglich. Da der Wind nicht gleichmäßig weht, weil es Wartungsarbeiten gibt, liegt der Nutzungsgrad bei großzügig geschätzten 25 Prozent. Das wären 171 TWh Strom im Jahr. Weil die Sonne nachts nicht scheint, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste Einfluss auf die Stromerzeugung per Solarpaneele haben, ist die Stromausbeute im PV-Bereich noch geringer. Möglich sind mit 108,1 GW installierter Leistung in der Theorie 947 TWh, erreicht werden lediglich 118 TWh pro Jahr. Das sind selbstverständlich nur Durchschnittswerte. Faktisch sieht die regenerative Stromerzeugung im Jahresverlauf so aus. Das ist wenig verlässlich und wird mit den Residuallasten, die mit der schwarzen Linie dargestellt werden, belegt.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der vierten Analysewoche 2026 gibt Agora-Energiewende. Diese NGO erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den möglichen Prognose-Höchstwert von 86 Prozent Ausbaurate. Die Residuallasten liegen häufig bei 50 GW und mehr.

Der durchschnittliche Wochenstrompreis beträgt  124,69€/MWh (12,4€/kWh).

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer.

Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ (siehe oben Agora) ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel ein MW-Dauerenergie. Solarpaneele mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverlusten.

In diesem Zusammenhang mein wiederkehrender Appell an die Verantwortlichen von „Unsererdemokratie“ und die „Freunde der Energiewende“: Stoppen Sie die Energiewende. Streichen Sie die CO2-Steuern und bauen Sie wieder eine kostengünstige, verlässliche Energieversorgung mit Kernenergie auf, bevor es zu spät ist. Hören Sie auf, einer Schimäre nachzujagen. Die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Wenig Windstrom, fast keine PV-Stromerzeugung. Die Strompreise

Wind- und PV-Strom ziehen auf niedrigem Niveau an. Die Strompreise.

Wind- und PV-Stromerzeugung pendeln sich ein. Die Strompreise.

Fast keine PV- Stromerzeugung mehr. Die Strompreise.

Wenig volatile Windstromerzeugung. Etwas mehr PV-Strom. Die Strompreise.

Etwas stärkere regenerative Stromerzeugung bei niedrigerem (Wochenend-)Bedarf. Die PV-Stromerzeugung gleicht eine Winddelle aus.  Die Strompreise.

Die Windstromerzeugung zieht zum Abend an. Die Strompreise.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.

Rüdiger Stobbe war nach den Studium (Sozialwissenschaften/Germanistik, Abschluss 1. Staatsexamen) 30 Jahre in der Versicherungswirtschaft tätig. Er betreibt seit Februar 2016 den werbe- und kostenfreien Politikblog www.mediagnose.de.

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