Francis Menton, THE MANHATTAN CONTRARIAN
Hier in den USA hat die zweite Trump-Regierung die Reihe verrückter Energiepolitik weitgehend gestoppt, die unter dem Banner der „Bekämpfung des Klimawandels“ marschiert. Das Gleiche gilt jedoch nicht für viele andere Länder mit fortgeschrittener Wirtschaft, beispielsweise Deutschland, Australien und Großbritannien.
Betrachten wir Großbritannien. Bei den Wahlen 2024 verschafften die Wähler der linken Labour-Partei eine große parlamentarische Mehrheit. Die daraus hervorgegangene Regierung hat die Politik der Netto-Null-Emissionen, der Unterdrückung fossiler Brennstoffe und der Energieerzeugung aus „erneuerbaren Energien“ noch verstärkt. Überzeugt von ihrer eigenen Richtigkeit und sogar Gerechtigkeit, versucht die Regierung, alle abweichenden Meinungen zu ihrer Politik zum Schweigen zu bringen, indem sie Meinungsverschiedenheiten als „Fehlinformationen“ oder „Klimaleugnung“ bezeichnet.
In der tatsächlichen Energieerzeugung setzt sich jedoch weiterhin die Realität durch.
In einer Kolumne vom 9. Januar bei Net Zero Watch [NZW] berichtet Andrew Montford über die neuesten Methoden der britischen Regierung, Gruppendenken durchzusetzen und Klimakritiker zum Schweigen zu bringen. (Vollständige Offenlegung: Ich bin Mitglied des Vorstands der amerikanischen Tochtergesellschaft von NZW.) Der Titel der Kolumne lautet [übersetzt] „Die Possen der Klima-Clique”. Anscheinend hat das Parlament eine Gruppe namens „Energy Security and Net Zero Select Committee“ (Ausschuss für Energiesicherheit und Netto-Null) gebildet, und dieser Ausschuss führt eine Reihe von Anhörungen mit dem Titel „Unterstützung der Energiewende“ durch. Andrews Zusammenfassung:
Es ist genau das, was man erwarten würde – eine Reihe prominenter Mitglieder der grünen Bewegung, ohne dass auch nur eine einzige abweichende Meinung zu hören ist, weder unter den Zeugen noch unter den Ausschussmitgliedern. Das ist keine Überraschung – die meisten Sonderausschüsse sind einfach choreografierte Bühnenshows, die sorgfältig darauf ausgelegt sind, bestimmte Narrative aufrechtzuerhalten und unbequeme Wahrheiten zu unterdrücken.
Montford listet Zeugen aus zwei kürzlich durchgeführten Anhörungen auf, die alle Mitglieder dessen sind, was er als „eng verbundene Clique” von Klimapanikmachern bezeichnet:
• Angharad Hopkinson, politische Aktivistin bei Greenpeace
• Lorraine Whitmarsh vom Zentrum für Klimawandel und sozialen Wandel
• Stephanie Draper, Klimaaktivistin
• Roger Harrabin, ehemaliger Energie- und Umweltanalyst bei der BBC
• Bob Ward, PR-Beauftragter am Grantham Research Institute on Climate Change
• Rebecca Willis, ehemalige Mitarbeiterin der Green Alliance und jetzt Wissenschaftlerin an der Lancaster University.
Montfords Folgerung:
Wo auch immer man hinschaut – von Universitäten über Akademien bis hin zu den Mainstream-Medien – wurden abweichende Meinungen komplett ausgeblendet und Gegenargumente kategorisch abgelehnt. Das ist der Grund, warum wir uns in dieser katastrophalen wirtschaftlichen Lage befinden.
Aber dann gibt es noch die Realität. Vielleicht ist noch erinnerlich, dass der große britische Ölkonzern, der damals „British Petroleum“ hieß, Anfang der 2000er Jahre seinen Namen in BP änderte und eine große Umfirmierung unter dem Slogan „Beyond Petroleum“ startete. Fast zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2020, beschloss BP, obwohl es immer noch im Ölgeschäft tätig war, seinen Einstieg in die Energiewende zu verdoppeln. Das war die Zeit des „Woke“-Maximums. Aus Forbes, 4. August 2020:
In heute Morgen veröffentlichten Details hat das in London ansässige Unternehmen BP eine Reihe von Zielen für 2030 festgelegt. Das Unternehmen plant, seine Öl- und Gasproduktion bis 2030 um 40 % zu reduzieren, von derzeit rund 2,6 Millionen Barrel pro Tag; seine Investitionen in erneuerbare Energien zu erhöhen, mit dem Ziel, bis 2030 eine Erzeugungskapazität von 50 Gigawatt zu erreichen, gegenüber 2,5 Gigawatt im letzten Jahr; und die Anzahl der eigenen Ladestationen für Elektrofahrzeuge von 7.500 auf 70.000 zu erhöhen. Außerdem hat das Unternehmen zugesagt, keine weiteren Ölförderaktivitäten in Ländern durchzuführen, in denen es noch keine Upstream-Aktivitäten betreibt.
Damals äußerten Einige Skepsis gegenüber den Plänen von BP, aber Analysten stellten fest, dass die Ziele ausreichend detailliert und konkret waren, um zu zeigen, dass es BP „ernst damit war“:
In einer Mitteilung von Analysten von Sankey Research hieß es, dass Skeptiker zwar generell Recht hätten, „ein ‚Greenwashing‘ zu vermuten“, dass jedoch „der Umfang und die Reichweite dieser Ziele beeindruckend“ seien. Die lange Liste konkreter Maßnahmen in dem neuen Plan von BP zeige, dass BP es ernst meine. Das Unternehmen sei sich bewusst, dass die heute vorgestellten Ziele von Investoren und Umweltschützern genutzt werden würden, um das Unternehmen in zehn Jahren zur Rechenschaft zu ziehen.
Fünfeinhalb Jahre später, aber noch weit vor 2030, sieht es so aus, als hätte der große Umstieg von BP auf erneuerbare Energien nicht funktioniert. Das Wall Street Journal veröffentlichte am 14. Januar einen Artikel, der still und leise auf Seite B3 versteckt war und über das Debakel von BP berichtete. Die Überschrift lautet „BP Flags $5 Billion Write-Down of Low-Carbon Business.” [BP meldet Abschreibung in Höhe von 5 Milliarden Dollar für sein Geschäft mit kohlenstoffarmen Technologien] Auszug:
BP gab bekannt, dass es den Wert seines Geschäftsbereichs für Gas und kohlenstoffarme Energien bis zu 5 Milliarden US-Dollar abschreiben werde. Dies ist die Folge einer unglücklichen Entscheidung für den Einstieg in den Bereich der erneuerbaren Energien, wodurch das Unternehmen zum am wenigsten profitablen der großen Ölkonzerne wurde. Das in London ansässige Unternehmen befindet sich derzeit in einer frühen Phase der Umstrukturierung, mit der es zu seinen Wurzeln zurückkehren will: der Öl- und Gasförderung. BP hat seine Investitionen in Aktivitäten zur Energiewende zurückgefahren, sich aus einigen Projekten im Bereich erneuerbare Energien zurückgezogen und Pläne zur drastischen Reduzierung seiner Öl- und Gasproduktion aufgegeben.
Im Rahmen der Neuausrichtung holt BP einen neuen CEO an Bord und entlässt die Personen, die das Unternehmen in die katastrophale Richtung des „Kampfes gegen den Klimawandel” gelenkt haben:
Im vergangenen Monat ernannte BP Meg O’Neill zu seiner nächsten Chefin, eine Außenstehende, die als Verfechterin fossiler Brennstoffe gilt. … BP hat ein neues Führungsteam eingesetzt, das diejenigen ersetzt, die mit dem kostspieligen Vorstoß in den Bereich der erneuerbaren Energien in Verbindung stehen.
Montford von NZW betrachtet das Gesamtbild und stellt fest, dass die Mitglieder des britischen Parlaments das Spiel rapide verlieren, obwohl sie weiterhin in der Lage sind, ihre Opposition zum Schweigen zu bringen:
Nach den Ereignissen in der Ukraine und Venezuela und dem Austritt der USA sowohl aus der UN-Klimarahmenkonvention als auch aus dem IPCC ist klar, dass sich die Welt sehr schnell weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund kann die Untersuchung des Sonderausschusses als letzter Hurra-Auftritt einer sterbenden Bewegung angesehen werden.
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















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